Benny
Aktives Mitglied
Das ist mein erster Bericht den ich hier poste also bitte habt noch ein bischen Nachsicht mit mir. Ich will damit vor allem Neulingen die manchmal sehr verunsichert sind bezüglich ihrer Austattung Mut machen - Jedes Teleskop hat seinen Himmel. Gruß Benny
Beobachtungsprotokoll 2006-05-04
Dauer: ca. 21:00 bis 23:30
Wetter/Seeing: Leicht bewölkt, Dunst, schlechtes Seeing
Ort: Terrasse, Taunusstein
Gerät: Bresser Lyra 70/900 Refraktor - EQ-3
Ich habe mir vorgenommen heute Abend endlich mal sämtliche Schrauben an der Montierung bzw. am Stativ festzuziehen und mache dies heute endlich auch.
Zunächst der Mond, der hat inzwischen die erste Hälfte seiner zunehmenden Phase hinter sich, durch den Dunst ist er nicht ganz so grell wie sonst, das bringt erstaunlicher Weise anscheinend mehr Details zu Tage. Ein Mondfilter soll ja einiges an zusätzlichem Kontrast bringen, nach dem „natürlichen“ Filter an diesem Abend fange ich auch an das zu glauben. Ich habe meine Mondkarte bzw. meinen Mondführer drinnen liegen lassen, doch die zernarbte Kraterlandschaft sieht auch ohne Namen faszinierend aus, ich beginne mit dem 20mm Okular, 45 -fache Vergrößerung. Einige sehr schöne Formationen sind in der Nähe des Terminators sichtbar. Besonders interessant sind einige einzelne, winzig kleine Lichtflecke in der Mitte die schon ein gutes Stück im Schatten liegen, wahrscheinlich einige sehr hohe Berge die bereits das Sonnenlicht einfangen, jetzt ärgere ich mich doch dass ich Taschenlampe und Mondkarte vergessen habe aber drinnen ist es mir jetzt zu hell ;-)
Ich gehe zum 12mm Okular über, 75 –fache Vergrößerung. Ich nehme nochmals die hellen Bergspitzen jenseits des Terminators aufs Korn. Der Kontrast ist dank dem leichten Dunst höher als sonst und ich kann auf der erhellten Seite des Mondes in der Nähe des Terminators viele Krater mit ausgeprägtem Zentralhügel ausmachen. Auch einige kleine Sekundärkrater in großen Kratern sind sichtbar. Nach einiger Zeit verschwindet der Mond dann unaufhaltsam hinter dem Dach des Nachbarhauses, ich rücke noch mal einen Meter nach hinten um noch ein paar Minuten beobachten zu können. Das Seeing ist extrem mau, schon mit dem 20mm Okular „wabert“ der Mond durchs Sichtfeld trotzdem hat es sich heute wirklich gelohnt dem Mond einen Besuch abzustatten.
Jetzt bemerke ich dass der relativ nah unter dem Mond Saturn sichtbar ist. Saturn ist eines meiner absoluten Lieblingsobjekte weil er ein sehr dankbares Beobachtungsobjekt für jemanden ist der nicht mal 3“ Öffnung hat. Schon in der niedrigsten Vergrößerung ist der Ringplanet gut sichtbar und bietet mir, der nach wie vor noch Anfänger in der praktischen Beobachtung ist, einen tollen Anblick. Ich setze das 12mm Okular ein und beobachte ihn eine ganze Weile, ich glaube „links“ neben ihm einen seiner Monde zu sehen (?). Zeit für mein 4mm Okular, 225 –fache Vergrößerung, ja ich weiß eigentlich schon zuviel aber was solls. Details wie die Cassini-Teilung oder gar atmosphärische Details bleiben mir leider vorenthalten aber da ich um die (Nicht-)Fähigkeiten meines Teleskops weiß bin ich auch nicht enttäuscht. Jetzt will ich mal aufs Ganze gehen und gegen alle Regeln der Beobachtungskunst verstoßen und nehme die billige 2x Barlow zur Hand. Ersteinmal verliere ich Saturn aus dem Blickfeld und kann ihn mit einiger Mühe doch wieder einfangen. Dunkel, unscharf und rasendschnell bewegt sich der Planet bei 450 –facher Vergrößerung durch mein Blickfeld. Das hätte ich mir auf jeden Fall schenken können. Ich gehe zurück auf 12mm und beobachte ihn noch eine Weile während ich von einer Computernachführung und einem besseren Teleskop träume ;-)
Nun beginne ich mich meinem eigentlich Ziel dieses Abends zu widmen den Galaxien M81 / M82. Schon lange wollte ich versuchen diese beiden mal vor die Linse zu bekommen doch bin bisher immer gescheitert (meistens hatte ich nicht die Geduld und lohnendere Objekte waren in Reichweite). Ich habe mich schon so oft mit der Position der beiden Galaxien im großen Bären beschäftigt dass ich jedem im Schlaf mit dem Finger deren Position am Himmel zeigen könnte doch gesehen habe ich sie bisher noch nie. In einem meiner Sternenführer steht dass man sie bei guten Sichtverhältnissen schon im Feldstecher sehen kann – ich nicht :-(
Trotzdem versuche ich sie erst mal mit meinem 8x50 Fernglas zu finden, wie immer ohne Erfolg es ist wahrscheinlich zu hell und ich habe keine ruhige Hand. Dank des Artikels auf Astronomie.de (Thema des Monats) versuche ich sie diesmal mit dem Aufsuchtrick Phekda über Dubhe verlängern zu finden. Mehr als eine Viertelstunde suche ich die Region vorsichtig mit 45 –facher Vergrößerung ab. Große Hoffnung mache ich mir bei den Sichtverhältnissen und dem Kaufhausrefraktor nicht, M81 und M82 sind nun mal nicht M31...
