Meade LXD75 8" Schmidt-Newton für Anfänger?

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Philipp_G

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Hallo,

lese hier im Forum schon eine ganze Weile und hoffe, dass Ihr mich genauso gut beraten könnt wie meine vielen Vorgänger:-)

Ich beobachte nun schon seit rund einem halben Jahr den Himmel mit einem 76/700er Newton von Tschibo. Leider sieht man mit dem nicht allzuviel, da die Okulare absolut nichts taugen. Planeten gehen grad so, aber Deep-Sky kann man vergessen. Und gerade das würde mich total interessieren. An den Okularauszug passen aber leider keine 1,25"-Okulare dran, weshalb ich mich dafür entschieden habe mir ein richtiges Instrument zu kaufen, das dann auch etwas taugen soll und vor allem das dann auch eine ganze Weile halten soll.

Bei meiner Suche nach einem schönen Teleskop für mich habe ich mich unsterblich in die Meade Schmidt-Newton Serie verliebt. Nun frage ich mich aber: Sind diese Geräte anfängertauglich? Bei den ganzen Shops steht ja bald bei allem dabei, dass es für Anfänger super geeignet sei.
Dass das Öffnungsverhältnis von f/4 bei der 8" und der 10" Variante etwas mehr Anspruch an die Okulare stellt, habe ich schon oft hier gelesen. Welche Okulare könnte man hier verwenden? Hatte mit der Meade QX Serie geliebäugelt, da sie durchaus in einem Bereich liegt, der noch bezahlbar ist und ich mir ein Nagler Okular so schnell nicht leisten können werde.

Das Meade LXD 75 8" Schmidt-Newton (ca 1440 EUR) liegt so eigentlich in einem Rahmen den ich durchaus gewillt bin zu bezahlen und auch so finde ich es sehr ansprechend. Für Okulare würden wohl so ca 500 EUR bleiben. Da das insgesamt aber doch recht viel Geld ist, wollte ich mich nur erst mal absichern, dass dieses Gerät sowohl von der Technik als auch vom Handling für mich geeignet ist.

Vielen vielen Dank für eure Hilfe und hoffentlich mal bald wieder einen schönen klaren Nachthimmel,

Philipp
 
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Habe auch sehr oft gelesen, dass diese Geräte vor allem für Astrofotographie sehr gut geeignet wären (sehr lichtstark und viel Kontrast). Ich würde mich als Einsteiger aber vorerst eher auf visuelle Beobachtung beschränken.
Sind diese Optiken dennoch für die visuelle Beobachtung gut geeignet oder sollte man da lieber eine Kamera dahinter schnallen?
 
Moin,

Mitlesen ist immer gut.

Meade LXD75 ... ist für einen 8" SN mit Fotoambitionen ein wenig unterdimensioniert. Für eine adequate Montierung mit GOTO reichen gerade mal Deine ins Feld gebrachten 2000 Euro. Verzichte auf die Monti. Mit einem Bugdee von 2000 Euro kannst Du ohne Montierung ordentlich viel "Astro" bekommen, einen Dobson (Newton + "Pressspan") und ein paar gescheite Okulare. Der Dobs ist hier im (Einsteiger)Forum nicht ohne Grund die Standardempfehlung. Wenn Du später noch bereit bist mehr für "Astrolumburium" auszugeben, kannst Du immer noch eine Montierung anschaffen und den Newton draufpacken. Ich vermute aber, daß Du nach einiger Zeit mit dem Dobson andere Prioritäten setzen wirst -Ethos und Co. 8" sind für den Anfang nicht schlecht.

Bevor Du deine Geldbörse zückst, solltest Du generell feststellen, ob Dir (A) das Gerät zusagt (Sternenfreunde aufsuchen und ausprobieren) und (B) ob 8" das Maß Deiner Dinge ist. Warum nicht gleich mit 12" starten.
Wenn Du diese Fragen für Dich geklärt hast, können wir gerne über Okulare reden.
Noch was zum Mitlesen ... www.svenwienstein.de

CS

Chris
 
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Danke für die Antwort:-)

Bin hier im Forum schon öfters auf die Website gestoßen und hab da auch schon viel in der "Einsteigerecke" gelesen.

