mini-Taukappenheizung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Nasus

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

Für Kameraobjektive möchte ich mir eine Taukappenheizung bzw. zwei Taukappenheizungen zulegen.
Da ich nicht zu viel Basteln bzw. Bestellen möchte (Konstantan oder Heizpads, Akkubox, ggf. Steuerelektronik) und auch keine 12V draufgeben will, sondern nur was "Hosentaschenkonformes" kam mir die Idee, dieses Stiefel/Handschuhheizer zu verwenden, die mit einer kleinen Batteriebox lange genug für meine Zwecke ausreichen würden.

Hat das schon jemand ausprobiert?

cs
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

ausprobiert noch nicht, aber ich würde vermuten, dass die Heizleistung VIEL zu hoch liegt, du brauchst ja nur ca 5-10mW pro cm^2 Öffnung .

Zum Thema 12V, du kannst das Konstantan doch auch für jede andere Spannung auslegen.
 
Zitat von Nasus:
Hallo zusammen,

Für Kameraobjektive möchte ich mir eine Taukappenheizung bzw. zwei Taukappenheizungen zulegen.
Da ich nicht zu viel Basteln bzw. Bestellen möchte (Konstantan oder Heizpads, Akkubox, ggf. Steuerelektronik) und auch keine 12V draufgeben will, sondern nur was "Hosentaschenkonformes" kam mir die Idee, dieses Stiefel/Handschuhheizer zu verwenden, die mit einer kleinen Batteriebox lange genug für meine Zwecke ausreichen würden.

Hat das schon jemand ausprobiert?

cs
Jürgen

Hallo Jürgen,
maß doch mal den Widerstand der Handschuheizer. Mehr wie 3 Watt Leistung wirst Du nicht brauchen. Entsprechend hoch müßte die Spannung sein.
Mit den Formeln kannst Du dann die erforderliche Spannung berechnen:
P=U*I (Leistung)
R=U/I (Ohmsches Gesetz)
P = U*U/R = U^2/R
U= sqrt (P*R) , sort(x) := Quadratwurzel aus x
R = gemessener Widerstand
P = geforderte maximal Leistung

So mal ins Blaue geschätzt. Kauf dir einzelne Widerstände und schalte die in Serie (3 reichen aus). Die sollten aber in Summe der geforderten Leistung stand halten.
Auf ähnliche Art und Weise habe ich mir mal eine Frontscheibenheizung für die Artemis Art11002 gebaut (die Atik hatte das erst später).
Dazu ein bißchen Klebe und Klebeband und fertig biste.
Grüße,
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

dass die (billig) Teile zu viel Leistung haben, denke ich nicht - fast jeder jammert, dass die höchstens 2-3 °C bringen.
Aber dennoch: Je mehr ich da Nutzermeinungen lese ("heizt nur an der Ferse" etc.), desto deutlicher wird, dass ein Selbstbau die deutlich bessere Alternative ist.
Konstantan bekomm ich hier zum Glück, wenn auch unter anderer Handelsbezeichnung, ne Box für 2 AA-Zellen fährt auch noch rum. Konstruktionsanleitungen hab ich auch schon, wie man das durchrechnet (danke Gerrit) erinnert mich an die gute alte Zeit im Physik-LK.

Offene Fragen:
1. Muss eine beheizte Taukappe so lang wie eine "normale" sein? Streulicht gibt es bei mir zum Glück nicht. Falls die eben nur 3cm lang wäre könnte ich die ohne Abschattung für verschiedene Optiken nutzen, ohne die kompliziert als Tulpe zu gestalten, sondern als einfacher Zylinder.
2. Welche Temperaturdifferenz muss ich erreichen, um Taubeschlag zuverlässig zu verhindern? Klar, das hängt auch von der Feuchtigkeit ab... Oder kann man pauschal sagen, dass man z.B. mit 3 Watt Heizleistung eine Fläche von etwas mehr als 30 Quadratzentimetern feihalten kann, selbst wenn die Umgebungstemperatur unter -20° fällt?

cs
Jürgen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jürgen,

für die Länge wird im allgemeinen der 1,5-2 fache Objektivdurchmesser empfohlen.

Die Heizleistung hängt davon ab, ob Du z.B. eine Metalltaukappe von aussen heizt (viel Leistung) oder die Taukappe aus einem gut isolierten Plastik-/Papprohr besteht und der Heizdraht innen als Wärmestrahler dient (sehr wenig Leistung oder evtl. gar keine Heizung).

Gruß
Tilo
 
Hallo Jürgen

Zitat von Nasus:
1. Muss eine beheizte Taukappe so lang wie eine "normale" sein? Streulicht gibt es bei mir zum Glück nicht. Falls die eben nur 3cm lang wäre könnte ich die ohne Abschattung für verschiedene Optiken nutzen, ohne die kompliziert als Tulpe zu gestalten, sondern als einfacher Zylinder.

anfangs hab ich das so gemacht: Metallgegenlichtblende von einer Russtentonne mit 82mm Innendurchmesser, Länge 60mm, 2-3 Watt von aussen beheizt und nicht wärmeisoliert. Das war bei meinen Objektiven mit max. 72mm Frontlinsendurchmesser immer ausreichend.

Die Mindest-Öffnung O einer Taukappe kannst Du wie folgt berechnen:

O = D + l*d/f

mit
D = Objektivöffnung in mm
l = Länge der Taukappe
d = Chipdiagonale in mm
f = Objektivbrennweite in mm

Die Formel ergibt sich, wenn man die Formel für den Bildwinkel

alpha = 2*arctan(d/2f)

in die Formel für Taukappen( lt. Handbuch für Sternfreunde )

O = D + 2*l*tan(alpha/2)

einsetzt.

Inzwischen bin ich auf klobige, ans Objektiv angepasste, Viel-Bastel-Taukappen umgestiegen. Komme dafür aber "bisher" ohne Heizung aus. Bsp. für mein 135er im Anhang.

Gruß
Tilo
 

Anhänge

  • taukappe.jpg
    taukappe.jpg
    33 KB · Aufrufe: 446
Hallo Jürgen,

Zitat von Nasus:
2. Welche Temperaturdifferenz muss ich erreichen, um Taubeschlag zuverlässig zu verhindern? Klar, das hängt auch von der Feuchtigkeit ab... Oder kann man pauschal sagen, dass man z.B. mit 3 Watt Heizleistung eine Fläche von etwas mehr als 30 Quadratzentimetern feihalten kann, selbst wenn die Umgebungstemperatur unter -20° fällt?

... kann man pauschal sagen, hab ich auch oben schon: ca 5-10mW pro cm^2 Öffnung. Es kommt nur auf die Temperaturdifferenz an und wenn du schon wie in deinem Beispiel den Max-Wert von 10mW pro cm^2 annimmst, spielt es (aus eigener Erfahrung) keine Rolle ob du im Sommer bei lauschigen 20° oder im Winter bei -10° fotografierst.

Wenn du schon dabei bist zu basteln: http://v1.staufenastropraxis.de/beobachtung/basteln/basteln016.htm
da würde ich mir einfach eine Manschette basteln, die ich um die orig. Geli des Objektivs legen kann.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben