Lumicon OIII vs. Baader OIII

StKorth_privat

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Bevor ich mich an die für meine Verhältnisse lange Beobachtungsliste der fantastischen letzten Nacht mache, schon einmal einen kleiner Blick auf ein Spezialthema: Lumicon OIII vs. Baader CMOS-OIII, das bedeutet: 11 nm Halbwertsbreite gegen 4 nm HWB. Testobjekt: Der PN M97 im 22mm-Nagler = 68x am 12"-Dobson, Vorstadthimmel bei Düsseldorf, Bortle 4-5. Im Lumicon-Filter fällt der gut definierte Rand des PN auf, auch beide Augen sind erkennbar, das nordwestliche ist etwas verschwommener. So weit, so gut - unter den guten Bedingungen der letzten Nacht ein wirklich SEHR einfaches Deep-Sky-Objekt MIT Filter. Dann rein mit dem Baader-Schmalstbandfilter. Erster Eindruck - wo ist der Himmelshintergrund hin? Pechschwarz! Das fühlt sich strange an, weil man den Sehfeldrand fast gar nicht zur Orientierung packen kann. Aber wenn dann die hellsten Feldsterne erkannt und fokussiert werden, weiß man wieder, wo es lang geht. Und M 97 hebt sich sehr deutlich vom Umfeld ab - ist aber auch dunkler als im Lumicon-Filter. Gut, etwas mehr Konzentration, dann schwebt er da vor einem. Und - welches Filter ist besser? Der Wow-Effekt wie beim H-beta-Filter stellt sich nicht ein, aber unterm Strich ist das Baader-Filter einen Hauch kontrastreicher und gewinnt also knapp nach Punkten. Was für mich bedeutet - weiter Testen, bevor ich das Lumicon-Filter auch wirklich verkaufe...

CS,
Stefan Korth
 
Lieber Stefan,

auch von mir danke für den Bericht - auf einen Test des 4nm OIII Filters warte ich schon eine Weile! Ich muss es Dir vermutlich nicht sagen, aber: Hast Du ein Beobachtungstuch verwendet um sämtliches Umgebungslicht auszublenden? Das könnte einen bedeutenden Sprung in der Wahrnehmung bringen. Bei einem so dunklen Okularbild stört einfach alles, auch die Helligkeit des Bodens in der Umgebung. Wenn ich mit meinen 5nm und 6nm Filter unterwegs bin sacke ich meinen Kopf nach allen Seiten - auch nach unten zum Boden hin - in ein schwarzes Tuch ein.

Bevor Du eine Entscheidung triffst, welchen Filter Du behältst, warte den Herbst ab und probiere unbedingt den planetarischen Nebel Abell 12 im Orion aus. Er steht ganz dicht beim hellen Stern Mü Ori, der im Okular bei "normaler" 12nm OIII Filterung den PN immer noch überstrahlt. Die starke Abdunklung des Sterns mit einem 6nm OIII Filter bewirkt einen beträchtlichen Wahrnehmungsgewinn an diesem PN. Vermutlich ist der Gewinn mit 4nm ähnlich oder größer.

Beste Grüße, Christopher
 
auch von mir danke für den Bericht - auf einen Test des 4nm OIII Filters warte ich schon eine Weile! Ich muss es Dir vermutlich nicht sagen, aber: Hast Du ein Beobachtungstuch verwendet um sämtliches Umgebungslicht auszublenden? Das könnte einen bedeutenden Sprung in der Wahrnehmung bringen. Bei einem so dunklen Okularbild stört einfach alles, auch die Helligkeit des Bodens in der Umgebung. Wenn ich mit meinen 5nm und 6nm Filter unterwegs bin sacke ich meinen Kopf nach allen Seiten - auch nach unten zum Boden hin - in ein schwarzes Tuch ein.
Hallo Christopher - Danke für Deinen wohlwollenden Kommentar! Ein Tuch werfe ich mir gerade nicht über, aber meine Winterjacke hat eine ziemlich überdimensionierte Kapuze, die ist ein hervorragender Restlicht-Abschirmer! Und die war auch jetzt noch einmal im Einsatz.
Ich bleibe so oder so am Filtervergleich dran, wenn die Sommermilchstraße zu arbeitnehmerfreundlichen Beobachtungszeiten am Himmel steht, dann gehe ich auf die PN- und SNR-Jagd...

CS,
Stefan Korth
 
Hallo Stefan,

ich nehme meine Astrodon 5nm und 3nm OIII Filter wenn breite Sterne im Feld stören, oder wenn es einen Verdacht gibt, dass das Licht der Molekülwolken bei einem weiter geöffneten OIII Filter durchsickert.

Das ist auch der Grund dafür, warum ich auf dem Filterrad neben dem alten Baader visuell 10nm OIII, immer auch den Astrodon OIII 5nm , oder 3nm, oder die beiden Astrodons, habe.

Und auch auf meinem 15x85 BA8 Fernglas ist oft für das Beobachtungsauge der Astrodon OIII 5nm in die Augenmuschel eingeschraubt, und für das "Starhopping Auge" der Baader OIII 10nm in die andere Augenmuschel eingeschraubt.

LG,
Jiri
 
...weiter Testen, bevor ich das Lumicon-Filter auch wirklich verkaufe...
Hallo Stefan,

in sternreicher Gegend mit großer Austrittspupille finde ich den 4nm-Filter meist deutlich besser als den 12nm-Astronomik-Filter.

Aber wenn der Himmelshintergrund dunkler ist, wie beispielsweise bei kleinerer AP, dann ist der 12nm-Filter teilweise etwas besser, weil er noch zusätzlich das Licht der schwächeren OIII-Linie durchlässt.

Also 2 unterschiedliche OIII-Filter haben durchaus ihre Berechtigung, das mit dem Verkauf würde ich mir nochmal überlegen.

Gruß Ronny
 
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