Nordamerika, der Pelikan und der Rest

sterne-jaeger

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Liebe Freunde der Nacht,
die wenigsten Projekte werden deswegen zu spät fertig, weil man zu früh angefangen hat. Drum habe ich schon im Mai mit meinem Projekt begonnen, die Gegend rund um den Nordamerika-Nebel intensiver zu erkunden. NGC 7000 und der Pelikan sind ja altbekannt, aber was gibt es denn links neben (ist das östlich?) zu entdecken? Drum habe ich ein 2x2-Mosaik aufgesetzt und in jeder verfügbaren Nacht meinen kleinen FCT-65D mit Reducer auf die m-Zero gepackt und laufen lassen.

Hier das Ergebnis:
NGC_7000_RGBHOO_5754min_2026-07-30_V05_web.jpg

In voller Größe findet ihr es hier.

Noch ein paar Zahlen:
Schwäbisch Hall, 02.05. - 31.07.2025

Instruments: FCT-65D (0.65 Reducer)
Mount: Avalon m-Zero
Camera: ASI-294mm pro @ -15°C
Software: Ekos 3.8.3, PHD2, PixInsight 1.9.5, Photoshop CC 2026
Location: Schwäbisch Hall, Germany

2x2 Mosaic: RGB 1.080 min, H-alpha 2.244 min, O-III 2.340 min

Composition: Stacking, pre-processing, DBE, spectrophotometric cc, BlurXTerminator, NoiseXTerminator, MosaicByCoordinates, GradientMergeMosaic, SNCR, StarXTerminator, generalized hyperbolic stretch, finishing with Photoshop.

Mit dem nahtlosen Zusammenfügen der Mosaike habe ich ziemlich gekämpft. Der Workflow in PixInsight an und für sich war der vermutlich bekannte:
  1. Jedes einzelne Panel astrometrisch mit ImageSolver vermessen
  2. Farben mit SpectrophotometricColorCalibration vereinheitlichen
  3. Mit MosaicByCoordinates die einzelnen Panels positionieren
  4. Mit GradientMergeMosaic zum Mosaik zusammenfügen
Das Blöde: spätestens mit entfernten Sternen hat man die einzelnen Panels nach wie vor gesehen.

Was hat geholfen:
  1. Hintergrund erst am fertigen Mosaik entfernen. Man kann noch so sehr versuchen, wirklich nur Gradienten zu entfernen - am Ende ist jedes Panel unterschiedlich.
  2. Hintergründe aller Panels möglichst exakt auf das gleiche Niveau bringen. Ich habe mir dazu ein kleines PI-Skript von Claude Code schreiben lassen (btw: Hammer, wie schnell das ging!)
  3. Den Rest mit einem größeren Feathering-Wert in GMM glattziehen.
LG Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

sehr schön diese oft stand-alone fotografieren Objekte mit Umgebung bei guter Auflösung zu sehen. Sehr gelungenes Mosaik mit sehr viel Belichtungszeit.

Die einzelnen Panel zu verheiraten ist manchmal schwierig. In der normalen Aufnahme mit Sternen sieht alles gut aus, aber in der sternlosen Version sieht man oft noch die Übergänge. Ich habe dabei sehr gute Erfahrungen mit dem Script Photometric Mosaic gemacht.

Viele Grüße,
Alex
 
Jepp, Alex, da ist viel Belichtungszeit drin - fast 96h ist schon ein Brett. Da hat es schon sehr geholfen, dass dies nicht das einzige Teleskop war, dass in der Nacht lief - sonst hätte ich sicher nicht die Geduld gehabt, eine eher Standard-Region so lange zu fotografieren. Das Photometric-Script kannte ich nicht, danke für den Tipp!
 
Hallo Wolfgang,

das östlich ist the Sh2-119.
Die drei Nebel südlich vom Pelikan sind der LBN 332, der IC 5068, und der LBN 329. Sie sind die hellsten Nebel im Cygnus Bogen.

Danke für das sehr schöne Astrophoto,
Jiri
 
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