Mini-Firstlight 5.2" vs. 8"

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Override

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Hallo,

heute waren mal so wenige Wolken wie schon lange nicht mehr, also musste ich die Gelegenheit nutzen um meinen neuen 130/650mm Reisedobson von Skywatcher etwas länger auszuprobieren.
Außerdem wollte ich schauen, wie groß der Unterschied zum Galaxy D8 (mit Velours ausgekleidet) ist - vorneweg, extrem ist er nicht.

Gut 1 Stunde an die Außentemperatur angepasst (recht warm), standen sie nun vor mir; der Größenunterschied und auch Gewichtsunterschied ist enorm, obwohl der kleine nur 7cm kleiner im Durchmesser ist, aber man kann ihn eben einschieben.
Ausgezogen entsteht dann ein ca. 65cm langer Mini-Dobson.
Die Bedingungen waren miserabel, diesig, wabernde Luft, Aufhellung durch Mond und Sonne, hohe Wolken, aber das war egal.
Ich testete erst mal am Mond, da dieser schon bald hinterm Baum abtauchte. Mit dem 25mm Okular schön hell und scharf, ich ging rauf bis zum 6mm und stellte fest dass ich eigentlich ein Okular mit noch weniger Brennweite benötige, der Mond passt immer noch fast ins Gesichtsfeld.
Die Bedienung des Minidobson ist sehr einfach, allerdings der fehlende Okularauszug senkt den Komfort (scharfstellen erfolgt durch drehen des Gewindes), egal, klein ist er und extrem handlich :)
Dann gings los mit dem Vergleich. Erst M13, das 25mm steckte im 8", das 13mm im kleinen so dass ich ca. gleiche Vergrößerung hatte.
Im 8" erschien M13 matt leuchtend, mit Mühe sind ein paar Einzelsterne zu sehen. Beim Skywatcher verblasst M13 noch ein bisschen mehr, die Einzelsterne werden weniger, groß ist der Unterschied aber nicht.
Auch an M12 nicht, der 8" zeigt hier wiederum ein paar Sterne mehr, beim kleinen bleibt M12 fast neblig.
Schließlich noch Mizar in UMa bei beiden getrennt, hier macht sich ebenfalls das umständliche Scharfstellen beim Skywatcher bemerkbar.
Was ich noch ändern muss, ist der Streulichteinfall.
Ausgezogen befinden sich beim Minidobson rund 30cm ungeschützt an der freien Luft, komische Reflexe und Schatten beim Durchschauen sind die Folge. Außerdem ist der Fangspiegel nur an einer (etwas dicken) Strebe befestigt, also keine Spikes...
Provisorisch hing ich kurz meine Jacke um den offenen Bereich und das Bild wurde sofort merklich dunkler, M51 mit Begleiter wurde sichtbar, ohne war sie fast nicht auszumachen.
Was kann ich mir da am einfachsten Basteln um das Streulicht abzuschirmen? Ob es sich lohnt, den kurzen Tubus ebenfalls innen mit Velours auszukleiden weiß ich nicht...

Um zu einem Ende zu gelangen, der Kauf hat sich gelohnt. Die Handlichkeit des Skywatcher ist einfach super, Komfort darf man aber nicht zu viel erwarten. Außerdem ist ein niedriger Tisch oder Stuhl erforderlich, wenn man nicht gerade auf dem Boden sitzen will um zu beobachten.
 
Hallo Stefan,
schöner kurzer Einführungsbericht.
Wie sieht es denn mit Justage und deren Stabilität bei dem Gerät aus?
Fangspiegel nur an einer (etwas dicken) Strebe befestigt, also keine Spikes...
Das wird nicht ganz klappen, Spikes siehst Du trotzdem, 2 Stück.

Der OAZ ließe sich ja noch umrüsten - z.B. in einen Kineoptics HC-1 oder HC-2, wenn Du noch Geld in die Hand nehmen möchtest.
Als Lichtschutz-"Socke" würde ich ein Stück Iso-Matte + 2 Gummibänder verwenden. Wenn Du dann in dunklen Regionen bist, wo Du das nicht brauchst, hast Du gleich eine Sitzunterlage.
 
hallo,

ich habe ihn auch ausprobiert und muss sagen, der Kleine hat einen gewissen Charme mit seiner spartanisch-pfiffigen Konstruktion. Eingeschoben ist das Töpfchen absolut flugreisetauglich und sehr leicht, statt der Rockerbox wird man halt lieber ein Stativ mitnehmen. Die Prismenschiene verbleibt am Dob und damit kann man ihn überall klemmen.

