Minox 10x42 Alt BR - mein erstes Fernglas >500€

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hanz

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Hallo,

habe das vor ca. 1 Jahr zum ersten mal in der Hand gehabte und damals (Frankfurter Flughafen) nach erstem
Vergleich gegen Zeiss und Leica für genau so gut befundene Glas jetzt gekauft - leider weigert sich der Himmel,
eine Astro-Beurteilung zuzulassen (komplett bedeckt), daher hier erst mal was so im Zimmer und an der
Strassenlaterne geht:

erster Eindruck: wie damals vor 1 Jahr gehabt: präzise, scharf, guter Einblick. Wirkt etwas schwerer als die 750g
angeben (wirkt in der Hand fast wie ein 1kg 7x50, sehr konzentrierte Masse, liegt aber gut in der Hand), Linsen
schön in allen Farben (vorwiegend grün) vergütet, Fokus geht optimal und Augenmuscheln sind das beste
(bei weitem) was ich je ans Auge gesetzt habe. Glatte Gummiarmierung fühlt sich gut an!

Details (im Vergleich zu Canon 10x30 IS und "Optiker Lühmann=OL" 10x40 Dachkant- (Zeiss Dialyt Nachbau?):

Schärfe/Kontrast: gegen OL Klassen besser, aber im gesamten Feld nicht auf dem Niveau des Canon
10x30 IS (OK, das ist halt auch von vornherein dunkler und daher ist das mit der Überstrahlung von Details
weniger das Problem). Leider trotz Asphärenlinse sehr große Bildfeldwölbung -beim Lesen von Schrift nur
etwa 30° des 60° Gesichtsfeldes nutzbar - Rest ringförmig unscharf, aber nachfokussierbar - dann ist die Mitte
unscharf wie ein blinder Fleck! Warum nimmt man in einem 1000DM Fernglas reversed Kellner Okulare?
5 Linser hätten maximal 100DM mehr gekostet - mir absolut unverständlich! Und gleich einer der 2 größten
Schwachpunkte (der allerdings bei Beobachtungen tags in der Natur sicher nicht auffällt).
Die Verzerrung dagegen ist optimal gelöst - gegenüber dem relativ stark kissenverzerrenden Canon 10x30 IS
(das allerdings dafür fast über das gesamte Bildfeld scharf ist - kaum Bildfeldwölbung) ein echter Vorteil
(allerdings nur bei Architektur und anderen winkligen Objekten mit langen Geraden).
Strassenlaternen-Test 7m: ist das bei Dachkant unvermeidbar? ca. 20-30° neben der Lichtquelle scheußliche
Einblendungen - Canon praktisch ohne Probleme (PorroII), aber selbst das OL besser! mehrfach probiert -
ist einfach so! Obwohl im mehr diffusen Gegenlicht im Zimmer und bei entfernteren Lichtquellen kein Problem!
Was das für die Astro-Anwendung bedeutet. muß der Mond zeigen, wenn die Wolken sich verziehen.

Nahbereich: hier ist das Minox eine leider ebenfalls geteilte Freude: bis ca. 3m wirklich schön, darunter sieht
man in der mittigen Stereozone nur noch die "Unschärfebereiche". Aber gegen Canon mit 4,2m Nahpunkt
jedenfalls trotzdem ein großes Plus. Vielleicht sollte man den Nahbereich 2,5 -3m nur einäugig anschauen-
auch das ist ja bereits ein großer Vorteil gegen dem "unbewaffneten" Auge!

So, das wär's für heute, die Astro-Beurteilung folgt sobald möglich. Leider etwas enttäuscht - die Schärfe ist
zwar in der Mitte wirklich gut und der Kontrast, aber die "dicke" Bildfeldwölbung und die "off axis"Einblendungen
hätte ich bei einem Glas in dieser Preisgruppe (Empfehlung 750€) eigentlich nicht erwartet!
Über Internet gekauft - also 2 Wochen Rückgaberecht (andererseits ist es wirklich nicht schlecht, wasserdicht,
hat die besten Augenmuscheln die ich kenne, Nahbereich bis 3m macht viel Spaß, Dämmerungssehen viel besser
als beim Canon 10x30IS). Mal abwarten, was es am Himmel macht!

Kann jemand da aus der Erfahrung mal Leica und Zeiss dagegen setzen (Reflexe, Bildfeldwölbung)?

An den Hersteller: statt dem Argon-filled Aufkleber und VW-Design wäre vielleicht erst mal solide Optik angesagt
gewesen? Reversed Kellner Okulare für lichtstarke Optiken f5 und weniger sind doch wohl keine akzeptable
Lösung! Gegenüber dem Canon 10x30IS jedenfalls kein Glas, das sich gegen die 100€ Porro-Klasse als 7mal
so gut abhebt! Aber die Augenmuscheln sind die besten, die es gibt!

Gruß
 
Re: Minox 10x42 Alt BR

Hallo hanz,

was Du da schreibst, klingt ja nicht gerade berauschend. Da stellt sich mir doch sofort eine Frage <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Du schreibst:

> Warum nimmt man in einem 1000DM Fernglas reversed Kellner Okulare?

Ich dachte immer, Du studierst vor dem Kauf erstmal gründlich die Schittbilder? Und dann bestellst Du ein Fernglas mit dreilinsigen Okularen und so großem Sehfeld? Das soll einer verstehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Was die Reflexe bei hellen Lichtquellen im oder außerhalb vom Sehfeld betrifft, so tun sich da hin und wieder auch teurere Ferngläser schwer. Auch Zeiss mit seinem 10x40 Dialyt hatte früher in der Richtung ein paar Probleme. Trifft das Licht einer Laterne oder vom Mond auf bestimmte Teile des Innenlebens, dann kann es zu solchen Reflexen kommen. Eine wirklich effektive Unterdrückung von Reflexen und/oder diffusem Streulicht bedeutet erhöhten konstruktiven Aufwand und das kostet in der Regel Geld. Mittlerweile hat man wohl auch bei Zeiss gelernt, wie das geht. Das 7x42 neueren Datums ist hier ohne Tadel.

