Laienfragen zum Beobachtungsbuch

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Fraenkie

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Hallo zusammen,

hier eine, mich als Noch-Astronomen-Laien-Darsteller, beschäftigende Frage:
Wozu dient mir ein Beobachtungsbuch?
Was ich gesehen habe, wird doch in jedem halbwegs ordentlichen Sternführer viel professioneller beschrieben.
Angenommen, nach monatelangen intensiven Forschungen ist es mir endlich gelungen, die Wega zu entdecken. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für mich – gewiß – aber warum soll ich mir das aufschreiben? Das hat doch wohl eher autobiografischen Nutzen. Wo liegt für mich der Lerneffekt?
Nicht, daß ich nicht willig oder gar faul wäre, nein weit gefehlt. Ich führe seit einigen Wochen akribisch ein Beobachtungsbuch, wozu ich mir sogar eine Datenbank angelegt habe, nur verstehe ich den Sinn irgendwie nicht – das Ganze kommt mir nur latent „historisch“ interessant vor...
Ich glaube, dass mir da einige Zusammenhänge nicht ganz klar sind und ich mich über eine „Horizonterweiterung“ freuen würde.

Viele Grüße Frank


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20x80 Fernglas;
6“ Schmidt-Newton;
Köfferchen mit Okularen & diversem Krimskrams
 
Ciao Frank,

es gibt schon einige gute Gründe Beobachtungs-Aufzeichnungen zu führen. Dabei kann es sowohl hilfreich für Dich als auch andere Interessierte sein. Ein paar Szenarien:

Du hast irgendwann mal was diffiziles gesucht und gefunden, oder hast Dir dazu etwas ausgerechnet oder irgendwo was nachgesehen im Web. Später hast Du das alles vergessen, würdest es aber gerne nachvollziehen. Wo war das Objekt schnell wieder oder wie waren die Such-Sterne mit denen ich es gefunden habe. Wie rechne ich das ganze schnell wieder aus ? Wie war die Web-Adresse dafür
schnell wieder ?

Andere Leute fragen Dich was Du beobachtest und warum ? Wie man das findet ? Was man da sieht ? Welches Teleskop Du benutzt hast... Wie Dein Telskop so ist, taugt es was ?

Du willst selber mal - aus historischem Interesse - nachlesen, wie alles so anfing damals...

Vielleicht beobachtest Du mal was, was Du nicht einordnen kannst. Mit Notiizen + Beobachtungsbericht bekommst Du es im Nachhinein vielleicht raus.Kürzlich hatte ich 3 sonderbar parallel fliegende Satelliten gesehen. Im Nachhineien hab ich sie dann mit Hilfe einiger Leute hier im Forum identifizieren können. War recht interessnat. Ohne Notizen hast Du da wenig Chance. Siehe unter Punkt (10) hier:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/329581/an/0/page/0#329581

Du willst Dir einen 20-Zöller kaufen und liesst einen Bericht von einem 20-Zoll-Freak über irgendeinen Galaxienhaufen, den Du Dir auch mal versucht hast anzusehen. Der Freak berichtet über 25 tolle, verteilte Galaxien und die eine mit tollen Spiral-Strukturen, bla bla. Naja, Du schaust demütig in Dein Beobachtungsbuch. Da steht: '... mit letzter Kraft 2 Fleckchen gesehen...' Damit findest Du also raus, was Du damals gesehen hast und somit was Du als Steigerung zu Deinem derzeitigen Eqipment in etwa erwarten kannst mit einem 20Zöller. Du hast zwar nicht viel gesehen, aber Du weisst noch WIE viel (in etwa).

Natürlich ist es vielleicht nicht so wahnsinnig aufregend, zum ersten Mal die Wega gesehen zu haben. Später wirst DU vielleicht über einen solchen Bericht lächeln. Auch andere werden vielleicht (schon heute) drüber lächeln. Aber man muss eben etwas selbstkritisch sein und muss ja nicht alles gleich an jeden als 'neue Entdeckung' publizieren im Web... Aber für sich selber ist das auf jeden Fall ne nette Erinnerung. Und wen man es eigentlich für Pillepalle hält reicht ja auch ne kurze Notiz.

Last not least: mir macht es Spass die Nacht nochmal Revue passieren zu lassen. Da freut man sich nochmal an dem was man gesehen hat und schaut nochmal manches nach. Die Kommunikation mit anderen wird dadurch auch angeregt.

