Leitz 8x32

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jackknife

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Moin, ich habe letzte Woche für 75E ein sehr gepflegtes Keitz Trinovid 8x32 erworben. Ich fand den Preis echt verlockend und sehr freundschaftlich ( war ja auch ein Freund von mir ). Nun meine Frage, was taugt dieses Fernglas? Ich finde die optische Leistung durchaus gut, habe aber eigentlich keine Ahnung davon. Kann es nur mit meinem Nikon 10x 42 HG vergleichen. Da hat es natürlich keine Chancen, ist aber ja auch ein Oldie, das Trinovid.
Würde mich über ein paar Eindrückte der Sehenden hier im Forum freuen.
Matthias
 
Hallo Jackknife!

Oldie but goodie! Der Kenner genießt und schweigt!
Dieses Fernglas ist immer noch eines der besten seiner Klasse – für ein gebrauchtes würde ich bis zu € 500,- hinblättern.
Gratuliere!
cirius
 
Hallo cirius,
für ein gebrauchtes würde ich bis zu € 500,- hinblättern
Dann könnte ich ein sehr gutes Geschäft machen! in ebay bekommt man das Glas mit ein wenig Glück und Geduld unter 250 Euro. Hier ein aktuelles erfolgreiches Gebot für ein neuwertiges 8x32: Leitz Trinovid 8x32 - immer noch deutlich unter 500 Euro.
Ich persönlich würde das Modell 7x35B vorziehen, mit dem selben Gesichtsfeld, AP von 5 und Brillenträgerokularen.
Optisch sind bestimmt beide Modelle sehr gut.
CS,
Gabriel
 
> Optisch sind bestimmt beide Modelle sehr gut.

Hallo Gabriel,

die alten Leitz Gläser haben wie die neuen von Leica den Vorteil der für Leica typischen präzisen und sehr sauberen Verarbeitung. Wenn so ein gebrauchtes Leitz im Verlauf seines Lebens nicht zu sehr gequält wurde, dann hat man auch heute noch was davon. Vorrausgesetzt: die Justierung stimmt. Tut sie das nicht, dann kann eine Reparatur verdammt teuer werden. Ich habe erst vorgestern mein Leitz 8x40 Trinovid vom Service zurückbekommen und reichlich 250 Euro dafür hinlegen müssen. Dabei waren nicht mal irgendwelche Teile zu ersetzen. Die reichlich 250 Euro musste ich für Justage eines Prismas, Reinigung des Fernglases, Einstellung des Mitteltriebs und das Abstellen von "Okulargeräuschen" (was immer das sein mag) berappen. Das nur als Hinweis für eifrige ebayer. Stellt man nach dem Kauf irgendwann fest, daß das Fernglas doch mal einen Service vertragen könnte, dann kann der "Kaufpreis" noch steigen ...

Alte Leitz Gläser haben aber genauso einen Nachteil wie alte Zeiss Gläser: das Alter. Ein altes Leitz Trinovid hat die Vergütung von vor xx Jahren, man muß je nach Alter mit einem weniger kontrastreichen Bild, mit Reflexen und Geisterbildern rechnen. Dazu kommt eine nicht so tolle Naheinstellgrenze und die sehr feine Untersetzung des Mitteltriebs. Bei den alten Trinovid's muß man ganz schön am Mitteltrieb kurbeln, um von nah auf fern zu fokussieren. Gerade bei einem 7-fach vergrößernden Fernglas ist die Fokussierung nicht ganz einfach. Verstellt man den Mitteltrieb so, wie man es von zeitgenössischen Gläsern gewöhnt ist, so ist das Bild nach Defokussierung möglicherweise immer noch scharf. Ein so feingängiger Mitteltrieb passt einfach nicht zu einem 7-fach vergrößernden Fernglas mit seiner großen Tiefenschärfe. Ein modernes Fernglas mit weniger Umdrehungen am Mitteltrieb ist da deutlich angenehmer.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit alten Leitz Gläsern würde ich mir heute sehr genau überlegen, was ich für ein altes Leitz ausgebe. Den Preis für das 8x40 inkl. Reparatur würde ich sicher nicht noch mal zahlen und 500 Euro für ein 8x32 wahrscheinlich auch nicht.

