Mehrzweck-Kamera für Einsteiger

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Peglicher

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Hallo liebe Community!

Ich spiele schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, mit Astrofotografie anzufangen; jetzt hat mir mein Vater eröffnet, dass er sich mal gerne eine DSLR zulegen würde - da kam mir natürlich der Gedanke, das kann man doch verbinden.

Ich hab nun eine zeitlang recherchiert und liste jetzt einfach mal meine Eindrücke, mal sehen was ihr dazu sagt.

"Astrofotografie" von Katja Seidel empfielt als Einstiegsgerät eine Canon EOS6D. Also Google angeschmissen und puh, runde 1000€. Einsteiger, alles klar. Mir ist bewusst, dass Optik viel kostet aber ganz so viel will ich dann doch nicht ausgeben. Ich hab mich eingehend mit dem Buch beschäftigt also mit der Theorie hapert's weniger, nur mit Kenntnis der Hardware.

Eine Kommilitonin aus der Medieninformatik hat mir gesagt, dass für reguläre Fotografie die Canon EOS600D ein gutes Einstiegsmodell ist, sie privat eine EOS60D habe. Meines Verständnisses nach sind also die Modelle vom Preis (und von den Features) also EOS X00<EOS X0<EOS X.
Wenn man sich von EOS600D und EOS6D in der Mitte trifft, kommt man logischerweise bei der EOS 60D heraus, die sieht mit um die 450€ auch ganz annehmbar aus.

Jetzt haben wir noch eine alte (definitiv kaputte) SLR im Haus, die irgendwie keiner wegwerfen wollte, eine Minolta X300S, bei der ein vollkommen intaktes Weitwinkelobjektiv dabei ist (Vivitar Series 1 70-210mm 1:35), Hoffnung besteht also, das weiter verwenden zu können. Ich hab versucht herauszufinden, welche Bajonetttypen verwendet werden aber die Informationen aus dem Netz sind höchst vage, daher bin ich mir da unsicher.

Allerdings würde ich nicht zwangsläufig per Teleobjektiv fotografieren, sondern die Kamera an mein Teleskop (SkyWatcher 150/750 Newton) anschließen. Der OAZ ist für 1.25" Okulare, man kann aber auch einen Teil herausschrauben, wo dann eine Öffnung von 42mm herauskommt, ich vermute mal schwer einen T2-Anschluss, daher wäre fokale Projektion per Adapter Bajonett-T2 das Ziel. Das Teleobjektiv wäre dann für "normale" Fotografie.

Angesichts der Preislage und Empfehlungen habe ich mir also eine Canon EOS60D herausgeguckt.

Nun meine Fragen:

- wie finde ich heraus, ob das Objektiv passt? Ich könnte meine Kommilitonin fragen aber die ist gerade im Urlaub
- ist das Ding eine gute Wahl? Welche andere Optionen gibt es?
- Gibt es sonst noch etwas zu beachten?

Ich wäre euch extrem dankbar, wenn ihr mir da weiterhelfen könntet!

Viele Grüße,

Pascal

 
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Hallo Pascal,

Die 6D als Einsteigermodell ist schon ganz schön happig.
Vollformat ist schon sehr anspruchsvoll, was die Ansprüche an die Optik bezüglich Verzeichnung und Vignettierung angeht.

Als Einsteigermodell werden eher 1000D, 600D oder 60D/70D verwendet.
Wobei der Sensor bei der 600D und 60D/70D der selbe ist.
Einen Unterschied in der Bildqualität wird man bestenfalls messen können.

Das Minolta Objektiv wird sicherlich nicht an das Canon Bajonett passen.
Von daher wird sich die Frage der optischen Qualität nicht stellen.

Liebe Grüße
Heiko
 
Hallo Pascal,

mal sehr böse formuliert:
Die meisten "Fotografen" sind durch ihre gestalterische und handwerkliche Beschränktheit (man könnte auch sagen Unfähigkeit) limitiert, nicht durch ihren Kamera-Body.

