Max. Magnitudo für Teleskop berechnen?

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Sonic_Traveler

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Hallo Leute

Gibts ne Formel um die "theoretische" Lichtempfindlichkeit für ein Teleskop zu berechnen? Ich weiss, das man den Magnitudo auf dem Feld abschätzen kann, aber gibts auch ne rechnerische Möglichkeit.
Logisch das die Lichtempfindlichkeit mit grösserer Öffnung zunimmt. Aber wie siehts bei längerer Brennweite aus?

Hat ein 150mm f/8 Gerät die gleiche Grenzgrösse wie 150mm f/6?

Grüsse Sonic_traveler
 
Hi,

ja, die GG ist nur von der Lichtsammelfläche Abhängig. Das heisst bei einem normalen Spiegelteleskop müsstest Du die Obstruktion abziehen, um es "Superhaargenau" zu rechnen. Für's Feld langt die Feststellung, daß die Grenzgrösse von der Öffnung abhängt.
Übrigens ist das ein Wert, den Du auf die aktuell sichtbare visuelle Grenzgrösse drauf addieren kannst. Bin grad zu faul rauszusuchen, wie die Formel genau lautet. (Hat bestimmt wer im Kopf, da muß ich nicht für aufstehen...)

Diese GG-Theoretisiererei berücksichtigt aber nicht die Abbildungsqualität. Insofern sind viele Händler schon kurz vor'm Lügen, wenn sie irgendeine theoretische Grenzgrösse mit 2 Nachkommastellen anpreisen...

Clear Skies
Sven
 
findest du im Tchibo Faq

http://www.ki.tng.de/~winnie/tchibo.doc

Hier mal ein Auschschnitt:


...Dazu die mathematische Grundlage:
Die Lichtmengen verhalten sich zueinander wie die Quadrate der entsprechenden Öffnungen. Unser Tchibo hat den Wert 76 mm, das vollständig adaptierte Auge eine Öffnung von ca. 7 mm. Es ergibt sich ein Verhältnis von (76 x 76) : (7 x 7) = 5776 : 49 = 117,8 : 1. Der Tchibo-Spiegel sammelt damit rund 118mal mehr Licht als das bloße Auge.
Einschub: Über die max. Pupillenweite wird viel diskutiert. Manche nehmen für sich 8 mm Durchmesser in Anspruch, andere gehen weit unter 7 mm. Dieser Wert ist übrigens nicht (!) altersabhängig, wie oft noch kolportiert wird.
Die Umrechnung in Zugewinn an Größenklassen - wir wollen ja wissen, was wir an Sternen noch erkennen können - geschieht mit der Formel
H1 117,8 m2 - m1 = 2,5 lg ---- = 2,5 lg ----- = 2,5 x 2,07 = 5,18 m (roundabout) H2 1
Wenn wir eine Grenzgröße von +6,0 m bei der Beobachtung mit bloßem Auge annehmen, so wird uns der Tchibo also Sterne bis +6,0 + 5,2 = +11,2 m zeigen können. (Anmerkung: Die max. Pupillenweite ist stark von der Tagesform des Beobachters abhängig. Die visuelle Grenzgröße der Sterne von der momentanen Beschaffenheit der Luft, Streulicht usw.) .......
 
Hallo,
diese einfache Umrechnung Fläche Auge- Fläche
Teleskop ist nicht die ganze Wahrheit, da die
Vergrößerung die maximal erreichbare Grenzgröße
stark beeinflußt. Nach meinen Erfahrungen wird
bei etwa 1mm Austrittspupille das Maximum erreicht.
Aber bei solch starker Vergrößerung übt das Seeing
einen deutlich störenden Einfluß aus, was die
Grenzgröße wieder stark verringert. Die Leistung
eines Teleskops ist in jeder Nacht eine andere.
Man kann also mit gewissen Formeln zu irgendeinem
Ergebnis kommen, aber das wird in der Praxis dann
meistens kaum zutreffend sein.
Die Brennweite übt nur indirekt Einfluß aus.
Newton-Teleskope mit langer Brennweite kommen mit
etwas kleineren Fangspiegeln aus, was zu leicht
erhöhter Lichtausbeute führt. Allerdings ist dieser
Gewinn wenn überhaupt nur minimal sichtbar.

Nur als Anhaltspunkt:
Mein 10-Zöller reicht ungefähr bis zur
16. Größenklasse.
 
Hallo coltrane,

Du siehst also den m15-Zentralstern in M57, oder blendet da der Ringnebel zu sehr?

Dank an chrisnauta für den Hinweis auf die Umgebungskarte von M57. Fotografisch "sehe" ich dort mit meinem FH150/3000 bei f/10 (Shapley-Linse), ISO 1600 und 30 s Belichtungszeit Sterne bis m17. Visuell bringt das 6"-Teleskop nur etwa m12. Einen vergleichbaren Gewinn von fünf Größenklassen würde man visuell erst mit einem 60"-Teleskop (1,5 m Öffnung) bei entsprechend eingeschränktem Gesichtsfeld erreichen.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
diese einfache Umrechnung Fläche Auge- Fläche
Teleskop ist nicht die ganze Wahrheit, da die
Vergrößerung die maximal erreichbare Grenzgröße
stark beeinflußt.
Genau so ist es! Ich habe nach der Diskussion Grenzgröße im Teleskop berechnen den Sacheverhalt in Bestimmung der Grenzgröße zusammengestellt.

Mein 10-Zöller reicht ungefähr bis zur 16. Größenklasse.
Das ist ziemlich weit. Ich kam bis 15,3 mag
 
Hallo nochmal,
also der Zentralstern von M57 ist mit 10 Zoll ein
absolutes Grenzobjekt. Ich meine ihn bei sehr
gutem Himmel schon einige Male gesehen zu
haben. Aber jedesmal war es zu unsicher für
eine eindeutige Erfolgsmeldung. Hingegen ist
ein 15,7 heller Stern am Rand des Ringnebels,
direkt gegenüber von dem bekannten 13,0 Stern,
fast immer sichtbar. Den 13 mag Stern konnte
ich übrigens auch schon mit meinem schrottigen
4,5 Zoll Anfängernewton sehen.
Wichtig am Limit des Teleskops ist die Verwendung
der richtigen Vergrößerung. Sie sollte auch nicht
zu hoch sein. Bei M57 habe ich anfangs immer
400-fach verwendet. Mit der Zeit habe ich festgesellt,
daß 250- bis 300-fach (auf 10 Zoll bezogen) viel
besser sind. Neben dem stärker störenden Einfluß
des Seeings darf man auch nicht außer Acht lassen,
das ab einer bestimmten Vergrößerung die Beugungs-
ringe getrennt vom Beugungsscheibung gesehen
werden können. Bei Grenzobjekten sind die Ringe
zwar so schwach das sie gar nicht mehr sichtbar sind,
aber deren Licht geht trotzdem verloren. Bei mittlerer
Vergrößerung sind die Scheibchen und Ringe noch
mit vereinter Helligkeit zu sehen. Das erklärt dann
auch mein Beispiel am Zentralstern von M57.
Nicht immer ist die theoretische Maximalvergrößerung
auch die Beste. Hier ist stets Ausprobieren angesagt.
Viele Grüße noch
 
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