Motorisierter Fokussierer im Selbstbau?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

M_Leckel

Aktives Mitglied
Hallo,

nachdem ich am Wochenende den Luxus eines elektrischen Fokussierers kennen (und schätzen) gelernt habe, bin ich am Grübeln, wie sowas wohl selberzumachen wäre. Der JMI ist mir definitiv zu teuer. Eine pfiffige Möglichkeit für die Hauptspiegelfokussierung beim Kat habe ich im Netz schon entdeckt - da hat jemand die elektrische Nachführung SD-1 für die New Polaris kurzerhand an den Fokusknopf geflanscht - das dürfte schon mal gut gehen und zwei Schnelligkeitseinstellungen hat man auch.

Für den Newton müßte das aber wohl anders aussehen... ein Steppermotor kommt für mich nicht in Frage, da ist die Ansteuerung wohl nicht ganz trivial - aber könnte man nicht auch einen E-Motor aus dem Modellbau verwenden, z.B. diesen da:

DECAPERM, 5-POL 1733

Elektromotoren mit Getriebe. 12 V

Produktinformation
Mit Getriebe 2,75:1

Technische Daten
Spannung 12 V
Stromaufnahme bei höchstem Wirkungsgrad 3,5 A
Übersetzung 2,75:1
Abmessungen 93 x 44 mm
Wellen-Ø 4 mm
Wellenlänge 13 mm
Gewicht 320 g
Zu finden bei Graupner

Den müßte man eigentlich nur an den Tubus flanschen und könnte über einen Riemen (auch im Modellbau oder Scanner schlachten...) direkt den Fokusknopf antreiben.

Hat jemand mit sowas schon Erfahrung gesammelt?

Clear skies, Michael
 
Hallo,

Einerseits wuerde der Motor ein halbes Kraftwerk benoetigen (etwa 40 Watt Aufnahme), andererseits ist in der Beschreibung keine Drehzahl angegeben - ueblicherweise einige hundert bis einige tausend Umdrehungen pro Minute ... da ist der Fokussierer auch bei zusaetzlicher etwas Untersetzung in ein paar Millisekunden von einer Endlage in der Anderen .... nicht mehr feinfuehlig...
Wenn, dann muesste es ein (kleiner schwaecherer) Motor mit integriertem Getriebe sein, der eine Drehzahl von vielleicht 1 U pro Sekunde oder noch deutlich weniger hat ... den kann man dann mit einiger Bastelei (wird wohl auch ein Drehteil faellig) an den Handfokusdrehknopf angreifen lassen - Rutschkupplung vielleicht auch, damit in der Enlage nicht irrtuemlich der Fokussierer zerlegt wird ... Theoretisch anwendbar sind diese Grillmotoren betrieben mit 1,5 Volt - Untersetzung ok und blockierbar (bleibt bei Ueberlast stehen) und billigst ... Bastelei wird es jedenfalls ...

MfG Anton Gabriel
 
Bastelanleitung hier...

Hi,

hier ist mal beschrieben, wie ich das bei mir gelöst habe:
Fokussiermotor
Bei mir kam ein Getriebemotor zum Einsatz, und zwar genau der, der inzwischen zum EQ-6-aufmotzen berühmtheit erlangt hat.

Lies Dir das mal durch. Der Motor kommt mit einer 1,5V Batterie (auch mit einem 1,2V Akku) aus. Viel mehr würde ich auch nicht nehmen, der zerfetzt sonst mit seiner Kraft das Getriebe.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Michael,

ich habe mir gerade eine Motorfokus nach folgender Idee an meinen Newton gebaut:

Motorfokussierer


Ich habe den relativ großen und schweren Motor (das ist der gleiche den Sven benutzt hat) aber durch ein wesentlich kleineres und leichteres Modell ausgetauscht,
ähnlich diesem hier:

Getriebemotor


(Die genaue Bezeichnung müsste ich nochmal ablesen, ich glaube das Übersetzungsverhältnis war kleiner.)
Als Gehäuse kann man z.B. eine leere Filmdose verwenden, die passt da locker drüber. Ich habe den Motor dann noch mit Moosgummi ummantelt, damit er leiser läuft. "Das Filmdosengehäuse" sitzt damit auch stramm drauf. Über eine in die Filmdose eingebaute 3,5mm Klinkenbuchse kann das Verbindungskabel eingesteckt werden.

Ich habe in der Schaltung eine 6,8 Volt Z-Diode verwendet. Damit läuft der Motor dann mit ca. 5 Volt und es lässt sich sehr feinfühlig und genau fokussieren, bei sehr moderatem Geräuschpegel.

Die komplette Schaltung und die Steuerungstasten habe ich übrigens direkt auf dem Motorumpolrelais aufgelötet und in die Handsteuerbox meiner EQ6 eingebaut.

