Mondklassiker - jetzt auch in Farbe

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Spacecadet

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Moin,
ich hatte in der Galerie ja schon die Mondausbeute vom 21.03. gepostet und dort viel hilfreiche Kritik bekommen.
Ich möchte hier aber in der spezielleren Ecke noch die Farbversionen zeigen.
Das ist am Mond immer heikel:
1. verwende ich einen "Farbwerfer"
2. ist die Farbwahrnehmung am Mond wohl recht unterschiedlich und
3. ist mein eigenes Farbsehen auch nicht immer zuverlässig.
Ich habe also mit 6" ca. f/20 die Mondavis mit der Farb-i-Nova (alter Chip) aufgenommen (Fringekiller-Filter), mit Registax gestackt, in Fitswork die Kanäle getrennt, Histogramme angepasst und einzeln mit Deconvolution geschärft (grün stärker, blau nur gering), das RGB wieder zusammengebastelt und ihm mit Registax leicht schärfend und entrauschend aufgehübscht und dann mit Gimp den Rest gegeben.
Über Rückmeldungen freue ich mich sehr, besonders zur Farbgebung, ich habe auch auf zwei Monitore gekuckt und mir Mühe gegeben :). Dann kann ich eure Tipps bei der Färbung der anderen Bilder noch berücksichtigen.

PS: Hm, auch als jpg muss ich die Dateigröße reduzieren, hoffentlich kommt das Bild nicht zu komprimiert hier an.
Grüße und CS
Martin
 

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Hallo Martin.
Farbbilder vom Mond bringen in der Regel keinen Vorteil, sondern sehen statt dessen oft – wie auch in diesem Fall – leicht befremdlich aus, denn der Mond wirkt nun mal für das Auge im Fernrohr nicht so, wie er hier wiedergegeben ist. Grauwerte sind es, die dominieren. Farbe kommt am ehesten durch Farbrestfehler aus Optik und Atmosphäre ins Spiel. Das könnte auch hier gut der Fall sein und wirkt dann wenig ästhetisch.
Wenn Farbaufnahmen, dann dürfen allenfalls die im Parallelthread angesprochenen echten Mondfarben auftauchen. Die sind im Normalbild kaum wahrnehmbar, sondern erst nach deutlicher Sättigungserhöhung.
Für die überwiegende Verwendung von Schwarzweiß am Mond spricht aber neben der gering vorhandenen Farbe noch ein anderer, wichtiger Aspekt: Auflösung. Schließlich haben wir hier ein flächiges Objekt, das bis an die Auflösungsgrenze Details zeigen kann. Das geht aber deutlich schlechter mit Farbkameras wegen deren Bayer-Maske vor dem Chip. Top-SW-Bilder entstammen zumeist auch SW-Videocams, seltener einer DSLR.
LG
Rudolf
 
Danke für deine Rückmeldung, Rudolf.
Inzwischen habe ich auch versucht, Clavius und Copernicus farbig zu bearbeiten. Allerdings kommt die Cam (und die Optik) mit den harten Kontrasten nicht klar. Da gibt es unschöne Ränder, die sich nur schlecht wegarbeiten lassen. Allerdings finde ich die Platoaufnahme mit den Mareflächen plastischer und auch farbig recht schön.
Im Nachbarforum kam der Ratschlag, nur den Grünkanal zu verwenden, damit komme ich mit Fringekiller und Achro auf für mich gute Ergebnisse, besonders den Clavius finde ich für einen 6" Achro und eine Farbcam in Ordnung. So schlecht kann das Seeing doch nicht gewesen sein.
Beim farbigen Copernicus sieht man schon die Chromasie.
Über andere farbige Mondbilder würde ich mich dennoch sehr freuen, gerade die Maeregebiete finde ich auch ohne Überzeichnung sehr interessant.
Viele Grüße und CS
Martin
 

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Moin Martin.
Also, ich bleibe dabei, und das Beispiel Kopernikus macht es an sich bestens deutlich: Solche Farbe bringt gar nichts, im Gegenteil, sie wirkt unschön, weil der Betrachter mit ein wenig Erfahrung in Optik (und dem tatsächlichen Anblick im Teleskop) schnell weiß, dass es sich dabei nicht um reale Farbe, sondern Abbildungsfehler handelt. Und die vermeidet man an sich tunlichst. Die Mischung aus einer grün-magenta Verfärbung wirkt einfach unnatürlich.

Wenn Mond in Farbe, dann gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten, die ich akzeptabel finde:
a) Natürliche Farbe, die entweder ganz zart angedeutet in farbrichtigen Aufnahmen vorzugsweise des gesamten Mondes vorkommen kann, oder sie wird durch Sättigungssteigerung besonders hervorgehoben.
b) Mondverfärbung durch atmosphärische Umstände wie nahe des Auf- oder Unterganges.

Ansonsten – auch der Auflösung zuliebe, die durch Farbe wie oben ziemlich leidet – nur in SW.
LG
Rudolf
 
Moin Rudolf,
wir sind gar nicht weit auseinander, glaube ich. Bei den harten Kontrasten sehen die Farbbilder ja wirklich so aus, wie durch einen zu kurzen Refraktor (lila Saum).
Ich werde wohl bei Kratern immer mit dem Grünkanal arbeiten.
Die Maregebiete finde ich farbig aber interessant.
Viele Grüße und frohe Ostern!
Martin
 
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