003sec
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Mineralmond, Mondkrater und Mondstrukturen in Farbe
Hallo zusammen,
erst einmal ein paar Suchbegriffe für Google und Co. Das Problem ist nämlich, dass wenn man z.B. nach Kopernikus sucht, natürlich nicht der Mondkrater Kopernikus angezeigt wird, sondern die historische Person. Es reicht auch nicht, Kopernikus mit Mond in Verbindung zu bringen. Erst bei „Mondkrater Kopernikus“ werden die Bilder vom Krater gefunden. Dies ist ein kleines Experiment von mir und der Astronomie.de ist ein guter „Spreader“. Ihr seht jetzt also unter anderem: Mondkrater Aristarchus mit dem Schrötertal in Farbe, Mondkrater Archimedes in Farbe, Mondkrater Gassendi und Copernicus in Farbe, das Mondbecken Plato und das Mond-Alpental dürfen nicht fehlen und auch Reiner Gamma, diese seltsame Struktur, ein Swirl, in Farbe ist dabei. Mondkrater Theophilus, Triesnecker und Tycho sieht man auch nicht oft bei der Bildersuche, erst recht nicht in Farbe.
Nun zum Inhalt: der Mond ist nicht grau. Er ist auch nicht silbern, wie er oft in der Romantik beschrieben wurde, sondern der Mond ist braun, um genau zu sein dunkelbraun, denn seine Reflektivität ist sehr gering, die Albedo entspricht der von schwarzem Asphalt. Dieses Braun ist aber eine Mischfarbe aus allen farbigen Mineralien auf der Mondoberfläche. Es gibt da aber durchaus Unterschiede. Am auffälligsten sind die eher bläulichen Mare. Die erkaltete Lava enthält viel Titanoxid und das ist bläulich. Aber nicht alle Mare sind blau. Es gibt auch welche, die eher rötlich sind. Das „Festland“ hingegen wirkt oft gelblich-orange. Im UV-Licht der Sonne verwitterten die Gesteine und es entstand das staubige Regolith, das die Mondoberfläche fast überall bedeckt. Auch deshalb sind die Farbkontraste sehr gering. An einigen Stellen aber gibt es weniger Mondstaub, junge Krater z.B. oder auch steile Kraterränder, an denen das Regolith abrutscht oder sich auch weniger bildet.
Fotos vom „Mineralmond“ werden zurzeit gerne gemacht. Meistens bei Vollmond und oft wird der ganze Mond mit kleinerer Brennweite abgebildet. In der letzten guten Mondsichtbarkeitsphase habe ich nun versucht, auch bei anderen Mondphasen und bei voller Brennweite, Details farbig darzustellen. Zurückgreifen konnte ich auf meine eigenen „Mineralmond-Erfahrungen“, und auf mein großes farbiges Mondmosaik, das in meinem Arbeitszimmer hängt. Die Auswahl der Objekte wurde von der Mondphase und vom erwartbaren Farbkontrast bestimmt. Ganz besonders haben mich die kleinen, deutlich orangen Strukturen gereizt.
Die Technik: Zum Einsatz kam mein 16“ Dobson GoTo. Eine Abbe-Barlow machte daraus f/12,5. Ich benutzte die ASI183MM mit Rotfilter für die Luminanz im ROI-Modus mit etwa 2000 x 3000 Px. Bei gutem Seeing, (das oft gar nicht so gut aussah) belichtete ich zw.10 und 20 x 30 s. Ich habe nicht am Stück belichten können, da ich im Dobson eine Bildfelddrehung habe und AutoStakkert diese Drehung nicht automatisch korrigiert. Die Verwendungsrate lag bei 11 % , die Einzelbelichtungszeit bei 12,5 ms. Im Batch-Prozess wurden alle gestackten Bilder in PS geschärft, zwischen Radius 1,6 und 2,1 Pixel und oft 2 mal 500 % hintereinander. In PS konnte ich die Bilder dann ausrichten lassen und entweder gleich stacken oder ausgeben lassen, um sie erneut in AS! zu stacken.