Wie schon gesagt würde ich zunächst erst mal nur visuell beobachten. Die Montierung müsste also nur die Optik tragen und sonst nichts. Wenn sie dafür stabil genug ist, wäre die automatische Nachführung natürlich ein sehr netter Bonus. Bei Dobsons wäre das ja mehr ein gezieltes Schubsen, wie ich gelesen habe.

Die LXD75-Montierung habe ich schon in einer Sternwarte testen können und ich empfand sie eigentlich als recht solide. Es war allerdings "nur" ein 127/952-Refraktor drauf.

Ist Einsteigern denn prinzipiell eher von Optiken mit großem Öffnungsverhältnis wie beispielsweise dem 8" SN abzuraten? die 6"-Variante wäre leichter und hat nur f/5. Wäre das dann eher interessant für mich?

Danke noch mal für die Hilfe:-)
 
Moin,

die ganzen Grundlagen zum Teleskop erspare ich mir mal, die gibt es terrabyte-weise zum Nachlesen in artverwandten Forenthreads und bei der oben genannten Adresse. Eben zum Mitlesen.
Ich helfe Dir aber gerne beim Gedankensortieren, entscheiden mußt Du aber selber.

1. Dein Budgee. Für "will alles haben" ist das zu wenig, insbesondere der Fotokram.

2. Visuell "Deepsky" erleben.
Da brauchst Du idealerweise ein großes Gesichtsfeld, Vergrößerung ist erst mal sekundär. Das heißt kurze Teleskopbrennweiten, große Öffnung.

3. Montierungen sollten ein paar Nummern "größer" gekauft werden als Sie tatsächlich tragen müssen bzw. können. Da geht es um Schwingverhalten und Erweiterungkapazität des Equiptments.

4. Gute Montierungen kosten richtig Geld. In der LXD ist alleine sehr viel "Kohle" in der GoTo-Technik verbraten, so daß für den angebotenen Preis anderswo gespart wird. Das spricht eindeutig nicht für die LXD.

5. Und dann brauchst Du noch "Zubehör". Das sind keine Peanuts. Ordentliche Okulare sind das "A" und "O" beim Beobachten. Um das Vergrößerungsspektrum eines Teleskops weitestgehend vernünftig abzudecken, bist Du schnell bei der Hälfte Deines Gesamtbudgees angelangt.

6. Alleine wegen der langen Auskühlzeit würde ich einen offenen Newton dem Schmidtnewton vorziehen.

wenn es dann mal soweit ist:

7. Das Bieteforum im Auge behalten.

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Mein Tipp: weiter Mitlesen und nichts überstürzen.

CS

Chris
 
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Hallo Phillip,

na - unsterblich verliebt und geliebäugelt lese ich da. Keine guten Bedingungen, um da mit Beratung was zu reißen.

Wenn es das Gerät ist, dann isses das! Ich habe vor Jahren auch das R200SS, also 8" f/4 haben wollen, stets mit Deepsky-Fotografie im Blick. Wobei ich einen normalen Newton mit Komakorrektor einem SN vorziehe, Gründe wurden schon genannt, wobei ich noch die Geschichte mit dem Schmidt-Ghosting anfügen möchte, und auch die interessante Erfahrung einiger SN Besitzer, dass erst die Kombination aus SN und Komakorrektor (MPCC) die Abbildung richtig gut bis zum Rand werden lässt. Tja, wenn man aber den Korrektor ohnehin braucht... Ist natürlich eine Frage des Anspruches.

