Mein MEADE LX90 ist endlich da!

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Jockel

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Hallo Astrofreunde,

ich habe gestern endlich mein langersehntes MEADE LX90 bekommen!

Im Vergleich zum ETX-125 ist da schon ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich habe in der Bedienungs-Anleitung gelesen, dass das LX90 mit dem 6,4mm Super-Plössl Okular eine Vergrößerung von über 300x leistet, in Verbindung mit einer 2x Barlowlinse leistet es sogar eine Vergrößerung von über 600x, die auch gleich die sinnvolle maximale Vergrößerung des Teleskops ist. Meint ihr es wäre sinnvoll, wenn ich mir noch eine 2x Barlowlinse für mein LX90 kaufen würde, z.B. die 2x apochromatische Barlowlinse von MEADE und ich dann damit die über 600x rausholen kann?

Den Mars habe ich mit einer Vergrößerung von über 300x sehr gut sehen können, ich denke aber da geht noch mehr, also bis max. 600x, kann ja auch darunter sein, da ich ja die ganze Okulare der SP-Serie besitze und daher wäre eine 2x Barlowlinse sehr gut geeignet und auch variabel einsetzbar.

Was meint ihr denn dazu?

Eine Frage noch, natürlich möchte ich auch Deep-Sky Objekte sehen, wie z.B. M27 oder M57, aber warum braucht man um diese Objekte zu sehen eine geringe Vergrößerung, wie z.B. ein 32mm oder 40mm SP Okular, dann sieht man ja auch nicht mehr als mit dem bloßen Auge, oder verstehe ich da etwas falsch? Ich meine die größte Vergrößerung wie möglich, das man etwas sehen kann.

Schon mal vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße und Clear Skies,
Jockel
 
Hi Jockel,

nach der üblichen Faustformel sollte man bei 400x Schluß machen, und Wetter dafür ist sehr selten.
Neulich habe ich ein sehr sauber justiertes und optisch gutes C8 bei 555x erlebt, das war schon OK. Aber beste Justage und beste Optik sind dafür schonmal Voraussetzungen. Ausserdem haben wir die Vergrößerung nicht mit einer Barlow erzeugt, sondern einfach mit einem 4-linsigen Okular. Je nach Qualität bringt eine Barlow zuviel Kontrastverlust ein, um das Gerät so über die Grenzen hinweg zu treiben.
Da Du das Gerät noch neu hast, gewinne erstmal Erfahrung damit, wie selten allein 300x einzusetzen ist. Da wirst Du meiner Ansicht nach den Sprung auf 600x für lange Zeit hinten anstellen. Überhaupt ist der Vergrößerungswahn gewisser Hersteller eine der schlimmsten Veralberungen. Sogar auf den ETX-Verpackungen finden sich ja diese Utopie-Werte.

Für DeepSky-Beobachtungen halte ich ein 40mm Okular (oder auch ein 30mm oder beide) für viel gewinnbringender, ja sogar für wichtiger. Erst damit kommt man auf ordentlich helle Bilder zur Beobachtung schwacher Objekte. Ausserdem ist erst mit solchen Okularen und zwar in 2 Zoll! das Beobachten ausgedehnter Objekte schön. Andromedagalaxie, Plejaden, usw. ragen ja gewaltig über das Gesichtsfeld von 1,25" Okularen im LX 90 heraus.

Clear Skies
Sven
 
Moin,
also dieser Vergrößerungswahn, das hat man am Anfang. Das ist aber wirklich (fast) völliger unfug. Im Grunde genommen ist dann Schluß wenn man bereits die Beugungserscheinungen sieht und das ist bereits bei 1* Öffnung in mm der Fall, also bei ~200 Fach. Nun kann man einen draufsetzen, um diese Beugungserscheinungen klarer oder besser zu sehen, z. B. bei der Trennung von Doppelsternen, dann also 2x200=400fach. Mehr Vergrößerung bläht nur diese Beugungserscheinungen noch mehr auf, klar das Bild wird flauer und evtl. kann man dadurch noch bei hellen Objekten etwas mehr sehen.


Ich hab mal selbst mit meinem SC bei 400x die Barlow eingesetzt. Rein nach dem Bildfeld rechnerisch ausgerechnet kam ich sogar noch auf ~ 860 fach. Das hab ich aber nur gemacht, um meine Barlow mal zu testen! Das Bild wurde nicht besser sondern nur größer aber auch flauer - echt kein Genuß und in der Praxis völlig daneben - Tunnelblick <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> . Da ist es schon besser das anvisierte Objekt ästhetisch und in der "richtigen" Vergrößerung zu beobachten.

