Moin, moin.
@Dominique: Danke für den Tipp, in diesem Punkt braucht man sich bei mir nicht zu sorgen, das Glas wird in 30 Jahren exakt noch so aussehen wie jetzt.....(im Gegensatz zu mir....;o)
So, dann woll`n wir mal:
Hab gestern noch eine Nachtschicht eingelegt und bin gegen Mitternacht nochmals zu der Stelle gefahren, wo ich tagsüber schon war. Der Himmel war klar, in Richtung der Stadt war er deutlich heller, in die Gegenrichtung dafür sehr viel dunkler.
Jetzt wurde es schon wesentlich schwieriger, von ganz markanten Unterschieden zu sprechen, das "Tagesverhältnis" der beiden Gläser zueinander kann hier nicht so einfach 1:1 übertragen werden.
Fangen wir mit dem Sehfeld an: Hier wird das etwas größere Panorama des Dekarem deutlich, aber nur ein ganz klein wenig, das Leica ist ihm extrem dicht auf den Fersen. Dennoch ein kleiner Pluspunkt fürs Dekarem.
Das Leica gleicht dies durch bessere Randschärfe aus, auch wenn es beim Dekarem nicht störend wirkt.
Bei beiden ist der Durchblick gleichmäßig, ruhig und klar.
Leica: Traumhafter Kontrast, schwarzer Himmel, silberne und gelbe Sterne als gestochen scharfe Punkte. Schleier und Nebel deutlich erkennbar (bei den Sternen, nicht in der Optik.....;o). Wunderbarer Gesamteindruck.
Dann das Dekarem: Auch eine absolut faszinierende und beeindruckende Bildwiedergabe! Hatte ich nach dem ersten Leica-Durchblick eigentlich gar nicht mehr erwartet, aber denkste!
Was die Schärfe angeht, so mußte ich mich erst "eingewöhnen" bevor klar wurde, dass das Leica auch hier etwas detailreicher abbildet und durch seine bessere Transmission Dinge "ans Licht bringt", die dem Dekarem verborgen bleiben.
Dennoch hat man beim Dekarem nie den Eindruck, dass etwas "nicht richtig" sei oder dass etwas fehlt, es stellte sich als hartnäckiger Konkurrent heraus.
Der Unterschied in der Abbildung und im Detailreichtum ist im Verhältnis wesentlich näher beieinander als beim Tagesvergleich, so zumindest mein subjektiver Eindruck.
Mich würde mal interessieren, wie ein anderer erprobter Sternengucker (der ich nicht bin), diese beiden Gläser zueinander beurteilen würde.
Ein deutlicher Nachteil des Leica bei der Sternenbeobachtung: Sein Gewicht!
Obwohl ebenfalls etwas über 1kg, ist das Dekarem lange nicht so ermüdend wie das ca. 250g schwerere Leica.
Wenn man freihändig beobachtet, den Kopf im Nacken, sind Nackenschmerzen und eine unruhige Hand relativ schnell vorprogrammiert.
......aber beim Dekarem passiert das auch, es dauert nur ein Weilchen länger.....
Zusammenfassend könnte ich zum ersten Nachteindruck sagen:
Immer noch das Leica ein Traumglas, wenn auch diesmal mit weniger Vorsprung zum Dekarem als bei der Tagesbeobachtung.
Mein relativ laienhaftes Fazit zur Nachtbeobachtung:
Wer sich mit viel Geld Luxus pur kaufen will, der muß zum Leica greifen, er bekommt adäquaten Gegenwert dafür!
Wer aber sparsam oder gar ein "schlauer Fuchs" ist, der besorgt sich für ca. 200 Euro ein topperhaltenes Dekarem und ist genauso "im Club".
......und wenn sie dann alle des Nachts einsam beieinander stehen mit ihren Zeissis, Leicis und Swarovskis, dann wird grantiert der ein oder andere zaghaft fragen: "Darf ich mal durch dein Dekarem gucken?"....;o))
Viele Grüße
Wolfgang