Mit dem TS 102/660 auf Föhr

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Randolf

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In diesem recht späten Sommerurlaub vom 18.08. bis 3.09.2003, begleitete mich mein neuer kurzer FH-Refraktor TS 102/660mm (f/6,5) mit in den Sommerurlaub auf die nordfriesische Insel Föhr (54°41min Nord, 8°33min Ost). Es war mir bei unseren letzten Föhr-Urlauben aufgefallen, wie dunkel dort der Himmel werden konnte, die Milchstrasse war in den Monaten Juli/August in dunklen Nächten sehr reich strukturiert zu sehen, aus der Erinnerung mindestens Bortle-Stufe 4, fst um 6.0magv. Und tatsächlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> :
-Danke an die Wyker, die gegen 23Uhr die Laternen in den Nebenstrassen abschalten und danke an die Vermieterin unseres schönen und komfortablen Ferienhauses, die Verständnis für meine nächtlichen Aktivitäten zeigte, die Rolläden herunterließ und die Aussenbeleuchtung reduzierte. Weniger Dank an unsere im Norden angrenzenden Dauer-TV-süchtigen Nachbarn, die bei hell erleuchteten Fenstern oft länger als ich draußen durchhielten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> .

An fünf Tagen bzw. Nächten nämlich zeigte sich der Himmel von seiner besten Seite, im Nachhinein wurde die Grenzgröße mit bloßem Auge zu fst ~6,3-6,4 magv bestimmt durch Auszählen von festgelegten Sternbild-Arealen, so waren z.B. im Dreieck alpha And-alpha Peg-gamma Peg außer den drei Randsternen etwa 10-12 schwächere Sternchen innerhalb des Areals sichtbar, entsprechend einer fst von 6,3 mag oder auf der Bortleskala eine 3-4.

In diesen Nächten entpuppte sich der kurze TS 102 auf meiner alten New-Polaris-Montierung als wahre Richfieldkanone, unter diesen Bedingungen zeigte sich im ebenfalls neuen Transportkoffer mitgereisten 25mm TAL-Königs-Plössl mit UHC (2,13°) leicht der Nordamerika-Nebel NGC 7000 im Schwan komplett -nicht nur die helleren Partien- und auch alle Teile des Cirrusnebels NGC 6960-6992/6995, wobei sich die westliche Sturmvogelschwinge ohne Ausblendung von 52Cyg zu beiden Seiten über eine große Strecke verfolgen ließ und auch NGC 6992/5 besonders reich strukturiert mit den Filamenten, wie man sie sonst nur fotografisch kennt, wurde recht einfach sichtbar!!. Auch der Pelikannebel war im TS-4Zoll-Refraktor und im 10x50 Fernglas eindeutig zu erkennen!
Mit meinem auf dem diesjährigen ATT erstandenen 32mm 2 Zoll TS-WA (Bildfeld etwa 3,65°) war es einfach eine Lust durch die Sommer-Milchstrasse spazieren zu sehen und vielen bekannten Objekten fast im Fernglas-Maßstab zu begegnen. Auch M27 im Vulpecula war eindrucksvoll hell auch ohne UHC bei fast 5mm AP zu sehen.
Aber auch Objekte wie: M2, M15, M13, M76, M57, NGC 6826, OCs M29, M103, IC 1396, der Nebel in NGC 281, die Cas-Haufen NGC 663, 654, 457, 7789, in der Andromeda NGC 752 und der hohe M52 waren eindrucksvoll im 15mm TS-SW oder im 10mm KeWW oder im ebenfalls mitgereisten 7mm Harry Siebert Standard auszumachen.
Besonders eindrucksvoll war es M31 mit M32 und M110 bei 3,65° Bildfeld eingehend zu betrachten und schon Dunkelstrukturen der gewaltigen Staubbänder zu erkennen, ellenlang zog sich der Galaxienglow durch das Bildfeld. M33, noch niedrig über dem Osthorizont machte ebenfalls bei knapp 3,8mm AP im 25mm TAL eine gute Figur. H und Chi im Perseus mit dem davon abgehenden Sternenketten-Asterismus, der zu Stock 2 führt, ebenfalls, auch im TS-SW 15mm mit etwa 1,5° Bildfeld sehr eindrucksvoll!!
Auch M45 wieder zu begegnen, als Abschluß der tollen, superklaren Nacht vom 1. auf den 2.09. war ein tolles Erlebnis.
Aber auch Mars habe ich beobachtet, allerdings bei sehr bescheidenem Seeing und dazu noch 3,3° niedriger als bei mir zu Haus; dabei wurde in den 2-Zoll-Zenit-Spiegel des TS 102 das 6 und 4mm Kasai-Ortho gesteckt und zeigte eine mittlerweile winzig gewordene südliche Polkappe und dunklere Albedostrukturen.

