Material für dünne Taukappe

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Lorchi

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Hallo zusammen,

ich suche für meinen Gitterrohrtubus eine Idee, wie ich für den unteren Teil ein sehr dünnwandiges Rohr machen kann.

Ich habe sehr wenig Platz gelassen zwischen dem Strahlengang und den äußeren Strukturen (1 - 2 mm), damit ich so wenig Hebel wie möglich auf die Montierung bringe, wider die Lehrmeinung dass man Platz für die Luft braucht. Das will ich mit einem saugenden Lüfter lösen.

Und eigentlich hatte ich gehofft, da eine 1mm-Hartpapier-Röhre reinschieben zu können. 1 mm war irgendwo mal als kleinste Wandstärke angegeben. Gerade habe ich mit Krüger & Sohn telefoniert, und der Meister hätte mir wohl am liebsten einen Vogel gezeigt :/ Doch nicht bei dem Durchmesser (360 mm), das würde ihm zerbrechen.

Ok, plöt.

Jetzt frage ich mich, wie ich so ein dünnes selbsttragendes Rohr hinkriege. Ich hatte das ganze schonmal vor Jahren gefragt (jaja, wenn's mal wieder länger dauert...), kann mich aber nicht mehr gut erinnern.

Ich bin also in einem Dilemma. Entweder ich nehme irgendein 1-mm-dickes und relativ festes Zeug, das ich rumbiege. Dann habe ich aber a) eine hässliche Nahtstelle (ja, ein bisschen schön soll es schon werden), und b) wahrscheinlich einen Knick an der Naht. Oder ich versuche, mein eigenes Hartpapier herzustellen (so wie Carbon) und wickle das um einen Kern. Eine saubere und exakte 358-mm-Trommel herzustellen wäre aber echt ein schöner Aufwand. Die habe ich auch nicht unterm Schreibtisch...

Tjo, hat noch jemand eine Idee? Wie ich einfach eine Wickeltrommel herstelle, oder wie ich ohne Trommel so ne Röhre hinkriege?

Danke schonmal fürs Lesen :/

Grüße, Henning
 
Hallo Henning,
wie ich das verstanden habe, muss das Rohr ja nix mechanisch tragen.
Ich würde dafür das dünnste Sperrholz einsetzen, daß ich finden kann. Das lässt sich gut biegen, die Naht kannst Du mit einem Streifen gleichen Materials von innen kleben (so gibts keinen Knick) und Du kannst es im Anschluß beliebig farblich behandeln.
Wenn Du etwas mehr Stabilität brauchst, könntest Du die Ränder 1-2cm breit doppeln.
Mein Dobson-Hut ist von innen damit ausgekleidet und das ist durchaus stabil.
 
Hallo!
Dünnes Sperrholz ist eine Lösung - wenn Du mehr auf Kunststoff stehst würde ich empfehlen:

Polyethylenenterephtalat mit Glycol (PETG)

lebensmittelecht, optimale mech. Eigenschaften, chemikalienbeständig, ausgezeichnet thermisch verformbar, verklebbar, schwer entflammbar und bis 1mm Dicke erhältlich.
Das ist zwar nur für den Innenbereich empfohlen, aber das bedeutet ja nur dass es nicht ständig bewittert werden darf. Das trifft ja auf dein Teleskop auch zu :)
Wenn Du es über eine passende Rundung formst, dann vermeidest Du vielleicht auch einen allzudeutlichen Knick.
Oder Du nimmst zwei Schichten, die jeweils gegenüber ihre Nahtstelle haben. Dann bist Du halt schon bei 2mm + 0,5mm Verlours... 1mm ist halt verdammt wenig
Dunkel (=reflexarm) kriegst Du Kunststoff sowieso nur, wenn Du anschließend Verloursfolie überklebst. Da ist Sperrholz überlegen.