Da wird in Bodies - bei Hobby-Astronomie analog in Öffnung - bis zur Insolvenz investiert, aber nicht in gute Objektive und eigene Weiterbildung. Ergebnis ist dann meist in jeglicher Hinsicht unbedeutender Datenmüll, fotografiert im vollautomatischen Herzchen-Modus.

=> Ich würde meinen Vater fragen, ob er wirklich bereit ist, in das Fotografieren einzusteigen und ein paar tausend EUR und Zeit zu investieren. Wenn nein ist das auch o.k., aber dann braucht er keine System-Kamera mit oder ohne Spiegel, dann tut's auch eine ordentliche Bridge Cam, egal von welchem Hersteller.

Höchstens für Dich wäre eine ggf. gebrauchte modifizierte DSLR sinnig oder eine CMOS-Astrocam mit oder ohne Kühlung, aber hast Du auch eine parallaktische Montierung, die den ganzen Kram trägt?

Nachtrag: Z. B. hier gibt's einiges zu Adaptionen von Fremd-Objektiven an Canon Bodies:
https://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=907471
 
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Hallo,

Heiko: Wenn der Unterschied zwischen 60D und 600D leidlich messbar ist, wird es wohl auf Geschmack hinauslaufen, korrekt?

Peter: ich kann über meinen Campus recht viel Zubehör ausleihen, aber keine Kameras, daher wird sich die Frage nach teurem Zubehör erst stellen, wenn ich alles mal ausprobiert habe. Ich bin nicht der Typ der nur Standardeinstellungen benutzt und nicht nachdenkt, aber ich weiß was du meinst. An den tausenden Euro wird es nicht an Enthusiasmus sondern an Geld scheitern. Daher ist selbst ein "all-in" bei 1000 Euro Schluss.
Als Montierung hab ich derzeit eine EQ 3-2, werde aber von einem Bekannten bald eine EQ5 bekommen, die sollte stabil genug sein.
 
Hallo Pascal,

Als Montierung hab ich derzeit eine EQ 3-2, werde aber von einem Bekannten bald eine EQ5 bekommen, die sollte stabil genug sein.

Mit der "echten" EQ-3-2 (ich hab die seit mehreren Jahren im Einsatz) kannst mit Fotoobjektiven bis ca. 200 mm ungeguidet bis zu 2 Minuten belichten, ehe wegen Schneckenfehler und ungenauer Polausrichtung die Sterne zu Strichen werden.

Zum Einstieg in die Astrofotografie würde ich eine gebrauchte DSLR kaufen. Z.B. die 450 D. Die gibts für rund 150 - 200 Euro. Wenn Du Glück hast, sogar schon astromodifiziert, also H-Alpha empfindlich gemacht. Die hat kein Verstärkerglühen, keine hellen Striche an hellen Sternen, Liveview, kann per USB-Kabel komplett mit den EOS-Utilitys vom Laptop aus gesteuert werden.

Das ist sehr von Vorteil. Du kannst damit berührungslos ISO-Zahl, Blende, Belichtungszeit und RAW einstellen. Im Liveview auf dem Laptopbildschirm die Schärfe kontrollieren und über die Motoren in den Fotoobjektiven optimal einstellen. Mit dem Timer des EOS-Utility kannst dann die Belichtungszeit, die Pausen zwischen den Aufnahmen und auch die Anzahl der Bilder eingeben und die Belichtung starten.

Fotografisch trägt die EQ 3-2 nur ca. 2 kg. Damit scheiden alle Newtons aus. Wenn Du später durch ein Teleskop fotografieren möchtest, kannst mit ner EQ5 maximal nen 6" Newton f/5 drauf packen. Besser klappt es allerdings mit nem 130/650 er...

Kamera + Optik (Teleskop oder Teleobjektiv) sind aber nur ein Teil eines Astrofotos. Das liefert lediglich die Rohdaten. Die Kalibrierung mit Darks, Flats und Bias, das Dithern zwischen den Aufnahmen und das Stacken sowie das anschließende Strecken, Gradient entfernen, Kontrast verstären, selektiv schärfen, entrauschen... macht aus dem "Geknipse" erst ein ansehnliches Astrofoto.

