Mond am 03. April

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Hallo!

Nach einer astronomisch ganz brauchbaren Woche möchte ich kurz von meiner Mondbeobachtung am Freitag (03.04.) berichten. Wie von anderen Beobachtern schon zu lesen war, war das Seeing teilweise sehr gut. So auch an meinem Beobachtungsplatz. Es war schon fast unnatürlich; fast 2 Stunden war ich ununterbrochen am Okular, und in dieser Zeit hat der Mond nicht einmal gezuckt! Deshalb konnte mein 6" f/10 Wachter FH mit Chromacor II zeigen, wo seine Grenzen sind. Es war einfach genial, einfach zu gucken und zu suchen, ohne vom Seeing gestört zu werden. Ich zähle einfach mal von N nach S geordnet auf, was ich gesehen habe:
+ Plato: 4 Kleinkrater auf dem Boden, alle mit Schatten und beleuchtetem Wall; Rimae Plato;
+ Alpental: schon weit in der Sonne, aber sehr strukturierte Ränder, am "Anfang" und am "Ende" des Tals mehrfach eine Aufhellung am Boden gesehen, die ich als Teile der Rille interpretiere; das Alpental war Kandidat für eine Zeichnung, habe aber doch etwas anderes gezeichnet;
+ Archimedes: 3 Kleinkrater auf dem Boden, Rimae Archimedes;
+ Rillen an N-Rand der Appeninen: Rima Bradley, Rimae Fresnell, besonders beeindruckend die Rima Hadley im gesamten Verlauf zu verfolgen;
+ Rima Conon;
+ Stadius im Sonnenaufgang: kompliziert strukturiertes Gebiet, teilweise nadelfeine lange Schatten;
+ Erastothenes im besten Licht;
+ Dom bei Gambart B und C;
+ Rimae Bode;
+ Dome in Pallas und Murchison;
+ Rimae Triesnecker;
+ Rima Flammarion;
+ Rima Oppolzer, Rima Reaumur;
+ Guericke im Sonnenaufgang;
+ Alphonsus: Boden mit massenhaft Detail, deshalb wurde dieser gezeichnet, siehe unten (ein Vergleich mit einem zur gleichen Zeit entstandenen Foto siehe hier)
+ Birt, Rima Birt, 2 Kleinkrater südlich von Birt; letztere sind für mich interessant, weil der berühmte letzte visuelle Mondtopograf Ph. Fauth ihretwegen mit der Fachastronomie in Streit geriet und nach Beobachtungen mit seinem Pauly-6"er in den "Neuen Beiträgen zur Begründung einer modernen Selenographie und Selenologie" 1895 schrieb: "...suchte ich gleichfalls das Objekt auf, fand jedoch zu meinem Erstaunen auf den ersten Blick etwas ganz anderes, nämlich eine Hügelgruppe, die so wenig Ähnlichkeit mit einem Krater hat, als ein Würfel mit einem Ei." Ich habe also eindeutig Krater gesehen. In seine großen Mondkarte, die später an größeren Optiken entstand, zeichnete Fauth natürlich auch die Krater, hat sich dazu aber wohl nicht mehr geäußert.
+ Rupes recta mit mehreren Kleinstkratern direkt in der Nachbarschaft; massenhaft Kleinstkrater zwischen Rupes recta und Thebit;
+ Arzachel mit Kleinkratern und Rille, ebenfalls ein Zeichnungskandidat;
+ außerdem die "üblichen" Schattenspiele am Terminator, die vielen Details in den polnahen Gegenden, ...
Zusammengefaßt war es eine meiner schönsten Mondbeobachtungen überhaupt und eine Motivation, auch hier im Nordwesten der astronomischen Beobachtung treu zu bleiben.

Grüße von Michael.
 

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Hallo Michael

Ich finde deine Zeichnung wirklich klasse, beim Vergleich mit dem Foto tendiere ich sogar mehr zur Zeichnung, da sie einfach subjektiver von der Betrachtung her ist. Der Mond kann einem mit seinen Details erschlagen :D

CS und Gruß
Markus
 
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