CS
Andreas
 
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Hallo Henning,
im Baumarkt, ich glaube OBI, habe ich Kunststoffplatten in der Art wie Plexiglas gesehen, welche 1mm stark waren.
Einen Streifen diesen Kunststoffs an der Nahtstelle mit einem Doppelstreifen verbinden, sollte automatisch ein symetrisches, konzentrisches Gebilde ergeben.
Das müsste dann mit Velours ausgeklebt werden.
Man sieht dann allerdings auf die Klebeseite des Velours.
Falls Dich das stört, könnte ein Aufrauhen mit feinem Sandpapier eine Lösung sein.
Ich selbst benutze zwei solche flexiblen Gebilde (gleicher Kunststoff, nur etwa 0,5mm stark, da nur 6") als Streulichtschutz hinterm Okular und in der Spiegelzelle für meinen Reisedobson.
CS Hans-Jürgen
 
Hallo,

danke für die vielen Tipps schonmal :)

Das Polystyrol klingt eigentlich sehr gut. Ich hatte zwischenzeitlich schon die Idee mit 0,5er-Alublech, da wäre PS schon wesentlich leichter. Günstig ist es zudem. Allgemein wäre Kunststoff auch unempfindlicher gegen Beulen als Blech.
Ralf, welche Dicke hast Du verbaut? Was würdest zu 1mm und 0,5mm sagen? Hans-Jürgen, wie verhält sich Dein Kunststoff mit 0,5mm Dicke, braucht's da Versteifungen?

PETG scheint teurer zu sein (na gut, von der Menge werde ich auch nicht arm :) ). Aber es ist leicht schwerer und ich finde keins in 0,5mm (wenn es PS schon in 0,5 gibt...). Ist da irgendein relevanter Vorteil, den ich übersehen habe? Lebensmittelecht heißt zumindest, dass es meinen Spiegel nicht vergiftet :)

Holz, hmm ja, ich glaube das arbeitet mir zu sehr. Das Teleskop wird dreiteilig (Serrurier-mäßig), und die Röhre soll mit der Spiegelzelle und dem Mittelteil bündig abschließen.

Hat schonmal jemand versucht, PS zu lackieren? Google spuckt da schon ne Menge Möglichkeiten aus. Die Röhre sollte außen weiß werden, und innen schwarz (mit dieser superschwarzen Farbe, deren Namen und Link ich grad nicht da habe).
Bei weißem PS könnte ich außen vielleicht einfach Kunststoff-Klarlack drauftun. Muss ich vielleicht mal ein paar Tests machen.


...übrigens... Teile von der Hauptspiegelfassung werden durch die Taukappe durchragen. Eigentlich wollte ich mit 1,5mm-Moosgummi die Lücken füllen, und habe mir solches bei ebay bestellt. Jetzt hatte ich es in den Fingern, und als ich danach kurz an diesen geleckt habe, sind mir die Gesichtszüge entgleist. Das war extrem bitter. Treten da die Weichmacher aus? Und können die meinem Spiegel was antun? Gibt's dazu auch eine Alternative?

Danke für Eure Tipps! Henning
 
Hallo!
PS neigt halt zu Spannungsrissen und ist UV-empfindlich, wird also im Laufe der Zeit spröde. Na ja - ist ja kein Sonnenteleskop.

Lebensmittelecht meint, dass Du deinen Dobson mit Majo, Gürkchen und Zwiebelringen belegen kannst und dann um Mitternacht happenweise abknabberst, ohne dass Säuren und Laugen der Lebensmittel das PETG angelöst haben.

