hanz
Aktives Mitglied
Hallo Fernglasfreunde,
nachdem ich immer wieder sehe, daß das Fernglas, welches man nicht dabei hat, auch das Fernglas ist, welches man nicht braucht möchte ich hier die Frage nach der optimalen zu bietenden Naheinstellgrenze für das Universalglas (das man immer dabei hat) stellen.
Bestwerte:
minimal: Pentax Papilio mit 0,5m spezielle Konstruktion mit Parallaxenausgleich durch variable Entfernung der Objektive und Retro-Porro-Prismen zur Minimierung der Parallaxe. Nachteil: dadurch praktisch kein Stereoeffekt bei "normalen" Objektabständen von 5-20m mehr.
universal: Stand der Technik sind die Zeiss FL mit 2m minimal, auch einige andere Gläser haben so kurze Minimalentfernungen. Leider durch Parallaxe ziemlich schlechtes Bild - manche sagen, nur einäugig wirklich gut.
noch gut: ca. 3m bei neueren Leica und anderen - dafür noch wirklich mit beiden Augen gut
noch brauchbar: wenige Porro-Gläser, 4m so das Minimum für 7x35 beim Olympus DPSR. Dafür gigantischer Stereoeffekt bei diesem Abstand.
unbrauchbar: fast alle "normalen" Porro-Gläser und stärker vergrößernden Dachkanten. Entsetzlich z.B. das für Astro so schöne Tento 20x60 mit rund 20m, aber die meisten 10x50 schon nur 6-8m (OK, diese Gläser sind als immerdabei sowieso ungeeignet wegen ihrer Sperrigkeit und z.T. auch wegen des Gewichts).
Was bringt denn nun die Naheinstellung und für was braucht/nimmt man sie?
1) 0,5-1m: Terrarien und andere abgegrenzte Räume mit Glasscheiben, wo man nicht mit der Lupe oder dem Auge näher ran kann. Insekten in freier Wildbahn (wobei aber die meisten bereits deutlich größere Fluchtdistanzen haben).
Kunstgegenstände in Vitrinen.
2) 1-2m: Schmetterlinge im Freien, wieder Objekte hinter Glas aber halt in großen Vitrinen, Eidechsen, Mäuse und andere scheue sehr kleine Kleintiere
bis hier gibt's nur die Pentax Papilios
3) 2m: ist super für Schmetterlinge (meist kommt man sowieso nicht näher) und andere Kleintiere sowie Blumen abseits der zugänglichen Zonen. Wenn möglich, sollte ein "immerdabei" hier mitmachen.
4)3-4m: es geht immer noch um Fluchtdistanzen - jetzt für die scheueren Tiere wie Vögel. Ein Glas das keine 4m bringt ist da aus meiner Sicht bereits ein schlechter Kompromiß.
5) >6m sind dann schon die typischen Jagdgläser
6) >20m (ja, das sind die typischen 60er bis 80er Astrogläser) nur noch für statische weit entfernte Objekte - Tiere kann man hier schon praktisch vergessen.
Universal: sollte schon so ca. 3m noch bringen! Damit fallen alle Porro 50er weg und auch die meisten Dachkant. Selbst bei vielen Faltgläsern ist meist nur 4-5m Nahbereich drin.
Wurde bisher hier wenig diskutiert, aber ein wirklich gutes "immerdabei" muß für mich Naheinstellung bis min 3m haben. Die 0,5m der Pentax Papilios werden dagegen selten gebraucht, da man für die Betrachtung solcher Objekte eher mit bloßem Auge näher ran geht (es gibt nicht viele Tiere mit Fluchtdistanz um 0,5-1m, meist ist bei 2m schon Schluß) wenn es möglich ist (Ausnahmen: Glasscheiben in Terrarien usw. oder gefährliche, ekelhafte - z.B. stinkende- Objekte.
Jedenfalls eher für Spezialbedingungen.
Für ein Universal-Superteuerglas sollten dagegen 3m unbedingt drin sein (Kleintiere, Vögel, Schmetterlinde usw.)
Die 2m der Zeiss FL sind toll, aber durch die extreme Parallaxe ist das Bild kein echtes "entspanntes" Fernglasbild mehr.
