NIR-Mond am 27. Juni 2024

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StKorth_privat

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Hallo in die Runde!

Der letzten QHY-Rabattrunde konnte ich nicht widerstehen, nun habe ich mich doch einmal an einer Farbkamera getraut - die QHY5III462 M/C.
Aber wer mich kennt, der kann sich vorstellen, dass die Infrarot-Option damit auch ein Grund war ;-)
Voilà, gestern früh war "First Light" am Mond, mit IR850nm-Langpass-Filter. Als Optik habe ich wieder einmal meinen 60/360mm-Apo-Zwerg auf die Piste gelassen, damit passt dann auch der ganze Mond auf den Sensor.
Richtig losgehen soll es mit dem Pixelzwerg dann ab September mit Saturn und natürlich Jupiter - wir werden sehen, ob ich das hinbekomme...

CS, Stefan
 

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Hallo Stefan,

ich vermute mal die größere Wellenlänge hilft primär die atmosphärischen Einflüsse zu minimieren oder sieht man damit auch Kontraste und Strukturen die man im normalen visuellen Bereich weniger gut erkennt ? Die Auflösung dagegen wird sich mit größeren Wellenlängen etwas verschlechtern. Nun ja, in den Bereich muss man praktisch erst einmal kommen.

CS,
Franz
 
Ich glaube ein Grünfilter hätte eine höhere Auflösung und die Framerate wäre auch bedeutend höher als mit IR 850. Diese Filter brauchen eher 8 Zoll Öffnung. Den niedrigen Mond aufzunehmen ist sicher mit IR möglich aber eher Experimentel! Für TLPs aber gut zu verwenden.
VG Frank
 
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Hallo Frank & Franz!

Danke für Eure Kommentare, dazu folgender Kommentar:

1. Ja, im nahen Infrarot nimmt die Helligkeit des Himmelshintergrundes tagsüber deutlich ab (alter Kinofilmertrick, damit konnte man früher zu SW-Filmzeiten tagsüber auch Nachtaufnahmen gut faken).
2. Natürlich ist das Auflösungsvermögen wellenlängenabhängig und dürfte auch heruntergehen. War mir beim ersten Testschuss nicht so wichtig, da hätte ich ja dann die Brennweite verlängern können, wenn es darum gegangen wäre.
3. Das mit den atmosphärischen Abhängigkeiten kann ich bestätigen, hatte das (aus beruflichen Gründen) schon einmal im Vergleich visueller Spektralbereich vs. 3 - 5 µm = 3.000 - 5.000 nm auf dem Bildschirm, da waren aber auch völlig unterschiedliche Sensortechnologien und Pixelgrößen im Rennen. Wenn man in der CMOS-Welt unterwegs ist, dann steht da der ruhigeren Luft die geringere (weil wellenlängige) Auflösung und auch die spektrale Response des Sensors im Wettstreit. Will sagen - Grünfilter zeigt mehr Seeing, aber feinere Strukturen, (Infra-)-Rot-Filter weniger Seeing, weniger Auflösung. Für mich als Beobachter ist die Konsequenz: Beider Filter nehmen und vergleichen - das sagt immer mehr als die Theorie.
4. Wenn man´s richtig kritisch sieht, dann war der Mond eh zu niedrig für hohe Auflösung (wobei 60 mm - Öffnung einem viel verzeiht...). Aber das war ja auch erst einmal nur ein Kameratest. Am TS-MiniApo hatte ich auch schon eine SWIR-Kamera (Spektralbereich 0,9 - 1,7 µm), der Kontrast war ganz gut, die Schärfe eben auch schon durch die Wellenlänge "verweichlicht". Mein 115mm-TS-Photoline / Dreilinser hat mich da SWIR-mäßig nicht so überzeugt, womöglich ist da eines der verwendeten Linsenmaterialien nicht so infrarotfreundlich...

CS,
Stefan
 
Glaub Refraktoren sind auf Grün abgestimmt. Für Infrarot nimmt man doch eher Spiegelteleskope?
VG Frank
 
...ja und nein. Das ist die kurze Antwort.

In Lang:
- Gängige Refraktoren sind natürlich hauptsächlich für den visuellen Spektralbereich optimiert - sie sollen ja auch den visuellen Beobachter überzeugen
- Richtung Infrarot lassen Transmission, refraktive Eigenschaften nach - da beobachtet ja auch kaum einer
- aber: Die Transmission von Fluorid z.B. geht bis weit Richtung Mittleres Infrarot - man kann also Fluoridelemente auch dort gewinnbringend einsetzen. Und je länger die abzubildenden Wellenlängen, umso "toleranter" werden die Auflösungsansprüche - denn die reduzieren sich ja (absolut gesehen) auch mit wachsener Wellenlänge. Schlussfolgerung - es gibt Linsenoptiken mit sehr guten Abbildungseigenschaften vom visuellen Bereich bis hin zum kurzwelligen Infrarot (ca. 0,9 bis 1,7 µm), sogar als Motorzoom-Ausführung. Gerade bei weitreichenden Überwachungskameras ist das sehr hilfreich, weil man da dann auch Dunstschichten besser "durchblicken" kann als im visuellen Bereich.
- es gilt aber auch: Spiegeloptiken sind grundsätzlich besser im Infraroten geeignet, weil sie wellenlängenunabhängig reflektieren, ideal dann noch eine Goldbeschichtung. Auf diese Weise hat man dann Systeme zur Hand, die von nah-UV bis hin zum thermischen Infrarot (ca. 7 bis 14 µm) optisch gut funktionieren. Aber, Vorsicht, Falle! Von 3 µm aufwärts wird der thermische Einfluss auf das Bild immer stärker - was bedeutet, dass dann irgendwann nicht-temperierte Teleskopbauteile durch ihre Wärmeabstrahlung den Bildkontrast maximal stören können. Ich habe einmal einen (korrektorlosen!!!) Cassegrain mit einer langwelligen Wärmebildkamera verheiratet - die Schärfe war da, der Kontrast verheerend...

So oder so, ich bleib am teleskopischen Infrarot-Thema dran, ich kann gar nicht anders...

CS,
Stefan
 
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