Newton mit Schmidt-platte

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stardreamer

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Wenn ich einen kurz bauenden Newton (ähnlich low rider) möchte, kann ich dann nicht einfach wie
beim SC eine Schmidt-Platte oben drauf setzen, aber beim FS nicht zurück durchs
Loch sondern per 90% wie beim Newton üblich zum Okularauszug? Dadurch würde ich mir die Fokusierkonstruktion des SC ersparen, habe weniger Obstruktion und selbst bei 14" ein kürzeren Tubus als beim Newton. Leider kenne ich kein Programm, das dieses rechnen könnte.

Was meint Ihr zu der Idee?

cs

stardreamer
 
Hallo,

Hmm, ein Newton mit Schmidtplatte (auch als Schmidt-Newton bezeichnet) hat baulängenmäßig keine Vorteile.

Der Verkürzungsvorteil kommt beim SC oder MAK ja vom asphärischen (hyperbolischen, z.B.) Fangspiegel, der dann eine Brennweitenverlängerung bewirkt.

Die Schmidtplatte beseitig nur Bildfehler, die durch den Kugelspiegel erzeugt werden (Schmidt-Geräte wie SC oder auch Schmidt-Newtons haben normalerweise einen Kugelspiegel), sie wirkt nicht brennweitenverändernd.

Mein 150/750-er Schmidt-Newton ist jedenfalls genauso lang wie ein normaler 150/750-er Newton...

 
Hallo!

Also ich stimme Frank mit dem was er sagt zu.

Stardreamer, du scheinst in Punkto Optikdesign etwas gründlich missverstanden zu haben.

Ein Meniskus, oder eine Schmidtplatte haben wirklich keinerlei Einfluss auf die Brennweite.

Beim SC und beim Mak kommen eben nur sphärische Spiegel zum Einsatz (Frank, auch der Sekundärspiegel ist bei den am Martk befindlichen gängigen SCs und Maks eine Sphäre). Sphärische Spiegel leiden aber ziemlich übel an einem Abbildungsfehler, den man sphärische Abberation nennt. Diese wird eben durch einen "Full-Aperture-Corrector", eben einen Korrektor, der die ganze Öffnung nutzt, korrigiert. Es gibt eben verschiedene Desings um eine solche Korrektion zu erreichen, und der Meniskus oder die Schmidtplatte sind eben zwei dieser Möglichkeiten.

Beim SC, musst du ja auch bedenken ist die optische Konstruktion eine ganze andere, da hier auch noch ein bischen getrickst wird, da sonst die 2m eines C8 zum Beispiel nicht in den 40cm langen Tubus passen würden.
Der Hauptspiegel nämlich hat ein Öffnungsverhältnis von f/2, hat also nur 400mm Brennweite. Der Sekundärpiegel dann weitet den Lichtkegel nochmal auf und so entsteht im Sekundärfokus des C8 eine Brennweite von 2000mm!


besten Gruß,
André
 
Hallo Andre,
dies ist mir schon bekannt,. Nehmen wir das SC 8" - wenn ich hier nach dem sphärischen HS mit wie Du sagst f/2 einen normalen FS mit 90 Grad nehme, dann komme ich auf ca. 700 anstatt 2000 mm. Geht in diesem fall überhaupt ein üblicher FS?
Wemm ja, dann hätte ich doch einen f/2 Newton (mit Schmidtplatte) in Superkurzform?

Gruß und cs

stardreamer
 
stardreamer, das kannst du schon so machen, allerdings reduziert die Schmidtplatte das Koma nur dann vollständig, wenn sie sich in 2*f vom HS entfernt befindet. Das ist der Grund, warum alle handelsüblichen Schmidt-Newtons immer noch Rest-Koma aufweisen. Und das ist bei f/2 trotz Schmidt-Platte dann zu groß.

-Udo.
 
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Mojo schrieb:

>2. Produziert eine Schmidt-Platte eine gewölbte Fokalebene,
>d.h. man müßte da noch einen Bildfeldebner hinterschalten.

Die Bildfeldwölbung wird vom Spiegel verursacht.
Die Schmidtplatte hat praktisch keine Auswirkung auf
die Bildgfeldwölbung.
Ein Schmidt-Newton und ein Newton mit Spiegel mit
gleichem Krümmungsradius also gleicher Brennweite haben daher eine praktisch identische Bildfeldwölbung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stardreamer

Nehmen wir das SC 8" - wenn ich hier nach dem sphärischen HS mit wie Du sagst f/2 einen normalen FS mit 90 Grad nehme, dann komme ich auf ca. 700 anstatt 2000 mm. Geht in diesem fall überhaupt ein üblicher FS?
Wemm ja, dann hätte ich doch einen f/2 Newton (mit Schmidtplatte) in Superkurzform?

