Hallo Hendrik,
mag sein, daß der Abstand der Austrittspupillen des Duovid für manche Brillenträger zu knapp bemessen ist, aber so subjektiv wichtig für einige Benutzer dieses Kriterium ist, so ist es dennoch kein Qualitätsmerkmal. Auch bei Ferngläsern der Spitzenklasse ist es nicht möglich, sie in allen optisch-technischen Merkmalen gleichermassen zu optimieren, es werden immer Kompromisse notwendig, die je nach Hersteller-Philosophie oder Fernglastyp unterschiedlich ausbalanciert sind. Ein Glas wie das 10/15*50 Duovid benötigt mit Sicherheit eine völlig andere Austarierung der Kompromisse wie ein 7*42, und möglicherweise ist gerade der kleinere Abstand der AP eine Folge davon.
Bezüglich Deiner Kritik am Reflex-Verhalten bei bestimmten Seitenlicht-Situationen kann ich nur sagen, daß mir dabei das Duovid nie speziell negativ oder grundsätzlich schlechter als andere gute Gläser aufgefallen ist. Ich kann bei nahezu jedem Fernglas in bestimmten Lichtsituationen einen Haltewinkel zur Lichtquelle finden, bei dem irgendwelche Reflexe generiert werden.
Das Zeiss 7*42 und das Leica Duovid 10/15*50 sind derartig unterschiedliche Gläser mit jeweils einer völlig anderen Spezialisierung, daß ein Vergleich für mich nicht sehr hilfreich wäre, es sei denn, Du willst für Dich gerade herausfinden, was für einen Typ Fernglas Du brauchst.
Wenn ich ein grosses Gesichtsfeld oder ein sehr leichtes Glas will, scheidet das Duovid komplett aus, wenn ich hohe Vergösserung haben will, ziehe ich das 7er Glas gar nicht erst in Erwägung. Bei einer abendlichen Beobachtungsrunde am See oder im Moor finde ich das Duovid kombiniert mit leichtem Einbeinstativ ausserordentlich praktisch und wegen der Helligkeit manchmal besser als ein Spektiv, da ich die noch höhere Vergrösserung des Spektivs dann oft schon nicht mehr nutzen kann.
Schönen Gruss,
Michael