Gruß
Gruß
nachdem ich immer wieder sehe, daß das Fernglas, welches man nicht dabei hat, auch das Fernglas ist, welches man nicht braucht möchte ich hier die Frage nach der optimalen zu bietenden Naheinstellgrenze für das Universalglas (das man immer dabei hat) stellen.
Bestwerte:
minimal: Pentax Papilio mit 0,5m spezielle Konstruktion mit Parallaxenausgleich durch variable Entfernung der Objektive und Retro-Porro-Prismen zur Minimierung der Parallaxe. Nachteil: dadurch praktisch kein Stereoeffekt bei "normalen" Objektabständen von 5-20m mehr.
universal: Stand der Technik sind die Zeiss FL mit 2m minimal, auch einige andere Gläser haben so kurze Minimalentfernungen. Leider durch Parallaxe ziemlich schlechtes Bild - manche sagen, nur einäugig wirklich gut.
noch gut: ca. 3m bei neueren Leica und anderen - dafür noch wirklich mit beiden Augen gut
noch brauchbar: wenige Porro-Gläser, 4m so das Minimum für 7x35 beim Olympus DPSR. Dafür gigantischer Stereoeffekt bei diesem Abstand.
unbrauchbar: fast alle "normalen" Porro-Gläser und stärker vergrößernden Dachkanten. Entsetzlich z.B. das für Astro so schöne Tento 20x60 mit rund 20m, aber die meisten 10x50 schon nur 6-8m (OK, diese Gläser sind als immerdabei sowieso ungeeignet wegen ihrer Sperrigkeit und z.T. auch wegen des Gewichts).
Was bringt denn nun die Naheinstellung und für was braucht/nimmt man sie?
1) 0,5-1m: Terrarien und andere abgegrenzte Räume mit Glasscheiben, wo man nicht mit der Lupe oder dem Auge näher ran kann. Insekten in freier Wildbahn (wobei aber die meisten bereits deutlich größere Fluchtdistanzen haben).
Kunstgegenstände in Vitrinen.
2) 1-2m: Schmetterlinge im Freien, wieder Objekte hinter Glas aber halt in großen Vitrinen, Eidechsen, Mäuse und andere scheue sehr kleine Kleintiere
bis hier gibt's nur die Pentax Papilios
3) 2m: ist super für Schmetterlinge (meist kommt man sowieso nicht näher) und andere Kleintiere sowie Blumen abseits der zugänglichen Zonen. Wenn möglich, sollte ein "immerdabei" hier mitmachen.
4)3-4m: es geht immer noch um Fluchtdistanzen - jetzt für die scheueren Tiere wie Vögel. Ein Glas das keine 4m bringt ist da aus meiner Sicht bereits ein schlechter Kompromiß.
5) >6m sind dann schon die typischen Jagdgläser
6) >20m (ja, das sind die typischen 60er bis 80er Astrogläser) nur noch für statische weit entfernte Objekte - Tiere kann man hier schon praktisch vergessen.
Universal: sollte schon so ca. 3m noch bringen! Damit fallen alle Porro 50er weg und auch die meisten Dachkant. Selbst bei vielen Faltgläsern ist meist nur 4-5m Nahbereich drin.
Wurde bisher hier wenig diskutiert, aber ein wirklich gutes "immerdabei" muß für mich Naheinstellung bis min 3m haben. Die 0,5m der Pentax Papilios werden dagegen selten gebraucht, da man für die Betrachtung solcher Objekte eher mit bloßem Auge näher ran geht (es gibt nicht viele Tiere mit Fluchtdistanz um 0,5-1m, meist ist bei 2m schon Schluß) wenn es möglich ist (Ausnahmen: Glasscheiben in Terrarien usw. oder gefährliche, ekelhafte - z.B. stinkende- Objekte.
Jedenfalls eher für Spezialbedingungen.
Für ein Universal-Superteuerglas sollten dagegen 3m unbedingt drin sein (Kleintiere, Vögel, Schmetterlinde usw.)
Die 2m der Zeiss FL sind toll, aber durch die extreme Parallaxe ist das Bild kein echtes "entspanntes" Fernglasbild mehr.
Gruß
Gruß