Montierungsbau

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hendy

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Hi Leute,
ich wollte fragen ob es sich eher lohnt eine monti selbst zu bauen o. besser eine zu kaufen? Wenn's sich mehr lohnt eine zu
bauen,wo krieg ich ne Bauanleitung her?
(die monti soll für die astrofotografie durch nen 8" f/5 Newton taugen)
 
Hallo Hendrik,
Montierungsbau lohnt sich finanziell, wenn Du die erforderlichen Arbeiten selbst erledigen kannst. Wenn Du die Hilfe anderer benötigst, dann kann es schnell sehr teuer werden wenn Du den normalen Herstellungslohn für angefertigte Teile bezahlen mußt. Ich baue selbst sehr viel und habe mir dafür mit einfachsten Maschinen eine Werkstatt eingerichtet (ein paar Dinge dazu findest Du auf meiner Homepage).
Die Grundlagen des Montierungsbaus sind sehr gut im "Handbuch für Sternfreunde", Band 1 erläutert. Wenn man diese Grundlagen verstanden hat, kann man sich entsprechende Montis selbst konstruieren. Das ist sicher besser als wenn man versucht Montierungen einfach nur nachzubauen. Ohne Grundlagenkenntnisse kann man zu schnell grundlegende Fehler machen.

CS. Frank
www.stern-freund.de
 
Hallo Hendrik,

da ich mitten in einem solchen Vorhaben stecke, ein paar Tips von meiner Seite:


Es lohnt sich finanziell wenn

- die Montierung die EQ6- oder GPDX-Größenordnung überschreitet
- du kostenlosen Zugang zu Werkzeugmaschinen hast und ein wenig damit umgehen kannst
- deine Arbeitszeit keine Rolle spielt


Es lohnt sich ideell

- wenn du Dinge verwirklichen willst die kommerziell nicht oder nicht bezahlbar verfügbar sind
- wenn du etwas lernen willst in Bezug auf Montierungen oder Metallbearbeitung
- wenn du einfach Spaß an der Sache hast, oder es als persönliche Herausforderung empfindest


Noch ein ganz wichtiger Tip:
Bis die Montierung in verwendungsfähigem Zustand vor dir steht ist es ***SEHR*** viel mehr Arbeit als man am Anfang glaubt. Ich meine wirklich *****SEHR***** viel mehr!
Man sieht meistens nur die großen Funktionsblöcke: Achsen, Lager, Gehäuse, Getriebe. An die hundert kleinen Teile denkt man überhaupt nicht: hier ein kleiner Winkel, hier eine Hülse, hier ein Plättchen, hier ein Knopf... das kostet alles wahnsinnig viel Zeit.

Das gilt bei kompletter Eigenfertigung, und relativiert sich deutlich wenn man auf halbfertige Komponenten aus dem Maschinenbau zurückgreift.


An meiner Monti
arbeite ich seit ca. 15 Monaten, Planung zuvor gut 1 Jahr. Aktuell ca. 500 Stunden Arbeit im Keller, ohne Konstruktion, Zeichnungserstellung und Materialbeschaffung.
Bisher habe ich für ca. 900 EUR Material verbaut, und für ca. 300 EUR Werkzeuge und Hilfsmittel angeschafft (ohne die Drehbank).

Ich bin aber auch recht pingelig was die Realisierung der einzelnen Funktionen angeht... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />
Man kann sowas auch schneller und einfacher machen.


Auf wenige Worte gebracht: in der EQ5-Klasse wäre so ein Projekt reine Zeitverschwendung.

Viele Grüße
Martin
 
Hallo hendy,

Astrofotografie mit einem Achtzöller kann schon eine ziemliche Herausforderung sein. Hast du denn schon gewisse Erfahrung mit kürzeren Brennweiten gesammelt - z.B. mit 250-500mm?

Auf http://www.zellix.de/bauplan1.htm habe ich eine Anleitung zum Bau einer Deutschen Montierung. Ich weiß zwar, dass diese Seite relativ oft besucht wird, habe aber keine Ahnung, wie oft die Anleitung schon benutzt wurde, um eine Montierung herzustellen. Seit die Bauanleitung im Internet steht (ca. 1 ½ Jahre) erhielt ich nur wenig Feedback. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Bei Astrofotografie/CCD und Brennweiten über 1m sollte die Nachführung schon recht präzise sein, möchte man auch auf längere Zeit Spaß damit haben. Die gewöhnlichen Schneckengetriebe vom Maschinenbau sind da nicht so das gelbe vom Ei, drum blieb ich bei max. 500mm. Andererseits kann ich nicht sagen, dass ich damit nicht erfolgreich gewesen wäre - es sind immerhin über 100 Aufnahmen im Deep Sky Reiseführer abgebildet! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Mit meinem neuen Reibradantrieb schaut die Sache schon viel besser aus. Damit würde ich mir auch lange Brennweiten zumuten. Ich musste zwar bei den Testläufen ein paar kleinere Rückschläge hinnehmen und verschiedene Verbesserungen vornehmen. Ich hoffe aber, dass diese "Mucken" bei den nächsten Tests nicht mehr auftreten. Falls dann alles klappt, möchte ich die Konstruktion im VdS-Journal Nr.22 veröffentlichen.


Hallo Martin,

wir scheinen aus einem ähnlichen Holz geschnitzt zu sein. Jedenfalls macht es uns Spaß, mechanisch neue Pfade zu betreten. Jeder von uns beiden ist überzeugt davon, dass das Ziel erreicht wird. Ich versuche mich am Reibradantrieb und du eben an einer etwas unkonventionellen Schneckenradherstellung. Ich wünsche dir jedenfalls größtmöglichen Erfolg! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Herbert Zellhuber
VdS-Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau
www.zellix.de/selbstbau/index.htm (weltweit größte Bildersammlung von selbst gebauten amateurastronomischen Instrumenten)
 
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