Interessanter sind meine ich auch viel mehr die schwächeren Vergrößerungen, also ein 32mm oder 40mm Okular z. B. M31 kriegt man gar nicht ganz ins Gesichtsfeld, selbst mit dem 40mm Okular 11/4". Dann setze ich sehr oft ein 16mm Okular ein (125x). Selten, mehr bei Planeten und Doppelsternen das 10mm oder 6,7mm Okular - dann auch mal ein 5mm Okular.

Ich würde eher so vorgehen - wie "schwach" (und damit lichtstark) muss ich vergrößern, damit das anvisierte Objekt noch groß genug ist, um "vernüftig", schön und angenehm alle möglichen Details des Objektes sehen und erkunden zu können? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Das will gelernt sein. Kommst Du auch noch hinter. Das 16m Okular ist bei mir daher Standart - mit dem 25mm Okular!

Gruß Burkhard
dem noch ein 32mm Okular fehlt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />


 
Hallo Leute,

vielen Dank für eure schnellen Antworten!

ihr habt recht, also eine 600x Vergrößerung mit einem LX90 ist schon einwenig übertrieben, stell dir vor das Meade bei einem 4,7mm UWA Okular mit 2x Barlow eine Vergrößerung von über 800x angibt, das ist schon der größte Schwachsinn. In der Astronomie gilt ja sowieso als Faustregel, die doppelte Öffnung in mm ist auch gleich die sinnvolle Vergrößerung eines Teleskops, also ist die Vergrößerung meines LX90 wirklich 400x oder um genau zu sein 406x.
Für was ist eigentlich aber eine über 600x Vergrößerung gut, also beim LX90, wenn dies Meade angibt und am Ende doch unsinnig ist, für was gibt Meade das dann überall an?

Bei 500x oder 600x sieht man die Bilder ja sowieso unscharf und kann fast nichts mehr erkennen. Wenn ich immer so um 18-20 Uhr vom Balkon schaue, dann sehe ich immer in der Himmelsrichtung "Süd-Süd-West" das Sterbild "Leier", indem sich ja M57 versteckt, ist dies überhaupt das Sternbild "Leier", am Sternbild sehe ich oben einen hellen Stern und unter dem hellen Stern eine Art "Parallelogramm", ist das wirklich die Leier und stimmt auch die genannte Himmelsrichtung?

Ich habe ein 9,7mm SP Okular von Meade, ist dieses für M57 in Ordnung?
Seine Vergrößerung ist in Verbindung mit dem LX90 206x.
Um welche Uhrzeit ist M57 eigentlich am besten zu sehen?

Vielen Dank im Voraus!

P.S. Ich werde mir dann doch keine "2x apochrmatische Barlowlinse" kaufen, ich brauche zuerst eine "Philips ToUCam Pro" um die Bilder auch festzuhalten.

Viele Grüße und Clear Skies,
Jockel
 
hallo jockel,

M57 ist ein kleines objekt und du kannst ohne weiters
auf 206fach vergrößern. das sternbild ist deiner beschreibung
nach die leier. M57 kannst du gleich am abend, sobald es
wirklich stockdunkel ist, beobachten.

ps. ein 8" Meade hatte ich auch über 12 jahre lang. bei 300fach
ist in der regel das optimum an bildkonstrast erreicht.
400fach bringt nur was am mond und an doppelsternen, wenn das
seeing entsprechend gut ist, was nur wenige mal im jahr der
fall ist. 600fach kannst du getrost vergessen.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hi Jockel,

es ist Dir aber schon klar, daß Du mit der Webcam zwar Mond- und Planetenfotos machen kannst, daß aber Objekte wie Sterne und Nebel mit so einer Kamera praktisch nicht zu fotografieren sind?
Die "Gegenbeispiele" stammen von Leuten, die ihre Webcam aufwändig umgebaut haben, so daß lange Belichtungszeiten möglich sind. Dieser Umbau ist nicht trivial und es reicht nicht aus, schon einiges gelötet zu haben.

Wie Bino schon schrieb: Leier ist korrekt. Der Nebel steht nahe der Mitte der kurzen Parallelogrammseite, die von der hellen Vega weggerichtet ist. Er steht nicht genau auf der Linie, sondern noch so 1/4 Linienlänge in Richtung von Vega weg abseits der Linie. Visuell fallen einem bei normalem Himmel nur die beiden äusseren Sterne an dieser Linie auf, einer der beiden hat aber einen noch recht hellen "Begleiter" ein Stück nach Innen versetzt. Sieht man im Sucher. Man macht dann leicht den Fehler, die Linienmitte anhand des zweiten, schwächeren Sterns zu suchen. Dann landet man falsch. Ein wirklich sauber justierter Sucher ist ansonsten eine wichtige Voraussetzung. Also am besten mit dem Teleskop Vega suchen (da unverwechselbar hell) und dann den Sucher justieren, so daß Vega sowohl im Sucher als auch im Scope exakt in der Mitte steht.