Zu jeder Session gehörte ein Kamerawechsel zur ASI178MC dazu, einer Farbkamera. 2 mal 30 s wurden hier als Farbvideo aufgenommen. Wichtig war hier ein Flat, denn der Chip ist nicht in allen Bereichen farblich so homogen. Die Schärfe war deutlich geringer, aber von diesen Videos brauchte ich ja nur die Farbe. Diese wurde im fertigen Bild in der Sättigung stark erhöht. Mehr oder weniger wurde immer ein neutraler Weißabgleich angewendet. Bei den Mondregionen, wo die Sonne schon hochstand, war das Bild schnell fertig und die Farbunterschiede erstaunlich deutlich. Zum Terminator hin, gab es aber Farbkipper und das Bild wurde immer mehr Magenta, je dunkler es wurde. Erst später habe ich darüber nachgedacht, dass der Effekt womöglich echt ist und der Mondstaub bei seitlich einfallendem Licht eher rötlich-magenta streut. Es gibt allerdings Experimente, die nahelegen, dass der Bayer-Algorithmus die Schatten immer magenta macht. In diesen Bildern habe ich dann ein künstliches Farbflat angewendet und alle Gradienten, die größer als etwa 250-350 Px waren – „glattgebügelt“. Mit anderen Worten, die Farbunterschiede auf kleinen Skalen sind echt, auf großen Skalen und die reine Farbe aber nicht unbedingt. Allerdings konnte ich später meine Detailbilder ziemlich gut mit meinem Mondmosaik abgleichen.
Von dem Farbbild wurde dann nur die reine Farbe auf das Monobild übertragen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ich habe in PS den „Modus Farbe“ bei den Ebenen angewendet.
Störungen gibt es offensichtlich bei sehr hohen Kontrasten an den Kraterrändern, die sehen mir etwa sehr „bunt“ aus. Am Ende habe ich noch versucht mit Topaz Denoise KI etwas herauszuholen, oft mehr schlecht als recht, aber in einigen Fällen wurde das Bild knackiger. Dafür verschwanden kleine Krater.
weiter gehts gleich ...
Hallo zusammen,
erst einmal ein paar Suchbegriffe für Google und Co. Das Problem ist nämlich, dass wenn man z.B. nach Kopernikus sucht, natürlich nicht der Mondkrater Kopernikus angezeigt wird, sondern die historische Person. Es reicht auch nicht, Kopernikus mit Mond in Verbindung zu bringen. Erst bei „Mondkrater Kopernikus“ werden die Bilder vom Krater gefunden. Dies ist ein kleines Experiment von mir und der Astronomie.de ist ein guter „Spreader“. Ihr seht jetzt also unter anderem: Mondkrater Aristarchus mit dem Schrötertal in Farbe, Mondkrater Archimedes in Farbe, Mondkrater Gassendi und Copernicus in Farbe, das Mondbecken Plato und das Mond-Alpental dürfen nicht fehlen und auch Reiner Gamma, diese seltsame Struktur, ein Swirl, in Farbe ist dabei. Mondkrater Theophilus, Triesnecker und Tycho sieht man auch nicht oft bei der Bildersuche, erst recht nicht in Farbe.
Nun zum Inhalt: der Mond ist nicht grau. Er ist auch nicht silbern, wie er oft in der Romantik beschrieben wurde, sondern der Mond ist braun, um genau zu sein dunkelbraun, denn seine Reflektivität ist sehr gering, die Albedo entspricht der von schwarzem Asphalt. Dieses Braun ist aber eine Mischfarbe aus allen farbigen Mineralien auf der Mondoberfläche. Es gibt da aber durchaus Unterschiede. Am auffälligsten sind die eher bläulichen Mare. Die erkaltete Lava enthält viel Titanoxid und das ist bläulich. Aber nicht alle Mare sind blau. Es gibt auch welche, die eher rötlich sind. Das „Festland“ hingegen wirkt oft gelblich-orange. Im UV-Licht der Sonne verwitterten die Gesteine und es entstand das staubige Regolith, das die Mondoberfläche fast überall bedeckt. Auch deshalb sind die Farbkontraste sehr gering. An einigen Stellen aber gibt es weniger Mondstaub, junge Krater z.B. oder auch steile Kraterränder, an denen das Regolith abrutscht oder sich auch weniger bildet.