Doch schließlich werde ich doch noch fündig. Ganz zart zeichnet sich ein leichter Schleier zwischen einigen schwachen Sternen ab. Ist das jetzt M81 oder M82, ich schwenke vorsichtig den Bereich ab und da ich sonst nichts sehe gehe ich ganz stark davon aus dass ich M81 vor mir habe. Visuell mit meinem Guckrohr nicht sehr spektakulär aber ich bin trotzdem fasziniert die Galaxie erstens überhaupt gefunden zu haben und zweitens dass ich das Licht aus 12 Millionen Lichtjahre Entfernung empfange ;-)
Der Kern der Galaxie ist diffus und recht schwach, durch indirektes Sehen kann ich ihn aber gut erkennen, die Spiralarme sind mehr zu erahnen als zu sehen, als solche sind sie wahrscheinlich mit so einer kleinen Öffnung ohnehin nicht zu erkennen aber als ich das Teleskop leicht hin und herschwenke bekomme ich zumindest eine Ahnung von der Ausdehnung. Dann kippe ich vor Schreck beinnahe vom Stuhl ein Satellit rast durch mein Blickfeld, mann war der hell! Ich beobachte M81 noch eine ganze Weile und nehme mir beim Wegräumen des Geräts vor die Galaxie noch mal zu besuchen wenn es etwas weniger wolkig ist - Irgendwann ein „richtiges“ Teleskop anzuschaffen nehme ich mir jedes Mal vor aber dieser Abend hat mir wieder einmal bewiesen dass auch mein kleiner Refraktor „seinen“ Himmel hat.
Beobachtungsprotokoll 2006-05-04
Dauer: ca. 21:00 bis 23:30
Wetter/Seeing: Leicht bewölkt, Dunst, schlechtes Seeing
Ort: Terrasse, Taunusstein
Gerät: Bresser Lyra 70/900 Refraktor - EQ-3
Ich habe mir vorgenommen heute Abend endlich mal sämtliche Schrauben an der Montierung bzw. am Stativ festzuziehen und mache dies heute endlich auch.
Zunächst der Mond, der hat inzwischen die erste Hälfte seiner zunehmenden Phase hinter sich, durch den Dunst ist er nicht ganz so grell wie sonst, das bringt erstaunlicher Weise anscheinend mehr Details zu Tage. Ein Mondfilter soll ja einiges an zusätzlichem Kontrast bringen, nach dem „natürlichen“ Filter an diesem Abend fange ich auch an das zu glauben. Ich habe meine Mondkarte bzw. meinen Mondführer drinnen liegen lassen, doch die zernarbte Kraterlandschaft sieht auch ohne Namen faszinierend aus, ich beginne mit dem 20mm Okular, 45 -fache Vergrößerung. Einige sehr schöne Formationen sind in der Nähe des Terminators sichtbar. Besonders interessant sind einige einzelne, winzig kleine Lichtflecke in der Mitte die schon ein gutes Stück im Schatten liegen, wahrscheinlich einige sehr hohe Berge die bereits das Sonnenlicht einfangen, jetzt ärgere ich mich doch dass ich Taschenlampe und Mondkarte vergessen habe aber drinnen ist es mir jetzt zu hell ;-)
Ich gehe zum 12mm Okular über, 75 –fache Vergrößerung. Ich nehme nochmals die hellen Bergspitzen jenseits des Terminators aufs Korn. Der Kontrast ist dank dem leichten Dunst höher als sonst und ich kann auf der erhellten Seite des Mondes in der Nähe des Terminators viele Krater mit ausgeprägtem Zentralhügel ausmachen. Auch einige kleine Sekundärkrater in großen Kratern sind sichtbar. Nach einiger Zeit verschwindet der Mond dann unaufhaltsam hinter dem Dach des Nachbarhauses, ich rücke noch mal einen Meter nach hinten um noch ein paar Minuten beobachten zu können. Das Seeing ist extrem mau, schon mit dem 20mm Okular „wabert“ der Mond durchs Sichtfeld trotzdem hat es sich heute wirklich gelohnt dem Mond einen Besuch abzustatten.
