einser00
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Hallo Binogemeinde,
nun habe ich mir endlich einen langgehegten Wunsch erfüllt und das Miyauchi 20x77 bei ICS geordert. In loser Reihenfolge will ich nun von meinen Erfahrungen mit diesem Glas berichten.
Das Glas kommt in einer schuhkartonartigen Verpackung ohne jegliche Gebrauchsanleitung o.ä.
So macht man sich in Eigenregie an die Montage des optionalen 3x12 mm Suchers, der auch als Haltegriff dient. Auch das Wechseln der Okulare muß man selbst ergründen. Für ein Glas dieser Preisklasse (898,-EUR + 100,-EUR für den Sucher) ein bißchen befremdlich - da ist bei jedem Aldiglas mehr Info dabei!
Der Sucher wird mit 2 Kreuzschlitzschrauben fixiert, an die man nur rankommt, wenn man den Sucher aus der Halterung entfernt; ist die Halterung montiert, bekommt man ihn nur mit Mühe wieder rein, weil die Okus im Weg stehen. Der Sucher hat einen Augenabstand von 55 mm, so daß man bequem von den Okularen blickweise auf den Sucher wechseln kann. Er liefert ein aufrechtstehendes und seitenrichtiges Bild mit Fadenkreuz, ohne Brille für mich (-3,25 Dioptrien) gerade so scharf zu stellen. Obwohl 3x12 nicht gerade viel verspricht, ist der Sucher sehr hilfreich, das Bild ist klar und gut zu übersehen. Die Justage erfolgt mit 2 mm Inbus (der natürlich nicht dabei ist) und ist problemlos zu bewerkstelligen. Obwohl der Sucher als Griff dient, ist die Sache sehr justierstabil.
Die Okulare werden einfach "entstöpselt" und haben einen Gummiring zur Fixierung. Eine Klemmung ist nicht vorgesehen. Einfach, abes es funktioniert!
Die Verstellung des Augenabstandes ist mechanisch gut gelöst, die Okulare sind miteinander gekoppelt. Der Einblick in die 20x-Okulare ist ohne Brille als gut zu bezeichnen. Leider lassen sich die Augenmuscheln nicht klappen, die Gummis sind zu dick und steif. Mit Brille also keine Chance. Hier besteht Nachbesserungsbedarf! In einer Rezension bei cloudynights.com hat schon mal jemand die Augenmuscheln mit Erfolg gekürzt. Evtl. kann man Fremdaugenmuscheln anbringen um mit und ohne Brille zu beobachten.
Die ausziehbaren Taukappen laufen satt und rutschen bei Zenitbetrachtung auch nicht runter, wie es oft beschrieben wird. Die Stativhalterung ist massiv und trägt das mit 2,5 kg leichte Glas sehr stabil.
Mit den 20er Okus ergibt sich ein FOV von 2,5°. Ausreichend aber nicht berauschend. Die 30er Okus, die ich in den nächsten Tagen zum testen bekomme, sollen fast dasselbe GF haben!
Ein erster Test bei 5,3 mag Grenzhelligkeit ergab ein beeindruckendes Ergebnis. Die Plejaden füllen das GF aus, nadelpunktscharf und ästhetisch - allerdings ist der Schärfepunkt nicht so klar definiert wie im Vorgängerglas, einem TS 20x80. Die Einzelokulareinstellung bereitet keine Probleme, die Fokussierung läuft hinreichend satt und verstellt sich nicht. Insgesamt ist die Leistung als dem TS-Glas ebenbürtig anzusehen, mehr aber auch nicht.
M 81/82 schon mit leichten Strukturansätzen zu sehen, Paradeobjekte wie h und chi natürlich ein genuß!
Im Zenit wünscht man sich fast einen 90°-Einblick, so bequem sind 45° nun auch wieder nicht.
Der jetzt herrschende Vollmond zeigt am unteren Rand einen klar definierten grünlichen Saum, der am oberen Rand ins violette changiert. Nicht störend, aber bemerkbar. Hier macht das TS-Glas eine wesentlich bessere Figur - es ist farbrein!
Stellt man den Mond an den GF-Rand, sind keine Überstrahlungen oder Reflexe zu sehen. Straßenlaternen und heute morgen die Venus sorgen aber für Reflexe, deutliche Lichthöfe ohne Farbe sind zu sehen. Auch hier ist das TS-Glas besser. Venus war deshalb heute früh kaum beobachtbar.
Sehr gut ist die Randschärfe, die auch bei absolut randnaher Betrachtung des Mondes nur fast unmerklich abfällt. Hier verliert das TS klar.
Zusätzlich zu den 30er Okularen werde ich mir von TS die 15 mm Ts SWM Okulare testweise kommen lassen. Sie sollen nach Entfernen der Steckhülse passen und eine sehr gute und scharfe Abbildung liefern (bei ca. 26-facher Vergrößerung).
Tagbeobachtung habe ich mir gespart, da das Glas hierfür nicht konstruiert ist, die Diskussion, ob Telegrafenleitungen nun armdicke Farbsäume haben oder nicht, soll ungeklärt bleiben.
Weitere Berichte werden folgen, es ging mir jetzt erst mal nur um den ersten Eindruck.