Was Du zu Bildfeldwölbung und Randschärfe schreibst, klingt auch nicht rosig. Da ich Leica nicht kenne, kann ich nur zum Dialyt was beisteuern. Eine leichte Bildfeldwölbung ist im Randbereich erkennbar (vielleicht auf den äußeren 10-20% auf den Radius bezogen). Man muß aber schon genauer hinsehen, um das bewußt wahrzunehmen. Dafür bleiben gerade Linien auch im Randbereich gerade und am Sternhimmel ist die Randschärfe beinahe perfekt. Das Nikon 10x42 SE und das Fujinon 10x50 sind in der Disziplin noch etwas besser, aber viel fehlt dem Dialyt nicht. Allerdings verwendet man bei Zeiss, Nikon und Fujinon wohl mehr als drei Linsen im Okular ...

Vielleicht solltest Du nochmal schauen, was die Konkurrenz in dem Preissegment zu bieten hat? Bei Dachkantgläsern vom Typ 10x42 mit ca. 6 Grad Sehfeld ist die Auswahl ja gar nicht mal so eng. Nikon, Pentax, Olympus, Minolta oder Docter-Optik haben sowas im Angebot und es gibt sicher noch ein paar mehr.

Frank.
 
Re: Minox 10x42 Alt BR - mein erstes Fernglas >500

Hallo Hanz,

Kann jemand da aus der Erfahrung mal Leica und Zeiss dagegen setzen (Reflexe, Bildfeldwölbung)?

Beim Leica Trinovid 10x50 BN gibt es keine sichtbaren Reflexe. Verzeichnungen minimal am äußersten Rand des Sehfeldes nur für den geschulten Blick erkennbar. Es ist lediglich ein leichter Globuseffekt beim Schwenken des Glases erkennbar. Befindet sich das Glas auf dem Stativ und bewegt man den Kopf vor der Austrittspupille hin und her während man das Bild im Auge behält, dann wird dieser Effekt deutlicher.

Ansonsten habe ich letztes Jahr das 8x32 Minox getestet. Die von dir geschilderten Probleme waren dort weniger deutlich. Beim Beobachten von Sternen fiel mir allerdings folgendes auf. Die Sterne wurden zwar punktförmig abgebildet, kein Astigmatismus, aber nicht mit der von Leica gewohnten nadelstichförmigen Schärfe. Es schien mir besonders bei hellen Objekten einen schwachen bläulichen kreisförmigen Hof zu geben. Die Herstellerangaben zur Sehfeldgröße schienen mir auch nicht ganz zu stimmen, da es mir nur unwesentlich größer vorkam, als beim Leica 10x50.

Steve
 
Re: Minox 10x42 Alt BR

Hallo Frank,

zum Thema RK-Okus: das habe ich auch erst aus dem Schnittbild bei dem "Argonfüllungs-Text" entnommen,
in den Pressemeldungen spricht Minox nämlich von "4 Linsen" beim Okular (z.B. auf www.orniwelt.de "mit
4 Linsen in 3 gruppen gerechnet" - naja, nur wenn man die Innenfokuslinse da mitrechnet sind's 4).
Außerdem hat das (angeblich baugleiche) Pentax DCF-WP 10x42 auch 3 linsige Okulare. Bei 4 Linsen in
3 Gruppen ist doch die Idee "wie bei den Leica Trinovid - also König-Okus" ziemlich naheliegend, vor allem
da auch der Objektiv- und Innenfokusteil wie beim Leica gelöst ist. Aber es soll ja Leute geben, denen die
Technik, mit der ein Fernglas verwirklicht wird, egal ist wenn es nur gut funktioniert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Wenn man es so ausdrückt, daß die scharfen 40° in der Mitte von einem ca. 10° breiten Ring an Unschärfe
umgeben sind, klingt es ja auch gleich besser und 40° scharf bringt ein gutes RK doch wohl.

Was die Konkurrenz zu bieten hat, habe ich mir angeschaut:
Minolta macht keine Angaben zum Okular bei den WP-XL, Pentax DCF-WP soll ja baugleich mit Minox sein, Nikon
spricht bei den HG-Dachkantgläsern von einer "field flattener Linse", Leica und Zeiss haben bei den
Trinovids und den Design Selection Königs drin (aus Schnittbild geschlossen), Olympus gibt für die EXWP1
9 Linsen gesamt an- das macht dann 5 für das Okular (eudiaskopisches Design?).

Aber in der Praxis draußen in Feld und Wald ist die Bildfeldwölbung gar nicht sooooo schlimm und der Reflex
ist wirklich nur sichtbar wenn man sehr nah an die Lampe geht - wenn das Glas also am Himmel einen
ordentlichen Eindruck macht, behalte ich es wohl (leider wird das heute auch wieder nix mit Sternen oder Mond)
getreu dem Motto: in der Mitte muß es höllisch scharf sein und drumrum muß genug Umfeld sein für indirektes
Sehen und Orientierung - aber da ist dann die Schärfe nicht ganz so wichtig. Hatten wir das hier nicht schon
mal so festgeschrieben?

Jedenfalls ist das Glas nicht schlecht - sonst hätte ich es ja auch nicht bestellt- sondern es hat halt Mängel, die
den sonst sehr guten Eindruck stören. Wenn man das nicht will, wird man wohl doppelt so tief in die Tasche
fassen müssen - und wenn ich denke, was dann die Stunde gucken hinterher kostet ist mir das zu anstrengend
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> (muß ich ja 1500 Stunden gucken, bis die Stunde auf 1 Euro kommt!)

