Minimalvergrößerung

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Re: Zustimmung und Einspruch

Hallo notoxp (wie spricht man das eigentlich aus?),

ich stimme bezüglich „Stundenkilometer“ (richtig: „Kilometer pro Stunde“ oder „km/h“) sowie „Grad Kelvin“ (richtig: „Kelvin“, seit weit über 20 Jahren, vielleicht sogar schon seit mehr als 30 Jahren im SI = „Système International d’Unités“ international vereinbart) zu. Auch ich predige das immer wieder und ärgere mich, wenn ich solche Fehler im Radio oder Fensehen höre oder in Zeitschriften und Büchern lese, und ich könnte noch viele andere Beispiele nennen.

Ich stimme aber nicht bezüglich der üblichen Angabe von Objektivdaten in der Form „2,8/135 mm“ zu, denn bei dieser Angabe handet es sich bei dem schrägen Strich zwischen den beiden Zahlen NICHT um einen mathematischen Bruchstrich, der die Rechenvorschrift „Division“ kennzeichnete, sondern um einen Schrägstrich von rein sprachlicher, also nicht von mathematischer Bedeutung, der lediglich die Elemente einer Aufzählung voneinander trennt. Im übrigen hieße es vollständig „1:2,8/135 mm“, wie es wohl auch auf den meisten Objekiven angegeben ist, sofern sie nicht die angloamerikanische Schreibweise „135 mm f/2.8“ zeigen. Nur wird das häufig aus Platzgründen oder aus Bequemlichkeit zu „2,8/135 mm“ abgekürzt, wie auch ich selbst es in meiner beruflichen Arbeit gelegentlich mache.

Noch ein zweiter Einspruch: Die von Dir mit 1:4 gleichgesetzte und ebenfalls als „Öffungsverhältnis“ bezeichnete Größe „f/4“ in angloamerikanischer Schreibweise ist NICHT das Öffnungsverhältnis, sondern die Öffnung! Denn wenn man die Brennweite f durch die Blendenzahl 4 teilt (in dieser Schreibweise ist nämlich der Schrägstrich wieder ein mathematischer Bruchstrich), dann ergibt sich der Öffnungsdurchmesser. Das Öffnungsverhältnis ist eine dimensionslose Größe, aber f/4 hat als Dimension ein Längenmaß (üblicherweise mm).

Ich wollte Dich nicht kritisieren, sondern nur die etwas durcheinander geratenen Begriffe und Definitionen zurechtrücken. Das mag mancher als Pedanterie ansehen, aber wenn man sich gerade in der Kommunikation mit anderen wie hier im Forum bei solchen physikalischen Themen nicht eindeutig und exakt gemäß den präzisen Definitionen ausdrückt, leistet man Mißverständnissen und Unklarheiten Vorschub. Diese Kritik muß sich auch das von Dir eingefügte Zitat gefallen lassen, ungeachtet seiner im allgemeinen als seriös und kompetent geltenden Quelle. Wie soll denn gerade ein Anfänger, der mühsam versucht, sich in die Materie einzuarbeiten und daher solche Aussagen buchstäblich „einsaugt“ und damit sein Basiswissen ergänzt, später folgende Erklärungen richtig verstehen, wenn einer mit Öffnungsverhältnis korrekt den Quotienten aus Öffnungsdrchmesser und Brennweite, der andere aber fälschlich dessen Kehrwert meint? Man sollte daher solche falsche Definitionen gar nicht erst einreißen lassen.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Zustimmung und Einspruch

> notoxp (wie spricht man das eigentlich aus?)
Vielleicht wird es klarer, wenn man "notoxp" auftrennt: NO TO XP. Dieses Pseudonym soll ein kleiner Hinweis auf meine religiöse Überzeugung in Bezug auf Betriebsysteme sein.

> f/4“ [...] ist NICHT das Öffnungsverhältnis, sondern die Öffnung!
Aus meiner Sicht hast du hier teilweise recht. "f/4" drückt nämlich die Öffnung nur in Kombination mit der Angabe der Brennweite aus. Ohne Angabe der Brennweite ist diese Angabe ein Öffnungsverhältnis.

> Ich wollte Dich nicht kritisieren, [...]
Man darf mich kritisieren - ich tu's ja auch bei anderen. Du brauchst dich also für Kritik nicht entschuldigen. Übrigens: Solche "Haarspaltereien" machen mir persönlich immer wieder klar, mit was für Begriffen man hantiert...
 
Spinat-Diskussion verschoben!

Die sehr ernsthaft und kontrovers geführte Diskussion über den Spinat habe ich ins Off-Topic-Forum verschoben!
 
Vergrößerung mal andersrum...

