ThN
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Lang ist's her seit meiner letzten Beobachtung. Gestern hatte ich zum Glück den Kopf dafür. Für den Anfang sollte es zum "Aufwärmen" eine Fernglasbeobachtung sein um wieder das richtige Gefühl und Gespür für den Sternenhimmel zu erlangen.
Los ging's also mit einem bequemen Liegestuhl, "dem Karkoschka", einem Rotlicht (vom Fahrrad) und meinem Nikon 8x40 Fernglas. Ca. 200m geht's steil durchs Dorf zum Bühl und der Beobachtungswiese. Dort habe ich fast 360° Rundumblick und die Dorflaternen sind durch eine kleine Baumreihe abgeschirmt. Die Beobachtungswiese entpuppte sich aber als Acker - der Bauer hatte umgepflügt
- macht aber nix, dann wird eben auf dem Acker beobachtet :biggrin:. Ein wirklich bequemer Liegestuhl ist extrem wichtig für eine gute Fernglasbeobachtung. Zunächst musste ich aber erst die richtige Richtung festlegen. Das war gar nicht so einfach, denn der Hunger nach den Objekten war wirklich groß. Verzetteln und wildes Umherspringen bringt aber nichts.
Ich entschied mich schließlich für die Sommermilchstraße und die Richtung Adler, Pfeil, Schild und Füchschen. Ein erster Blick hoch in Richtung Schwan war schon überwältigend: "Millionen" haarscharfer Sternpünktchen in der Sommermilchstraße - ein paar Minuten einfach nucr Gucken und justieren. Als nächstes dann das Sternbildchen Pfeil (Sagitta). Beim "Anfahren" stolperte ich immer wieder über den "Kleiderbügel" einen sehr schönen offenen Sternhaufen und ein schönes Objekt für das Fernglas. Schade dass es nicht im Karkoschka ist - aber es fällt wohl etwas aus dem Rahmen der üblichen Kataloge? Sagitta ist interessant im Fernglas. Mit bloßem Auge und oberflächlichem Schauen sieht man nur die Sterne Gamma, Delta, Alpha und Beta. Im Fernglas stößt dann Zeta (m5.0) noch hinzu und wirkt fast genauso hell wie die anderen vier - das ist etwas verwirrend. Der Karkoschka bot dann noch den Kugelsternhaufen M71 an, mit 3 Würfelpunkten nicht ganz leicht, obwohl sehr einfach zwischen Gamma und Delta gelegen. Nach langem Gucken *meinte* ich ihn auch schließlich gesehen zu haben.
Als nächstes dann natürlich der Hantelnebel M27 im Füchschen. Mit dem Fernglas eigentlich ganz einfach zu finden: Ich machte ein stumpfwinkliges, gleichschenkliges Dreieck mit den Sternen Gamma und Delta Sge und Gamma Sge als Scheitelpunkt. Trotzdem wollte die Sichtung nicht gelingen. Ich hatte einen großen "einfachen" Nebel in Erinnerung - allerdings im 10" Dobson und 2" Übersichtsokular! Ich justierte also meine Erwartungen und suchte ein sehr kleines, rundes, nebliges Etwas was ich dann auch deutlich in der Nähe eines helleren Stern (14 Vul) ausmachen konnte. Erstaunlich, was man alles übersieht, wenn man mit den falschen Erwartungen beobachtet. Man muss das Sehen also richtig üben: Wie sagte Sir Wilhelm Herschel noch?
Das war also ein spanndes Erlebnis. Als nächstes ging's zu der hellen Milchstraßenwolke im Schild. Auch hier erst wieder das Sternengewimmel genießen. M11, der Wildentenhaufen, sticht einem aber förmlich ins Auge.
Zum Schluss wurde nochmal der Karkoschka konsultiert. Der hatte noch den sehr einfachen Sternhaufen NGC6633 in der Schlange (Serpens) zu bieten. Der war auch einfach zu finden: Einfach die Strecke Delta Aql - Theta Ser verlängern, dann "stolpert" man über ihn (und den offenen Haufen IC453, den ich aber nicht bewusst beobachtet hatte).