Gruß
 
Re: Minox 10x42 Alt BR

Hallo hanz,

das klingt ja schon besser. Ich denke, Du mußt erstmal ein paar Tage mit dem Fernglas durchs Gelände streifen und den Test am Nachthimmel abwarten. Nach ein paar Tagen sieht man mögliche Schwachpunkte etwas gelassener und wenn man sich mit dem neuen Gläsle angefreundet hat, dann sieht die Welt schon freundlicher aus. Geht mir zumindest so. Irgendwie muß man ein gutes Gefühl haben, egal ob die Optik nun perfekt oder etwas weniger perfekt ist. Als ich vor längerer Zeit das Minox 8,5x42 in den Fingern hatte, hätte ich mich beinahe verliebt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Von der Verarbeitung und vom Gefühl, wenn man das Glas in den Händen hält, macht so ein Minox einen echt gediegenen Eindruck. Hätte man dem 8,5x42 etwas mehr Sehfeld gegönnt, dann hätte ich es wahrscheinlich gleich eingesackt. Das 10x42 wird vom "Feeling" nicht anders sein und ich habe mich seinerzeit schon gefragt, wozu eigentlich 600 oder 800 DM mehr für ein Leica hinblättern?
getreu dem Motto: in der Mitte muß es höllisch scharf sein und drumrum muß genug Umfeld sein für indirektes
Sehen und Orientierung - aber da ist dann die Schärfe nicht ganz so wichtig. Hatten wir das hier nicht schon
mal so festgeschrieben?
Logisch, haben wir so festgeschrieben. Warum? Weil es für die Praxis ok ist. Wer bei freihändiger Nutzung mit Vorliebe den Sehfeldrand beobachtet, der muß freilich ein paar Hundert Euro drauflegen. Da ich die paar Hundert Euro so schnell nicht übrig habe, finde ich die Regel prima <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />.

Ich muß mich übrigens korrigieren. Ich hatte im vorhergehenden Beitrag geschrieben:

> Ich dachte immer, Du studierst vor dem Kauf erstmal gründlich die Schittbilder?

Muß natürlich Schnittbilder heißen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Minox 10x42 Alt BR

Hallo Frank,

solange das Fernglas nicht die Schittbilder liefert sondern nur der Hersteller, ist das ja OK...
Auf alle Fälle hat so sogar der plumpe Argon Werbespot noch seinen Dienst getan!

Im Canon 10x30IS habe ich den Reflex jetzt doch auch gefunden - er ist da, aber kaum sichtbar da sehr viel
dunkler als beim Minox - so etwa 30° weg von der Lichtquelle, untere Hälfte des Gesichtsfeldes, Halbkreis - beim
Umkreisen der Lichtquelle ist er immer auf der Seite der Lichtquelle. Seltsamerweise kann man ihn nicht mit der
Hand als "Sonnenblende" abschirmen.
Da der Mond wohl 10 Größenklassen dunkler ist als eine Straßenlampe aus 7m Entfernung, denke ich, daß es bei
Astro wohl nicht stört.

Die Schittbilder zwischen 2,5 und 3m werden übrigens deutlich besser, wenn man den Abstand der Rohre
verringert (also enger einstellt als beim in die Ferne sehen - wieso das bei den doch eigentlich fest in der
Mitte des Okulars liegenden Austrittspupillen geht ist mir nicht klar, man kann so auf alle Fälle "schielend"
durchschauen und damit ist die Überschneidung der beiden Bilder wieder über die Hälfte der Fläche und das
Bild wird "vernünftig", da es nicht nur die beidenunscharfen Randzonen kombiniert)

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Sehfeld bei Minox und Leica

Hallo Steve,

die Angaben sind: Leica 10x50 65° (115m auf 1000) Minox 8x32 60° (130m auf 1000), wenn Du also das
scheinbare Gesichtsfeld meinst (den Winkel, unter dem Du das Bild im Glas siehst) hast Du recht - da ist das
Leica weiter. Dagegen ist das reale Gesichtsfeld (der Ausschnitt der Wirklichkeit z.B. in m auf 1000m) natürlich
beim schwächer vergrößernden Glas Minox größer (130m gegen 115m)

Gruß
 
Verkleinerter Pupillenabstand

Zitat: „… deutlich besser, wenn man den Abstand der Rohre verringert (also enger einstellt als beim in die Ferne sehen - wieso das bei den doch eigentlich fest in der Mitte des Okulars liegenden Austrittspupillen geht ist mir nicht klar …” Ende des Zitats

Hallo hanz,

das läßt sich schon erklären. Es ist Dir zunächst bestimmt klar, daß die „Sehstrahlen” (damit meine ich die hypothetischen, weil in umgekehrter Laufrichtung gedachten Lichtstrahlen) aus der Mitte jedes der beiden Fernglasobjektive zum betrachteten Gegenstand um so stärker konvergieren, je kürzer die Entfernung ist. Nun vergrößert aber ein Fernglas jeden objektseitigen Winkel zur Achse augenseitig um den Vergrößerungsfaktor, ein 10fach-Fernglas also um den Faktor 10. Weil die Objektivachsen bei einem Dachkantglas ungefähr denselben Abstand wie die Okularachsen haben, können wir bei richtiger Einstellung der Knickbrücke für die Betrachtung auf unendlich z.B. 67 mm als Abstand für ein Rechenbeispiel annehmen. Der objektseitige Konvergenzwinkel wäre dann bei einer Entfernung von 3 m etwa 1,28° (= 2 · arc tan (67/2 : 3000)). Die Fernglasvergrößerung macht daraus augenseitig 12,8°, wovon je 6,4° auf jedes Auge entfallen. Also müssen die Augen schon recht kräftig „schielen” (als wäre der betrachtete Gegenstand ca. 30 cm nah). Weil aber die Augäpfel ihren Drehpunkt nicht in der Mitte der Pupille, sondern im Zentrum des kugeligen Augapfels haben, verschiebt sich bei der Drehung jedes Augapfels um 6,4° die Pupille um je etwa

Radius des Augapfels · sin 6,4°

Ich weiß nicht genau, welchen Durchmesser der Augapfel außen hat, aber wenn wir mal von einer Größenordnung von 30 mm ausgehen, wäre der Radius 15 mm und somit die Verschiebung jeder Pupille etwa 15 mm · sin 6,4° = 1,672 mm. Da sich die linke Pupille um diesen Betrag nach rechts und die rechte um denselben Betrag nach links bewegt, vermindert sich der der Abstand der Mitten beider Pupillen um ca. 3,3 mm. Das ist schon soviel, daß man den Abstand der beiden Rohre des Fernglases anpassen muß, um bei kleiner Austrittspupille überhaupt noch durch beide Fernglashälften gleichzeitig das volle Gesichtsfeld sowie dieses in halbwegs unverminderter Helligkeit sehen zu können. Bei einem Fernglas mit sehr großer Austrittspupille kann man zwar auch ohne die Anpassung noch durch beide Fernglashäften schauen, aber nur noch mit verminderter Helligkeit und deutlichen Abschattungen (Kidney-Beaning). Wenn man ein Porrofernglas hat, bei dem der Abstand der beiden Objektivachsen ungefähr doppelt so groß ist, verdoppelt sich dieses Problem. Das ist mit ein Grund, warum die Nahgrenze bei Porroferngläsern deutlich weiter angesetzt wird als bei Dachkantgläsern. (Ein weiterer Grund ist, daß die Sehfelder wegen der Parallelität der beiden Objektivachsen genau um den Abstand der Achsen gegeneinander versetzt sind, also die Schnittmenge beider Sehfelder relativ zum gesamten Sehfeld jedes einzelnen Rohres entsprechend kleiner ist.)

