Mars geht nun, auch bei Vollmond....

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Anette_Aslan

Aktives Mitglied
Liebe Astrogemeinde,

der Vollmond macht bei leichten Cirrenschleiern schon sowas wie Milchreis ausm Himmel......und bei meinem Vorstadthimmel kann ich mich um die Vollmondzeit in die Lage eines Trüb-Tümpel-Karpfens versetzen.....trotzdem, nach einiger Abstinenz wollte ich irgendwas durch die Röhre sehen, dann halt den Vollmond. Mit Universalfilter, der ihn ein wenig wie ein altes Schwarz-Weiß-Foto aussehen lässt, macht sich der Fast-Vollmond gar nicht schlecht...doch wie platt plötzlich alles im grellen Lichterschein erscheint!

Mars dümpelte gleich daneben und wirkte recht verloren...doch da ich fast keine Gelegenheit hatte, mein neus Organgefilter unter Beweis zu stellen, wagte ich es trotzdem und siehe da, ich konnte wieder wunderbar Konturen auf dem Mars entdecken. Die Polkappe, die meteorologischen Erscheinungen, fast wie auf manchen Fotos. Nur das kleine Scheibchen kann schon ganz schön anstrengen. Ich ziehe den Planeten an den rechten Rand des Gesichtsfeldes und lasse ihn dann immer langsam durch durchs Oku schweben. Wie ich da in Ruhe zeichnen sollte, weis ich bei Gott nicht.....

dann hab ich mal den Mond im Orangefilter bestaunt....hui, welch ein Drama!!!!!!! Apokalyptisch, kann ich nur sagen...ich holte mein ahnungsloses Mütterlein um ihr den Mond mal anders zu zeigen und sie meinte: Oh, Gott, was isn da los?????
Sogar der M42 ging irgendwie....die Plejaden jedoch konnte ich absolut nicht auffinden.....aber immerhin, ein paar Kirschen konnte man in der Milchreispampe doch noch finden.....wie ergeht es so manch einem von Euch bei Vollmond, macht ihr da überhaupt was?
Grüssle von Anette
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Anette,

Der Mond selbst bietet auch um Vollmond rum immer etwas und bei der Planetenbeobachtung mit größeren Teleskopen profitiert man tatsächlich von der durch das Mondlicht verhinderten Dunkeladaption der Augen. Die Blendempfindlichkeit lässt deutlich nach, so dass man auch mit größerer AP und kleiner Vergrößerung noch etwas sieht ohne gleich einen Grau- oder variablen Polfilter einsetzen zu müssen.

CS
*entfernt*

Nachtrag: Du schreibst von Zirren. Hohe dünne Dunstschichten, relative Windstille am Boden, klare Sicht bei etwas herabgesetzter Sterngrenzgröße gegenüber guten Bedingungen sind dem Planetenbeobachter durchaus willkommen. Das sind Hinweise gutes Seeing mangels Luftturbulenzen. Häufig kann man in solchen (Planeten)Nächten recht hohe Vergrößerungen anwenden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Anette,

meist beobachte ich Planeten zwischenzeitlich bei Mondlicht.
Meine Augen sind nicht mehr die eines Adlers und mit dem enormen Kontrast zwischen Planet und Himmelshintergrund habe ich so meine Schwierigkeiten.

Wie Günther schreibt, manchmal erfreut uns der Mond auch dadurch, daß man Planeten mit ihm gemeinsam am Himmel besser beobachten kann. Auch bei leichtem Hochnebel, noch ganz gut transparent und bei Cirrusbewölkung konnte ich schon schöne Beobachtungen machen.

Den Rest des Himmels lasse ich dabei aber außer Acht. Dafür gibt es bessere Beobachtungsmöglichkeiten. Aber Planeten bei leichem Dunst und Halb- oder sogar Vollmond machen wirklich Spaß.

CS
Winfried

...nur die Mira will und will sich mir nicht zeigen, schade, deren Beobachtungsmöglichkeit geht bald zu Ende, da sie sich wieder in die Unscheinbarkeit zurückzieht.
 
Hallo Anette!

...wie ergeht es so manch einem von Euch bei Vollmond, macht ihr da überhaupt was?

Da kann man z.B. sehr schön den Vollmond beobachten! Es gibt Strukturen, die man bei Vollmond besonders gut sieht, wie Streifen und Flecken auf Kraterböden, Kleinkrater mit sehr hellem Hof, und Farben! Da mußt Du mal drauf achten! Der Mond ist nicht nur grau, und Du hast ja eine apochromatische Optik, mit der gerade bei Vollmond unterschiedliche Färbungen zu sehen sind.
Außerdem kann man Planeten beobachten, Optiken justieren, Doppelsterne trennen, und oft freut man sich einfach, mal wieder was jenseits der Wolken zu sehen. Und außerdem braucht man keine künstliche Beleuchtung beim Auf- und Abbau der Röhren!

Grüße von Michael.
 
Hallo Michael,
gestern war er genau wieder so ein praktische Leuchte, der gute Mond. Im reinsten Silberlicht und einer schönen trockenen Strömung aus Ost war das Seeing spitzenmässig. Ich konnte vom Saturn die Cassiniteilung in den Ansen sehen, deutlich den Ring vorm Bauch, Strukturen an Mars wieder schön erkennbar, seine Polkappe..ich konnte sogar M42 mit und ohne Filter nochmal schön genießen, Ha und Chi, ja sogar die offenen STernhaufen im Fuhrmann und das alles trotz Vollmond....der Himmel wirkte knackscharf gestern Nacht.....und man braucht wie du Schreibst kein bischen eine Taschenlampe.....ne Wärmflasche vielleicht....Grüssle von Anette
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben