Meine ersten Marsversuche am 4,5" Newton

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moonbouncer

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Hallo liebe Planetenfans,

hier ein kleiner Rückblick vom April. Während der Schönwetterperiode bot sich zur Oppositionszeit vom Mars die Gelegenheit, ihn auch einmal mit kleinerem Setup auf´s Korn zu nehmen. Das Seeing war allerdings an einigen Tagen sehr wechselhaft. Zumindest hat es dann doch für drei einigermaßen brauchbare Ergebnisse gereicht!
Beobachtet und aufgenommen habe ich den "kleinen Roten" mit dem 114/900 Newton und einer älteren Kompaktkamera im Videomodus, afokal durch das 6mm Okular mit Digiklemme bei manueller Nachführung.
Der allererste Mars-Versuch an diesem Instrument mit afokaler Aufnahmetechnik erfolgte bereits zur letzten Opposition vor zwei Jahren. Damals benutzte ich jedoch zu Testzwecken nur das 20mm Okular in Kombination mit 2x Barlow-Linse. Die Kamera befand sich auf dem Stativ; das war ziemlich anstrengend und die Resultate waren alles andere als zufriedenstellend!

Leider war beim zweiten Bild die Extinktion schon ziemlich heftig, dadurch hatte Mars einiges an Lichtstärke eingebüßt. Zum anderen habe ich bei dieser Digitalkompaktkamera wenig Einstellmöglichkeiten, was Blende und Gain betrifft. Um dem Mars noch Details zu entlocken, musste ich in der EBV schon hart an die Grenze des Machbaren gehen.

Auf jeden Fall hat es viel Spaß gemacht, auch mit diesem kleinen Equipment den Mars zu beobachten und fotografisch festzuhalten.

Viele Grüße, CS, Uwe

Hier die Ergebnisse vom 12., 16. und 25. April 2014




 

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Uwe,

Glückwunsch zu deinen Ergebnissen.
Den Mars vom 12.4 hattest Du ja auch in der Galerie reingesetzt. Die Bearbeitung dort gefällt mir wesentlich besser. Hier ist er etwas verschwommen und wirkt auf mich unnatürlicher.
Ich kenne die Problematik bei der Bildbearbeitung auch. Man schärft um möglichst viel Details herauszukitzeln und bekommt irgendwann eine körnige Struktur die man wieder glättet. Da kann man dann auch schnell zu viel machen.
Welches Programm verwendest Du denn ?
Ich benutze fitswork.
Histogramm zur Kontraststeigerung und Farbgebung.
Iterativer Gauss mit kleiner werdenden Radien (ca. 2,5/1,8/1,2) Stärke (50/40/30)
Anschließend wavelet Detailverstärkung Layer 1 und 2
NLM Rauschfilter Radius 1, Such-Umgebung 2 Stärke ca. 50
Dann nochmal leicht Wavelet Detailverstärkung
Mit gimp eventuell Artefakte am Planetenrand beseitigen und Unscharf maskieren.

Gruß,
Holger
 
Hi Holger,

besten Dank für dein Feedback und die Beurteilung meiner Aufnahmen.

Den Mars vom 12.4. hatte ich ja in bereits der Galerie. Weil ich aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden war, habe ich noch die Artefakte am Rand beseitigt und in Gimp den selektiven Weichzeichner benutzt, was dann aber vielleicht doch schon zuviel des Guten war!
Ich verwende übrigens bei der Beobachtung und Aufnahme vom Mars keinerlei Filter, daher erfordert die EBV einiges an Fingerspitzengefühl um noch die Details herauszuarbeiten. Mit Fitswork arbeite ich ebenfalls.
Vielen Dank für deine Vorschläge, wie man das eine oder andere bei der Bearbeitung noch besser machen kann. Das habe ich mal in die Tat umgesetzt, allerdings mit leichten Abweichungen, da sonst schnell Schärfungsartefakte auftraten.

Das Resultat habe ich mal mit CalSky und ALPO-Japan verglichen. Die wesentlichen Merkmale und Details auf der Marsoberfläche sind immerhin zu erkennen.

Hier die Neubearbeitung:

Link zur Grafik: http://www.fotos-hochladen.net/uploads/marsfinal1ecfsnarg6u.jpg

Da ich afokal filme und über den kleinen LCD-Monitor nicht immer erkennen kann ob der Fokus genau stimmt (entscheidet sich dann am PC-Monitor), bin ich mit den Aufnahmeergebnissen bei den 640x480px doch relativ zufrieden.

Hier noch zur Veranschaulichung, wie klein Mars mit 150 facher Vergrößerung durchs Okular bei 4,7fach Zoom der Kamera auf dem Chip abgebildet wird. Jupiter ist während der Opposition ca. dreimal größer!

Link zur Grafik: http://www.fotos-hochladen.net/uploads/marsokulard09twczru7.jpg

Holger: Du nimmst die Streams ja im HD-Modus auf. Kannst du auch mit 60fps filmen und wie ist dann die Auflösung? Benutzt du Filter bei den Aufnahmen? Auf jeden Fall kommen die Details sehr schön in deinen Bildern heraus!