Ich hoffe, diese Erkärung ist auch ohne Zeichnung verständlich genug ausgefallen.

MfG Walter E. Schön
 
Uppendahl im neuen Leica Geovid

Hallo Hanz,

noch eine Information als Nachtrag, die Dich interessieren könnte (auch wenn sie keinen direkten Bezug zum vorherigen Thema hat). In einer früheren Diskussion hatten wir uns über die unterschiedlichen Dachkantprismentypen in den aktuellen Ferngläsern der Top-Hersteller unterhalten. Wenn ich mich recht erinnere, hattest Du Angaben darüber zu verschiedenen Modelle gemacht, zu denen ich auch ein paar Ergänzungen hinzugefügt hatte. Jetzt habe ich noch eine solche Ergänzung.

Vor zwei Tagen habe ich Händler-Werbematerial für die neuen Geovid-Modelle von Leica in die Hand bekommen, und da war eine Phantomabbildung des Innenlebens mit dabei, aus dem eindeutig hervorgeht, daß die neuen Geovids (so wie einige frühere Trinovids bis ca. 1987 oder 1988) mit den dreiteiligen Uppendahl-Dachkantprismen ausgestattet sind. Mir ist allerdings nicht bekannt, warum Leica bei diesem Modellen zu dem seit über 15 Jahren (wahrscheinlich aus Kostengründen?) nicht mehr benutzten Uppendahl zurückgekehrt ist. Sollten vielleicht mit dem Nischenprodukt, für das nur vergleichsweise kleine Stückzahlen zu erwarten sind, die begrenzten Restbestände aus damaliger Produktion verbaut werden? Im Text wird leider weder der Prismentyp noch ein Grund für den Wechsel erwähnt.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Verkleinerter Pupillenabstand

Hallo Walter,

vielen Dank, das ist mal wirklich eine einleuchtende Erklärung! Ich hatte mir inzwischen was anderes zurechtgelegt: durch den Abstand der beiden Bilder wird die Schnittmenge (wo sich die Bilder des linken und rechten Rohrs überlappen) immer kleiner, je näher man kommt - das kann man durch engere Einstellung der Rohre jedoch etwas korrigieren. Und innerhalb der AP des Fernglases kann man dann etwas schielen - die AP allerdings bleibt dabei wo sie ist und am Rand tritt dann das Kidney-beaning ein.

Gruß
 
Re: Uppendahl im neuen Leica Geovid

Hallo Walter,

irgendwo habe ich mal gelesen, daß man mit den Uppendahls die kleinsten Querschnitte bauen kann (die Leitz waren ja dann auch wirklich extrem Filigran - das 10x25 habe ich mir damals gekauft und es ist extrem schlank und handlich.

Wenn die in den Geovids immer noch verwendet werden, nehme ich an daß bei den geringen Stückzahlen sich eine Neukonstruktion nicht lohnt ? (die Geovids sind ja Entfernungsmesser, da sind die Stückzahlen sicher viel kleiner als bei Ferngläsern?)

Gruß
 
Re: Sehfeld bei Minox und Leica

Hallo Hanz,

ich meine das Sehfeld in m/1km. Die offiziellen Angaben der Hersteller sind mir bekannt. Ich bezweifel nur die Korrektheit der Angaben von Minox im Falle des 8x32.
Im letzten Test über Kompaktferngläser der Stiftung Warentest wurden falsche Angaben hierzu bei verschiedenen Herstellern festgestellt. Man sollte also solche Angaben deshalb nicht unbedingt kritiklos übernehmen sondern sich ein eigenes Bild machen.

getreu dem Motto: in der Mitte muß es höllisch scharf sein und drumrum muß genug Umfeld sein für indirektes
Sehen und Orientierung - aber da ist dann die Schärfe nicht ganz so wichtig. Hatten wir das hier nicht schon
mal so festgeschrieben?

Mit dieser Aussage kann ich so recht nichts anfangen, weil alles relativ bleibt. Kann man damit nicht auch ein Fernglas mit BK7 Prismen rechtfertigen? Die sind oft in der Mitte sehr scharf und ein bisschen Umfeld bleibt auch noch. Na ja, ich denke das Minox ist schon ganz ok, obgleich ich vor dem Hintergrund deines Canon 10x30 nicht ganz den Ergänzungs- oder Bereicherungsfaktor für deine Fernglassammlung zu erkennen vermag. Am Tage für Naturbeobachtung wird es optisch keine großen Verbesserungen bringen, denke ich. Macht das bisschen mehr an Öffnung den Kohl wirklich fett? Ich hätte eher auf eine andere Vergrößerung und ein weiteres Sehfeld gesetzt.

Trotzdem viel Freude erst einmal weiter damit.

Steve

 
Re: Uppendahl im neuen Leica Geovid

Hallo hanz,

ja, genau deswegen meinte ich, daß die Stückzahlen des Geovids im Vergleich zu denen des Trinivids und Ultravids gleicher Daten (8x42 bzw. 10x42) absehbar gering sein werden. Vielleicht so gering, daß man damit rechnen kann, mit den evtl. noch vorhandenen (kleinen) Restbeständen bis zum nächsten Generationswechsel auszukommen.