Diese Techniken kannst mit Bildern mit Teleobjetiv genausogut lernen wie mit Bildern durch ein Telesop. Und mußt für deren Gewinnung nicht so viel Gerödel/Gewicht durch die Gegend schleppen, brauchst weder Komakorrektor noch diversen Adapterkram...
 
Hallo Fee,

ich hab ja auch einen 150er Newton mit f/5 also sollte das auf der EQ5 hinhauen. Wo genau liegt der Unterschied zwischen der 450D und sagen wir der 600D bzw 60D? Wie sieht das bei Astromodifikation aus, wenn ich sagen wir bei Tageslicht normal fotografieren will (mein Vater und ich auch wollen die Kamera ja nicht nur für Astrofotografie einsetzen sondern auch "normal"), kommt da das Bild normal raus oder ist die Kamera dann für den normalen Gebrauch "ruiniert"?
Für den Einsatz ohne Teleskop, wie sieht es mit Teleobjektiven aus, welches wäre Sa für den Anfang brauchbar?

Viele Grüße,
P
 
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Hallo,

Zitat von Peglicher:
Wo genau liegt der Unterschied zwischen der 450D und sagen wir der 600D bzw 60D?

vielleicht hilft Dir diese Seite weiter:
Dxomark
Wem das Rauschverhalten wichtig ist, sollte die Spalte "Sports" beachten.

Ich habe irgendwann Astro- und Tageslichtfotografie getrennt. Für Astro nehme ich eine 1000d und für Tageslicht u.a. die 600d. Gebraucht sollten beide nicht so teuer sein. Die Frage ist aber auch, was man tagsüber fotografieren will. Möchte man nur knippsen, tut es vielleicht auch eine Kompakte, die Bilder im Raw-Format speichert.
Es soll sogar Leute geben, die mit einem Telefon fotografieren. :o

Gruß
Ronald
 
Hallo Pascal,

Bei Wikipedia gibt es einen Artikel namens "Zeitleiste der Canon EOS Digitalkameras" (oder so ähnlich), da ist ziemlich selbsterklärend dargestellt, wie die ganze Produktlinie aufgebaut ist und war. Grob gesagt je kleiner die Zahl hinter dem "EOS" desto mehr Funktionen bietet die Kamera und desto teurer ist sie. Es gibt zwei gängige Sensorgrößen, APS-C und Kleinbildformat, letzteres benannt nach der größe eines Negativs von klassischem Kleinbild-Fotofilm und seit Einführung der DSLRs auch Vollformat genannt. Das ist der fundamentalste Unterschied zwischen den Kameras. Kleinbild- bzw. Vollformat haben die 1D, 5D und 6D, alle anderen Modelle einen APS-C-Sensor, der ist etwa halb so groß aber das reicht für den Anfang locker. Professionelle CCD-Sensoren sind oft kleiner. Die 60D hat dann im Unterschied zur 1000D bei gleich großem Sensor z.b. mehr Autofokus-Messfelder, einen schnelleren Prozessor etc. Viele dieser Features braucht man für Astrofotografie gar nicht. Ich empfehle Dir eine gebrauchte, modifizierte 1000D für den Einstieg, die ist robust und leicht(wichtig um Verkippen am Okularauszug zu minimieren), hat LiveView (Live-Anzeige des Bildes auf dem Display, wichtig zum Fokussieren), ist einfach zu handhaben und hat bei um die 200 Euro Gebrauchtpreis hier im Forum ein absolut unschlagbares Preis-leistungsverhältnis. Es gibt Leute die damit bessere Ergebnisse erzielen als andere mit CCDs für den zwanzigfachen Preis.
 
Hi Pascal,

ich hab ja auch einen 150er Newton mit f/5 also sollte das auf der EQ5 hinhauen.

vom Gewicht und Hebel her, ja. Aber da mußt immer guiden, wenn es Deepsky-Fotos werden sollen. Denn durch die lange Brennweite merkst die bauartbedingten Abweichungen bereits nach wenigen Seunden. Und da ist noch net viel Signal auf dem Chip.

