Mein zweiter Versuch an Bradfield

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blue_scape

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Hallo,

heute früh war ich trotz eindeutig besserer Sicht doch nicht so lange draußen. Ich war von gegen 4:20 bis 4:50 MESZ draußen und habe ihn wieder nicht gesehen.

Gestern konnte ich es noch verstehen, aber heute sah soweit alles gut aus und ich wusste auch wo genau ich suchen musste.

Mit meinem 8x40 Feldstecher bin ich aber nicht weiter als bis zu zeta Andromedae gekommen. In seiner Umgebung konnte ich nichts weiter ausmachen und so sah ich nicht mal mehr eta Andromedae.

Nun meine Fragen:

1. Hat jemand heute oder gestern diesen Kometen mit bloßem Auge sehen können?

2. Ab wann steht ihr auf der Matte? Ich meine ist 4:20 MESZ vielleicht schon zu spät. Ab wann lohnt es sich rauszugehen?

Vielleicht versuche ich es morgen nochmal. Deswegen würde ich mich über eure Antworten freuen, damit ich eure Tipps gleich in die Tat umsetzen kann. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Bis dann

Gruß - Nico
 
Moin Nico,

hier mein Beobachtungsbericht, der leider auch negativ ausfiel. Bin wohl ebenfalls zu spät losgegangen. Wenn man um diese Zeit von spät reden kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />


Am heutigen Sonntagmorgen (25.04.) hab ich mich entgegen jeder Vernunft eines Berufstätigen um 4.15 aufgemacht, um Ausschau nach Bradfield zu halten. Die bisherigen Bilder machten Mut, und ich war neugierig genug, ob man ihm am frühen Dämmerungshimmel erkennen würde.

Der Himmel zeigte sich zwar ausgerechnet von Norden bis Osten mit kleinen Rest-Wölkchen bedeckt, aber nicht wirklich störend. Also bin ich mit einem 10x50 Fernglas auf die Suche zwischen dem Nordost-Ost-Horizont gegangen. Eta und Zeta Andromedae, sowie die Sterne der Fische sind mir aufgefallen, nicht aber Bradfield. Auch die Bilder meiner Digitalkamera (10-16 Sekunden belichtet) zeigen leider "nur" alle Sterne, die in diese Gegend gehören, aber nix mit Schweif.

Wäre es denn möglich, dass die Helligkeit des Kometen wieder einmal weit hinter der Erwartung zurückgeblieben ist?
Es würde mich schon ein wenig wundern, denn die Bilder der Vortage sind doch recht eindrucksvoll. Kann jemand eine Sichtung von heute morgen, 25.04., bestätigen?

cs
 
Moin Alex!

> Wäre es denn möglich, dass die Helligkeit des Kometen wieder einmal weit
> hinter der Erwartung zurückgeblieben ist?

Wenn man sich auf den Seiten umtut, wo die Sichtungen der vergangenen Tage
zusammengetragen sind, ist bei den Kometenhelligkeiten keine Überraschung
zu erkennen. Sowohl F4, T7 als auch Q4 hängen alle bei etwa +4 m oder etwas
weniger. Den SPIEGEL-Artikel habe ich mir eben erst durchgelesen - IMO wird
da viel zu sehr auf die Tonne gehauen. Wie so oft sind die Fotografien nicht
mit dem Live-Anblick am aufgehellten Morgenhimmel vergleichbar.
Links zu Seiten mit Sichtungsberichten gibt es u.a. in der Linksammlung
meiner Kometen-Seiten, Beobachtungen von heute morgen auch im hiesigen
Beo-Board.
 
Nun gut, Komet Bradfield ist sicher kein Objekt fuers die breiten Massen a la West oder Hale-Bopp. Aber wer hat das auch erwartet? Dazu hätte er schon die Prognosen ganz erheblich übertreffen müssen. Andererseits stimmt es auch nicht, dass er weit hinter den Prognosen zurückgeblieben ist, wie einige Postings hier nahelegen.

Astronomische Dämmerung war am Wochenende um 3:23 MESZ. Da war der Komet heute Morgen nicht aufgegangen. Bei nautischer Dämmerung (da ist es schon pervers hell - gerade am östlichen Horizont) um 4:27 war er gerade mal 7 Grad über dem Horizont. Und da liegt genau das Problem.

Im 10X50 Feldstecher war er heute Morgen schwierig, im 20X60 recht einfach zu sehen. Helligkeit betrug heute Morgen etwa 4.0 ( mit Sidgwick-Methode im 20X60 geschaetzt).

Während ich ihn beobachtete, riefen Sternfreunde an und wollten sich noch ein paar Tips holen - sie konnten ihn nicht finden.

Was die "Erwartungen" betrifft, war ja aufgrund der wenigen Beobachtungen vor dem Perihel ziemlich unklar, wie hell er werden wuerde, und die tatsaechliche aktuelle Helligkeit entspricht schon ziemlich genau meinen "Erwartungen" bzw liegt sogar etwas über meiner Prognose. Man muss eben schon genau wissen, wo er steht, und man muss sehr gute Horizontsicht und -Durchsicht haben, dann ist es auch nicht sooo kompliziert. Das Problem ist also nicht die Helligkeit, sondern die Position am Himmel.