Die Berichte auf dem Recner zu schreiben halte ich für sehr sinnvoll (zum Publizieren, Austauschen). Ne Datenbank ist vielleicht etwas Overkill... (Mit Suchfunktionen erreichst Du auf dem Rechner wahrscheinlich das gleiche mehr oder weniger) Aber jedem das Seine ... :-)

Schöne Grüsse,
Peter

PS:
Hier ist mal einer von mir zum (hoffentlich guten) Beispiel:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/329576/an/0/page/0#329576
Nicht gleich umfallen deswegen :-) - ich mach mir viel Mühe (hauptsächlich für mich selber) und mach auch schon etwas länger Astronomie als Du ...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Frank,

das Beobachtungsbuch hält für dich fest, was du gesehen hast. Wenn du tiefer ins Beobachten eingestiegen bist, ist es sehr interessant nochmal nachschauen zu können: habe ich bei Galaxie X damals Spiralarme erkennen können oder beim Planetarischen Nebel Y den Zentralstern? Oder habe ich das Objekt überhaupt schon mal gesehen?

Ohne Logbuch lernst du nichts aus deinen Beobachtungen. Selbst eine ziemlich formale Beschreibung (z.B. nach dem Vorbild der Deep Sky Liste) ist besser als gar keine Aufzeichnung. Ich finde es interessant, wie sehr die Wahrnehmung von Objekten in Abhängigkeit von den Bedingungen (Grenzgröße) und der Optik variiert. Wenn du irgendwann mal eine andere Optik benutzt, wird sowas plötzlich sehr interessant - du kannst dann z.B. deine alten Bekannten am Himmel noch mal besuchen und vergleichen, wie sie dir heute erscheinen. Hast du gute Aufzeichnungen geführt, dann solltest du auch einen Fortschritt deiner Sehfähigkeiten bemerken können.

Was sollte in einem Logbuch drinstehen? Was, wann, wo, Optik, Grenzgröße, Seeing (bei Deep Sky nicht so wichtig, bei Planeten essentiell), benutztes Zubehör (Okulare, Filter) und natürlich eine Beschreibung deines Eindrucks. Welche Beschreibungsmerkmale für verschiedene Arten von Objekten in Frage kommen, kannst du u.a. im "Praxishandbuch Deep Sky" sehr schön nachlesen.

Natürlich gibt es auch Programme, die Logbuchführung beinhalten. Wenn dich das näher interessiert, kannst du mal Google anwerfen: Deep Sky 2003, SkyTools 2, SkyMap Pro und Eye&Telescope (das ist von mir) bieten mehr oder weniger ausgefeilte Logbücher, teilweise mit tollen Features. Natürlich kann man selber mit Access&Co. was basteln, aber du solltest beim Eigenbau daran denken, ob du deine Daten mal später in einem anderen System verwenden willst und daher sehr gründlich überlegen, was in die Datenbank reinkommt. Orientiere dich z.B. nach dem Aufbau der Deep Sky Liste, das sollte ein guter Ausgangspunkt sein.

Was gar nichts bringt ist ein Logbuch, das exemplarisch so aussieht:

1. April 2005, Hintertumpfing, 8" Dobson, schön klar. Objekte: M1, M2, M3, M4, M10, NGC 4711, ....

So sehen meine Aufzeichnungen aus der Zeit aus, als ich noch nicht lange schreiben gelernt hatte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> Aber: was willst du daraus in absehbarer Zukunft noch rausziehen? Dass du ein Objekt mal gesehen hast, ist fast bedeutungslose Information, wenn da nicht steht, wie dein Eindruck war. Geil, toll, brüllfeist und ähnliche Attribute helfen auch nicht wirklich, weil zu subjektiv. Es kann nicht schaden, seine Stimmung und Begeisterung auch mal seinem Logbuch anzuvertrauen, aber das sollte Beiwerk sein und nicht der einzige Inhalt - auch wenn wir nur zum Spaß beobachten.

So gesehen: was bringt es dir aufzuschreiben, dass du Wega gesehen hast? Nichts. Wenn du aber einen Aha-Effekt beim Sternbilderlernen damit verbindest, dann mache dir doch eine kleine Skizze von den Sternbildern - was man aufschreibt, kann man sich besser merken.

Über das Logbuch kommst du dann eigentlich auch zur wichtigsten Tugend der Beobachter: der Geduld. Schnell hingeschaut, nix gesehen und weiter zum nächsten Objekt. Das bringt wenig Freude. Einfach nur "Abhaken", ex und hopp. Nein, du sollst in Ruhe hinschauen. Genau dabei hilft dir das Logbuch, denn du musst ja überlegen, wie du deinen Eindruck beschreibst. Also schaust du hoffentlich nochmal und genauer hin.