Ist das ein für Fotografie optimierter Newton? Das glaube ich nicht, Du hast was von 1 1/4" Okularauszug geschrieben. Da paßt kein Komakorrektor rein. Somit sehen Deine Sterne auf mindestens 1/3 des Bildes doof aus. Und Du kommst u.U. garnicht in den Fokus. Schlabberblechtubus, der sich im Lauf der Belichtungen verbiegt, massive Vignette durch 1 1/4" OAZ, keine 1:10 Untersetzung zum fokussieren und kleiner Fangspiegel, der den Chip nicht ausleuchtet.

Vergiss den zum Fotografieren, mit dem wird das nix. Back erstmal kleine Brötchen, ehe Du als Frischling gleich ne Hochzeitstorte angehst.

Wo genau liegt der Unterschied zwischen der 450D und sagen wir der 600D bzw 60D?

im Kaufpreis und bei für Astrofotografie überflüssigen Funktionen

Wie sieht das bei Astromodifikation aus, wenn ich sagen wir bei Tageslicht normal fotografieren will (mein Vater und ich auch wollen die Kamera ja nicht nur für Astrofotografie einsetzen sondern auch "normal"), kommt da das Bild normal raus oder ist die Kamera dann für den normalen Gebrauch "ruiniert"?

Wenn der Umbau von einer professionellen Firma gemacht wird, stimmt anschließend der Autofokus noch, die machen auch einen neuen Weißabgleich. Selbst ohne OWB Filter kann man durchaus mit den Tageslichtbildern leben. Die sind etwas kräftiger rot. Bei direktem Vergleich eines Motives mit identischer Optik und direkt hintereinander mit und ohne Modifikation aufgenommen (= 2 Bodies) siehst den Unterschied, wenn Du darauf achtest.

Ich hab einen normalen Body für die Tageslichtaufnahmen und einen modifizierten für Deepsky. Und testweise im Urlaub solche Vergleichsbilder aufgenommen. Meine Bekannten haben den Unterschied nicht bemerkt...

Für den Einsatz ohne Teleskop, wie sieht es mit Teleobjektiven aus, welches wäre Sa für den Anfang brauchbar?

da würde ich bei Ebay nach gebrauchten M42 Teleobjektiven aus der Analogzeit suchen. Möglichst welche mit gebogenen Lamellen. Dann hast keine Spikes an den Sternen. Und mir nen superflachen Adapter M42 -> Canon Bajonet zulegen. Da liegen die Kosten für 135 mm unter 100 Euro. :)

 
Hallo Pascal,

hier ein paar Links die Deine Entscheidung beeinflussen könnten:

https://www.magiclantern.fm/

https://www.traumflieger.de/reports/Kamera-Tests/Traumflieger-Kamera-Tests::992.html

Ich selbst habe eine 550D / 70D u. 5DII und Magic Lantern (ML)
funktioniert auf allen Kameras wunderbar.
Ob das auch für eine 450D gilt ist fraglich.
Für die 1000D wird es ML wahrscheinlich nie geben.

Wenn mann die Auflösung der Kamerasensoren in Liniepaaren / mm
umrechnet unterscheiden sich alle 3 Kameras nur unwesentlich.

Die APS-C Kameras haben den Vorteil der einfacheren Verwendung von Clip-Filtern.
https://www.astronomik.com/
(Nicht mit Canon S Objektiven verwendbar)

Adapter für die schönen "alten" Objektive gibt es z.B. hier ( etwas runterscrollen):
https://www.enjoyyourcamera.com/adv...+EOS&FactFinderSearch=1&queryFromSuggest=true

Ich empfehle Zeiss/Contax. Einfach zu adaptierende wunderbare Optiken. Ein Planar 1,7/50 gibt es
gebraucht für ca. 100.-€. Ein Sonnar 2,8/180 hält mehrere Leben lang incl. Zeiss-Look.
Ein Pentax S-M-C Takumar mit m42-Anschluss ist auch klasse. z.B. das 135mm F2,5
https://www.pentaxforums.com/lensreviews/

Viel Spass
Klaus

P.S. keine meiner Kameras ist für Ha modifiziert dennoch lässt sich z.B. der Pferdekopf schon bei 10min Belichtung bei f/4 u. Ha-Filter, von der Stadt aus, abbilden.
 
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