Okulare: Tja. f/4 und Bezahlbar, das geht nur bei kurzen Brennweiten gut. Das heißt je weiter Du auf Übersichtsokulare zugehst, desto schlechter werden die Ergebnisse. Es sind dies ja gerade die Okulare, bei denen es auf die Randabbildung ankommt, denn man benutzt ja niedrige Vergrößerung sehr häufig für große Objekte, also will man den entsprechenden Ausschnitt auch scharf haben. Das leistet aber kein 2" Übersichtsokular für 150 Euro, und selbst bei den Möglichkeiten für 300 Euro findet man noch deutliche Schwächen. Vielmehr landet man beim Anspruch an eine gute Randabbildung letztendlich beim 26mm Nagler Typ 5 (das 31mm Typ 5 liefert für viele Sternfreunde eine zu große AP, was zu Einblickproblemen und z.B. zum "schwebenden Fangspiegelschatten" führt) und in 1,25" beim 22mm LVW, mit Abstrichen bei den Panoptic in diesem Brennweitenbereich.

Nimm diese Okularangaben als Preisvorlage. Bei kleiner werdenden Brennweiten kommt man billiger Weg, Speers Waler sollte man nennen, ab 13,4mm abwärts, Hyperions mit 3,5mm, 5mm und 8mm kommen in Frage und mit weniger Feld auch die TMB/Burgess // Planetary HR // APM New UWA (höchst vermutlich optisch baugleiche Okus). Klar kann man auch in diesem Brennweitenbereich Gründe für noch teurere Okulare finden und so bei LVW, Nagler, Radian oder auch Ethos landen.
So ist das etwa mit f/4.

Wirklich entspannter wird das, wenn man auch und gerade als Anfänger zu f/6 greift. Man sollte einfach wissen, warum man sich f/4 antut, beim SN fragt man auch, warum man sich das Gewicht der Korrektorplatte antut. Man sollte dafür eine Antwort finden, die zieht, oder etwas anderes aussuchen.
Wenig Geld ist jedenfalls auch ein prima Gegenargument.

Clear Skies
Sven
 
Danke noch mal für die ausführlichen Antworten!

Liebe ist das eine, Vernunft das andere. Vor allem, wenn es um so viel Geld geht. Ich bin da schon durchaus sehr offen für Ratschläge, auch wenn es vieleicht nicht gleich so offensichtlich war:-)Werde es mir auf jeden Fall noch mal gut überlegen. Wahrscheinlich wäre zum Anfang ein netter Dobson wohl doch sinnvoller. Den könnte ich dann zumindest auch mit etwas weniger teuren Okularen vernünftig betreiben, oder?

Wäre bei einem Dobson oder einem normalen Newton dann eher f/5 doer f/6 zu bevorzugen. Bzw ab welchem Verhältnis wird es denn für den Einsteiger wirklich entspannter?
 
Moin,

Noch eine Ergänzung:

Sofern Du bezüglich der Mobilität und den Geräteabmessungen mit >8" nicht überfordert bist, würde ich den Schritt zu 6" verwerfen.

>>Es war allerdings "nur" ein 127/952-Refraktor drauf.<<

127 mm sind 5". Das ist für Dich dann schon mal eine Hausnummer bezüglich dem, was zu sehen ist. Wenn du mit dem 127er visuell auch nur ein "nur"-Erlebnis hattest, dann weißt Du in etwa was ein 6"er leistet.

f/6 ist mit das Entspannteste. f/5 wird bei Newtons insbesondere bei 10"ern und 12"ern gemacht, da die Röhren sonst zu lang werden.

Der m.E. entscheidende Vorteil von f/5 gegenüber f/6:
Die Kompatibilität der Okulare zu anderen verfügbaren Geräten ist größer. Eine Okularstaffelung von 8" f/5 kann beispielsweise bei Systemerweiterung uneingeschränkt auf 12" f/5 übernommen werden.

"Manchmal sind wenige gute Okulare mehr ...". Billige oder günstige Okulare kauft man in der Regel "doppelt".