Meade und Werbung. Tja, warum tut Meade das? Das ist Werbung, die für Einsteiger gemünzt ist. Bei Optiken bis 114mm ist es üblich, daß Versandhäuser, Kaufhausketten, etc mit unsinnigen Vergrößerungsangaben werben. Da Meade in dieser Klasse besonders die ETX-Geräte anpreist, finden sich auch dort solch unsinnige Angaben. Ich nehme an, daß man Angst hat, mit Ehrlichkeit schlecht auszusehen, weil es der Anfänger eh nicht peilt.
Hat man nun ein ETX zu Hause stehen und wagt irgendwann den Schritt zum Großen Teleskop, und das LX-90 ist nunmal ohne weitere Beratung der konsequente Schritt eines ETX-Benutzers, dann möchte man ja keinen Schritt rückwärts machen. Was aber, wenn man schon in der Anleitung vom ETX-125 vorgerechnet wird, das damit 306x vergrössert werden kann? Dann soll das beinah doppelt so große LX-90 bei 400x am Ende sein?

Normalerweise ist mir diese Werbung mit utopischer Vergrößerung relativ egal. Wenn aber dadurch Leute verleitet werden, Okulare für die Katz zu kaufen - hey, man stelle sich das bitte mal beim Preis des Meade UWA 4,7 vor! - dann ists eine Sauerei.
Aber alles Reden mit Meade über diese Geschichten fruchtet wohl nichts. Immerhin in den FAQs der deutschen Meade-Seiten wird alles korrekt dargestellt und eben nicht nur die Fastformel dargestellt, sondern es wird auch dem Einsteiger dazu geraten, ersteinmal mit weniger Vergrößerung Erfahrungen zu gewinnen.
Übrigens ist der Vollständigkeit halber noch zu erwähnen, daß Meade eben auf der Packung moderat übertreibt. Bei anderen Firmen bzw. Labels im Billigbereich trifft man auch locker Übertreibung um Faktor 4 an.

Das Problem mit solchen Angaben ist, meiner Meinung nach, daß in vielen Großen Firmen das Marketing mehr zu sagen hat, als der Optiker. Immerhin muß man die Kunst, Leute durch [zensiert]e zum Kauf zu bewegen, erst studieren.

Clear Skies
Sven
 
Re: @Burkhard

Hi Burkhard

du schreibst ` dem noch ein 32mm Okular fehlt `

dann schau doch mal ins Biete-Board, mein eintrag von heute,der da heißt `Lumicon OAG und Meade 32mm SP`
vielleicht ist es ja was für dich...
bye
Markus
 
Hallo

im Meade Heft ASTRO live 02/03 steht unter den FAQ:

"...500-facher Vergrößerung für ein Instrument mit 60mm Offnung? Ist das realistisch?"

und

"die maximal sinnvolle Vergrößerung läßt sich für jedes Teleskop mit dem zwei bis zweieinhalbfachen der Öffnung angeben"

Und auch bei den techn. Daten der Etx...Lx Geräte steht nichts von Vergößerung. Werde mal in Hauptkatalog schauen.

Ist doch bis hier alles OK....
 
Hi Jockel,

Wenn ich immer so um 18-20 Uhr vom Balkon schaue, dann sehe ich immer in der Himmelsrichtung "Süd-Süd-West" das Sterbild "Leier", indem sich ja M57 versteckt, ist dies überhaupt das Sternbild "Leier", am Sternbild sehe ich oben einen hellen Stern und unter dem hellen Stern eine Art "Parallelogramm", ist das wirklich die Leier und stimmt auch die genannte

Das LX ist doch ein Goto-Gerät (?), wo sind also Deine Probleme mit Objekten?

Ich würde Dir mal zu einer Sternkarte raten oder, komfortabler zu einem Planetariumsprogramm, z.B. CdC (Freeware). Mit selbigem wärst Du übrigens auch in der Lage, Dein LX mit dem Computer zu steuern, etwas kabelei und Treibersuche vorausgesetzt (Frage an alle: Kann der Ascom mit dem LX 90?)

Mit der Webcam allein ist es in der Tat nicht getan, Planeten und Mond mal ausgenommen bedingt es einen Umbau der Cam, den nicht gerade jeder Herr/Frau Irgendwer zustande bringt, oder aber Du kaufst sie gleich umgebaut, aber darüber bist Du ja schon informiert worden.
Weiterhin benötigst Du für Langzeitaufnahmen eine Polhöhenwiege , denn sonst produzierst Du bei der Aufnahme wegen der Bildfelddrehung Strichspuren.
In Verbindung mit der Cam macht allerdings die Anschaffung einer Barlow wieder einen gesonderten Sinn.

Du siehst, die Möglichkeiten, sein Geld im Laden loszuwerden sind grenzenlos oder mindestens so zahlreich wie die Sterne im Kosmos <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

 
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