Was den Querschnitt anbelangt, so ist das nicht so eindeutig. Es ist richtig, daß das Uppendahl quer zur Achse von Okular und Objektiv die geringste Ausdehnung hat, nämlich das 1,88fache des Durchlaßquerschnitts d, während es beim Schmidt-Pechan mit Dachkante das 2,25fache und beim Abbe-König mit Dachkante das 2fache ist. Allerdings liegt der über den Durchlaßquerschnitt hinausragende Teil beim Schmidt-Pechan nahezu symmetrisch beidseitig verteilt, beim Abbe-König und Uppendahl jedoch nur einseitig und damit weiter außen:

Beim Schmidt-Pechan ragt die Kante der (verspiegelten) Prismenfläche auf einer Seite um 0,5·d und auf der anderen die Dachkante um 0,75·d über den Kreis des Durchlaßquerschnitts hinaus. Die beiden Ecken der (verspiegelten) Prismenfläche ragen somit um 0,62·d über die opt. Achse hinaus. Der kleinste Kreis, der diese drei Ecken (zwei der Prismenfläche, eine der Dachkante) berührt, hat also einen Durchmesser von ca. 2,37·d; das ist der Innendurchmesser des kleinsten zylindrischen Rohres, in welches das Schmidt-Pechan-Prisma hineinpaßt, wobei die Rohrachse nur ca. 0,07·d neben der optischen Achse des Okulars liegt. Die Okularachse liegt also nahezu mittig im Rohr.

Beim Abbe-König ragt die Dachkante um 1·d über den Kreis des Durchlaßquerschnitts, und auf der anderen Seite ragen die beiden Ecken um 0,21·d darüber hinaus. Der kleinste Kreis, der die drei am weitesten hinausragenden Ecken berührt, hat somit einen Durchmesser von ca. 2,13·d, aber die opt. Achse des Okulars liegt um 0,4375·d außerhalb der (bzw. exzentrisch zur) Rohrachse. Somit paßt das Abbe-König-Prisma in ein etwas engeres, aber zur Okularachse stark exzentrisches Rohr. Möchte man das Rohr zur Okularachse annähernd zentrisch gestalten, muß sein Durchmesser auf ca. 3·d vergrößert werden, was dann ein deutlich dickeres Rohr als beim Schmidt-Pechan ergibt.

Beim Uppendahl ragt zwar die am weitesten von der Okularachse entfernte Prismenkante nur um 0,88·d über den Kreis des Durchlaßquerschnitts. Aber dort sind es zwei Ecken statt (beim Abbe-König) eine Dachkante; diese Ecken liegen um ca. 0,97·d von der Achse entfernt. Die beiden Ecken auf der anderen Prismenseite liegen wie beim Abbe-König um je ca. 0,21·d von der Achse entfernt. Hier muß der kleinstmögliche Kreis, der das Prisma umschließt, 4 (statt bei den anderen Prismen 3) Ecken berühren. Sein Durchmesser errechnet sich zu ca. 2,125·d. Das ist noch minimal kleiner als beim Abbe-König. Allerdings liegt hier die Okularachse fast exakt so asymmetrisch, nämlich um genau 0,44·d neben der Rohrachse. Soll die Okularachse zentrisch zur Rohrachse sein, muß der Rohrdurchmesser auf 2,94·d vergrößert werden.

Im Vergleich mit dem Abbe-König mit Dachkante ist der Unterschied sowohl fürs kleinstmögliche asymmetrische wie fürs kleinstmögliche symmetrische Rohr nur sehr klein, weil beim Abbe-König die spitze Dachkante die am weitesten über die opt. Achse ragt, beim Uppendahl mit Dachkante aber der durchlaßbreite rechteckige Glaskotz mit zwei Ecken.

Fazit: Wenn man starke Exzentrizität in Kauf nimmt, ist mit dem Uppendahl der kleinste Rohrdurchmesser mit 2,125·d möglich, gefolgt vom Abbe-König mit Dachkante mit dem nahezu identischen Wert 2,13·d und dem Schmidt-Pechan mit 2,37·d. Soll das Rohr aber (z.B. aus ästhetischen Gründen des Designs) symmetrisch zur optischen Achse des Okulars sein, liegt das Schmidt-Pechan mit 2,51·d weit vor dem Uppendahl mit 2,94·d und dem Abbe-König mit 3·d.

Ich schließe aus diesen Werten, daß es nicht der entscheidende Grund zugunsten des Uppendahls gewesen sein kann, daß es eine besonders filigrane Bauweise zuließe. Denn bei asymmetrischem Rohr verhält es sich praktisch identisch wie das Abbe-König und bei symmetrischem Rohr deutlich schlechter als das Schmidt-Pechan.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Vergleich Canon 10x30IS Minox 10x42 BR asph

Hallo Steve,

bei den BK7 Prismen muß ich sagen, daß das nichts mit der Schärfe zu tun hat - gerade die Randschärfe bei weiten
Gesichtsfeldern ist eine Funktion der Okular- und Objektivkonstruktion. Und da habe ich auch einen der Haupt-
kritikpunkte am Minox 10x42 : es hat zwar Triplettobjektive, aber nur Kellner Okulare - und deshalb sieht man
(so zumindest meine Schlußfolgerung) diese Randunschärfe wegen der Bildfeldwölbung. Das Canon hat
normale Achromaten als Objektive (geht bei genügend langer Bauweise auch) und 5 Linser als Okulare!
Zudem beginne ich, den allgemeinen "Porroenthusiasmus" einiger Kenner hier etwas nachzuvollziehen!!

Das Sehfeld (60° scheinbar) habe ich verglichen mit dem des Canon (auch 60°): sind gleich (je ein Glas an jedes
Auge und auf dasselbe Objekt ausrichten: verschmilzt ohne Rand!)

Ich konnte gerade zum ersten Mal auch am Sternhimmel vergleichen: das Canon 10x30 IS war besser!!!
Begründung: wir haben keinen sehr schönen Himmel gerade, das Canon mit AP 3 macht da den Hintergrund
schön dunkel während das Minox mit Pupille 4 den Hintergrund schon etwas grau zeigt. Aber das kann noch nicht
alles sein: ich denke, daß der "Witz" beim Canon der geradezu unglaubliche Kontrast ist, der schwache Sterne
zwar dunkel, aber da wirklich punktförmig immer noch sichtbar macht (da bringt der Stabi dann den großen
Vorteil, so dunkle Strukturen würde man aus der Hand wohl sonst nicht sehen - nachprüfbar durch Abschalten
des Stabi).