Schau' doch hier mal ins Board "Beobachtungen visuell", da findest du Beispiele, wie Beobachtungsaufzeichnungen aussehen können. Diesen Bericht habe ich aus Eye&Telescope herausgezogen, mit minimalem Aufwand trotzdem eine ordentliche Dokumentation.

Clear skies und Happy Logging,
Tom
 
Ciao Frank + Tom,

Tom's Bemerkung ...

'Über das Logbuch kommst du dann eigentlich auch zur wichtigsten Tugend der Beobachter: der Geduld. Schnell hingeschaut, nix gesehen und weiter zum nächsten Objekt. Das bringt wenig Freude. Einfach nur "Abhaken", ex und hopp. Nein, du sollst in Ruhe hinschauen. Genau dabei hilft dir das Logbuch, denn du musst ja überlegen, wie du deinen Eindruck beschreibst. Also schaust du hoffentlich nochmal und genauer hin.'

...pflichte ich auch voll bei und halte die auch für einen der wichtigsten Effekte. Man glaubt nicht, was man alles sieht wenn man sich Zeit lässt für ein Objekt und sich angewöhnt hinterher alles aufzuschreiben. Die Wahrnehmungsfähigkeit und damit auch der Genuss wird schon allein dadurch grösser mit der Zeit.

Schöne Grüsse,
Peter
 
Hallo Frank,

die ausführlichen Antworten haben schon meine Vorredner geschrieben.

Ich sag es so (weils gerade zur Jahreszeit passt): ein Beobachtungsbuch
ist ein bisschen wie Marmelade oder Kompott: bewahrt die guten Früchte
(der Beobachtung) für die Zeit auf wenns grade nichts Frisches gibt.

Ausserdem kann ich mir nicht merken was ich vor Jahren gesehen habe
und ein Beobachtungsführer listet nicht auf was _ich_ gesehen oder erlebt
habe.

Viele Grüsse
Wolfgang
 
Hallo Tom,

was ist denn bitteschön "brüllfeist"? Also das ist mir noch nicht untergekommen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß - Nico
 
Hi nico,

"feist" ist O-Ton Süd und bedeutet "fett, dick". "Brüllfeist" ist eine Steigerungsform. Noch weiter gesteigert erhält man "ultrabrüllfeist" oder sogar "ultratodesbrüllfeist". Heutzutage käme "fett krass" wahrscheinlich am nächsten dran aber für Ghetto-Slang bin ich nicht der kompetente Infogeber. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/niemals.gif" alt="" />

Seit nunmehr 16 Jahren im Rheinland ansässig habe ich diese Attribute der allgemeinen Verständlichkeit wegen nicht mehr benutzt, sie wurzeln jedoch in meinem an der Münchner Volkssternwarte erworbenen Sprachschatz für Spechtler. "Ultratodesbrüllfeist" geht m.W. auf C. Ries zurück, Erbauer des legendären "Panzerfernrohr Bismarck" - einem 13,1" Newton auf ultrabrüllfeister Montierung (Gesamtgewicht 180 kg <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />). Tja, das waren noch Zeiten damals. Dagegen ist mein Dobson das reinste IKEA-Teil...

Gruß,
Tom
 
Also erst mal recht herzlichen Dank an euch alle,
ich glaube es dämmert langsam bei mir...
Wenn ich auf der richtigen Spur bin, dann habe ich das so verstanden, dass der eigentliche Wert in der - sagen wir mal - "Interpretation" meinerseits liegt, weniger an den Objekten selbst. Wenn dem so ist, erschließt sich mir so langsam der Sinn des Ganzen.
Peter´s Werk habe ich mir mal zu Gemüte geführt: Hut ab! Da kann ich ja, obwohl ich gar nicht dabei war, was damit anfangen. Super, ein echter Ansporn...
Womit ich bei der ganzen Materie immer etwas hadere, ist die Tatsache, dass obwohl so viel Technik mit im Spiel ist, die Beobachtungen respektive die Notizen absolut "subjektiv" sind, aber das muss wohl so sein?
 
Noch eine Empfehlung: Benutze am Fernrohr ein Diktiergerät. Damit werden die Berichte viel genauer, und Licht brauchts du auch nicht anzumachen.

