Med oder Sigm

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Chefkater

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Hallo,
was ich schon lange mal fragen wollte!
Bei Fitswork gibt es in der Batchverarbeitung die Funktionen Add, Min, Max, Medi, Mitte und Sigma. Ich habe jetzt mal meine RAW´s mit Medi und mit Sigma aufaddiert und verglichen mit dem Ergebnis, das beide Methoden Flugzeug- und Satellitenspuren wunderbar "weggeäzt" haben. Sonst habe ich zwischen beiden keinen Unterschied gefunden.

Frage 1: Was ist nach eurer Erfahrung besser, Medi oder Sigma (oder eine andere Funktion) für normale Deepsky-Aufnahmen?
Frage 2: Welche dieser sechs Funktionen wird für welchen Zweck (Einsatzgebiet) genutzt, das ist mir immer noch nicht ganz klar?

Vielleicht hat ja schon jemand Erfahrung damit!

Grüße und CS Bernhard

 
Hallo,

das sind Begriffe aus der Statistik bzw. Signaltechnik.

Addition, ist wie der Name sagt eine einfache Addition der Signale im Bild.
Max und Minimum beziehen sich auf Maximal bzw. Minimal Werte im Bild. Deren Sinn für die Astrofotografie hat sich mir ehrlich gesagt auch noch nicht erschlossen.
Mitte oder Median, ist das Mittel also alle Summen geteilt durch die Anzahl. Das ergibt ein gutes Signal zu Rausch Verhältnis und ist so der einfachen Addition vor zu ziehen. Allerdings mitteln sich Ausreisser (Hotpixel, Cosmics etc etc) nicht so gut raus wie beim:
Sigma: Ähnlich wie das Mittel, aber mit einer Ober und Untergrenze ab der Ausreisser rausgeworfen werden. Zum besseren Verständnis kannst du dir nochmal die Normalverteilung oder Glockenkurve anschauen.

Sigma ist eigentlich der Standart bei Deepskyaufnahmen. Besonders erforderlich wenn man Aufnahmen dithert. Median hat aber ein besseres S/N, es kommt auch noch ein wenig auf die Anzahl der Bilder an. Die ist aber in der Regel ja immer hoch genug, es sei denn ein Spassvogel geht hin und macht nur 2-4 Rohbilder.

CS Frank

 
Hallo,

Max kannst du benutzen wenn du Strichspuraufnahmen aus Einzelaufnahmen zusammensetzen willst.

Min zeigt dir quasi das dunkelste was da je war, das kann auch interessant sein.


Median hat den Nachteil, das er dir eigentlich nur einen der aufgetretenen Werte liefert. Damit kommst du bald an Grenzen, wenn du zb mit 8bit Daten arbeitest, weil aus dem Median eben nur zB 123 oder 124 rauskommt, nie aber der genaue Wert von zB 123,23948 .

Die Sigma Verfahren sind da besser, denn sie suchen aus der Verteilung der Werte die Nicht-ausreißer aus und mitteln dann die, so daß irgendwann auch 123,23948 rauskommen würde.


Natürlich muß die Software dann so klug sein einen Wert wie 123,23948 auch zu erhalten und nicht sofort auf 123 zu runden.

Grüße, Martin
 
Hallo Frank und Martin,
danke für Eure ausführlichen Beiträge. Also ist Sigma für Deepsky die optimale Stackmethode.
Wenn ich Euch richtig interpretiere kann man die Anwendungsgebiete vielleicht mal so kurz zusammenfassen:

Add:
Min:
Max: Strichspuraufnahmen, Sternschnuppenzusammenfassung, ISS-Überflugreihe (ähnlich Startrails)
Medi: Planetenaufnahmen, Sonne, Mond
Mitte: Planetenaufnahmen, Sonne, Mond
Sigma: Deepsky

Vielleicht können andere Ihre Erfahrungen noch einbringen und die Aufstellung korrigieren oder ergänzen …

CS Bernhard
 
Hallo Bernhard,

es stimmt nicht so wie du es schreibst. Jede Deepskysoftware, nicht nur Fitswork, bietet dir diese Methoden an. Man kann also nicht unbedingt daraus schliessen das einige Methoden besser für Planeten sind oder ähnliches.
Ehrlich gesagt weiss ich nicht wie die Planetensoftwares arbeiten, aber egal.

Diese Methoden sind wie gesagt aus der Statistik, du kannst also Photonen, Äpfel oder Birnen damit auszählen:-)

Es kommt also nur drauf an was du zeigen willst. Für Deepskyaufnahmen wird entweder Median oder Sigma, oder noch ganz andere raffiniertere Methoden verwendet. Dazu gehören zum Beispiel Rausch gewichtete Methoden, oder Kombinationen verschiedener Methoden.

Für Min fällt mir partout kein Einsatzgebiet ein, vielleicht bei Kometen oder Planeten um die minimalwerte zu zeigen? Für Deepsky macht das wenig Sinn.

Letztendlich könntest du ja auch einfach mal einen Datensatz mit allen Methoden durchlaufen lassen, und die Ergebnisse anschauen. Das sagt eigentlich mehr als tausend Worte.

CS Frank


 
Hallo Frank,
da ich praktisch nur mit einer DSLR unterwegs bin (ToUCam wenig in Benutzung) und auch nur in Fitswork als Stackingsoftware ein wenig bewandert bin (andere Deepsky-Software hatte ich noch keine Zeit bzw. Lust zum ausprobieren) wollte ich mich wenigstens in dieser Software fitter machen.
Kann sein, das ich die Aufstellung ein wenig provokant gewählt habe, wollte das aber mal für mich klären, vielleicht auch für andere!
Auch ich glaube, andere Softwareapplikationen arbeiten ähnlich, schlechter oder besser oder doch anders. Aber wenn man die Funktionen sieht kann man analog wie in Fitswork vielleicht was damit anfangen .... :schwitz:

CS Bernhard
 
Im Nachbarthreat gibts grad die Frage, wie man aus 10 Bildern der ISS-Siluette vor der Sonne ein Bild erstellen kann, indem die ISS wie auf ner Perlschnur aufgereit ist... Da könnte man doch die Minimum-Methode nehmen oder?
VG,
Johannes
 
Hallo Johannes,
danke, Nachbarthreat habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, scheint aber logisch zu sein!

Dann ergänze ich mal die Aufstellung:

Add:
Min: Objekte vor der Sonne
Max: Strichspuraufnahmen, Sternschnuppenzusammenfassung, ISS-Überflugreihe, Feuerwerk (ähnlich Startrails)
Medi: Planetenaufnahmen, Sonne, Mond, Deepsky
Mitte: Planetenaufnahmen, Sonne, Mond
Sigma: Deepsky

CS Bernhard

 
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