Ich habe mir das Minox hauptsächlich wegen der 3 Eigenschaften Wasserdichtigkeit, Naheinstellung und bessere
Astrotauglichkeit durch 42er Objektive gekauft: die bessere Astrotauglichkeit ist wohl nicht gegeben - außerdem
sind die unscharfen Sterne am Rand wirklich ärgerlich bei so einem teuren Glas (mein Olympus 7x35 DPSR für
so 70€ bringt praktisch dasselbe, aber mit 9° realem Gesichtsfeld statt 6°!).

Ich muß Dir recht geben: das Canon ist das bessere Glas
- für allgemeine Tagbeobachtung (z.B. Vögel im diffusen Gegenlicht Klassen besser)
- für Astro: die größeren Objektive bringen nichts, da die Qualität (vor allem der Okulare?) so viel schlechter ist
und der Stabi leicht die Unterschiede nicht nur ausgleicht, sondern sogar übertrifft!
bleibt nur das Thema schlechtes Wetter und wasserdicht sowie Dämmerungsbeobachtungen - aber da trifft zu,
was die Ornis so sagen: der Unterschied sind 10 Minuten (10 Minuten später sieht man auch mit dem Minox
nix mehr).

Zwar ist das Minox ein recht schönes Glas, aber die "verführerischen" Parameter Haptik (fühlt sich gut an)
und Präzision (die Augenmuscheln sind so schön präzis einstellbar, aber zu kurz und lassen Streulicht rein
- dabei fühlen sie sich so schön an) sowie das auf den ersten Blick recht scharfe Bild mit der verblüffenden
Naheinstellung halten wohl nicht, was sie versprechen. Vielleicht auch nur, weil ein Glas mit AP3 es halt
leichter hat? Und die Garantie 30 Jahre ist ein Witz, wenn Verschleißteile ausgenommen sind.

Gutes Design nur zur Verschleierung mittelmäßiger Qualität? Aber dann bitte wirklich zum IKEA-Preis!

Schlußfolgerung: das Minox ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut!
Tendiere gerade zu Rückgabe (und eventuell alternative Anschaffung eines Canon 15x50!), habe ja noch fast
2 Wochen Zeit. Das Canon 10x30 IS ist dagegen ein Glas, das auch die renommierten Spitzenmarken das
Fürchten lehren wird! Einzige Nachteile: nicht wasserdicht und für 10x30 sehr klobig.

Gruß
 
Re: Minox 10x42 Alt BR - erste Astrobeobachtungen

So, jetzt hat der Himmel doch endlich noch ein paar Sterne gezeigt, gleich raus und geschaut:

Orion- Nebel: seltsamerweise weniger gut als im 10x30 Canon (weil dort der Hintergrund dunkler ist?)
Sternhaufen im Fuhrmann: man findet sie, aber sie sehen Klassen schlechter aus als im Canon vor dem schwarzen
Hintergrund, mehr so nach Matsch auf Matsch
Jupiter: OK, Monde schön da, aber ohne Stabi halt kein Vergleich zum Canon wegen Gewackel.
Sterne am Rand: werden so verzerrt wie bei einem billigen Porroglas (naja - wieso sollte es bei der Bildfeldwölbung anders sein?)
"Nadelstichsterne": das, was am Canon so fasziniert, die sehr schwachen punktscharfen Sterne sind nicht da -
brauchen entweder Stabi oder Stativ? Oder auch kontrastreichere OPtik?

Erinnert mich sehr an meine ersten Erfahrungen mit dem Skywatcher 200x1000 Newton und 32er Plössl-
sah einfach nichts gleich und man fand keine schwachen Objekte! Seit ich das TAL24 UWW dran habe ist das
alles kein Problem mehr! Kontrast ist eben auch sehr stark abhängig von der Okularqualität (die dunkle
Seite der Ferngläser, da wird meist gewaltig gespart: z.B. "aspherical" heißt meist durch asphärische Linse
etwas aufgemotzte billigste reverse-Kellner-Okulare!!! Sollte man daher wohl eher als Warnsignal sehen)

Bestätigt andererseits Eindruck, den ich bereits vom Tento 20x60 (auch AP3) habe: bei schlechtem Himmel das Beste!
Verliere so langsam die Lust am Minox, bringt gegen ein billiges Porro 7x35 einfach zu wenig- während das Canon
immer noch der "Superstar" ist! (Hatte auch bei der Tagbeobachtung heute Probleme mit Reflexen beim Minox, die wohl
bei nicht ganz exakter Orientierung der Augenpupillen vor den Fernglaspupillen entstehen (hatte ich bisher
noch bei keinem Glas - vielleicht auch Störlicht, das seitlich durch die Augenmuscheln fällt?)

genervt
 
Re: Astrobeobachtungen

Hallo hanz,

nicht daß Du jetzt alle zwei Tage Deine Meinung revidierst und das hier vermeldest. Am Ende sieht ja keiner mehr durch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Momentan sind wir also bei nicht so toll und eher Rückgabe als Kauf. Wenn die Randschärfe mehr schlecht als brauchbar ist und Du mehr Randschärfe haben willst, dann mußt Du das Glas halt zurück schicken. Was die Astrotauglichkeit und den Vergleich zum Canon betrifft, so muß man auch immer die Randbedingungen sehen. Wenn Du keinen so tollen Himmel hast, dann bringen Dir die 3mm AP vom Canon und vom Tento wahrscheinlich den besten Kontrast. Wenn selbst 4,2mm AP zu einer so deutlichen Aufhellung des Himmelshintergrunds führen, daß der Kontrast baden geht, dann mußt Du Deine binokulare Gartensternwarte entweder an einen dunklen Ort verlegen oder auf 3mm Austrittspupille einschränken.