So das war's dann erstmal - eine Stunde Beobachtung. Diese Art der Beobachtung werde ich jetzt erstmal eine Weile fortsetzen (obwohl das Dobson lockt) um erst einmal den großen Überblick, "the big picture" zu gewinnen. Diese Übung sollte sich dann auch für die Fernrohrbeobachtung auszahlen.
Thomas
Los ging's also mit einem bequemen Liegestuhl, "dem Karkoschka", einem Rotlicht (vom Fahrrad) und meinem Nikon 8x40 Fernglas. Ca. 200m geht's steil durchs Dorf zum Bühl und der Beobachtungswiese. Dort habe ich fast 360° Rundumblick und die Dorflaternen sind durch eine kleine Baumreihe abgeschirmt. Die Beobachtungswiese entpuppte sich aber als Acker - der Bauer hatte umgepflügt
Ich entschied mich schließlich für die Sommermilchstraße und die Richtung Adler, Pfeil, Schild und Füchschen. Ein erster Blick hoch in Richtung Schwan war schon überwältigend: "Millionen" haarscharfer Sternpünktchen in der Sommermilchstraße - ein paar Minuten einfach nucr Gucken und justieren. Als nächstes dann das Sternbildchen Pfeil (Sagitta). Beim "Anfahren" stolperte ich immer wieder über den "Kleiderbügel" einen sehr schönen offenen Sternhaufen und ein schönes Objekt für das Fernglas. Schade dass es nicht im Karkoschka ist - aber es fällt wohl etwas aus dem Rahmen der üblichen Kataloge? Sagitta ist interessant im Fernglas. Mit bloßem Auge und oberflächlichem Schauen sieht man nur die Sterne Gamma, Delta, Alpha und Beta. Im Fernglas stößt dann Zeta (m5.0) noch hinzu und wirkt fast genauso hell wie die anderen vier - das ist etwas verwirrend. Der Karkoschka bot dann noch den Kugelsternhaufen M71 an, mit 3 Würfelpunkten nicht ganz leicht, obwohl sehr einfach zwischen Gamma und Delta gelegen. Nach langem Gucken *meinte* ich ihn auch schließlich gesehen zu haben.
Als nächstes dann natürlich der Hantelnebel M27 im Füchschen. Mit dem Fernglas eigentlich ganz einfach zu finden: Ich machte ein stumpfwinkliges, gleichschenkliges Dreieck mit den Sternen Gamma und Delta Sge und Gamma Sge als Scheitelpunkt. Trotzdem wollte die Sichtung nicht gelingen. Ich hatte einen großen "einfachen" Nebel in Erinnerung - allerdings im 10" Dobson und 2" Übersichtsokular! Ich justierte also meine Erwartungen und suchte ein sehr kleines, rundes, nebliges Etwas was ich dann auch deutlich in der Nähe eines helleren Stern (14 Vul) ausmachen konnte. Erstaunlich, was man alles übersieht, wenn man mit den falschen Erwartungen beobachtet. Man muss das Sehen also richtig üben: Wie sagte Sir Wilhelm Herschel noch?
Das war also ein spanndes Erlebnis. Als nächstes ging's zu der hellen Milchstraßenwolke im Schild. Auch hier erst wieder das Sternengewimmel genießen. M11, der Wildentenhaufen, sticht einem aber förmlich ins Auge.
Zum Schluss wurde nochmal der Karkoschka konsultiert. Der hatte noch den sehr einfachen Sternhaufen NGC6633 in der Schlange (Serpens) zu bieten. Der war auch einfach zu finden: Einfach die Strecke Delta Aql - Theta Ser verlängern, dann "stolpert" man über ihn (und den offenen Haufen IC453, den ich aber nicht bewusst beobachtet hatte).
So das war's dann erstmal - eine Stunde Beobachtung. Diese Art der Beobachtung werde ich jetzt erstmal eine Weile fortsetzen (obwohl das Dobson lockt) um erst einmal den großen Überblick, "the big picture" zu gewinnen. Diese Übung sollte sich dann auch für die Fernrohrbeobachtung auszahlen.
Thomas