Der OAZ ist ein Plastik-Helix-OAZ, je weiter man rausschraubt desto wackel. Aber es gibt 2 Klemmschrauben, also habe ich lieber das Okular selbst verschoben und geklemmt. Schwerere Okulare sind also nicht anzuraten. Streulichtschutz durch ein schwarzes Tuch ist unabdingbar, hätten sie gleich dazugeben können.

Durch die Kleinheit reichen die 2 Stangen aus, das Ding kann als justierstabil bezeichnet werden. Die Lust zu vergrössern wird endlich sein, denn im Sterntest zeigte sich doch eine ziemliche sphärische Aberration des Parabolspiegels, sodass dieser als gerade noch beugungsbegrenzt durchgeht.

Verglichen mit meinem sehr guten 10" ist es allerdings nur ein Mäuschen das die Katze attackiert :-)

Als Lichtsammler bis AP 1mm macht das Ding aber absolut Spass, und als kompaktes und leichtes Reisegerät für meine nächste Reise in südliche Gefilde steht es ganz oben auf der Kandidatenliste.


lg Tommy
 
Hallo Stefan,

ein schöner Bericht und ein Bericht mehr, der zeigt, dass diese kleinen Newtons/Dobsons ihre Akzeptanz am Markt finden werden.
Dem Preis und der günstigen Herstellung geschuldet sind gewisse kleine Unzulänglichkeiten, wer will und kann, darf sie (wie immer bei gunstigen Teleskopen)zumindest teilweise beheben oder entschärfen und ja Tommy, die Spiegelqualität muss man auch im Auge behalten.

Deine Freude über das Teleskop ist berechtigt und nachvollziehbar.
Ich will Dich nun keineswegs kritisieren, aber Deine Aussage, dass der Unterschied zum 8" F/6 "nicht extrem" ist, bedarf einer Erklärung, denn sie könnte zu Missverständnissen führen.

Du hast den 5-Zöller und den 8-Zöller bei etwa gleicher Vergrößerung verglichen und das schauen wir uns nun mal genauer an.

130/650 + 13 mm Okularbrennweite ergibt 50fach bei 2,6 mm AP
200/1200 + 25 mm Okularbrennweite ergibt 48fach bei 4,2 mm AP

Das bedeutet, dass Du den 130er schon in den mittleren Vergrößerungs-, Auflösungs- und AP-bereich ziehst, während der 200er noch im Bereich Aufsuche/Übersicht/große AP steht. Bei gleicher Objektgröße blendet der Mond im "Kleinen" etwas weniger, der Himmelsgrund ist schwärzer, es wird schon mehr vom (sehr vereinfacht gesagt) durch Öffnung vorgegebenen Auflösungsvermögen genutzt.
Dennoch zeigt das große Rohr bereits mehr Sterne.

Die Unterschiede kann man nun sehr deutlich harausarbeiten, wenn man zum Beispiel die AP beider Teleskope angleicht.
Der 200er erreicht mit den 25 mm Okular 4,2 mm Ap bei 48fach. Der 130er müsste dazu mit einem 21 mm Okular für 31fach ausgestattet werden. Er bietet bei gleicher AP fast das doppelte Feld, fällt allerdings von der Auflösung her deutlich zurück. Hilfsweise kann man sich diese Unterschiede auch im Vergleich der beiden Geräte mit dem 25 mm Okular gut ansehen.
Gönnen wir nun dem 200er das 13 mm Okular, vergrößern also auf 92fach bei 2,2 mm AP wird der 130er wieder im Vergleich erheblich zurückfallen, weil er einfach bei 50fach und 2,6 mm AP hängt. Für den exakten Vergleich bräuchte man am 130er dann ein 11 mm Okular, das würde aber wenig ändern.
Nun kann man beide Rohre noch höher ziehen. Die optimale Auflösung für Teleskop und Auge liegt bei 1 mm AP, da hätten wir dann im 130er ein 5 mm Okular für 130fach im Einsatz und am 200er ein 6 mm Okular für 200fach.
Das sollten Beide noch sehr gut schaffen und es sollte auch noch mehr gehen, aber die Luft wird spätestens hier für den 130er halt immer dünner, die Schere geht quasi auf, auch wenn man nicht gleich auf das theoretische Maximum vom doppelten der Offnung als maximale Vergrößerungszahl abfährt.

