Mittelpunksmarkierungen bei Newtons

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Dielmann

Mitglied
Hallo Sternfreunde,
ich habe letzte Tage einen 10" GSO Dobson gekommen und stehe nun davor ihn zu justieren. Da ich Neueinsteiger bin habe ich bezüglich der Justierung des Geräts mit einem Laser noch ein paar Fragen.
Mir ist klar, dass ich auf dem Hauptspiegelmittelpunkt eine Markierung aufbringen muß, damit ich den Auffangspiegel einstellen kann. Macht man das am Besten mit einem wasserfesten Stift (Edding) oder besser eine weisse kleine Fläche? Ich dachte da an so einen Punkt, der beim Lochen von Blättern abfällt.
Muß ich auf dem Auffangspiegel auch eine Markierung anbringen, damit ich den Hauptspiegel justieren kann? Die muß ja dann wohl wesentlich kleiner sein, oder? Ich hab hier und da was von einem Offset gelesen, um die der Auffangspiegel versetzt sein muß. Ist der bei einem 10" relevant? Wenn ja, was muß ich dabei beachten?
Ich hoffe, es sind nicht zu viele Fragen, aber man will ja nichts verkehrt machen.

Clear Skies...

Fred
 
Hallo Fred,

ich denke, dass ein richtiger Papierpunkt in der Mitte Dir wenig helfen wird. Schließlich muss doch von genau dieser Stelle der Laser wieder zurück reflektiert werden, damit Du den HS justieren kannst. Darum brauchst Du einen Ring, der in seiner Mitte den Spiegel frei lässt. Ich habe dazu einen Edding genommen, der lässt sich mit Alkohol wieder entfernen.

Der Offset bei einem 10" Dob ist natürlich von Öffnungsverhältnis abhängig. Bei f/5 sollte er so etwa um die 3 mm betragen, wie NEWT für einen etwa 60 mm großen Fangspiegel sagt. Ein Offset, der nicht nur in Richtung auf den HS zu, sondern auch sozusagen "nach unten", also vom OAZ weg eingestellt wird, bewirkt natürlich auch, dass der Fangspiegel nicht mehr mittig im Strahlengang sitzt. Bei mir macht sich das so bemerkbar, dass beim Justieren der FS-Schatten natürlich nicht genau mittig im stark defokussierten Stern zu sehen ist. Bei den Beugungsringen stimmt es allerdings wieder. Wenn der Offset richtig eingestellt ist, siehst Du den Hauptspiegel in allen Richtungen im gleichen Abstand vom Fangspiegelrand, wenn Du genau mittig in den Spiegel schaust.

Grüße,
Christoph
 
Hallo Christoph,
danke erst einmal für deine Antwort. Das mit dem Offset scheint mir ja kompliziert zu sein. Ich hoffe erst mal, dass der Offset stimmt. Gibts ne Web-Seite, wo man das nachlesen kann?
Oh Mann, ja, der Strahl muss ja reflekiert werden. Danke für den Tip. Ziemlich dumm von mir.
Aber wird der Fangspiegel denn auch markiert? Oder sehe ich einfach zu, dass der refelktierte Strahl sich mit dem Orginalstrahl deckt? Wie sehe ich dass, denn im Okular steckt ja der Laser?

Fred
 
Hallo...

Also von einer Markierung der Fangspiegel-Mitte wird allgemein
abgeraten, da man damit ja einen Teil des FS abdeckt...die
Mittenmarkierung des HS wird dagegen vom Fangspiegel abgedeckt,
stört also nicht, da sie eh nie Sternenlicht sehen wird...

Außerdem ist eine Mittenmarkierung des FS auch nicht nötig, man
kuckt ja zunächst eh mal ohne Okular rein und stellt den
FS mittig zum OAZ (=er muß zentrisch erscheinen), erst dann
geht man mit dem Laser ran und stellt erst den Lichtpunkt auf dem
HS in die Mitte (dazu justiert man den FS), dann verstellt man den HS, damit
der Strahl in den Laser selbst zurückfällt...