Kannst Du mal etwas genauer sagen, unter welchen Randbedingungen Du beobachtest? Schaust Du vom Balkon oder vom Garten inmitten oder am Rand einer Stadt? Oder fährst Du mit Deinen Ferngläsern auch mal in weniger lichtverseuchte Gegenden? Guckst Du nur Sternhaufen oder beobachtest Du auch Gasnebel (außer dem Orionnebel)? Mal abgesehen von der Randschärfe, unter einem dunklen Himmel (6.0-6.5mag im Zenit) sollte das Minox dem Canon schon deutlich zeigen, wo es lang geht. Optimaler Kontrast bei Sternhaufen und Sternen ist nur eine Seite und hier sind 3mm AP ok. Wenn ich im Sommer 20km abseits der nächsten Stadt auf dem Liegestuhl unter der Milchstraße liege und selbige nach Gasnebeln und Dunkelwolken abgrase, dann sind 3mm AP einfach zu wenig. Hier bringt ein gutes 8x40, 10x40 oder 10x50 richtig Punkte.

Wenn Dir das Minox nun zu wenig bringt, dann ist das Glas entweder wirklich so schlecht (was ich nicht so ganz glaube) oder Dein Himmel ist nicht dunkel genug. Vom Minox 8,5x42 hatte ich seinerzeit eigentlich nicht den Eindruck, daß es größere Schwächen im Kontrast hat. Wenn Vergütung und Streulichtbremsung beim 10x42 vergleichbar sind, dann sollte das Fernglas unter einem dunklen Himmel schwächere Deep-Sky Objekte zeigen wie das Canon und auch einen sehr guten Kontrast mit dunklem Himmelshintergrund liefern. Wenn Dein Himmel das nicht hergibt, dann wäre so ein Canon 15x50 wohl die bessere Wahl, mal abgesehen vom Preis ...

Frank.
 
Re: Minox 10x42 Alt BR - erste Astrobeobachtungen

Hallo Hanz,

ich hatte mir seinerzeit mal im Rahmen der Testaktion ein Minox besorgt, allerdings das BD 8,5 x 42 BR und habe es am Ende nicht gekauft, obwohl mir Minox ein preislich wirklich gutes Angebot gemacht hat.

Die Hauptschwachpunkte waren

- schlechte Randschärfe
- hohe Reflexanfälligkeit bei hellen Lichtquellen neben dem Gesichtsfeld.

Mein Fazit: Ein normals Porroglas hat keine schlechtere Performance für 1/5 des Preises.

Bei mir ist es übrigens so, dass eine AP von 3 bis 3,5 optimale Ergebnisse beim Kontrast liefert, für mehr reicht der Himmel über dem Garten nicht aus. Die Kontrastleistung des Minox wird daher vermutlich nicht wirklich schlecht sein, sondern nur dessen AP nicht zu Deinem Himmel passen, wie Frank ja bereits bemerkt hat.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: Vergleich Canon 10x30IS Minox 10x42 BR asph

Zitat:

Schlußfolgerung: das Minox ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut!

Zitat Ende



Hallo Hanz,

Ich bin mir nicht sicher, ob das allgemein bekannt ist: Minox gehört angeblich seit einigen Jahren zum Leica Konzern. Wenn man das weiss, dann wird doch schlagartig einiges klar:

Mit Minox versucht Leica, Fuss zu fassen im Segment der oberen Mittelklasse (in einem Preisbereich, in dem sich auch Docter bewegt). Sie dürfen sich aber dabei nicht den Markt für die teuren Leicas abwürgen, daher müssen die Minox Geräte schon ein bischen schlechter sein als die Ultravids. Die simpelste Methode: Man nehme eines der existierenden Leicas, schraube ein mieses Okular hinein, und schon hat man ohne viel Aufwand ein Gerät der oberen Mittelklasse. Alternativ könnte man natürlich auch versuchen, aus Asien einzukaufen, aber selbst in diesem leicht reduzierten Qualitätsbereich ist die Luft schon etwas dünn. Ausserdem erlaubt es die Strategie, öfter mal mit 'Innovationen' auf sich aufmerksam zu machen, indem man die Qualität des Okulars alle 2 Jahre erhöht. So bleibt man im Gespräch, wird ständig in den Jäger-Zeitschriften getestet und hat dabei nicht allzu viele Unkosten.
Ein Vertreter von Minox, den ich gerade auf der IWA gesprochen habe, behauptete jedenfalls, dass die komplette Serie in Wetzlar gefertigt werde. Ob man das glauben soll oder nicht - es würde ins Konzept passen.

Gruss,
Holger
 
Minox gehört nicht mehr zu Leica oder Leitz!

Hallo Holger,

es ist richtig, daß Minox nach einer Krise, die fast das Ende bedeutet hätte, von Leica übernommen wurde. Aber schon nach relativ kurzer Zeit hat sich Leica wieder von Minox getrennt. Ich habe leider keine Unterlagen oder Aufzeichnungen darüber, wann das war, aber es ist wohl schon ein paar Jahre her. Vielleicht weiß es jemand hier im Forum genauer.

Leider wird über solche Übernahmen und Trennungen nicht so ausführlich berichtet (zumindest dann, wenn die Firmen nicht die Größe der Commerzbank oder von Mannesmann haben), so daß die vermeintliche Zusammengehörigkeit weiter in den Köpfen der Anwender spukt und durch Mund-zu-Mund-Propaganda sowie Aussagen wie Deine hier im Forum sogar weiter verbreitet wird.

Definitiv: Minox gehört nicht mehr zu Leica. Damit sind Deine auf eine Zusammengehörigkeit gestützten Spekulationen hinfällig und nicht geeignet, daraus weitere Schlüsse zu ziehen.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Vergleich Canon 10x30IS Minox 10x42 BR asph

Hallo Holger,

Zitat:
Man nehme eines der existierenden Leicas, schraube ein mieses Okular hinein, und schon hat man ohne viel Aufwand ein Gerät der oberen Mittelklasse.
Zitat Ende
Ob das die richtige Marketingstrategie wäre, wage ich zu bezweifeln. Unterstellt, Leica treibt tatsächlich solch einen immensen Fertigungsaufwand, wie es die Prospekte behaupten, dann wäre bei einer Handelsmarge von maximal 30% der Verkauf als Minox-Glas zum halben Preis Kamikaze. Das gesparte Geld bei den Billigokus dürfte dann kaum ins Gewicht fallen.
Das wäre so, als würde Mercedes eine S-Klasse auflegen, die an nicht sichtbarer Stelle Teile der A-Klasse beherbergt und zum halben Preis angeboten würde. Ich weiß, der Vergleich hinkt, aber warum sollte es Leica nicht wie Zeiss machen, die mit ihren Conquest-Gläsern ganz offiziell ins Mittelsegment gehen?
carpe noctem
Matthias
 
