M31 und Fernglas - was hätte ich sehen sollen ?

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PeterD

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Guten Tag,

in einer der letzten Nächte habe ich mich mit meinen 8,5x42 Fernglas, Einbeinstativ und Stativhalterung auf den Acker gemacht. Ich wollte den Andromedanebel sehen. Kassiopeia war schnell ausgemacht, nach etwas vergleichen mit der Kosmos-Sternkarte konnte ich auch Perseus identifizieren. Auch die Plejaden fielen mir in "der Ecke" beim Beobachten auf. Nur den Andromedanebel habe ich trotz intensiver Suche nicht gefunden. Ich bildete mir ein, auch Pegasus so in etwa identifizieren zu können, aber das war´s dann auch. Etwas frustriert bin ich nach Hause...
Frage: was hätte ich sehen sollen ? Einen weissen Fleck ? Viele einzelne Sterne ? Wie stellt sich M31 in einem 8,5x42 Glas (Swarovski EL) dar ? Bitte um Nachsicht, ich kenne mich am Nachthimmel - wie ihr sicher gemerkt habt - so gut wie garnicht aus.

MfG Peter
 
Hallo Peter,
schau mal hier: http://www.deepsky-brothers.de/DeepskyKlassiker.htm

So kannst Du sie (die Galaxie, weil M31 ist kein Nebel) finden und so wie im Bild sieht sie auch etwa visuell aus.

Das hier trifft es auch in etwa: http://www.above-horizon.de/temp/061016_m31_beschriftet.jpg

Kommt natürlich auf Deinen Himmel drauf an. Bei hellem Himmelshintergrund siehst Du weniger als bei dunklem wegen dem fehlenden Kontrast.
Gestern Abend z.B. (dunstig + Mond = gleich etxrem heller Himmelhintergrund) war bei mir von M31 fast nix zu sehen im Fernglas.

 
Hallo Peter.

Das Bild von den Deepsky-Brothers entspricht ziemlich genau dem, was man in einer mondlosen und klaren Nacht von M31 mit einem 8x Fernglas sieht. Gestern habe ich auch mal kurz hochgeschaut, aber der Mond war am Abend für eine Sichtung zu hell.

Das Sternbild Pegasus wäre schon wichtig, um nach M31 zu gelangen. M31 steht übrigens z.Z. um 22 Uhr fast "senkrecht" über uns. M31 kann man in einer Nacht ohne Mondlicht mühelos schon ohne Fernglas ausmachen - wenn man weiß wo er ist. Mit einem Fernglas erscheint M31 durchaus in der Größe unseres Mondes oder sogar größer - das hängt aber sehr davon ab, wie gut die Sicht ist. Natürlich ist M31 nicht so hell....

Für eine erste Orientierung am Himmel ist eine drehbare Sternkarte von Vorteil. Auf den meisten ist M31 sogar eingezeichnet. (Sogar auf der kleinen, die bei einem Lidl-Skylux-Scope 70/700 mitgeliefert wird). Oder ist die Kosmos Karte so eine drehbare?

Ach so - für M31 statt eines Stativ besser einen Liegestuhl mit auf dem Acker nehmen :).
Steht wie gesagt z.Z. sehr hoch. Kann das deshalb empfehlen, weil ich noch keinen Sucher mit 90 Grad Zenitspiegel am Teleskop habe und vor 8 Tagen fast fluchend vor dem Stativ in die Knie gegangen und unter das Teleskop gekrabbelt bin....

Grüße,
Oliver




 
Hallo Peter,

im großen und ganzen hast Du alles richtig gemacht: Fernglas, Stativ, Acker (dunkler freier Himmel), drehbare Sternkarte, Sternbilder identifizieren und erste DS-Objekte.

Nur darfst Du nicht die Geduld verlieren, wenn es nicht beim ersten Mal alles klappt. Anfangs ist es nämlich gar nicht so einfach, sich am Himmel zu orientieren, weil die Sternbilder am Himmel doch durchaus sehr anders wirken können als auf der Karte. Das braucht schon seine Zeit. Ich hab's in der ersten Zeit vorwiegend von meinem Stadtbalkon aus gemacht: Das ist schön einfach und bequem, so dass ich das einfach häufiger machen kann, und hilfreich fand ich auch, dass nur die hellsten Sterne zu sehen waren, was sich eher mit dem Bild der drehbaren Sternkarte oder des Stellariums (Laptop auf dem Balkon war natürlich schön einfach) deckte.

Möglicherweise würdest Du mit der drehbaren Sternkarte vom Oculum-Verlag besser zu recht kommen - da sind die mit kleinen Optiken erreichbaren DS-Objekte gleich mit eingezeichnet, wobei die Fernglas-Objekte nochmals besonders gekennzeichnet sind. Ist sicher auch Geschmackssache, aber ich kam mit ihr (der alten Auflage) hervorragend zu recht.

Nun meine Version der Aufsuchhilfe bzgl. des M31:
- Ich suche zunächst die drei linken waagerechten Sterne (gelb) -
- dabei hilft es mir, die vier Kastensterne zu identifizieren (blau).
- Dann ausgehend vom mittleren Stern der linken Waagerechten (gelb Nr. 2) zähle ich nach oben 1, 2, 3:
- Und rechts neben dem rechten dritten Stern (rot Nr. 3) habe ich dann die Andromedagalaxie mühelos im Fernglas/Teleskop.

Link zur Grafik: http://foto.arcor-online.net/palb/alben/52/3927452/1280_3738333434313530.jpg

Zum Aussehen der Andromedagalaxie: Visuell wirst Du mit den für Dich erreichbaren Optiken keine Einzelsterne der Andromedagalaxie auflösen können, leider. Du wirst aber in Deinem Feldstecher evtl. schon die Satellitgalaxie M110 erkennen können. Weiter gehende Details werden in einem 8,5 x 42er Fernglas nicht zu erkennen sein. Wie das ungefähr aussieht, haben andere schon geschrieben.

Wenn man das Aufsuchen beherrscht - was wirklich nicht schwierig ist -, wird man sie in einer dunklen Nacht mit bloßen Augen sehen können, wie andere schon schrieben. Damit ist sie das am weitesten entfernte Objekt, das man mit bloßen Augen erkennen kann: 2,6 mio. Lj.!! Dann dieser diffuse Nebel: Dass das alles Sterne sein sollen - einfach unfaßbar und absolut faszinierend, und das mit bloßen Augen bzw. mit einem stinknormalen Feldstecher (naja, in Deinem Fall mit einem Swarovski nicht gerade stinknormal :D )!

Viel Spaß und CS!
Je

 
Ralf, Oliver, Je: ich danke ganz herzlich für eure Hilfestellung und ganz besonders auch für die Links und den kommentierten screenshot. Das bringt mich weiter und es ermutigt, "dranzubleiben". Gestern habe ich es auch noch versucht wie Oliver, aber der Mond hat wirklich jede Beobachtung zunichte gemacht.
@Oliver: die Kosmos-Sternkarte ist drehbar, und viele Messier-Objekte sind eingezeichnet. Ob die mit einer kleinen 8-fach Optik zu sichten sind, ist leider nicht vermerkt.

Nochmals Danke & Gruss,
Peter
 
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