CS

Chris


 
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Hallo Philip


Das mit den Okularen ist für viele Neu Astros immer eine schwere entscheidung,
entweder richtige Teure Okulare, viel Geld ausgeben und wenig Qwalität haben,oder über
Wasser bleiben, da hat Sven dir richtig erklärt mit Hyperion und
den Speers Waler Okular serie.

Ich empfelle da auch die 18mm 8mm 5mm Hyperion Okulare
ein übersichts Okular und Speers Waler zum beispiel 40mm 20mm 8mm.

Ich selber habe eine EQ6 von Synta,die Neue serie EQ6 Pro die kostet ca 1400,€ und
ist für Astrofotogrphie geeignet,
Okulare 500,00€
Monty 1400,00€
Teleskop 700,00€
=
zusammen 2600,00€ vieleicht auch etwas mehr.

Was meine Geräte betrift das kann man ja sehen,der Refraktor kommt auf
meine EQ6 zum beobachten, habe mir vor 2 Wochen eine Canon 450EOS zugelegt und warte
auf meine Bestelung der Teleskop anschlüsse für die Canon 450EOS,naja dan möchte
Ich mit der Astrofotograhie anfangen.

Ich wüsche dier viel freude an der Astonomie.

Mit gruß Manfred
 
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Zitat von c_malkmus:
Wenn du mit dem 127er visuell auch nur ein "nur"-Erlebnis hattest, dann weißt Du in etwa was ein 6"er leistet.

Das "nur" war eher auf das Gewicht bezogen. Der Refraktor sollte auf jeden Fall sehr viel leichter als ein 10-Zöller gewesen sein. Ging ja darum, wie wackelig die LXD ist. Testen konnte ich leider nur tagsüber, weil das Wetter damals so mies war und ich bisher leider noch nicht die gelegenheit hatte in die Sternwarte zu fahren, in der das Gerät steht.

Danke noch mal für die Hilfe:-)
 
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Hallo Phillip,

OK, mehr dazu.
Wirklich entspannt wird das ganze ab f/6. Natürlich kann man sich auch mit f/5 arrangieren und man wird das auch müssen, wenn man mit großen Dobsons transportabel bleiben will. Den 12" Dobson bekommt man eben mit f/5, wenn man da f/6 wollte müsste man sich einige Gedanken über's Handling machen und eine Bierkiste mitschlörren - nicht zum Saufen sondern zum Draufklettern wenn man zenitnah beobachtet.

f/6 bringt aber so einiges an Vorteilen mit. Die Sache mit den Okularen, ganz klar. Aber auch der Spiegel ist leichter zu schleifen - zumindest wird der Spiegel dadurch billiger. Justieren lässt sich das Gerät auch einfacher und der sauber abgebildete "Bildkreis" des Spiegels ist größer. Außerdem geht mit f/6 die Minimalvergrößerung weitwinklig sowie höchstvergrößerung mit einigermaßen normalen Okularbrennweiten. Bei f/6 kann man mit einem 4mm Okular mit der Höchstvergrößerung fertig sein, bei f/5 geht man auf 3,5mm zu und bei f/4 schnuppert man an f/2,5 - dann schnupper mal, welche Auswahl es an 2,5mm Okularen gibt!
Und was die Minimalvergrößerung angeht: Okulare mit mehr als 42mm Brennweite wird man kaum am f/6-Teleskop betreiben, und die gibt es eben auch in einer ziemlichen Auswahl und mit bis zu 72° scheinbarem Gesichtsfeld (jedenfalls laut Hersteller).

Das kriegt man so eben nur in f/6 rein. Nimmt man f/8, wodurch es für die Okulare natürlich noch besser aussieht vor allem mit der Randabbildung, kommt man für die Minimalvergrößerung auf 56mm, und da ist mehr als 50° nicht mehr möglich und die Auswahl wieder dünn.

Clear Skies
Sven
 
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