Meinungen zum Multi-Schiefsspiegler

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andres

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Hallo liebe Sternenfreunde,

meine Recherche nach Schiefspigler (z.B. Yolo) haben mich zu folgende Webseite gebracht: Multi-Schiefsspiegler
Einen Schiefsspiegler mit 3 Spiegelflächen. Auf der Webseite befindet sich sogar eine durchgerechnete Anleintung für 6" und 8" Hauptspiegel. Was hält ihr denn davon? So viele Spiegel "schlucken" eine Menge Licht; leider sind auf der Webseite keine Astroaufnahmen mit dem Gerät, sodaß ich nicht die Qualität sehen kann. Für Planeten und sehr helle Objekte ist es eine sehr gute Alternative zur den Refraktoren liest man oft im Internet. Hat jmd. Aufnahmen von so einem Gerät oder von einem Yolo?
Die Spiegeloberfläche von dem Spiegel der zwei Mal benutzt wird soll eine sehr gute Oberfläche haben, den die Fehler addieren sich! Ist die doppelte Genauigkeit gegenüber einen normalen Newton-Spiegel überhaupt als Amateurspiegelschleifer machbar?
Die Oberflächen sollten sphärisch sein, beim Hauptspiegel konkav und beim Zweitspiegel konvex. Der Drittspiegel sollte Parabolisch, oder besser, elliptisch sein. Ich habe schon eine Webseite gefunden wo jmd. durch Zug- und Druckkräfte am Spiegel eine Verformung verursacht, damit er den verformten Spiegel (der sphärisch war) überkorrigiert, bzw. verformt es auf eine Sphäre bringt, damit bei loslassen der Kräfte der Spiegel astigmatisch wird, und somit den Fehler des Erstspiegels korrigeren kann. Allerdings habe ich gelesen, daß bei f/11 Anordnungen dies nicht mehr nötig ist; einen sphärischen Spiegel würde ausreichend sein, da der Fehler minimal ist. Wie macht sich den überhaupt diesen Fehler bemerbar?
Der Haupt- und der Zweitspiegel kann man miteinander schleifen, und so würde man Zeit sparen.
Das Projekt an sich finde ich sehr Interessant und würde es gerne auch angehen, natürlich nachdem ich einige Meinungen gesammelt habe bzw. auch meinen Studentenbudget analysiert habe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Gruss,
Andres
 
Hallo!

Ich habe zwar keine Ahnung von schleifen etc. aber bin von den Schiefspieglern nihct sehr überzeugt. Ich habe noch durch keinen durchgeschaut, meine Meinung beruht alleine auf der Art dieses Teleskopes. (Also nicht böse sein, wenn das schwachsinn ist was ich hier schreibe) aber du bringst das Bild von dem ersten Spiegel SCHIEF raus und versuchst das ganze dann wieder zu korrigieren. Diese ganze hin und herspiegelei, das Korrigieren von vorher selbstgemachten Bildfrehlern etc. finde ich als unnötige Probleme. Wenn du etwas "extraordinäres" machen möchtest, dann würde ich dir zu einem Reflektor raten, bei dem das Licht vom Hauptspiegel auf einen konvexen Fangspiegel wirft. Das Licht geht wieder zurück RICHTUNG Hauptspiegel und wird dann von einem normalen Fangspiegel seitlich rausgelenkt. ICh weiß nihct wie dieser Teleskoptyp heißt, aber irgendwas russich kllingendes hatte der Erfinder. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Gregory glaube ich. googel mal danach! oder du machst nen Ritchex cretien! dann viel Spaß beim schleifen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

mfG Michael
 
@Der_Michael: Nun ja, solche Teleskope werden gemacht, um sich die Abschattung des Fangspiegels zu ersparen, was sich in schärferer Bilder ausdrückt. Das Teleskop was Du beschreibst ist vielleicht ein Cassegrain-Typ?

Gruss,
Andres
 
Hallo,

der Witz bei den Schiefspieglern ist ja gerade, dass das "schiefe" Bild durch die anderen Spiegel gut korrigiert wird. Wie Andres schon bemerkt hat, hat man keine Abschattung mehr, da nichts im Strahlengang "rumliegt". Ausserdem sind die SPiegel wohl auch viel einfacher und vor allem günstiger herzustellen, als Linsensysteme.
Ich habe vor kurzem angefangen, den Doppelband "The best of Amateur Telescope Making Journal" zu lesen. Dort ist mir aufgefallen, dass es in Amerika anscheinend recht viele Anhänger dieser Schiefspiegler gibt. In einem Artikel ziemlich am Anfange des ersten Bandes sind diese Teleskoptypen aufgelistet.