Fazit zum TS102/660mm:
Ein schöner, solider und leistungsfähiger Refraktor, mit leider gut 66cm Baulänge, der sich mühelos bis auf ca. 180 bis 200x powern lässt (7mm + 2x Barlow), Mars war bei dem Inselseeing jedoch mit 165x (4mm Ortho) knackiger und besser...
Braucht schon ne kleine Montierung wie die NP und ca. 4kg Gegengewicht, wenn man parallaktisch führt
Die eigentliche Stärke:
bestens 2Zoll tauglich, Gesichtfelder bis 3,75° möglich, Impressionen beim Spazierensehen mit 21x, 5mm AP und 6,3mag fst unglaublich intensiv!!!!!
Wunderbar.....!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
 
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Hallo Randolf,

ich war ebenfalls Ende August/Anfang September auf Föhr. Unsere Ferienwohnung lag am Rande des kleinen Örtchens Goting, fernab jeder Strassenbeleuchtung! Ich habe selten einen derart dunklen - ja wirklich schwarzen - Himmel gesehen. Es ist so dunkel und die Luft so klar, dass bereits beim Heraustreten aus der beleuchteten Wohnung einem die Milchstrasse sofort in Auge springt, ohne die Dunkeladaption des Auges abzuwarten. Durch die sehr flache Landschaft hat man darüber hinaus wirklich den Eindruck, sich unter einenm "Sternenzelt" zu befinden. Es gibt keinen eingeengten Blick durch Häuser, Bäume etc. Leider hatte ich nur ein 10x50-Fernglas dabei, aber unter diesen ausserordentlichen Bedingungen ist selbst die Beobachtung mit blossem Auge ein Erlebnis und Genuss.

Gruss,
geminga
 
Hm wie sieht es denn mit der Bildfeldwölbung aus (Kleinbild bzw. 10D-Chip)?

Hast Du mal ein entsprechendes Foto dadurch gemacht?

Grüße,
Andreas

 
Hallo Geminga,
schön dass Du zu dieser Zeit ebenfalls dort warst und meinen Eindruck von der Qualität des Himmels bestätigen kannst. Der Himmel war wirklich super und erinnerte mich stark an einen klaren Alpenhimmel mit sehr heller, fast leuchtender Milchstrasse. Föhr scheint auch nach den Lichtverschmutzungskarten eine besonders dunkle Ecke Deutschlands zu sein. Denn, Dunkeladaption ging eigentlich garnicht so richtig vollständig mit den TV-Lichtverschmutzern im Rücken....
In Goting, dass ich natürlich auch kenne, sind die Bedingungen bestimmt noch viel besser. In den Jahren zuvor habe ich auch mit einem 10x50 in Südstrand gespechtelt und trotz Laternen und beleuchteten Fenstern war der Himmel schon sehr eindrucksvoll, dieses Jahr war unser neuer Standort noch viel besser, da er direkt an einem Wäldchen vor der Region Südstrand lag, 300 oder 400m vom Strand entfernt. Und was ich besonders gut fand, keines der Leuchtfeuer hatte irgendeinen Einfluß bzw. irgendwelche negativen Auswirkungen auf meinen Standort. Dafür konnte ich aber erst Objekte sichten mit größer 15° überm Horizont, also war es nichts mehr mit den Sagittarius-Objekten.
Trotzdem war meine Ausbeute recht ordentlich und die Beobachtungen wirklich nachhaltig eindrucksvoll. Solche Sichtungen werde ich in nächster Zeit bestimmt nicht mehr machen können, an meinem Standort in Duisburg. Aber für genau diese Einsatzmöglichkeit habe ich mir ja auch diesen "Reiserefraktor" angeschafft.
 
Hallo,
nööhh, habe ich nicht und auch nicht vor. Ich habe mir diesen Refraktor als rein visuelles Urlaubs- und Schnellspechtel-Instrument angeschafft, die Bildfeldwölbung bleibt eigentlich sehr moderat, selbst im 32mm Klon des Meade SWAs....
 
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