Fotos vom „Mineralmond“ werden zurzeit gerne gemacht. Meistens bei Vollmond und oft wird der ganze Mond mit kleinerer Brennweite abgebildet. In der letzten guten Mondsichtbarkeitsphase habe ich nun versucht, auch bei anderen Mondphasen und bei voller Brennweite, Details farbig darzustellen. Zurückgreifen konnte ich auf meine eigenen „Mineralmond-Erfahrungen“, und auf mein großes farbiges Mondmosaik, das in meinem Arbeitszimmer hängt. Die Auswahl der Objekte wurde von der Mondphase und vom erwartbaren Farbkontrast bestimmt. Ganz besonders haben mich die kleinen, deutlich orangen Strukturen gereizt.
Die Technik: Zum Einsatz kam mein 16“ Dobson GoTo. Eine Abbe-Barlow machte daraus f/12,5. Ich benutzte die ASI183MM mit Rotfilter für die Luminanz im ROI-Modus mit etwa 2000 x 3000 Px. Bei gutem Seeing, (das oft gar nicht so gut aussah) belichtete ich zw.10 und 20 x 30 s. Ich habe nicht am Stück belichten können, da ich im Dobson eine Bildfelddrehung habe und AutoStakkert diese Drehung nicht automatisch korrigiert. Die Verwendungsrate lag bei 11 % , die Einzelbelichtungszeit bei 12,5 ms. Im Batch-Prozess wurden alle gestackten Bilder in PS geschärft, zwischen Radius 1,6 und 2,1 Pixel und oft 2 mal 500 % hintereinander. In PS konnte ich die Bilder dann ausrichten lassen und entweder gleich stacken oder ausgeben lassen, um sie erneut in AS! zu stacken.
Zu jeder Session gehörte ein Kamerawechsel zur ASI178MC dazu, einer Farbkamera. 2 mal 30 s wurden hier als Farbvideo aufgenommen. Wichtig war hier ein Flat, denn der Chip ist nicht in allen Bereichen farblich so homogen. Die Schärfe war deutlich geringer, aber von diesen Videos brauchte ich ja nur die Farbe. Diese wurde im fertigen Bild in der Sättigung stark erhöht. Mehr oder weniger wurde immer ein neutraler Weißabgleich angewendet. Bei den Mondregionen, wo die Sonne schon hochstand, war das Bild schnell fertig und die Farbunterschiede erstaunlich deutlich. Zum Terminator hin, gab es aber Farbkipper und das Bild wurde immer mehr Magenta, je dunkler es wurde. Erst später habe ich darüber nachgedacht, dass der Effekt womöglich echt ist und der Mondstaub bei seitlich einfallendem Licht eher rötlich-magenta streut. Es gibt allerdings Experimente, die nahelegen, dass der Bayer-Algorithmus die Schatten immer magenta macht. In diesen Bildern habe ich dann ein künstliches Farbflat angewendet und alle Gradienten, die größer als etwa 250-350 Px waren – „glattgebügelt“. Mit anderen Worten, die Farbunterschiede auf kleinen Skalen sind echt, auf großen Skalen und die reine Farbe aber nicht unbedingt. Allerdings konnte ich später meine Detailbilder ziemlich gut mit meinem Mondmosaik abgleichen.
Von dem Farbbild wurde dann nur die reine Farbe auf das Monobild übertragen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ich habe in PS den „Modus Farbe“ bei den Ebenen angewendet.
Störungen gibt es offensichtlich bei sehr hohen Kontrasten an den Kraterrändern, die sehen mir etwa sehr „bunt“ aus. Am Ende habe ich noch versucht mit Topaz Denoise KI etwas herauszuholen, oft mehr schlecht als recht, aber in einigen Fällen wurde das Bild knackiger. Dafür verschwanden kleine Krater.
weiter gehts gleich ...