 
Hallo!

hmm ja dass die Abschattung des Fangspiegels entfällt ist mir schon klar. Aber ich finde es harmonischer, wenn alles grade verläuft (und vieleihct auch etwas einfacher herzustellen für ANdres)

Aber wie gesgat das ist meine persönliche Meinung.

@Andres ich habe nohcmal in dem über 60 jahre alten Buch nachgeguckt es handelt sich um einen "Gregoryschen Reflektor". Anders als bei dieser Zeichnung ist laut meinem "schlauen Buch" kurz vor dem Haupspiegel(der ja hier durchbohrt ist) ein Fangspiegel wie im newton, der das Licht nach draußen befördert.

Link zur Grafik: http://www.astronomie.de/technik/teleskop-systeme/images/gregori_teleskop.gif

das ist was außergewöhnliches, was auch nciht allzueinfach sein dürfte(ich denke an den 1. Fangspiegel)

mfG Michael
 
Hallo Michael,

Aber ich finde es harmonischer, wenn alles grade verläuft

Nun ja, gerade verlaufen ja die Strahlen in einem Schiefspiegler auch, jedenfalls genauso "gerade" wie in einem Newton. Beim Porrofernglas schaut man ja auch unter 60° rein.
Es ist schon klar, dass das Design etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber das ist ja nur Fassade, die man durch ein paar Bretter "unsichtbar" machen kann.

Ich habe mal in dem "Best of ATM Journal" nachgeschaut. Es gibt in dem einen Artikel, den ich erwähnte folgende Arten der Schiefspiegler:
  • Einzelspiegelteleskop nach Herschel (einfach ein Parabolspiegel etwas schief gestellt); mit viel Koma und Astigmatismus...
  • der bekannte Schiefspiegler nach Kutter
  • Leonard's Yolo
  • unobstruierter Newton nach Sasián
  • Tri-Schiefspiegler nach Buchroeder
  • Tri-Schiefspiegler nach Kutter
  • Leonard's Solano
  • "Front-view Tri-Schiefspiegler"
  • gefalteter Tri-Schiefspiegler

Also ob einem diese Designs nun gefallen oder nicht, möge jeder für sich entscheiden. Für viele Außenstehende ist es ja schon verwunderlich, dass man bei einem Newton seitlich ins Rohr reinschaut. Etwa 2 von 3 Leuten, die ich zum Beobachten einlade (Leute, die von Astronomie 0 bis 0,5 Ahnung haben), schauen durch den Sucher und wundern sich, daß sie nicht das sehen, was sie sehen sollten.

Kleine Frage noch zu dem Gregory: Wie groß ist denn die Obstruktion durch diesen zweiten eingebauten Fangspiegel? Der dürfte ja die erste gebündelte Reflektion gehörig abschatten, wenn ich das in dem Bild hier richtig interpretiere.
 
Hallo,
Also....
Die Auflösung wird durch die Obstruktion nicht beeinträchtigt, sondern der Kontrast bei der Abbildung von großen Strukturen. Die Auflösung wird durch die Obstruktion erhöht und der Kontrast von feinen Objekten verbessert! Sonst wären alle Profiteleskope mit ihren riesigen Fangspiegeln Schrott und das sind sie nicht.
Die Spiegel von einem Newton müssen vier mal so gut gemacht werden wie dir Oberfläche von einem Refraktor. Bei 3-5 Reflexionen müssen die Oberflächen extrem genau gefertigt werden. Das ist nicht billig sondern teuer.
Die Oberflächen müssen besonders hoch reflektieren, sonst kommt von dem unobstruierten Licht bestenfalls die Hälfte an.
Es ist wesentlich einfacher den Verlust durch die Obstruktion mit hilfe eines größeren Spiegels auszugleichen, als damit den Strahlengang mehrfach deformiert wieder zu korrigieren.
Wenn ein 8" nicht reicht mach einen 10" Newton oder einen 12"
Ich hab das auch schon ein paar mal geschrieben, da gibts sicher Threads dazu noch und nöcher.
Wenn jemand sagt sein Teleskop habe bei hoher Vergrößerung einen schlechten Kontrast wegen der Obstruktion, dann ist das eine freche Lüge! Da ist der Spiegel schlecht oder der Tubus lässt Streulicht durch oder die Optik ist nicht richtig justiert.
Es gibt einen einzigen Schiefspiegler der von einem Amateur sinvoll hergestellt werden kann, das ist ein YOLO. Der hat zwei sphärische Oberflächen, von denen eine allerdings deformiert werden muß, also keinen Verlust gegenüber einem Newton der auch nur zwei Oberflächen hat. Zudem hat er gegenüber anderen Schiefspieglern den Vorteil daß das Öffnungsverhältnis noch einigermaßen normal ist (f/11 - f/13)