Aber im ernst: Probiere es mit Sperrholz - das ist von seinen Bearbeitungsmöglichkeiten und seiner Dauerhaftigkeit allem Kunststoff überlegen. Und leichter dunkel kriegst Du es auch noch und Du kannst es ohne spezielle HiTec-Mittelchen bearbeiten, schneiden, schleifen, lackieren, lasieren und es ist UV-stabil und dauerhaft. Da kommt kein Kunststoff ran.
Wenn du´s noch dünner willst und dann selber schichtweise in Form leimen willst, kannst Du auch mal nach Schälfurnier (gibts bestimmt auch in B oder C Qualität) schauen. Ist extrem dünn und du kannst es selber wickeln und kleben, wenn Du dir Arbeit machen willst.
CS und viel Erfolg
Andreas

PS: Zwecks Holz und arbeiten. In der Dicke arbeitet Holz nicht mehr, vor allem, wenn Du es in einem guten Lack, Beschichtung ect. ertränkst. Will sagen: Das arbeiten des Holzes kommt durch Feuchtigkeitsaufnahme in den feinen Holzkanälen die ehemals Nährstoffe nach oben und unten transportiert haben, zustande. Kleiner Gag am Rande: Tunke mal ein ausgetrocknetes Scheit Holz mit einer Schnittseite in Spüli und "puste" mit Schmackes in die andere Schnittseite rein: Du wirst sehen, dass die Spüliseite aufschäumt und Blasen wirft. Du kannst also längs durch das Holz durchpusten, durch die trockenen Kanäle hindurch.
Das kannst Du bei dicken Holzteilen grundsätzlich nicht verhindern, weil da immer Feuchtigkeit reinkommt oder rausdiffundiert. Die Oberflächenbeschichtung kann nicht komplett dicht machen. Bei Sperrholz (das mit einem guten Hirnholzlack grundiert und dann mit einem Oberflachenlack behandelt wird), laufen die Poren voll. Da is nix mehr mit arbeiten. Das ist mausetot - zumindest unter den Witterungsbedingungen die Du deinem Teleskop zumuten willst.
 
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Hallo Henning,
0,5mm Sperrholz sollte gut reichen, Du kannst ja eine doppelwandige Rolle kleben - dann gibts auch das Problem mit dem Knick nicht.
Das Verhalten hat Andreas ja schon super erklärt.
Außen weiß lackiert, innen die schwarze Anti-Reflex Farbe von Berger rein - fertig.

Wenn ich flexible Gummimatten brauche, nehme ich Iso-Matte aus dem Campingbereich oder Yoga-Matte.
 
Hallo Henning!

Gedanken zum Tauschutz.
Um meinen Gitterrohrtubus spanne ich einen Umhang aus Perlon oder Nylon, der auch seinen Dienst tut. Aber richtig gefallen kann er nicht. Nachdem ich Deinen Bericht, Material für dünne Taukappe, gelesen habe, überlege ich mal ein Rohr aus Sperrhoz zu bauen.
Vielleicht kann man dieses superleichte Sperrholz nehmen, welches im Flugzeug- Modellbau verwendet wird. Holz arbeitet natürlich, und man könnte das Sperrholzrohr am Spiegekasten mit 3 Schnellverschlüssen fest verbinden. Das Rohr am Hut zwischenpassen und befestigen verbietet sich, um Spannungen im Strahlengang zu vermeiden. Die Befestigung am Hut ist ein Risiko, selbst wenn sie gleitend wäre. Vielleicht reicht die Befestigung am Spiegelkasten aus, denn so wäre das Gitterrohr nicht zusätzlich belastet, und der Strahlengang nicht gestört.
Nun stellt sich für mich die Frage nach Aufwand und Nutzen. Zudem ist da noch ein Widerspruch in meinen Überlegungen: Ein Gitterrohrtubus, der noch einen Tubus hält?
Ich werde den superleichten Umhang weiterhin nutzen, denn das Gewicht spielt ja auch eine Rolle.

Viele Grüße und CS
Wilfried
 
Hi Henning,

Man diese Platten durchaus noch gut rollen/biegen,die brechen nicht........keine Sorge.Ich habe mir auch aus einer Polystyrolplatte mit einer Stärke von 0,75 mm eine Taukappe für mein 10" SC gebaut.Gebrochen ist da nix.

Grüße,

Wolfgang
 
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