Zu den anderen Kometen: Für T7 steht für Mitteleuropa viel zu tief und danach unter dem Horizont. Und Q4 kann man erst ab Anfang Mai am Abendhimmel sehen.

In den naechsten Tagen klettert Bradfield (schwaecher werdend) natürlich immer höher. Das sollte es einfacher machen, ihn zu sehen. Nur Mut also.

Was die Uhrzeit anbetrifft: Ich habe ihn heute um 4:15 fotografiert und auch gesehen. Er klettert natürlich immer höher, und später in der Woche kann man ihn sicher schon eher sehen. Das sollte es leichter machen.

Hartwig
 
Hallo Micha, Hallo Hartwig,

etwas verpätet, aber dennoch möchte ich noch folgendes zu den Sichtungen von Bradfield sagen.
Ich habe erst am 24.04. von den ersten recht euphorisch klingenden Beo-Berichten im www gelesen und mich auf vielen Seiten informiert. Ich will hier niemanden anprangern oder gar Unseriösität unterstellen, doch zumindest manchen Berichten nach schien es bei guten Bedingungen in Horizontnähe "ein leichtes" zu sein, Bradfield zumindest im Bino zu entdecken.

Mit meinen Quellen meine ich nicht die Geschichten der Presse oder Sensationsberichte. Das ist etwas anderes. Daraufhin hab' ich auch die diversen Ephemeriden-Seiten gecheckt, und da stand, wie Ihr alle richtig sagt, Werte um 4mag. Was man von 4mag-Kometen in einem Industriestaat in Horizontnähe zu erwarten hat, ist mir schon bewusst. Der springt einem nicht ins unbewaffnete Auge. Erst braucht man Geduld, danach Geduld, und anschließend etwas Geduld.

Und weil ich ihn eben überhaupt nicht gefunden habe, zielte meine Frage, ob vielleicht jemand etwas weiß, dass Bradfield sich möglicherweise noch schwächer als eben die 4mag entwickelt hat. Ich erinnere mich z.B., wie schwer mir die Sichtung von Hoenig seinerzeit gefallen ist - aber dennoch unter Top-Bedingungen gelungen.

Das Kuriosum am Rande ist aber, dass sich meine Beobachtung nun doch ausgezahlt hat. Ausgerechnet auf einem 16-s-Foto, dass ich mit einer Digitalkamera am 25.04. als letztes um 5.05 gemacht habe, verrät sich Bradfield mit kleinem Schweif. Weil es das letzte Foto an diesem Morgen war, hatte ich es zunächst noch nicht näher untersucht. Das Bild werde ich in den nächsten Tagen auf meine Seite stellen.

Also nix für ungut, ich hoffe, Bradfield bereitet uns noch ein wenig Bildmaterial, während man sich auf den Mai freuen kann!

cs
 
Moin Alex!

> Und weil ich ihn eben überhaupt nicht gefunden habe, zielte meine Frage,
> ob vielleicht jemand etwas weiß, dass Bradfield sich möglicherweise noch
> schwächer als eben die 4mag entwickelt hat. Ich erinnere mich z.B., wie
> schwer mir die Sichtung von Hoenig seinerzeit gefallen ist - aber dennoch
> unter Top-Bedingungen gelungen.

Zu Deiner ersten Frage kann ich Dir auch nichts Konkretes sagen. Eine
Diskussion über die F4-Helligkeit gab es vor einiger Zeit z.B. in der
Comets-ML (bei Yahoo.com). Ich hab's aber nur beiläufig verfolgt.
Wenn ich daran denke, daß vor ca. zwei Wochen noch darüber spekuliert
wurde, daß F4 das Perihel nicht überlebt, zeigt mir, wie schwer irgend-
welche Prognosen bei Kometen zu treffen sind. Gerade F4 ist IMO ein
extremes Beispiel, weil er eben unter schwierigen Bedingungen entdeckt
wurde und wenig Daten vorhanden sind, um sein Helligkeitsverhalten genauer
vorherzusagen.

Damals bei Komet Hönig (Sebastian hat ihn im Aug. 02 höchstpersönlich in
meinem TAL-1 auf dem Aschberg gesehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ) hatte ich eine interessante
Erfahrung: Viel hing bei der Erkennbarkeit wirklich von der AP ab. In
einer Nacht war dieser flächige Komet in der kleineren Optik (110 zu
150 mm) klar besser zu erkennen - der Unterschied war tatsächlich nur
1 mm weniger AP im kleineren Newton. Daß ein aufgehellter Himmel durch
Dunst, städtisches Streu- und das Mondlicht schwierige Kometen mit
geringer Flächenhelligkeit "kaputtmachen", dürfte klar sein.
 
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