Grüße Martin
 
Kleine Frage noch zu dem Gregory: Wie groß ist denn die Obstruktion durch diesen zweiten eingebauten Fangspiegel? Der dürfte ja die erste gebündelte Reflektion gehörig abschatten, wenn ich das in dem Bild hier richtig interpretiere.

Hallo,
der Gregory war zeitweise populär, weil man von hinten reinschaut, von vorn wieder raus und weil das Bild aufrecht und seitenrichtig ist. Die Gregory-teleskope wurden durch die Cassegrains abgelöst, weil die erheblich kürzer bauen bei gleichen Eigenschaften und weil es am Himmel egal ist ob das Bild seitenrichtig ist. Zudem hat der Cassegrain den Vorteil, daß der Fangspiegel deutlich kleiner sein kann. ( Das kann man aus der Zeichnung oben leicht sehen, beim Cassegrain ist der Fangspiegel da wo sich die Strahlenbündel vom Hauptspiegel aus gesehen zum ersten mal kreuzen. Da ist das Strahlenbündel welches zum Fokus verläuft etwa halb so breit wie beim Gregory-Fangspiegel.)

Grüße Martin
 
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Dann hatte ich ja recht mit der Vermutung, daß die Genauigkeit der Spiegeloberfläche bei mehrfach Spiegel wesentlich höher sein muss --- Danke Marty für Deinen ausführlichen Antwort! Nun, eine Frage hätte ich noch, und zwar wie kann man das Spiegel von einem Yolo deformieren, ohne diese Einrichtung? Was wird überhaupt öfters benutzt?

Gruss,
Andres
 
wie kann man das Spiegel von einem Yolo deformieren, ohne diese Einrichtung?

Hallo,
Entweder man baut für den Tubus eine Spannfassung, damit wird der Gegenspiegel deformiert. Man kann am Bild eines Sternes dann die Spannung so einstellen, daß der Stern rund wird.
Oder man schleift den Spiegel gleich torisch, dazzu braucht man nicht unbedingt so eine Fassung, sondern man dreht den Spiegel und das Tool nicht mehr gegeneinander beim Polieren. In einer Richtung poliert man MOT (Spiegel oben) und 90° dazu versetzt TOT (Tool oben) Dann muß man die unterschiedlichen Bernnweiten messen und bis zur gewünschten Brennweitendistanz polieren. Ist eher was für erfahrene Spiegelschleifer.
Grüße Martin
 
Hallo Marty,

Die Auflösung wird durch die Obstruktion erhöht und der Kontrast von feinen Objekten verbessert!

Könntest du das noch etwas genauer erläutern. Es ist mir nämlich nicht ganz klar, wieso die Auflösung bei mehr Obstruktion besser sein soll. Ich dachte immer, das hängt vom Objektivdurchmesser ab.
Etwas überspitzt gefragt: Wieso habe ich bei einem 12"er mit 99% Obstruktion eine bessere Auflösung als bei einem 12"er mit 16% Obstruktion?

Besten Dank und
 
Hallo Marty!

Das mit der Baulänge läuchtet sogar mir ein, aber warum gibt es einen Unterschied in der Fangspiegelgröße?

Ob ich nun einen hohlen Fangspiegel x cm außerhalb des Brennpunktes oder einen konvexen x cm innerhalb (Cassegrain) einbaue - der Spiegel müßte doch gleich groß sein!?