Also zuerst, wie kommst du auf 700mm?? 2 x 200mm sind für mich immer noch 400mm Brennweite, die der Primärpsiegel des C8 ja auch tatsächlich hat.

Würdest du also anstatt der Fangspiegelsphäre einen normalen Diagonal Spiegel einbauen, dann hättest du wirklich einen 8" f/2 Schmidt Newton, vom Prinzip her, aber praktisch ist das Gerät nutzlos.

Bei f/2 ist das vom Hauptspiegel kommende Lichtstrahlenbündel so stumpf im Winkel, dass es eigentlich unpraktikabel ist sowas zu bauen.
Du willst den Lichtkegel ja so um 90 Grad knicken, dass der Brennpunkt dann Newtontypisch seitlich aus dem Tubus heraus kommt.

Dabei musst du Bedenken, dass die Tubusaußenwand locker 110mm von der optischen Achse entfernt ist (Radius des 200mm Hauptspiegels + Luft zwischen Tubus und Spiegel + Tubusdicke).

Ein Okularauszug hat dann auch noch eine gewisse Bauhöhe, nehmen wir mal einen ganz flachen, mit 35mm Höhe. Dann sollte der Brennpunkt natürlich auch eine gewisse Höhe über dem Auszug erreichen, sagen mir mal 25mm.
Somit wäre der Brennpunkt 60mm über dem Tubus und so (60mm + 110mm) 170mm von der optischen achse entfernt.

Der Fangspiegel müsste also so im Tubus befestigt werden, dass der Lichtkegel des Hauptspiegels beim 90° Knick noch eine "Restlänge" von 170mm hat.

Ziehen wir nun von der Hauptspiegelbrennweite, die 400mm beträgt, den abgeknickten Teil des Lichtkegels, von 170mm ab, so kommen wir auf 230mm.
Der Lichtweg auf der optischen Achse , bevor das Licht um 90° umgelenkt wird ist also 230mm lang, somit muss sich die Mitte des Diagonalspiegels 230mm von der Hauptspiegelmitte entfernt befinden!

Wäre dies erfüllt, dann würde der Brennpunkt des Hauptspiegels oben aus dem Okularauszug heraus kommen. ABER!
Da wir nicht wollen, dass die Optik vignettiert wird und wir natürlich die volle Öffnung des Hauptspiegels nutzen wollen muss der Fangsppiegel unseres High-Speed SC8 Newtons natürlich recht groß sein, und zwar muss der Durchmesser (kleine Achse) etwas größer sein, als der Durchmesser des Strahlenbündels des Hauptspiegels an dieser Stelle des Strahlenganges. Da die Entfernung der Fangspiegelmitte zu Hauptspiegelmitte hier nun 230mm beträgt, ist der Strahlenkegel hier so um die 115mm breit.
Eine Fangspiegelgröße von mindestens 120mm wäre also ratsam.

Wenn man sich das mal versucht vorzustellen, dann sehe das Gerät schon sehr lustig aus, durch den großen Fangspiegel würde man vom Hauptspiegel nämlich nicht mehr viel sehen! Für so einen Brocken von Fangspiegel wäre auch eine gute mechanische Aufhängung nötig.
Im großen und ganzen hätte diese Optik dann eine Obstruktion von schätzungsweise mehr als 65%. Hinzu käme ein verdammt winziges "nutzbares" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> Bildfeld in der Größenordnung von ca 1mm.

Dazu würde das System noch an Restkoma, extremer Bildfeldwölbung und ausgeprägter sphärischer Abberation leiden. Außerdem ist mir kein Okular bekannt, welches bei einem Öffnungsverhältnis von f/2 ein wirklich gutes Bild zu stande bringen würde.

Du müsstest nun also schon bei meiner ersten Rechnung bemerkt haben, dass man sowas nicht bauen kann, bzw. es nie funtionieren würde!


besten Gruß,
André
 
Hallo Andre,

danke für Deine Ausführungen. Anscheinend wollte ich die Quadratur des Kreises: kurzbauender Newton, einfache Technik durch Okularauszug und industriell gefertigte Spiegel bei leichter Bauweise (>16" bei < 15 kg), wobei mir klar war, dass Schmidt-Platten >14" sehr teuer sind!

Falls jemand noch eine Idee hat, unsere Bundesregierung hat ja das Jahr der Innivationen ausgerufen

Gruß und cs

stardreamer
 
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