Frank.
 
Hallo Frank,
Vielen Dank für Deinen Hinweis.
Mir war das Modell 7x35B als leichte Alternative zum Zeiss 7x42 mit dem selben Gesichtsfeld, Brillentauglichkeit und ca. 250g leichter bisher recht sympathisch. Und 6mm AP werde ich sowieso seltenst ausnutzen können - wenn sich überhaupt meine Pupille noch soweit öffnet. Außerdem sieht es auch schick aus.
Aber ich gebe Dir recht: erst einmal bin ich mit meinen Ferngläsern gut bedient; und will ich einmal ein richtig gutes Glas in der Klasse 7x42, dann fange ich an für ein 7x42 FL zu sparen. Leider habe ich zur Zeit keine 1200 Euros übrig...
Ich versuche mich also in der Zukunft an die Devise zu halten: lieber wenige aber richtig gute als viele und mittelmäßige Ferngläser.
Schöne Grüße,
Gabriel
 
> Außerdem sieht es auch schick aus.

Hallo Gabriel,

das stimmt. Ich hatte am Wochenende auch meine Schwierigkeiten, dem 7x35 Leitz auf ebay zu widerstehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Wenn man ein jüngeres Modell mit sehr guter Vergütung erwischt, dann sind 300 oder 400 Euro sicher ein angemessener Preis. Diese Qualität der Mechanik und Optik bekommst Du im Zeitalter von Billigoptik für das Geld nicht mehr geboten. Wenn nur der Leica Service nicht so teuer wäre <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />.

Mich würde an der Stelle auch mal interessieren, wie das 7x35 abschneidet. Das 7x42 hat 140m/1000m Sehfeld und leider eine recht auffällige Vignettierung zum Sehfeldrand. Das Fernglas verhält sich in der Beziehung ähnlich wie das 8x30 Conquest von Zeiss. In einer dunklen Nacht muß man den Sehfeldrand evtl. abschreiben, da schlägt die Vignettierung erbarmungslos zu <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Vielleicht ist das Leitz 7x35 eine gute Alternative für Tag und Nacht? Man muß halt schauen, daß man kein allzu altes Exemplar erwischt. In der mechanischen Ausführung und im äußeren Finish sind die Leitz Gläser neumodischen Gläsern für unter 400 Euro immer noch weit überlegen.

Frank.
 
Hallo Frank,
Man muß halt schauen, daß man kein allzu altes Exemplar erwischt.
Wie wahr!
Das Trinovid 7x35B wurde von 1965 bis 1983 hergestellt - in dieser Zeit gab es große Fortschritte was die Vergütung betrifft.
Kennst Du eine Liste so ähnlich wie für die Zeiss Jena-Gläser mit der Zuordnung Seriennummer --> Herstellungsjahr?
Auf der Linkliste von Peter Abrahams steht eine solche Liste leider nicht drauf, weder für die Leitz-Gläser, noch für die Zeiss West-Gläser.
Schöne Grüße,
Gabriel

 
Hallo Gabriel,

so eine Liste hätte ich auch gern, habe sie leider nicht. Im Zweifel hilft wahrscheinlich ein Anruf beim Hersteller, dann sollte eine zeitliche Einordnung möglich sein. Zumindest bei Leitz Mikroskopen klappte das bisher ganz gut. Dort sitzen wahrscheinlich noch kompetente Leute. Soviele Fragen fallen mir gar nicht ein, wie die Leute vermutlich beantworten können.

Ob das bei alten Ferngläsern auch so gut funktioniert? Ruf doch dreimal an, melde Dich mit drei Namen und frage nach drei Ferngläsern mit Seriennummern um 300000, 900000 und 1400000. Das wiederholst Du die nächsten drei Wochen mit verfeinertem Raster und trägst das Ergebnis in ein Diagramm ein. Wenn Du fertig bist, gibst Du hier den Link auf das Diagramm bekannt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Ich weiß, ist eine saublöde Idee <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

Frank.
 
nein, die Idee ist gut! Nur so kriegt man relativ unaufwändig die Infos (wenn man niemanden bei Leica kennt).
 
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