Servus
 
Wieso habe ich bei einem 12"er mit 99% Obstruktion eine bessere Auflösung als bei einem 12"er mit 16% Obstruktion?
Hallo,
Das hängt mit der Kontrastübertragung zusammen. Wenn du die Kurve von einem obstruierten System ansiehst, dann siehst du daß die nicht kontinuierlich verläuft sondern bei den feineren Details einen Buckel macht. Da die Kurven auf 100% normiert sind verläuft die Kurve in diesem Bereich über der Kurve von unobstruierten Systemen.
Wer mein Buch hat, vgl. Seite 113.
Ist wohl etwas übertrieben, es ist wohl besser zu sagen daß die Auflösung nicht beeinträchtigt wird. Ob das bei 99% auch noch geht möchte ich bezweifeln. Diese Faustformeln gelten immer nur in den üblichen Bereichen. Sicher nicht in Extrembereichen wie 99% Obstruktion.

Grüße Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Marty,

der Sekundärspiegel für einen ähnlich gerechneten Gregory
liegt aber natürlich ähnlich weit hinter dem Primärfokus wie
er beim Cassegrain vorm Primärfokus liegt. Damit ist er dann
eben auch (fast) gleich gross. Ausserdem muss man bei diesen
Systemen unbedingt auch die Obstruktion durch Blenden
berücksichtigen. Hier schneidet der Cassegrain soweit ich mich
erinnere erheblich schlechter ab. Sein entscheidender Vorteil
bleibt natürlich die unschlagbar kurze Bauform.

Ciao, Heiner
 
der Sekundärspiegel für einen ähnlich gerechneten Gregory
liegt aber natürlich ähnlich weit hinter dem Primärfokus wie
er beim Cassegrain vorm Primärfokus liegt.

Hallo,
Ja, aber die Lichtstrahlen die zum Fokus führen sind nicht parallel. Wenn sie parallel wären, dann wäre der Cassegrain Sekundärspiegel gleich groß, da sie nicht parallel sind sondern auf den Fokus im spitzen Winkel zulaufen, ist der Sekunudärspiegel beim Cassegrain kleiner. Wirklich!
Die Streulichtproblematik ist beim Cassegrain auch nicht größer, eher kleiner, weil der Sekundärspiegel beim Gregory weiter vom Hauptspiegel weg ist und daher schwieriger gegen Streulicht zu schützen. Beim Cassegrain reicht ein Blendrohr am Hauptspiegel, beim Gregory muß man sicher auch noch den Fangspiegel mit einem Blendrohr versehen
Der einzige Vorteil beim Gregory ist, daß man den Sekundärspiegel als Amateur leichter herstellen kann, weil er ein Hohlspiegel ist.
Grüße Martin
 
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Der_Michael schrieb:

>aber du bringst das Bild von dem ersten Spiegel SCHIEF raus
>und versuchst das ganze dann wieder zu korrigieren. Diese
>ganze hin und herspiegelei, das Korrigieren von vorher
>selbstgemachten Bildfrehlern etc. finde ich als unnötige
>Probleme.

Letztlich arbeitet aber (wenn auch in abgeschwächter Form)
fast jede Optik so, dass eine Komponente Fehler der anderen
kompensiert.

Z.B. erzeugt bei einem Schmidt-Cassegrain die Schmidtplatte
genau so viel sphärische Aberration, dass sie die
sphärische Aberration von Haupt- und Fangspiegel
gerade kompensiert. Bei einem Ritchey-Chretien-Teleskop
kompensieren sich Haupt- und Fangspiegel in bezug
auf sphärische Aberration und Koma.

Und sowas ist auch in hoher Genauigkeit bei einem
Schiefspiegler möglich, wenn man etwa einen
Ausschnitt aus einem Mersenne-Schmidt (Paul-Baker)
Teleskop nimmt. Das nennt sich dann Stevick-Paul-
Schiefspiegler. Dann bleibt nur das Problem
der Justierung.

Die meisten Schiefspiegler-Entwürfe haben jedoch
leider erhebliche Abbildungsfehler, so dass ich
zur Vorsicht raten würde.

Noch etwas zur Obstruktion: Zwar nimmt die Modulations-
übertragungsfunktion (MTF) des blossen Teleskops mit wachsender
Obstruktion bei hohen Bildfrequenzen theoretisch zu.
In der Praxis muss man jedoch berücksichtigen, dass die
Atmosphäre in Form des Seeings hier oft die Grenze setzt.
Und deren MTF und die daraus resultierende Gesamt-MTF
fällt bei hohen Frequenzen stark ab, so dass der
theoretische Vorteil kaum nutzbar ist.

Insofern würde ich zu geringen Obstruktionen raten.
 