Re: Uppendahl im neuen Leica Geovid

Hallo hanz,

noch ein Nachtrag zur Verwendung von Uppendahl-Prismen in den neuen Leica Geovids. Ich hatte gestern ein sehr langes Telefonat mit Leica (wegen einer anderen Angelegenheit) und habe dabei die Frage gestellt, warum jetzt wieder Uppendahl-Prismen gewählt wurden. Die Antwort war sehr einleuchtend, so daß wir die Vermutung einer „Resteverwertung” aufgeben können:

Bei den neuen Geovids sitzt der IR-Sender in der Achse der Knickbrücke, der Empfänger aber im rechten Rohr des Fernglases, dessen Objektiv also den zurückkehrenden IR-Strahl „einfängt”. Der muß dann aus dem Strahlengang irgendwo (teil-)ausgespiegelt und zum IR-Empfänger gelenkt werden. Um keine zusätzlichen lichtschluckenden und Streulicht erzeugenden Elemente einfügen zu müssen, erfolgt diese Ausspiegelung im Umlenkprisma. Das Uppendahl hat gegenüber dem Schmidt-Pechan dabei den Vorzug, daß man den IR-Strahl mit geringerem Aufwand und weniger Störung des bilderzeugenden Strahlengangs ausspiegeln kann.

Ich erfuhr bei dieser Gelegenheit auch, daß das Geovid eine völlig eigenständige optische Konstruktion (also auch der Objektive und Okulare, nicht nur der Prismen) hat, die nichts mit der des Trinovids oder Ultravids gemein hat. Ich hatte dies schon allein wegen der größeren Baulänge vermutet, doch nun ist es offiziell bestätigt.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Minox gehört nicht mehr zu Leica oder Leitz!

Hi Walter,

bei Leica kann man nachlesen, dass die Kameraabteilung (die auch für die Ferngläser zuständig ist?) von Minox 1996 durch Leica übernommen wurde.
1990 fusionierten Leitz Wetzlar und The Cambridge Instrument Company zu Leica. Über Leitz habe ich danach nur noch was als Hersteller von Büromaterial gefunden.

Alles nachzulesen auf der Leica-Webseite ohne Spekulatius <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> .

 
Re: Minox gehört nicht mehr zu Leica oder Leitz!

Hallo Walter,

Ich bin mal wieder nicht auf dem neuesten Stand - vielen Dank für die Klarstellung!

Zu Matthias: Das ist gerade die Frage: Verursacht der Bau eines Trinovids tatsächlich Kosten von 1000 Euro? Die hohen Preise entstehen vielleicht eher in der Erwartung kleiner Stückzahlen - und auch, weil man ein Leica einfach nicht für weniger verkauft! Wenn man jedoch eine leicht modifizierte Variante in grossen Stückzahlen produzieren könnte, dann wäre es durchaus denkbar, dass man auch mit 700 Euro noch Gewinn machen kann, zumal ja praktisch keine Entwicklungsphase mehr finanziert werden muss. Da Minox jedoch wieder unabhängig ist, kommt meine These ohnehin nicht mehr in Frage.

Gruss,
Holger

 
Re: Minox gehört nicht mehr zu Leica oder Leitz!

Hallo Jochen,

„Spekulatius” ist in solchen Angelegenheiten nicht gut, und darum wollen wir Klarheit in die Sache bringen. Wie ich schon sagte, ist es richtig, daß Leica zunächst Minox übernommen hat. Minox war also ab 1996 zu 100% im Besitz der Leica Camera AG.

So ist es jedoch nicht geblieben, obwohl auf der Leica-Website in der Darstellung der Firmengeschichte nach Nennung der Übernahme diesbezüglich keine Änderung der Verhältnisse genannt wird. Das bedeutet, daß die Leica-Website leider nicht auf dem aktuellen Stand ist. Es macht aber auch verständlich, warum immer noch von vielen angenommen wird, Minox gehöre zu Leica.

Im Geschäftsjahr 2001/2002 ist eine Änderung erfolgt, nämlich ein sog. „Management-buy-out” (ein unmögliches Wort der anglophilen Werbe-/Marketing-Branche für den Verkauf des Unternehmens oder von Unternehmensteilen an Mitarbeiter). Leica hält jetzt nur noch eine Beteiligung in Höhe von 49%, so daß man definitiv nicht sagen kann, daß Minox zu Leica gehöre.

Auf dieser Internetseite …

http://www.leica-camera.com/unternehmen/presse/data/03044/

… ist der Vortrag des Leica-Vorstandsvorsitzenden Hanns-Peter Cohn auf der Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2001/2002 als ziemlich lange Textfahne nachzulesen. Wenn man ca. 2/3 des Gesamtumfangs nach unten scrollt, findet man folgenden Absatz, den ich hier in exaktem Wortlaut (einschließlich der beiden Kommafehler) zitiere:

„Im Beteiligungsumfeld der Leica Camera AG gibt es durchaus Erfreuliches. Zum Beginn des letzten Geschäftsjahres haben wir die Minox GmbH mehrheitlich in die Hände des Managements gegeben. Schon das erste Jahr in Unabhängigkeit war das junge Team mit einem positiven Ergebnis erfolgreich. Der Grund uns von dieser Beteiligung zu trennen hat einzig und alleine strategische Gründe.”

Daß Leica nur noch eine Beteiligung von 49% hält, ist darüber hinaus auch aus einem Diagramm der Firmenstruktur auf der Leica-Website ersichtlich.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Minox 10x42 Alt BR

Hallo,

konnte letztes Wochenende auch das 8x42 EXWP von Olympus ausprobieren und war ganz angetan. Guter Kontrast und Bildschärfe, angenehmer Einblick. Wer sich für ein relativ günstiges wasserdichtes Dachkantprismenglas interessiert, sollte sich das Olympus einmal ansehen.

Steve

 
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