Unabhängig von solchen Betrachtungen steht für mich außer Frage, das so ein guter 130er Newton/Dobson ein transportables, feines Teleskop ist, mit dem man schon sehr viel sehen und sehr viel Freude haben kann.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Günther,

nun gut, danke für die ausführliche Analyse. Ich bin leider mit dieser Rechnerei nicht ganz so vertraut, für mich zählt eher was ich sehe. Und da dachte ich, man könnte die beiden bei ähnlicher Vergrößerung am "einfachsten" vergleichen.
Außerdem habe ich nicht die ganze Brennweitenpalette sondern nur 25, 13, 8 und 6mm (das 2" 30mm kann ich beim Skywatcher nicht verwenden).
Sollte ich dann besser ähnliche APs haben um einen aussagekräftigeren Vergleich zu bekommen?

Ansonsten werde ich den kleinen noch mit einer Lichtschutzsocke ausstatten und bei besserem Wetter nochmals testen.

Ach ja, aber @ Ralf, warum sieht man trotzdem 2 Spikes obwohl nur 1 Strebe da ist? Kann mich nicht erinnern, gestern welche gesehen zu haben, entweder weil ich nicht aufgepasst habe oder von meiner Meinung schon recht überzeugt war und deswegen nicht weiter darauf geachtet habe.
 
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Hallo Tommy,

erstmal Alles Gute zum 50sten - willkommen im >50-Club! ;)

Zitat von tommy_nawratil:
... im Sterntest zeigte sich doch eine ziemliche sphärische Aberration des Parabolspiegels, sodass dieser als gerade noch beugungsbegrenzt durchgeht. ...
Schön, daß Du jetzt mal einen getestet hast, "beugungsbegrenzt" bei f5 ist ja nicht wirklich übel :) ... aber liegt's nun wie beschrieben wirklich am Hauptspiegel, oder vielleicht am Fangspiegel oder dessen Halterung? ?)

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Stefan,

der Vergleich bei gleicher Vergrößerung ist ebenso richtig wie der Vergleich bei gleicher AP und an den Grenzen des jeweiligen Auflösungsvermögens. Es gehört halt alles zusammen und das wollte ich etwas klarer herausarbeiten, mehr nicht.
Rein theoretisch müsste man sogar für einen echten Vergleichstest gleiche optische und mechanische Qualität anstreben und dann hätte man (fast) den reinen "Öffnungsvergleichstest".
Das ist aber doch gar nicht so einfach und sicher auch nicht wirklich gewollt.
Andererseits will man aber auch gewiss nicht so aussehen als wolle man den Öffnungsunterschied zu "klein" reden.
Du willt aussagen, dass dieses kleine, transportable Röhrchen durchaus respektable Beobachtungen erlaubt, gegen einen 8-Zöller gar nicht so schlecht aussieht, unter Umständen und bei bekannten Anforderungen (die sind doch nie gleich) sogar eine Alternative ist.
Da bin ich voll und ganz bei Dir. :super:
Deine Okulare reichen locker aus, um mit beiden Teleskopen gute Beobachtungen zu machen und sie reichen auch locker aus, die Unterschiede herauszufinden.
Das kann sogar Spass machen, wenn der eigentliche Sinn, das Beobachten und die Freude daran, nicht zu kurz kommt.

Gruß und CS
*entfernt*

PS: Ein Streulichtschutz um die Stangen und eine Tau-/Streulichtkappe als Tubusverlängerung wären ganz sicher MEINE ersten Tuningmaßnahmen.
Diese Einarmhalter äußern sich eigentlich bei geringen Vergrößerungen an hellen Sternen durch einen einseitg etwas fetteren Lichtausbruch. Erst bei höheren Vergrößerungen siehst Du Spikes.
 
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Hallo Stefan,
warum sieht man trotzdem 2 Spikes obwohl nur 1 Strebe da ist?
physikalisch herleiten kann ich das jetzt auch nicht, ist aber leider so. Eine FS-Strebe erzeugt immer auch auf der gegenüberliegenden Seite einen Spike.
Bei 3 Beinen hast Du 6 Spikes, bei 4 Beinen eigentlich 8 - die überdecken sich aber, wenn die rechten Winkel stimmen.

Falls Du tiefer einsteigen möchtest: http://imaging.creol.ucf.edu/publications/Spider_Diffraction.pdf
 
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