Jetzt bemerke ich dass der relativ nah unter dem Mond Saturn sichtbar ist. Saturn ist eines meiner absoluten Lieblingsobjekte weil er ein sehr dankbares Beobachtungsobjekt für jemanden ist der nicht mal 3“ Öffnung hat. Schon in der niedrigsten Vergrößerung ist der Ringplanet gut sichtbar und bietet mir, der nach wie vor noch Anfänger in der praktischen Beobachtung ist, einen tollen Anblick. Ich setze das 12mm Okular ein und beobachte ihn eine ganze Weile, ich glaube „links“ neben ihm einen seiner Monde zu sehen (?). Zeit für mein 4mm Okular, 225 –fache Vergrößerung, ja ich weiß eigentlich schon zuviel aber was solls. Details wie die Cassini-Teilung oder gar atmosphärische Details bleiben mir leider vorenthalten aber da ich um die (Nicht-)Fähigkeiten meines Teleskops weiß bin ich auch nicht enttäuscht. Jetzt will ich mal aufs Ganze gehen und gegen alle Regeln der Beobachtungskunst verstoßen und nehme die billige 2x Barlow zur Hand. Ersteinmal verliere ich Saturn aus dem Blickfeld und kann ihn mit einiger Mühe doch wieder einfangen. Dunkel, unscharf und rasendschnell bewegt sich der Planet bei 450 –facher Vergrößerung durch mein Blickfeld. Das hätte ich mir auf jeden Fall schenken können. Ich gehe zurück auf 12mm und beobachte ihn noch eine Weile während ich von einer Computernachführung und einem besseren Teleskop träume ;-)
Nun beginne ich mich meinem eigentlich Ziel dieses Abends zu widmen den Galaxien M81 / M82. Schon lange wollte ich versuchen diese beiden mal vor die Linse zu bekommen doch bin bisher immer gescheitert (meistens hatte ich nicht die Geduld und lohnendere Objekte waren in Reichweite). Ich habe mich schon so oft mit der Position der beiden Galaxien im großen Bären beschäftigt dass ich jedem im Schlaf mit dem Finger deren Position am Himmel zeigen könnte doch gesehen habe ich sie bisher noch nie. In einem meiner Sternenführer steht dass man sie bei guten Sichtverhältnissen schon im Feldstecher sehen kann – ich nicht :-(
Trotzdem versuche ich sie erst mal mit meinem 8x50 Fernglas zu finden, wie immer ohne Erfolg es ist wahrscheinlich zu hell und ich habe keine ruhige Hand. Dank des Artikels auf Astronomie.de (Thema des Monats) versuche ich sie diesmal mit dem Aufsuchtrick Phekda über Dubhe verlängern zu finden. Mehr als eine Viertelstunde suche ich die Region vorsichtig mit 45 –facher Vergrößerung ab. Große Hoffnung mache ich mir bei den Sichtverhältnissen und dem Kaufhausrefraktor nicht, M81 und M82 sind nun mal nicht M31...
Doch schließlich werde ich doch noch fündig. Ganz zart zeichnet sich ein leichter Schleier zwischen einigen schwachen Sternen ab. Ist das jetzt M81 oder M82, ich schwenke vorsichtig den Bereich ab und da ich sonst nichts sehe gehe ich ganz stark davon aus dass ich M81 vor mir habe. Visuell mit meinem Guckrohr nicht sehr spektakulär aber ich bin trotzdem fasziniert die Galaxie erstens überhaupt gefunden zu haben und zweitens dass ich das Licht aus 12 Millionen Lichtjahre Entfernung empfange ;-)
Der Kern der Galaxie ist diffus und recht schwach, durch indirektes Sehen kann ich ihn aber gut erkennen, die Spiralarme sind mehr zu erahnen als zu sehen, als solche sind sie wahrscheinlich mit so einer kleinen Öffnung ohnehin nicht zu erkennen aber als ich das Teleskop leicht hin und herschwenke bekomme ich zumindest eine Ahnung von der Ausdehnung. Dann kippe ich vor Schreck beinnahe vom Stuhl ein Satellit rast durch mein Blickfeld, mann war der hell! Ich beobachte M81 noch eine ganze Weile und nehme mir beim Wegräumen des Geräts vor die Galaxie noch mal zu besuchen wenn es etwas weniger wolkig ist - Irgendwann ein „richtiges“ Teleskop anzuschaffen nehme ich mir jedes Mal vor aber dieser Abend hat mir wieder einmal bewiesen dass auch mein kleiner Refraktor „seinen“ Himmel hat.