Resümee: Viel Geld für ein wertiges kleines Glas mit Schwächen.
carpe noctem
Matthias
nun habe ich mir endlich einen langgehegten Wunsch erfüllt und das Miyauchi 20x77 bei ICS geordert. In loser Reihenfolge will ich nun von meinen Erfahrungen mit diesem Glas berichten.
Das Glas kommt in einer schuhkartonartigen Verpackung ohne jegliche Gebrauchsanleitung o.ä.
So macht man sich in Eigenregie an die Montage des optionalen 3x12 mm Suchers, der auch als Haltegriff dient. Auch das Wechseln der Okulare muß man selbst ergründen. Für ein Glas dieser Preisklasse (898,-EUR + 100,-EUR für den Sucher) ein bißchen befremdlich - da ist bei jedem Aldiglas mehr Info dabei!
Der Sucher wird mit 2 Kreuzschlitzschrauben fixiert, an die man nur rankommt, wenn man den Sucher aus der Halterung entfernt; ist die Halterung montiert, bekommt man ihn nur mit Mühe wieder rein, weil die Okus im Weg stehen. Der Sucher hat einen Augenabstand von 55 mm, so daß man bequem von den Okularen blickweise auf den Sucher wechseln kann. Er liefert ein aufrechtstehendes und seitenrichtiges Bild mit Fadenkreuz, ohne Brille für mich (-3,25 Dioptrien) gerade so scharf zu stellen. Obwohl 3x12 nicht gerade viel verspricht, ist der Sucher sehr hilfreich, das Bild ist klar und gut zu übersehen. Die Justage erfolgt mit 2 mm Inbus (der natürlich nicht dabei ist) und ist problemlos zu bewerkstelligen. Obwohl der Sucher als Griff dient, ist die Sache sehr justierstabil.
Die Okulare werden einfach "entstöpselt" und haben einen Gummiring zur Fixierung. Eine Klemmung ist nicht vorgesehen. Einfach, abes es funktioniert!
Die Verstellung des Augenabstandes ist mechanisch gut gelöst, die Okulare sind miteinander gekoppelt. Der Einblick in die 20x-Okulare ist ohne Brille als gut zu bezeichnen. Leider lassen sich die Augenmuscheln nicht klappen, die Gummis sind zu dick und steif. Mit Brille also keine Chance. Hier besteht Nachbesserungsbedarf! In einer Rezension bei cloudynights.com hat schon mal jemand die Augenmuscheln mit Erfolg gekürzt. Evtl. kann man Fremdaugenmuscheln anbringen um mit und ohne Brille zu beobachten.
Die ausziehbaren Taukappen laufen satt und rutschen bei Zenitbetrachtung auch nicht runter, wie es oft beschrieben wird. Die Stativhalterung ist massiv und trägt das mit 2,5 kg leichte Glas sehr stabil.
Mit den 20er Okus ergibt sich ein FOV von 2,5°. Ausreichend aber nicht berauschend. Die 30er Okus, die ich in den nächsten Tagen zum testen bekomme, sollen fast dasselbe GF haben!
Ein erster Test bei 5,3 mag Grenzhelligkeit ergab ein beeindruckendes Ergebnis. Die Plejaden füllen das GF aus, nadelpunktscharf und ästhetisch - allerdings ist der Schärfepunkt nicht so klar definiert wie im Vorgängerglas, einem TS 20x80. Die Einzelokulareinstellung bereitet keine Probleme, die Fokussierung läuft hinreichend satt und verstellt sich nicht. Insgesamt ist die Leistung als dem TS-Glas ebenbürtig anzusehen, mehr aber auch nicht.
M 81/82 schon mit leichten Strukturansätzen zu sehen, Paradeobjekte wie h und chi natürlich ein genuß!
Im Zenit wünscht man sich fast einen 90°-Einblick, so bequem sind 45° nun auch wieder nicht.
Der jetzt herrschende Vollmond zeigt am unteren Rand einen klar definierten grünlichen Saum, der am oberen Rand ins violette changiert. Nicht störend, aber bemerkbar. Hier macht das TS-Glas eine wesentlich bessere Figur - es ist farbrein!
Stellt man den Mond an den GF-Rand, sind keine Überstrahlungen oder Reflexe zu sehen. Straßenlaternen und heute morgen die Venus sorgen aber für Reflexe, deutliche Lichthöfe ohne Farbe sind zu sehen. Auch hier ist das TS-Glas besser. Venus war deshalb heute früh kaum beobachtbar.
Sehr gut ist die Randschärfe, die auch bei absolut randnaher Betrachtung des Mondes nur fast unmerklich abfällt. Hier verliert das TS klar.
Zusätzlich zu den 30er Okularen werde ich mir von TS die 15 mm Ts SWM Okulare testweise kommen lassen. Sie sollen nach Entfernen der Steckhülse passen und eine sehr gute und scharfe Abbildung liefern (bei ca. 26-facher Vergrößerung).
Tagbeobachtung habe ich mir gespart, da das Glas hierfür nicht konstruiert ist, die Diskussion, ob Telegrafenleitungen nun armdicke Farbsäume haben oder nicht, soll ungeklärt bleiben.
Weitere Berichte werden folgen, es ging mir jetzt erst mal nur um den ersten Eindruck.
Resümee: Viel Geld für ein wertiges kleines Glas mit Schwächen.
carpe noctem
Matthias
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