Letztlich arbeitet aber (wenn auch in abgeschwächter Form)
fast jede Optik so, dass eine Komponente Fehler der anderen
kompensiert.

Hallo,
Richtig, nur beim reinen Newton wird alles was möglich ist in einer Fläche kompensiert. (Um dann das was nicht möglich ist durch einen Korrektor zu kompensieren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> )

Zwar nimmt die Modulations-
übertragungsfunktion (MTF) des blossen Teleskops mit wachsender
Obstruktion bei hohen Bildfrequenzen theoretisch zu.
In der Praxis muss man jedoch berücksichtigen, dass die
Atmosphäre in Form des Seeings hier oft die Grenze setzt.
Und deren MTF und die daraus resultierende Gesamt-MTF
fällt bei hohen Frequenzen stark ab, so dass der
theoretische Vorteil kaum nutzbar ist.

Richtig, man wird kaum einen wirklichen Vorteil durch höhere Obstruktion erhalten, zumal der Kontrast bei niederen Frequenzen deutlich abfällt. Allerdings muß man auch keine Angst vor der Obstruktion haben. Zumal man ja beim Newton eben auch 20" transportabel verwirklichen kann. Da hält ein 6" Schief nicht mit. Auch nicht am Planeten.
Grüße Martin
 
Ich Blindfisch!
Alles klar, danke. Es lebe der Strahlensatz <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Hallo!

>Richtig, nur beim reinen Newton wird alles was möglich ist
>in einer Fläche kompensiert.

Wobei man allerdings die eine Fläche aufgrund der asph.
Deformation auch formal als 2 Komponenten betrachten kann,
wie es z.B. in der Plate-Diagram-Technik von Burch
praktiziert wird. (Man erkennt bei dieser Methode
schön, dass man die Deformation vom Hauptspiegel ablösen muss, um ein komafreies Teleskop zu erhalten. Ähnliche
Überlegungen hat Schmidt damals durchgeführt aber nur
z.T. publiziert.)

>Richtig, man wird kaum einen wirklichen Vorteil durch
>höhere Obstruktion erhalten, zumal der Kontrast bei
>niederen Frequenzen deutlich abfällt. Allerdings muß man
>auch keine Angst vor der Obstruktion haben. Zumal man ja
>beim Newton eben auch 20" transportabel verwirklichen kann.
>Da hält ein 6" Schief nicht mit. Auch nicht am Planeten.

Ich würde wie gesagt die Obstruktion immer möglichst gering
halten. Bei Schiefspieglern sehe ich in erster Linie
(neben den anderen Problemen der Kutter/Buchroeder/Sasian-Entwürfe mit grossen Abbildungsfehlern ausserhalb der Bildmitte) das Problem der Justierung.

Letztlich setzt immer die Atmosphäre das Limit.
Eine genau kollimierte, präzise Optik (inkl. guter
Fokussierung ohne Spiegelverstellung) ist jedoch
wichtig.

Ein genauer 6" kann insofern einem schlechten 8" sehr
deutlich überlegen sein, wie ich aus eigenen leidvollen
Erfahrungen im letzten Jahr bestätigen kann.
Mit meinem 8" konnte ich kaum die Polkappe von Mars
sichtbar machen. Beim 6" sah man hingegen alle erwarteten
Oberflächen-Details. Inwieweit die grosse Obstruktion
des 8" (und Tubusseeing) bei mässigem Seeing (Fried-Parameter R0 vermutlich oft zwischen 5 und 10, selten 10 und 15 cm) eine Rolle spielte, ist mir noch nicht ganz klar.

Es wäre jedoch denkbar, dass bei kleinem R0, welches
typisch bei 7-10 cm, seltener bei 15 cm und sehr selten
bei 25 cm liegt, grosse Obstruktionen bei einem grösseren Fernrohr besonders störend wirken während bei einem kleinen Teleskop ohne grosse Obstruktion das Seeing weniger stört.

Denn eigentlich "sieht" das kleine Fernrohr mit Öffnung D<R0 die Inhomogenitäten der Atmosphäre zeitlich hintereinander.
Bei genügend kurzer Belichtungszeit liesse sich dies
durch Verwerfen schlechter Aufnahmen mit so einer
Zelle vor der Optik korrigieren. Ein grösseres Fernrohr mit D>R0 hingegen hätte stets so eine inhomogene Luftschicht im
grösseren Strahlengang sitzen, die sich wie ein Fehler
der Optik auswirken würde und den Kontrast vermindern würde.

Zumindest leistet lt. Schroeder, "Astromical Optics" eine
Optik mit D>>R0 in bezug auf das Auflösungsvermögen
nicht mehr als eine mit D>=R0.
 
Hallo Andres,
Informationen zum Yolo findest Du unter
http://avf.astronomie.ch/steiner/yolo.htm

Fotos, die mit dem Yolo gemacht wurden sind unter
http://aida.astroinfo.org/steiner/
zu finden.

Durch diesen Yolo durfte ich auch schon durchschauen. Er brauchte den Vergleich mit einem danebenstehenden 300er Maksutov nicht zu scheuen. Das beugungsbegrenzte Bildfeld ist einiges grösser als bei einem Newton und der Kontrast ist phänomenal.

Die Flächen eines Yolos sind sehr langbrennweitig. Der Foucaulttest ist bei solch langen Brennweiten äusserst genau, die Fertigung einer genauer Optik ist damit relativ einfach. Unter
http://avf.astronomie.ch/steiner/yolotest.html
findest Du Testbilder des erwähnten Instruments.
Ich bin derzeit mit viel Freude an der Fertigung eines 250er Yolos. So ein optisch nahezu perfektes Instrument macht einfach Freude! Natürlich ist die Fertigung eines Newtons schneller gemacht (nur ein Spiegel) und mein bereits grobgeschliffener 535mm Rohling wird dannzumal sicher gleichviel am Planeten zeigen wie der Yolo. Trotzdem kann ich Dir einen Yolo wärmstens ans Herz legen! Der visuelle Eindruck vom praktisch immer beugungsbegrenztem Gesichtsfeld mit dem für lange Brennweiten typischen dunklen Himmelshintergrund muss man einfach erlebt haben. Jedes Teleskop hat halt seinen Himmel..... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
 
Hallo Andres,
bei der genannten webseite handelt es sich um eine nicht mehr aktualisierte Seite von mir, die sich mit dem Selbstbau des Multi-Schiefspieglers beschaeftigt. Die aktuellere webseite ist www.wolterscope.de
Dort sind auch unter der Fotogallerie Mondbilder von einem 150 mm f/11 Geraet (Bezeichnung wolterscope 150) abgebildet. Weitere Astrobilder findest du unter www.dnsolutions.at/binoviewer
dort in der Gallerie unter Mondbilder 2004.
Auf meiner webseite gibts auch unter downloads eine Justieranleitung fuer diese Teleskope.
Fuer ein ersten Prototyp hab ich die Spiegel selbstgeschliffen, den konvexen aber nicht genau getestet. Es hat mir schon gute Mondbilder und Details auf Mars gezeigt. Die optische Qualitaet dieses Selbstbaus hab ich dann aber nicht weiter untersucht, da ich dann weiterentwickelt habe, um es zu einem Produkt zu machen.
Ich halte den Selbstbau daher fuer machbar, wenn man sich auch mit dem Test des konvexen Spiegels beschaeftigt.
Eine hohe Genauigkeit fuer den sphaerischen Haupt- und Trispiegel laesst sich ja gut mit dem Foucaulttest erreichen.
Die fertigen Spiegel muessen dann in einem stabilen Tubus entsprechend dem optischen Design fixiert und prazise justierbar sein.
Die Brennweitentoleranzen sind recht eng, so sollte der Trispiegel keine Brennweitenabweichung von mehr als etwa 20 mm besitzen, die langbrennweitigen Haupt und Zweitspiegel koennen um mehr als 100 mmm abweichen (fuer 6 Zoll Design). Wenn man staerker abweichende Brennweiten produziert hat, so sollte das optische Design mit einem raytace Programm erstmal nachoptimiet werden (veraenderte Winkel und Spiegelabstaende) um die hauptsaechlichen Bildfehler Coma und Astig. zu kompensieren. Dafuer eignet sich sehr gut winspot von D. Stevick (freeware).
Die Grobjustage kann zunaechst mit einem Laserpointer und Marken auf den Spiegelmitten erfolgen, Feinjustage um Astigm. zu beheben dann am Stern entsprechend der Justageanleitung.
Im Best of ATM-Journal und im VDS Journal (Sommer 2000?) habe ich Artikel ueber den Selbstbau des Geraets veroeffentlicht.

freundliche Gruesse,
Heino Wolter
 
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