Bei komplexeren Objekten lohnt sich fast immer eine Skizze (geht aber nur mit Licht ;-). Eine einfache Skizze ist leicht anzufertigen, ich rede hier nicht von 'künstlerisch wertvollen' Zeichnungen. Objektdetails oder sogar die Objektidentifikation gelingen viel leichter. Ich zeichne oft in ausgedrukcte Sternkarten, dann muß ich die Sterne nicht zeichenn. Bei Kometenbeobachtungen ist bei mir immer ne Skizze fällig. Daraus ermittle ich dann zu Hause Koma-Durchmesser, Schweiflänge und -position.
 
Womit ich bei der ganzen Materie immer etwas hadere, ist die Tatsache, dass obwohl so viel Technik mit im Spiel ist, die Beobachtungen respektive die Notizen absolut "subjektiv" sind, aber das muss wohl so sein?
Natürlich ist es subjektiv. Das ist aber kein Nachteil. Du beobachtest doch aus Freude am eigenen Nachvollziehen astronomischer Entdeckungen oder "sonstwie zum Spaß". Als visueller Beobachter geht es um deinen *Eindruck*, objektive Wahrheiten sind anderen Techniken vorbehalten.

Ich beobachte visuell, weil ansonsten noch mehr Technik fällig wäre. Statt in schnell veraltende und leider teure Elektronik zu investieren, habe ich vorgezogen, mein Geld in eine ordentliche Optik und gute Okulare zu investieren. Im Bereich der Astrofotografie findet ständig technischer Fortschritt statt, der zum Mitgehen neue und leider teure Ausrüstung erfordert. Die visulle Beobachtung wird aber keine wesentlichen technischen Neuerungen sehen, die in ihrer Tragweite mit der CCD-Technik für die Fotografen oder der Videotechnik für die Planetenbeobachter vergleichbar wären. Die "wesentliche Verbesserungen" im visuellen Bereich finden v.a. bei deiner Beobachtungstechnik und dem Erfahrungszuwachs statt.


Dennoch solltest du trotz aller "erlaubten" Subjektivität versuchen, *reproduzierbar* und in einer für dich sinnvollen systematischen Art deine Beobachtungen aufzuzeichnen. Skizzen auf vorbereiteten Kartenausdrucken (wie von Uwe erwähnt) sind eine gute Sache, denn es geht recht aufwandsarm und bringt die Nachvollziehbarkeit. Es läuft auf ein Abwägen zwischen dem Aufwand für und dem Detailierungsgrad der Aufzeichnungen hinaus. Mir macht es auch Spaß, hier Verbesserungen zu versuchen, was Neues auszuprobieren und damit den "Prozess" zu verbessern. Wenn dir dabei die Technik helfen kann, dann setze sie bedenkenlos ein. Wenn du lieber ohne Elektronik auskommst, dann gibt es genug papierbasierte Wege, die ebenfalls zu *deinem* Ziel führen. Beobachten ist eine sehr individuelle Angelegenheit - was der eine mag, verschmäht der andere. Keiner braucht dir Vorgaben machen. Anregungen kannst du genug bekommen. Du entscheidest. Wenn ein Hobby fremdbestimmt wird, hat es m.E. seinen Sinn verfehlt ;-)

Durch den Plattencrash des Forums ging der Hinweis auf ein tolles Buch verloren: "Astronomy Hacks" lässt sich auch zum Thema Logbuch und Beobachtungstechnik aus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Gruß und clear skies,
Tom
 
Nochmals Dank für die Anregungen, die Idee mit dem Diktiergerät hat was.
Den Standpunkt von Tom vertrete ich im übrigen ebenso. Ich habe zwar das starke Verlangen mich auch mit Astrofotografie zu beschäftigen, doch habe ich durch meinen Beruf bedingt, einen hohen Qualitätsanspruch an Fotografien. Um dem gerecht zu werden, ist so wie ich das bisher abschätzen kann, ein riesiger finanzieller Aufwand von Nöten - vielleicht muss man ja auch nicht alles in Form von Bildern festhalten - da schließt sich der Bogen wieder zum Beobachtungsbuch: Die schönsten Bilder sind eh´immer die im Kopf...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ciao Frank,