Viele Grüße, CS, Uwe





 
Hallo Uwe,

Das ist ein prima Ergebnis, vor allem bei nur 114mm Öffnung. Hatte ich ja vorher auch und letztes Jahr dann den 8'' F6 Dobson von GSO (normale Version) zugelegt. Mit der selbstgebauten EQ-Plattform gehen damit die Aufnahmen jetzt noch besser und der Auflösungsgewinn macht sich mehr bemerkbar als ich vorher gedacht hätte. Da ich bei meiner Digicam bis auf die Belichtungskorrektur nichts manuell einstellen kann, habe ich mir noch einen Neutralfilter ND0.6 gekauft. Die größere Öffnung wirkt sich natürlich auf die Bildhelligkeit aus, so dass der Filter bei Mars, Mond, ISS und eventuell Jupiter bei mir oft zum Einsatz kommt. Auch visuell sind die Details besser zu erkennen, da sie weniger überstrahlt werden.

Ich filme im Full-HD Modus mit 30 fps. Gegenüber der normalen Auflösung ist das schon ein enormer gewinn, denn es wird bei mir die gleiche Chipfläche belichtet aber mit viel mehr Punkten. Die Auflösung ist feiner und vor allem ist der Planet am Monitor viel größer, da ja mehr Pixel belichtet worden sind.
Ich hatte die Kamera ja nicht zu Astrozwecken angeschafft und hielt den 18fach Zoom eigentlich für viel zu viel. Aber den verwende ich jetzt sogar mehr als ich dachte. Beim 25mm Okular fast komplett und beim 8mm Planetary teilweise auch über die Hälfte. Dadurch wird z.B. Mars und Jupiter schon ziemlich groß abgebildet und die Kameraautomatik kann damit besser umgehen.
Auch ich kontrolliere die Schärfe am Display der Kamera und mache meist mehrere Aufnahmen bei denen ich immer während der ersten Sekunden der Aufnahme nochmal neu scharfstelle. So erhöhe ich die Chance auf einen Volltreffer, denn auch bei mir sieht man die richtige Qualität erst am PC-Bildschirm.

Hast Du eigentlich auch schon mit dem Gedanken gespielt ein größeres Teleskop anzuschaffen und eventuell eine neue Digicam ?


Gruß,
Holger

 
Hallo Uwe,

als ich den Mars mit meinem 114/1000 mit 10mm Okular angeschaut habe, war er noch kleiner. Hattest du eine Barlow Linse mit drin, ober muss man den Zoomfaktor der Kamera berücksichtigen?

Gruss
Patrick
 
Hallo Holger,
auch ich bin immer wieder schwer beeindruckt von deinen Ergebnissen, die du mit der geschilderten Aufnahmetechnik und vor allem mit dem 8" Dobson erreichst! Die selbstgebaute EQ-Plattform würde mich interessieren. Wie hast du die konstruiert?
Für Streams über mehrere Minuten ist diese wohl aufgrund der Bildfelddrehung von Vorteil.

Die Umsetzung des Gedankens, mir ein größeres Teleskop und auch eine neue Digicam anzuschaffen, steht jetzt ganz oben auf der To do Liste! Das kribbelt ja förmlich in den Fingern, wenn man deine Aufnahmen anschaut. Vielleicht ist da noch die eine oder andere Überlegung, ob es nun ein 8", oder gleich ein 10" Dobson wird? Die visuelle Planetenbeobachtung wird wohl ein ganz anderes Erlebnis sein, als die mit meinem 40 Jahre alten Newton. Bin mal gespannt! Schade, dass ich im gesamten Monat April nur dreimal die Chance hatte, Mars zu beobachten. Der Mai war bisher von den Wetterbedingungen und Seeing katastrophal!

Hallo Patrick,
du hattest ein 10mm Okular am 114er mit 1000 mm Brennweite benutzt, dadurch ergibt sich eine 100fache Vergrößerung. (1000/10)! Daher erscheint Mars kleiner als im 114/900 Newton mit dem 6mm Okular. Bei dieser Okularbrennweite kommt man auf 150fache Vergrößerung. Eine Barlow habe ich nicht benutzt. Entscheident für die Abbildungsgröße ist hier letztendlich der Zoomfaktor der Kamera!

Viele Grüße, CS, Uwe


 
Ah jetzt sehe ich wo mein Fehler lag :) Aber ich habe schon ein 6.5mm okular bestellt, dann müsste ich ja ein ähnliches Ergebnis haben :)

Ich finde die Bilder auch super !

Gruss und clear Sky
Patrick
 
Hallo Uwe,

Anleitungen zu EQ-Plattformen findet man im Internet.
Mir fehlte gutes Werkzeug und handwerkliches Geschick, so sieht meine Plattform recht provisorisch aus und statt eines Motors habe ich einen manuellen Nachführhebel. Aber so hat es mich nicht einmal 10 Euro gekostet und ich kann den Planeten ca. 2 Min. im Display halten.

Auch visuell hat sich der 8'' Dobson gelohnt. Z.B. beim Orionnebel ist durch das größere Lichtsammelvermögen viel mehr zu sehen. Die Ausmaße bzw. das Gewicht solltest Du mit bedenken.
Also der 8 Zöller lässt sich noch recht gut tragen.

Gruß,
Holger
 
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