Ein Mono hat schon seinen Sinn ...
> Ok,sind diese Gläser bei Tag zu gebrauchen, oder ist das wirklich nur Spielzeug? Wer besitzt solche Gläser? Wenn mann unterwegs ist, wäre so ein kleines Glas leicht mitzunehmen.
Hallo Markus,
was erwartest Du für 13 Euro? Und was soll das 30 Euro teure "Minifernglas Travel Tech" leisten? Auch ein monokulares Fernglas ist ein Fernglas - mit einem Objektiv, einem Okular und einem Prismensystem zur Bildumkehr. Mit etwas gesundem Menschenverstand kann man sich eigentlich ausrechnen, was ein monokulares Fernglas für 13 oder 30 Euro NP zu leisten vermag ...
Ein Fernglas, wie das in dem Link als "Travel Tech" bezeichnete Exemplar, kenne ich von meinem Fotohändler. Das liegt seit Monaten in der Vitrine und keiner will es haben. Mag sein, dass dieses "gute Stück" ein Ausreiser ist, aber es läßt sich für normalsichtige Personen nicht richtig auf unendlich fokussieren, das Bild ist flau und und wenn die Fokussierung auf nähere Objekte gelingt, dann ist das Bild trotzdem nicht richtig scharf. Ob dieses Glas baugleich mit dem "Travel Tech" ist, das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber die Ähnlichkeit ist sehr groß und ich wüßte 30 Euro sinnvoller auszugeben.
An sich haben monokulare Ferngläser schon einen Sinn und man kann sie wirklich vielseitig nutzen. Der Platzbedarf ist gering, man kann so ein Mono problemlos in der Jackentasche oder im Rucksack verstauen und so ist es auch stets dabei, wenn etwas mehr Vergrößerung als 1x erforderlich ist. Die letzten Jahre hatte ich immer ein monokulares Fernglas im Bestand und die Gläser haben mir beim Besuch im Museum genauso gute Dienste geleistet wie im Konzert oder bei einem Spaziergang im Wald. Allerdings hatte ich kein Bresser und auch kein Travel Tech, die optische Leistung sollte schon so gut sein, dass die Beobachtung auch Sinn und Spaß macht. Wer neben der Astronomie ein Herz für die Natur hat, der wird die Vorzüge eines guten Monos vielleicht zu schätzen wissen. Gerade im Nahbereich haben binokulare Ferngläser ihre Grenzen. Da man beide Teilbilder möglichst ohne Anstrengung zur Deckung bringen muß, kann man nicht beliebig nah ans Objekt herangehen. In der Regel ist mit einem Dachkantglas spätestens bei 2m Entfernung Schluß, mit einem Porroglas klappt es vielleicht bis 5 oder 6m Entfernung. Es gibt monokulare Ferngläser, die kann man bis 0,2, 0,3 oder 0,5m Entfernung fokussieren und genau hier liegt die Stärke eines guten Mono. Wer gern mal Insekten auf einer Wiese beobachtet, der kann diesen Vorteil nutzen. Auch bei Gelegenheiten, wo man wegen einer Absperrung nicht nah genug an ein Objekt kommt (Bilder im Museum o.ä.), ist so ein Mono als "Fernlupe" nützlich. Gute Monos lassen sich auf deutlich kürzere Entfernungen als beim "normalen" Fernglas einstellen und sie taugen genauso gut für große Entfernungen.
Wenn ich mir heute nochmal ein Mono suchen müßte, dann würde ich auf folgendes achten: Es sollte eine gute, besser sehr gute optische Leistung mitbringen. Es ist heutzutage schwer zu vermitteln, aber ein richtig gutes Mono kostet gutes Geld und sowas gibt es nicht beim "Astro-Aldi". Ich würde auf jeden Fall darauf achten, dass eine Naheinstellung auf weniger als 1m möglich ist, so dass ich die Vorzüge eines Monos im Nahbereich auch nutzen kann. Es muß nicht gleich ein Zeiss 6x18 sein, es gibt auch gute Monos von Vixen fürs halbe Geld. Bei der Vergrößerung würde ich 6-fach anstelle 8-fach oder höher wählen. Normale Kompaktgläser vom Typ 8x20 lassen sich schon schwer genug ruhig halten, ein leichteres, monokulares Fernglas ist diesbezüglich noch schwieriger zu handhaben. Ein 6x18 kann ich freihändig noch sehr gut verwenden, ein 8x20 ist mir da schon zu unruhig. Wenn ich mir das Zubehör von Vixen anschaue, dann bekomme ich glatt Lust, mir das monokulare 6x16 zu kaufen (
Vixen Monokulare). Die Idee mit dem Mikroskop-Ständer finde ich genial. Ein kompakteres "Reisemikroskop" dürfte schwer zu finden sein.
Viele Grüße, Frank.