Newton und DSLR im Wechsel auf EQ-xy - sinnvoll?

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Ruminahui

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Guten Tag zusammen,

bin neu in diesem Forum, habe jedoch schon in der Vergangenheit gerne mitgelesen. Ich habe vor Jahren mit einem Discounter-Teleskop begonnen, zwischendurch andere Dinge gemacht und möchte nun nach einem fantastischen Schnupperkurs in einer süddeutschen Sternwarte mit besserem Equipment neu einsteigen.

Meine Frage habe ich durch Lesen anderer Threads nur teilweise beantworten können, deshalb eröffne ich kurzerhand diesen Thread.

Was ich möchte:
In erster Linie mit dem Teleskop beobachten und gelegentlich mal die DSLR gen Himmel halten.

Realistischerweise werde ich ersteres berufsbedingt und mit zwei kleinen Kindern zu Hause nur alle paar Wochen schaffen.

Fotografieren möchte ich auf der ein oder anderen Reise in Gegenden mit wenig Lichtverschmutzung, was 3-4 Mal im Jahr sein wird. Ziel sind Panoramaaufnahmen der Milchstraße, die großen "leichten" Objekte wie der Orionnebel.

Lichtstarke Festbrennweiten (30mm, 85mm, 300 mm) sind vorhanden, Zeit, um sich stundenlang in die Bildbearbeitung reinzufuchsen hingegen vorerst nicht.

Dass man insbesondere als Anfänger Beobachten und Fotografieren trennen sollte, leuchtet mir nach Lektüre anderer Threads ein.

Was ich mir hierzu zusammengereimt habe:
Ich möchte mir fürs beobachten ein Newton-Teleskop 150/750 zulegen.
Je nach Teleskop-Hersteller (der anscheinend im "Consumer"-Segment zweitrangig ist) käme eine eq3, eq4, eq5 oder exos-Montierung drunter.

Um visuell von fotografisch getrennt zu halten möchte ich die DSLR-Kamera nicht über den T2-Ring mit dem Tubus verbinden oder piggyback-mäßig mitführen, sondern nach Entfernung des Tubus direkt mittels Prismenschiene auf die Montierung setzen und mit einer Nachführung das Bild im Focus halten.
Dieser Aspekt (also DSLR auf EQ-xy) wäre für mich der Hauptgrund gegen eine Dobson-Montierung.

Frage an Euch:
Ist dieses Konzept überhaupt sinnvoll?
Hat jemand gute/schlechte Erfahrung mit einer derartigen Kombi und vielleicht Tipps für die entsprechende Ausrüstung.
Und noch eine Frage zu den Herstellern sind EQ3/5- und Exos1/2-Montierungen vergleichbar?

Vielen Dank vorab für Eure Antworten und
schöne Grüße aus Erlangen
 
Hallo und willkommen im Forum,

Du hast vollkommen Recht, dass man als Einsteiger zunächst visuell beobachten und später in die Fotografie einsteigen sollte.

Das "entweder/oder" auf einer Montierung bringt meines Erachtens nach bei mittleren und langen Brennweiten nichts, so kannst du die Nachführung der Kamera nicht kontrollieren und korrigieren. Spätestens ab etwa 100 Millimeter Brennweite muss die Nachführung mit Leitrohr oder Off-Axis-Guider kontrolliert werden. Darunter gehen auch ein paar Minuten Nachführung mit der Kamera solo auf der Montierung. Dann muss die Einnordung mit Polsucher allerdings extrem genau sein.

Für den Beginn habe ich sehr gute Erfahrungen mit kurzen Brennweiten und Piggyback gemacht: Du kannst dann den Sechszöller als Leitrohr mit Fadenkreuz-Okular verwenden.

Als Montierung wird dann mindestens eine EQ-5 benötigt. Sollen später das 300er (f/2,8?) parallel nachgeführt werden, wird mindestens eine EQ-6 fällig.

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei den ersten Schritten in dieses wundervolle Hobby.

VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo XXZ,

nach meiner Erfahrung kann man bis 200mm auch ganz gut ohne Nachführung auskommen.

Auf einer vernünftig eingenordeten StarAdventurer kann ich mein 200/f4 samt DSLR recht problemlos bis 120sek Belichtungszeit nutzen. Klar gehen ohne Guiding keine 15min, aber das ist für ansprechende Bilder auch gar nicht unbedingt nötig.

Gerade für Reisen finde ich solche Kombinationen ideal. Für kleinere Brennweiten sowieso, mit meinen 80mm APO war die kleine Montierung dann natürlich doch überfordert.


Grüße
Alex
 
Hi Fremder (wir sind hier bequemerweise per Du ;))

Gibt es bei dem Schnupperkurs die Möglichkeit, Leigeräte zu benutzen? Falls ja wäre das die beste Möglichkeit, eine für die eigenen Zwecke und Ansprüche geeignete Ausrüstung zu finden.

cs
Jürgen
 
Ach noch etwas:

Für´s visuelle Beobachten mit einem Newton wäre mir eine Parallaktische Montierung zu umständlich! Man hat eine Nachführung, ok. Dafür wechselt der Einblickwinkel des Okulars aber ständig und man muss evtl. öfters mal den ganzen Tubus drehen. Das empfinde ich bei einem Dobson DEUTLICH simpler handhabbar.

Grüße
Alex
 
Hallo nochmal,

den Eingangsbeitrag hab ich wohl missverstanden - der Schnupperkurs war ja schon und du hast demnach verschiedene Teleskope kennengelert.

Was das Grundkonzept angeht: Fotografie und Beobachtung ist aus 2 Gründen zu trennen:
1. Die Ausrüstung, insbes. die Optik, ist endweder fotografisch optimiert oder visuell. Oder eben ein Kompromiss.
2. Während der Fotografiererei braucht man etwas zu tun. Die Photonensammlerei ist ja stinklangweillige Warterei. Da bietet sich ein zweites Gerät zum Beobachten an - das aber eine eigene Montierung braucht, gleich welcher Art. Alternativ verzichtet man visuell auf den Dunklen Himmel.

Fotografische Ausrüstung:
Falls Du dir absolut sicher bist, dass es bei 300mm bleibt und nicht mehr als 36MP (kb) oder 24MP (APS-C) genutzt werden, ist unter 2 Minuten kein Guiding erforderlich. Das packt - auch von der Masse her - ein günstiger Star Adventurer locker. Im Kamerarucksack braucht der soviel Platz wie ein gutes UWW-Zoom und wiegt auch nicht gerade wesentlich mehr...

Falls die maximale Brennweite bleiben soll, aber die Belichtungszeit doch deutlich länger, d.h. ein Autoguider erforderlich wird, könnte die neue kleine Vixen-Montierung interessant werden. Wobei ich die noch nicht ausprobiert habe.

Falls irgendwann doch mal etwas mehr Brennweite fotografisch genutzt werden soll: Gleich eine EQ5. Mindstens. Wie der Vergleich zu den EXOS aussieht, kann ich nicht sagen. Visuell würde je nach Schmerzempfinden eine EQ3 für 6"F5 ausreichen.

Vorschlag/Königsweg:
Für "ein schnelles Foto mit leichtem Gepäck" lässt sich ein SA o.Ä. immernoch zukaufen. Als Hauptausrüstung würde ich je nach Budget (Okulare etc. kommen ja auch noch) und Leidensfähigkeit EQ3 oder EQ5 mit 6"F5 oder allerhöchstens 8" wählen. Und für den Tubus dann noch zusätzlich eine Rockerbox basteln.

Randnotitz: Ohne stundenlanges Einarbeiten in die Datenaufbereitung hat man in der Astrofotografie 2 Möglichkeiten: a) Mondschnappschuss oder b) Strichspuraufnahmen. Dass man jahrelange Erfahrung benötit, um aus den Aufnahmen alles rauszuholen stimmt zwar durchaus - aber selbst ein paar Stunden Lesen und Videotutorials reichen aus, um schon respektable Ergebnisse zu erzielen.

cs
Jürgen
 
Hallo,

ich meinte bei meinem Beitrag die evtl. angedachte fotografische Nutzung. Sie ist uneingeschränkt guidingfähig ausstattungsfähig, und das in zwei Achsen für relativ wenig Geld.
Der Star-Adventurer ist in einer Achse guiding-fähig.
Klar ist die NEQ3 keine High-End-Lösung, dafür aber sehr transportabel!

Visuell kann man da einen kleinen Newton oder Refraktor problemlos draufpacken. Ich setze gerne meinen Maksutov zum Mondgucken drauf.

CS Miko

 
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