Lagerung des Hauptspiegels

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Tobias527

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Hallo!

Ich habe eine neue Hauptspiegelzelle aus Multiplex-Birke. Der Spiegel (10", 2,7cm dick) ruht auf drei kleinen Dreiecken aus dünnem Holz mit je drei kleinen Filzuntersetztern. Die Dreiecke werden durch je eine Schraube gehalten.

Da ich von dieser Lagerung nicht überzeugt bin sollen die Dreiecke weg und der Spiegel auf Kork gelagert werden. Hier meine Fragen: Sollte die Korkauflagefläche möglichst groß sein oder reichen klein Auflagepunke die gleichmäßig verteilt sind?

Für Tipps wäre ich sehr dankbar!! Tobias
 
Hallo Tobias,

die jetzt vorhandene HS-Lagerung ist eine 9-Punkt Lagerung und das ist gut so.
Wenn Du den HS nun auf Korkstückchen lagerst werden IMMER nur 3 Punkte aufliegen....und Du weisst noch nicht einmal wo die liegen.
Dadurch kannst Du evtl. den Spiegel verspannen, auf jeden Fall ist das ein Rückschritt!
 
Hallo!

Danke für die Antwort! Ich hatte vorher eine Metallfassung mit sechs Korkplättchen. Der Spiegel war knackscharf - jetzt ist er es nicht mehr. Leider habe ich zu viele Dinge auf einmal verändert (vom Volltubus zum Gitterdob und nur die Optik mit Fangspiegelhalter ist gleich geblieben). Jetzt suche ich den Grund warum ich kein scharfes Bild kriege und da war mein Verdacht ein verspannter HS. Könnte es auch am Streulicht liegen? Ein Astro-Freund meinte es könnte Tubus-Seeing sein aber damit hatte ich noch nie Ärger....

Gruß Tobias
 
Hallöchen

Zitat von Tobias527:

Streulicht beeinflusst eigentlich weniger die Schärfe, sondern mehr den Kontrast. Da du aber gerade von Volltubus auf Gitterrohr umgebaut hast, ist das natürlich trotzdem eine mögliche Fehlerquelle.
Der wichtigste Streulichtschutz bei Newtons allgemein ist (in Form einer großen Pappblende oder ähnliches) gegenüber dem Okularauszug. Du musst unbedingt verhindern, dass sich Streulicht einfach direkt - also unter Umgehenung von Haupt- und Sekundärspiegel - deine Brennebene erreicht.

Zur Lagerung des Hauptspiegels ist die 9-Punkt-Lagerung (sofern die Punkte natürlich an den richtigen Stellen liegen) auf allen Fällen einer Lagerung, wo der Spiegel dann irgendwo auf Korkplättchen aufliegt vorzuziehen. Hier könnte ich mir höchstens noch vorstellen, dass durch eine fehlerhafte seitliche Lagerung oder Haltekrallen die auf den Spiegel drücken irgend eine Verspannung reinbekommst.

Ein paar Bildchen würden hier vielleicht helfen.

Gruß
Andy

P.S.: Allgemein gehe ich natürlich davon aus, dass du das Gerät an sich richtig justiert hast (aber sonst hättest du wohl auch kein solchen Umbau gewagt)
 
Hallo!

Die Lagerung zur Seite hin sollte gut sein: Man kann den Spiegel um seine eigene Achse drehen aber das Spiel ist so klein, dass er nicht schlackert. Von oben drücken keine Haltekrallen auf den Spiegel. Er hat hier ca. 0,5mm Spiel. Eine ganz andere Erklärung wäre das Wetter: Vielleicht sollte ich die Schärfe unter guten Bedingungen testen. Mein Test war aus der Stadt heraus bei merklicher Luftunruhe. Ich erinnere mich trotzdem nicht daran, vor dem Umbau solle Probleme gehabt zu haben.

Gruß Tobias
 
Zitat von Tobias527:
Die Dreiecke werden durch je eine Schraube gehalten.

Ich hoffe, die Dreiecke sind nicht festgeschraubt, oder etwa doch? Sie müssen selbstverständlich um den Dreieckschwerpunkt frei pendeln können, nur dann hast du eine schwimmende 9-Punkt Lagerung.

Jemand der sich mit der Verschiedenartigkeit der optischen Fehler beschäftigt hat und weiß, wie sie sich im Sternbild äußern, sieht sofort, ob es:
- Astigmatismus (z.B. durch Verspannungen),
- Koma (Dejustierung),
- Streulicht (fehlende oder schlecht plazierte Blenden),
- Tubusseeing (schlechtes Lufmanagement. Auch bei Gitterrohr möglich, wenn z.B. die Spiegelbox hinten geschlossen ist, oder der Spiegel komplett auf isolierendem Kork liegt)
- oder einfach nur atmosphärisches Seeing ist, gegen das nur ruhigeres Wetter hilft
 
Hallo!

Die Dreiecke sind so festgeschraubt, das sie relativ frei beweglich sind. Ich denke das so der Spiegel ganz gut lagert. Den Filz habe ich inzwischen gegen Kork getauscht da er ewas höher ist. Ich kann nicht ausschließen, dass der Spiegel bei den (sehr dünnen) Filzpads auf einer der drei Schraubenköpfe auflag. Das könnte eine mögliche Ursache sein. Ansonsten ist der Spiegelkasten geschlossen. Woran erkenne ich Tubus-Seeing? Ich habe als ich den Spiegel am Stern justiert habe und dieser stark defokussiert war ein wabern auf der "weißen" Fläche gesehen. ISt das Tubus-Seeing?

Vielen Dank schonmal für Eure Hilfe! Tobias
 
Hallo Tobias,

Dein Spiegel braucht auf jeden Fall auch von hinten Luft.
Wenn du nicht aktiv belüften willst, sollte ein möglichst großer Kreisausschnitt direkt hinter dem Spiegel helfen,
ansonsten müsste bei 10" ein 80er Lüfter ausreichend sein, der mittig hinter der Spiegelzelle aus einer genau passenden Öffnung saugt.
So wäre ein der möglichen Fehlerquellen zu beseitigen.

CS
*entfernt*
 
Hallo!

Das wäre eine Erklärung die mir sehr recht wäre. Ich habe gestern mal getestet was eine Socke um den Tubus ausmacht. Ich denke das wäre eine weitere gute Sache da die Turbulenzen mit Socke deutlich abnehmen (zumindest scheine es mir so). Aber grundsätzlich führt wohl nichts daran vorbei die Schärfe im Taunus zu testen.

Vielen Dank für Eure Tipps!!
 
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