 
Zur Markierung des Fangspiegels reicht ein Tupfer mit einem Faserschreiber. Die Abdeckung dürfte sich dabei im Promillebereich halten, wenn überhaupt. Bei berücksichtigtem Offset steht der Fangspiegel nicht zentrisch, sondern in Richtung Hauptspiegel verschoben.
 
Hallo...

Wegen dem Promillebereich (hicks!):

Irgendwie hab ich das Gefühl, das das nicht so ohne ist,
weil der Lichtstrahl, der auf den FS trifft, hat ja nur noch
den Durchmesser des FS, bei "Planeten-Newtons" können das durchaus
nur noch 10mm oder so sein, wenn ich da nun was abdecke, dann verliere
ich doch erstens Licht und zweitens müßte ich mir Beugungserscheinungen einhandeln ?

 
Hm, mal sehen. Ein 10 mm Kreis hat 78 qmm Fläche. Nun ist das eine Ellipse... Ich hab gerade keine Formelsammlung hier, die Fläche ist größer. Vermutlich mal wieder um Faktor "Wurzel(2)". Dann ist man bei 110 qmm. Nehmen wir einen Punkt von 1 mm Durchmesser, dann hat der 0,78 qmm Fläche, das wären irgendwas um 7 Promille der Fangspiegelfläche. Also etwas weniger als ein Prozent. Nun weiß ich nicht, was die Planetenbeobachter dazu sagen... Bei meinem f4-Fangspiegel interessiert das auf jeden Fall nicht. (Zumindest mich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> )
Was die Beugung angeht... ich kann mich jetzt arg irren, aber Beugung tritt doch nur an Kanten auf?! Dann müßten die Leute, die Muschelbrüche oder Kratzer schwärzen ja auch Einbußen in der Bildqualität hinnehmen? Oder ist das lediglich das kleinere Übel, gemessen an der Verschlechterung durch den Schaden?
 
Hallo...

Sicher ist der Verlust an Fläche vermutlich vernachlässigbar,
zumindest im normalen Einsatz...bei einem Planeten-Newton kann
das aber schon anderst sein, da dort das "wichtige Bild" (=Planet) ja
u.U. viel kleiner ist als der komplett ausgeleuchtete Bildkreis
(der ja auch schon klein genug ist).

Zur Beugung, diese tritt an jeder Art von Abschattung oder Kante
auf, ein Punkt ist eben eine runde Kante...der runde Fangspiegel
produziert ja auch Beugung, die ist dann eben auch rund und
äußert sich in einem helleren 1. Beugungsringchen.
Die Spikes der Spinne sind nur deshalb so auffällig, weil sie
als Speichen vom Sternbild weggehen, das fällt mehr auf als
ein geringfügig vergrößertes Sternbildchen in sich.

Bei den Muschelbrüchen ists in der Tat so, das das das kleinere
Übel ist, weil ohne Schwärzung wäre der Streulichtanteil viel
größer, was den Kontrast mehr senkt als lokal begrenzte Beugungs-
Erscheinungen, die zudem bei gebogenen Sprüngen noch verteilt
werden....vgl. Theorie der gebogenen Spinnen-Streben.

So jedenfalls kenne ich das...
 
Hallo,
ich werde auf eine Markierung des Fangspiegels verzichen. Statt dessen werde ich mir ein weißes Blatt machen, das eine ca. 5mm große Öffnung (Loch) hat. Dieses werde ich irgendwie an der Innenseite des Tubus befestigen, wo sich der Okularauszug befindet. Das Loch ist für den Laserstrahl gedacht, der durch das Loch auf den Fangspiegel tritt. Wenn der Hauptspiegel dejustiert ist wird der reflektierte Strahl irgendwo auf dem Blatt auftreffen und gut zu sehen sein. Dann werde ich den Hauptspiegel so einstellen, dass er genau wieder in das Loch auf den Laser zurückgeworfen wird.
Hoffe, das geht so.

Clear skies...

Fred
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben