Mond und Cirrus

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Andreas_Scheid

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Hallo,

wieder einmal ein BB von mir:

Datum: 21. Mai 2010
Zeit: 22:00 bis 01:30 Uhr
Ort: Feld im Taunus
Wetter: klar, 10-7°C, kein Wind
Seeing: Gut, Gebietsweise mäßig
Grenzgröße: nicht geschätzt, da „Halbmond“
Geräte:
12“ Gitterdobson, Eigenbau
Vixen ED 102 SS – f/6,6
Martini Reisedobson 12,5“ – f/5
Fernglas, Canon 15x50 IS


Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, im Wonnemonat Mai noch einmal zum Beobachten zu kommen. Erst recht nicht, als sich der letzte Neumond samt Sternenhimmel hinter dicken Regenwolken versteckt hatte. Aber das war jetzt anders: Endlich Frühling! Und der immer stärker werdende Entzug bewirkt zuweilen, dass man sich mit Deepskyequipment und bei deutlich anwesendem Mond hinaus aufs Feld begibt - und man dazu sogar noch Gesellschaft hat. Ich habe mich also mit Horia und Thomas an unserem Platz verabredet. Kurz überlegte ich noch, den 8er wieder einmal mit hinauszunehmen. Viel mehr als Mond und Planeten würde es sowieso nicht zu sehen geben, und da ist die parallaktische Nachführung nicht schlecht. Aber die Faulheit hatte dann doch gesiegt: Der Dobson ist eben doch schneller betriebsbereit.

Als ich gegen 22:00 Uhr am Platz ankam, hatte Horia seinen schönen Eigenbau schon aufgebaut. Mein Martini, den ich ja zusammengebaut transportiere stand wenige Augenblicke später daneben. Da ich selbst vorhabe, dem Dobson eine Socke zu nähen schaute ich mir intensiv Horias neue Kreation aus (Badehosen-) Stretchstoff an. Sehr schön, so werde ich das auch machen.
Justieren war diesmal überhaupt nicht nötig – ich mag dieses Teleskop!

Was also beobachten? Den Mond wollte ich mir für später aufheben und die Venus stand schon tief und war einfach nicht ruhig und scharf zu bekommen. Also zu Saturn. Dank gutem Seeing ein lohnendes Objekt. Bis 200-fach absolut scharf, 318-fach immerhin noch blickweise. Die Ringe stehen scheinbar wieder flacher, aber der Ringschatten malte einen tuschegleichen dünnen Schatten auf die Oberfläche. Wir zählten die Monde: 3 links, einer rechts – nein links sogar noch ein vierter, wenn auch zu schwach für den Refraktor. Besonders störend war hier unser Mond, der mich vorbei am Tubus aus dem Hauptspiegel anstrahlte. Die Socke muss her!

Dann ging es zu einigen Doppelsternen, wie z.B. Epsilon Lyrae oder Alpha Geminorum (Kastor). Dabei besonders interessant, die unterschiedliche Abbildung der Sterne zwischen Spiegel und Apo. Hier bildet der Refraktor zugegebenermaßen einfach schärfer ab, auch wenn ein Graufilter am Newton das Ergebnis bei Horia etwas verbesserte. Ein Newton ist eben doch ein Deepskygerät. Also schwenkte ich als nächstes auf den Ringnebel M57. Erstaunlich gut zu sehen in seiner leicht ovalen Form, trotz Mond im Rücken. Danach noch den Kugelsterhaufen M56 und den schönen Albireo. Die beiden Kugelsternhaufen M92 und natürlich M13 waren auch bei diesen Bedingungen in viele Einzelsterne aufzulösen. Meine beiden Mitbeobachter fielen unterdessen über zahlreiche Doppelsterne her und versuchten selbst kleinste Abstände zu trennen.

Als Thomas meinte, den Cirrusnebel müsste man doch auch schwach sehen können, war der Ehrgeiz geweckt. Ohne Filter allerdings absolut unmöglich. Zu hell und zu tief. Der Stern der linken Flügelspitze war fast nicht mehr zu sehen. Der UHC-Filter zeigte auch nichts. Letzter Versuch, der OIII, in meinem Fall die „Sonnenbrille“ von Baader. Es hat eine ganze Weile gedauert und meine Knie wurden im inzwischen feuchten Gras immer nasser und grüner, als dann tatsächlich ein schwacher Schatten auftauchte. Ich fuhr die sichelartige Gestalt ab, es musste der westliche Teil sein. Besonders, wenn ich das Teleskop immer ein wenig hin und her bewegte, war der Nebel eindeutig zu sehen. Der Sturmvogel weiter östlich war dann auch schnell gefunden. Aber eine echte Grenzbeobachtung. Wow- und hinter mir schien der Mond!
Zwischendurch wagte ich auch noch einen Blick auf Ha und Chi, die heute weniger Sterne zu haben schienen als sonst. OK- die standen aber auch wirklich sehr tief.
Für Galaxien war es aber wirklich zu hell. An M51 erkannte ich lediglich die beiden hellen Zentren.
Zum Schluss machte ich noch einen kurzen Spaziergang auf dem Mond. Im 12er auch noch mit Filter ein echter Netzhautverbrenner. Aber absolut faszinierend in Thomas Apo mit Bino-Aufsatz. Nach ebenfalls kurzem Streifzug über die Milchstraße mit dem Fernglas war dann aber wirklich Schluss für heute.

Ein schöner Beobachtungsabend ging gegen 1:30 Uhr zu Ende. Die Bedingungen waren suboptimal aber der Spaß und die Gesellschaft passten wieder einmal hervorragend. Demnächst wird es wohl gar nicht mehr richtig dunkel…

Gruß und klaren Himmel
Andreas
 
Hallo Andreas

Schöner Beobachtungbericht von dir.

Bei mir sind Grillen und Unken beim beobachten dabei gewesen, als Ich gestern mit meinem 12,5" Dob
draußen war, auch nach 22Uhr bis 1Uhr 30min also die gleiche Zeit.

Als erstes beobachtete Ich unser Mond der so hell und Schön am Himmel war, Okulare 20mm 10mm Plösel von Skywatcher und Baader Okulare 24mm und 17mm mit Mondspaziergang.

Saturn Beobachtung genauso wie du selber im Bericht hast ist einfach ein Augen Schmaus nach so langer Wetterpause
die jetzt zu ende gehen tut, Saturn Monde erkannte Ich 4 Stück und der Sehr Dünne Ring Schatten was einfach ein Muß, verwendete Okulare 24mm 17mm Baader und und Planeten Okulare von TS 9mm.

Danach beobachtete Ich nur Kugelsternhaufen angefangen im Hercules. M13 M92 M53 M3 M80, naja man hat ganz gut gemerkt das das Mondlicht stören tut nicht alle Kugelsternhaufen kamen zur ganzen Pracht zum Vorschein, Okulare 24mm und 17mm Baader.

Und noch der Nebel in der Layer M57 Baader Okulare 24mm und 17mm Ohne Filter hatte diese auch zu Hause gelassen.

Mit gruß Manfred
 
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Hi Andreas,

die Venus hatte ich Gestern auch drinnen, den Dobson fast waagerecht. Die Form, Phase war schön zu erkennen bei 214x sonst aber auch nichts. Sie schimmerte in allen Regenbogenfarbe aufgrund ihres tiefen Standes.

Den Cirrusnebel bei Mondenschein und noch tief stehend. Du suchst ja richtig die Herausforderung.

Gruß
Lots
 
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