Fotografieren ?- da geht es vielen wie Dir - mir auch. Und jetzt seien wir mal realistisch - gerade weil oben auch das (etwas) 'abschätzige' Wort vom 'Subjektiven' bei der visuellen Beobachtung fiel: die meisten Amateure machen Fotos zum anschauen. Natürlich erscheint das zunächst mal 'objektiver' als nur visuell zu beobachten. Dennoch: nur wenige Amateure machen sich die Mühe wirklich (!) objektivierte Ergebnisse zu produzieren (z.B. Eichungen Ihrer CCD-Aufnahmen, Erzeugen von Messwerten anstatt von 'Pretty Pictures'). Das meiste (nicht alles!) was hier auf dem Board z.B. (das Board ist nicht die gesamte Amateurastronomie, klar !) gezeigt wird ist doch von der Art: 'Oh das ist aber eine schöne Aufnahme von NGC xxxx - aber sie ist mir etwas zu grünlich und Du hast due Schärfe nicht ganz optimal eingestellt, schau mal wie ich Dein Bild hier durch den Bildverarbeitungs-Wolf gedreht habe. Toll oder ? Was meinst Du ?' Usw.
(Nicht missverstehen, das ist ja alles völlig OK, und ich schau mir auch gerne gute Bilder an, und es kostet viel Know-How + Aufwand das alles gut hinzubekommen, alles OK + prima + bewundernswert der Aufwand der betrieben wird ! - dennoch:)

Naja, ist das jetzt das was man unter 'objektiv' versteht ? Fotos kann man herzeigen + einfach aufbewahren. Beim visuellen Beobachtungen hat man ein 'Erlebnis', das andere nur miterleben können, oder nur verbal beschrieben werden kann. Das ist der Knackpunkt. Entscheidend für alle Hobby-Astronomen ist doch aber, dass alle an irgendeiner freiwillig geleisteten Tätigkeit Ihren Spass haben. Und mit diesem Aspekt betrachtet ist das visuelle genauso gut wie das fotografische.

Ich habe jahrelang massenweise Galaxien 'fotografiert' + Bilder durch den besagten Wolf gedreht + dabei jahrelang vor dem Rechnerbildschirm verbracht. Genau deshalb macht's mir persönlich jetzt irgendwie mehr Spass, die ganzen alten Eimer mal mit den Augen anzusehen und mich daran zu freuen. Das hat schon seinen besonderen Reiz. Muss halt jeder selbst wissen, as ihm (zu welcher Zeit) gefällt + Spass macht.

Aber Asche muss sich niemand auf's Haupt streuen (also sich als 'Underdog' fühlen), nur weil er 'nur' visuell beobachtet...!

Schöne Grüsse,
Peter

PS: Wenn jetzt wieder einer kommt und sagt: 'Manche Amateure machen durchaus wichtige (objektivierte) Arbeit - und das natürlich üblicherweise mit Fotografie' ist darauf zu antworten: Ja klar. Ich wollte hier aber lediglich klarstellen, dass man als visueller Beobachter auch seinen Spass hat + seine Daseinsberechtigung. Mit Subjektivität oder Objektivität hat das letztlich nicht so viel zu tun - eher mit persönlicher Befriedigung.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Fränkie,
weil es auf lange Sicht Deine Erfahrungen dokumentiert und z.B auch Entwicklungen zeigen kann. Diese Info kannst Du dann z.B. für Vergleiche heranziehen oder auch zur Wietergabe an andere.
Mit der Zeit wird so ne Art Datenbank entstehen, die Dir dann auch sagtz wo Du schon warst. nach einiger Praxis wirds unmöglich alle Objekte im Kopf zu behalten die Du je sahst, geschweige Deine damaligen Eindrücke wiederzugeben.
Wie gesagt, der Gewinn kommt mit der Zeit, wie eben Erfahrung in diesem Hobby viel ausmacht.
CS
 
Danke euch allen für die wertvollen Tipps!
Ich glaube ich habe den Sinn eines Beobachtungsbuches verstanden, welche Form ich dabei einhalten werde, weiß ich noch nicht so genau, vermutlich werde ich aber die Datenbank-Variante bevorzugen, da sie weniger Papierkram bedeutet und für mich schneller und flexibler zu handhaben ist.

Fränkie
 
Hallo Peter

Andere Leute fragen Dich was Du beobachtest und warum ? Wie man das findet ? Was man da sieht ? Welches Teleskop Du benutzt hast... Wie Dein Telskop so ist, taugt es was ?

Du willst selber mal - aus historischem Interesse - nachlesen, wie alles so anfing damals...

ja genau ! Das ist ein Punkt an den die wenigsten denken, mir fällt dazu ein Beispiel ein das genau auf diesen Sachverhalt zutrifft Christian Mayer´s Beobachtungsbuch .

Gruß

JS
 
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