Drei Fragen. Ein Versuch wäre interessant, das zu beantworten:
Eigentlich wollte ich wissen was man für ein Okular braucht, um das maximal sinnvolle Licht zu bekommen
Als "maximal sinnvolles Licht" interpretiere ich mal den Wunsch nach möglichst hoher Austrittspupille, so dass noch ein ästhetisches Bild rauskommt. Bei 5m Himmel tue ich mir bei 4" f/9,2 f_oku=35, also v=26 / AP=3,8 schon schwer, weil der Himmelshintergrund deutlich aufgehellt wird. Da sollte es aber doch detailliertere Erfahrungen geben. Ich erinnere mich, dass Werner Jülich mir mal eine Tabelle dieser Art gemailt hat, kann diese aber leider nicht mehr hier finden. Wenn er hier mitliest, erbarmt er sich vielleicht und postet sie mal hier. Wäre ein gutes Ding...

Andersrum könnte man maximales Licht auch als maximale Grenzgröße interpretieren. Die wird wohl bei der höchsten Vergrößerung erreicht, bei der das Teleskop noch einigermassen knackige Bilder liefert.
um einerseits ein Rohr für lichtschwache Deep Sky Objekte tauglich zu machen
Sehr viele dieser Objekte sind nicht so wahnsinnig gross. Wenn man wie ein Wilder hochvergrößert, wird der Hintergrund dunkler im Verhältnis zum Objekt und auch der Kontrast im Objekt steigt. Genaueres steht übrigens bei Martin Birkmaier, desses Info-Büchlein an dieser Stelle empfohlen sei. Ich habs im Sommer zum ersten Mal versucht und mir als erstes M27 formatfüllend angesehen. Trotz Seeing ein echtes Erlebnis. Ich versuchs jetzt immer wieder mal...

Andererseits gibt es natürlich auch die dicken Brummer wie M31, M42 usw. Das möchte man natürlich möglichst viel vom Objekt auf einmal im Blick haben. Das ist aber keine Anforderung an die AP oder die Vergrößerung, sondern an das wahre Gesichtsfeld am Himmel. Dieses ist aber der Quotient aus scheinbarem GF des Okus und Vergrößerung. Ich würde eher am Zähler versuchen zu drehen. Es empfiehlt sich m.E. also eher ein Weitwinkelokular, als z.B. ein Plössl mit gleichem wGF und geringerer Vergrößerung. Am besten naglert man wahrscheinlich einfach drauflos... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
andererseits damit man ein Okular hat, um die Hauptoptik als besseren "Sucher" einsetzen zu können
Das ist jetzt der echte Fall, wo man ohne Rücksicht auf Verluste auf maximales Gesichtsfeld kommen will. Also muss wieder ein Weitfeld her. Der muss aber jetzt kein optisches oder mechanisches Wunderwerk sein. Aber ein brauchbarer Sucher wird auch so um die 100 bis 150 Teuro kosten. Für einen 8" f/6 böte sich hier vielleicht ein Antares 42mm Erfle an. Mit 62° GF (Wolfi) kommt 7mm AP und 2,2° wahres GF raus. Das ist zwar nicht soviel, wie z.B ein 8x50-Sucher zeigt, aber zum blossen Aufsuchen bin ich bisher auch mit 1,7° wGF problemlos zurechtgekommen. Und wenns ganz dunkel ist, sollte man mit dem Oku auch Komenten suchen können, was mit dem Sucher nicht so ohne weiteres geht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Insgesamt würde ich als Erstausstattung für ein Teleskop unter 5m-Himmel oder ein bischen besser empfehlen:
  • ein Okular mit AP so knapp 4 und einem passablen sGF (>50°)
  • eines, in das Mond und Sonne formatfüllend passen. Hier ist m.E. die Investition in ein richtig schönes WF besonders lohnend.
  • eines mit 0,5 (Refraktor) - 0,7 (Reflektor) mm AP. Ist man parallaktisch montiert, ist WF m.E. nicht notwendig, wenn man dobst, mag das WF hier rasch auf die Wunschliste kommen.
Andere (z.B. Lichtstärkere) mögen das anders sehen.

Wieder mal klaren Himmel wünscht sich der
 
Re: Vergrößerung mal andersrum...

Wieder mal ein Dankeschön an alle Leute, die geduldig die Materie erklären!
 
Re: Minimalvergrößerung bei Planetenbeobachtung

Hallo aths,

also in die Schuhe geschoben habe ich Dir bestimmt nichts. Schau Dir mal Deine Anfrage vom 29.10.02 um 13:19 Uhr weiter oben an <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

Gruß

Ralf
 
Re: Minimalvergrößerung bei Planetenbeobachtung

Dort fragte ich nach der minimalen Austrittspupille, nicht Vergrößerung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
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