Bilder kann ich bei Interesse mailen.


Funktioniert super !!!



Gruß Micha
 
Hi Micha,

schreib doch bitte mal Bestellnummer, Bezugsquelle und Preis des kleinen Motors raus.
Hast Du den Motor ähnlich meiner Variante adaptiert, oder auch mit einem Schneckengetriebe?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

der Motor ist von Conrad. Die Bestellnummer lautet 244171, kostet 13,95 und wiegt lediglich 30g.
Ich habe den Motor mittles Schnecke adaptiert (Schneckenradsatz 236900, auch Conrad, 8,75), da ich den Motor über einen kleinen Winkel am OAZ festschrauben wollte (siehe oberen Link).
Eine kleine technische Herausforderung gibt es allerdings:
die Motorwelle hat 3mm Durmesser, die Schneckenbohrung 4mm, das Zahnrad 5mm und die Schraube, die in die Fokussierwelle geschraubt wird ist M4. In die Schnecke habe ich einen 4mm Pop-Niet (Rohrniet) gesteckt und dann auf 3mm aufgebohrt. In das Zahnrad passt genau eine Gewindehülse, wie man sie z.B. bei Ikea zur Verbindung zweier Schränke benutzt. Diese wird dann auf 4mm aufgebohrt.
Die Schnecke habe ich noch mit einer kleinen M2 Schraube auf der Motorwelle fixiert.


Gruß Micha
 
Hi Michael,
bei electronic-Conrad gibt´s Getriebe-Motoren für DC-Antrieb.
WEnn Du Dir aus einem alten Drucker (Computerhändler hat genug SChrott) einen Zahnriemeantrieb aúsbaust, kannst Du das Ganze an den Fokus-Knopf "dran-empfinden".
Den Motor kannst Du mit Umpol-Schalter und Spannungs-Umschaltung (verschiedene Anzahl von Batterien oder Akku-Zellen) betreiben - Vorwiderstand taugt bei solchen Haupstrom-Motoren nicht zur Drehzahlregelung.
SCharfe Grüße und
cs
jorgos
 
Hallo Lorchi und alle anderen,

WOW!

Hab mich ein wenig auf deiner Seite umgesehen, aus dem Synta-
Auszug einen Crayford zu bauen ist ja wohl schon sehr genial!
Was bastelst du als nächstes? Okulare? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ciao,
Roland,
der sich als bisher Unbeteiliter trotzdem sehr für diesen Thread
bedankt. Motor und Schnecke sind schon bestellt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Hallo Lorchi,
Deine Seite finde ich sehr interessant. Besonders den Umbau deines OAZ finde ich sehr gelungen.
Durch den Schaltplan der Fokussteuerung steige ich aber nicht ganz durch.
Sollen die Schwarzen Teile unten auch Taster sein?
Hast du vor dem Motor einen Schalter oder Relais?
Was für Dioden hast du genommen?
Was für einen Vorwiederstand?

Es wäre nett, wenn du das einem nicht ganz ungeschikten Bastler, der aber kein Elektroniker ist erklären könntest.

@ all
Da ich mich auch gerade mit einem motorischen OAZ beschäftige finde ich alle hier geposteten Beiträge außerordentlich interessant

CS
Ninian

 
Hallo!

Danke Euch für die Blumen - der OAZ-Umbau war noch als absoluter Neuling, hat mich ne Menge Mut gekostet die Bohrmaschine anzusetzen...
Gerade bastel ich nach den bekannten Vorbildern an meiner EQ-6.

Die Motorsteuerung ist die absolute Primitivversion.
Die schwarzen Teile sind die beiden Spulen vom (bistabilen) Relais, das vor dem Motor dessen Anschlüsse umschaltet (die horizontale Linie soll die mechanische Verbindung darstellen, oder hätte ich sie stricheln sollen?).

Leider habe ich die Bestellnummer des Relais nicht mehr, von Conrad blaues Printrelais, ca. 20mA Betätigungsstrom. So dachte ich, ist eine Abschaltung nach dem Umschalten nicht notwendig.

Jeder der vier Taster betätigt also das Relais in eine Richtung, und öffnet dem Motor die Versorgung entweder direkt oder über den Widerstand.

Was ich nicht eingezeichnet habe, ist die Sicherung (0,5A).

Mein Widerstand sind z.Z. 49 Ohm, wollte ich noch austauschen gegen ca. 80-100 Ohm. Aber eigentlich wäre es schon besser, den Motor spannungszusteuern. Aber in der Praxis läuft meins ohne Probleme. Der Motor befördert auch noch eine 1-Kilogramm-Last am OAZ mühelos senkrecht nach oben. Deswegen muß man allerdings aufpassen wenn er am Anschlag ankommt...

Viele Grüße, Henning
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben