Normung von Okularen,...

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drdieter

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Hallo Fachleute,
ich habe mich schon länger nicht mehr aktiv gemeldet, aber mittlerweile bin ich zufriedener Besitzer eines 12" Selbstbau Newton und habe in diesem Sommer schon ein wenig Erfahrung im Beobachten gesammelt.

Beim Drehen des Okularauszuges stellte sich mir die Frage, welchen Innendurchmesser muss der Okularauszug haben, wenn ich ein 2" Okular einsetzen will.
Ich stelle mir als Laie vor, dass die Aufnahme 2" plus ein Delta und die Einsätze (Okulare) 2" minus ein anderes Delta haben. Das Spiel sollte fast Null aber groß genug sein, um für die Toleranzen weiterer Zukäufe gewappnet zu sein.

Gibt es eine Norm (z.B aus der Fotoindustrie), in der diese Toleranzen festgehalten sind? (Ähnlich der Gewindenorm). Oder hat jeder Lieferant seine eigenen Toleranzen?


Dieter
 
Hi!

Nachdem ich schon ein paar zu dick verchromte Steckhülsen (Baujahr Mitte der 90er) und zuletzt ein Reduzierstück in der Hand hatte, die nur in einige Okularauszüge passen, scheint es zumindest keine große Überprüfung der Toleranzen zu geben.

Miss also am besten deine vorhandenen Okulare aus.

Übrigens sind die 2"-Filtergewinde auch nicht genormt, da ist immer ein bisschen Glücksspiel dabei, wieweit die Filter sich einschrauben lassen - irgendwo gabs mal eine Liste, welche Filter in welche Okulare passen.

Gruß,
Alex
 
Hallo,

am vernünftigsten wäre eine Okularaufnahme welche immer zentriert, z. B. wie bei einer Spannhülse um die nicht vermeidbaren Toleranzen auszugleichen.

Mehrfach geschlitzte Hülse, innen zylindrisch für Okularaufnahme, außen kegelig .... so wie eine Spannzange z.B. zur Aufnahme zyl. Schaftfräser ....

Johann
 
Hi Johann,

mal eine laienhafte Frage:
Stünde der Aufwand in einem vernünfigen Verhältnis zum Nutzen?

Oder anders gefragt:
Wie gravierend sind die optischen Einbußen, wenn das Okular um 1/10 mm neben der optischen Achse liegt oder um 1° verkippt ist?
Ist der Unterschied im "Normalbetrieb" (Seeing, thermische Materialdehnung, etc.) sichtbar?

CS
Chris
 
Zitat von watkin:
Hi Johann,

mal eine laienhafte Frage:
Stünde der Aufwand in einem vernünfigen Verhältnis zum Nutzen?

Oder anders gefragt:
Wie gravierend sind die optischen Einbußen, wenn das Okular um 1/10 mm neben der optischen Achse liegt oder um 1° verkippt ist?
Ist der Unterschied im "Normalbetrieb" (Seeing, thermische Materialdehnung, etc.) sichtbar?

CS
Chris

Hallo Chris,

1° wäre etwas heftig, das wären auf eine Hülsenlänge von 30 mm schon über 0,5 mm Schrägstellung. Bei der bekannter Weise hohen Empfindlichkeit von lang bauenden Barlovlinsen wäre das Ergebnis sicher nicht berauschend.

Erst kollimieren wir mit Laser und dann quetschen wir mit einem Schräublein die Okus platt :)

Johann
 
Hallo,

ohne Werbung machen zu wollen erwähne ich mal, dass es wegen dieser Problematik eine schöne Lösung eines bekannten Astroherstellers gibt, bei der die Okus wie in ein Bohrfutter zentrisch eingespannt werden auf die optische Achse.
Die übliche Lösung mit dem einen Schräubchen zum Quetschen hat mir noch nie gefallen...

Gruß

Kai
 
Hi, Kai,

Zitat von Bonsai:
ohne Werbung machen zu wollen erwähne ich mal, dass es wegen dieser Problematik eine schöne Lösung eines bekannten Astroherstellers gibt, bei der die Okus wie in ein Bohrfutter zentrisch eingespannt werden auf die optische Achse.
für einen Zenitspiegel ist diese Clicklock-Klemme recht praktisch, einen Lumicon OAG, an dem meine D200 mit >800g hängt, kann diese Klemme aber nicht halten: er verkippt. Die 2" Hülse des OAG ist recht kurz. Deshalb habe ich diese Klemme wieder gegen die mit zwei Schrauben getauscht.

Viele Grüße
Markus
 
Hi all

dass es so schlimm ist, habe ich nicht geahnt, aber danke für die vielen Infos.
Die Tabelle mit den Erfahrungswerten , auf die Benny hinweist, finde ich eine sehr gute Sache für Kaufteile.
Mir selber gefällt die Idee von sofi99 mit der Spannzange, da ich Bastler bin und damit ein größeres Spiel ausgleichen kann.
Mal sehen wie ich das mit dem Bino hinkriege. Hier fand ich das bisher sehr vorteihaft, mit praktisch null Spiel das gesamte (kugelgelagerte) Teleskop am Bino führen zu können, das aber dann keine feste Einspannung erlaubt.

Gruß, Dieter
 
Hallo Marcus,

hat es denn nicht die Möglichkeit gegeben, per T2-System eine längere 2"-Hülse an den OAG zu installieren, damit er besser in den ClickLock passt?
Aber wenn du mit deiner Lösung gut fährst, soll es mir Recht sein! ;o)
Ich fotografiere nicht, sondern beobachte nur visuell und muß deswegen nur Okus festklemmen.

Gruß

Kai
 
Hi,

mein Speers-Waler Zoom hatte auch recht viel Spiel im Reduzierstück und verkippte. Das hatte schon Folgen für die Abbildung.
Das Problem war dann aber einfach gelöst: Die Sicherungsnut wurde mit Tesafilm eingeebnet und dann das Spiel mit noch ein paar Lagen beseitigt. Es lässt sich noch gut in den OAZ stecken, hält dort aber schon ohne zu wackeln. Geklemmt wird es zwar schon, aber nur zur Sicherheit.

Gruß und CS

Stefanie
 
Hallo Markus,

die haben ja noch mehr an Adaptern. Da ist vielleicht noch was dabei.
Aber egal, wenn es für deine Bedürfnisse nicht geklappt hat, dann hat es nicht geklappt.
Für mich klappt es mit ausschließlicher Nutzung von Okularen wunderbar. Sind wir alle glücklich. ;o)

CS

Kai
 
Hallo Dieter,

ich verwende für 2" Aufnahmen das Maß 50,9. Da passt alles rein was ich mit 2" Steckhülsen habe, und das Spiel für mein Dafürhalten ok. Jedenfalls geringer als in so manchem kommerziellen Zenitspiegel etc.

Ich halte die radiale Verschiebung des Okulars beim Klemmen und auch die dabei ggf. eintretende Verkippung für visuelle Zwecke für relativ unkritisch. Sehr kritisch ist diese jedoch beim Einsetzen eines Justierlasers, aber der soll ja (aus eben diesem Grund) ohnehin nicht geklemmt werden.

Ein Problem bzgl. Verkippung kann die sogenannte Sicherungsnut der Einsteckteile werden. Negatives Extrembeispiel ist der Baader MPCC, dessen Nut so weit nach oben gezogen ist dass der verbleibende 2" Rest-Durchmesser von 2mm Länge leicht in der Fase des OAZ-Rohres verschwindet und man dann eine recht heftige Verkippung hat.

Die Sicherungsnut gehört m.M.n. sowieso generell verboten, oder die Hersteller sollen sich endlich mal einigen wer an welcher Stelle wie viel Nut wie tief reindreht.


Eine Verkippung auch bei radialem Spiel kann man übrigens minimieren, wenn man die Klemmschraube nicht wie üblich an das Ende des OAZ-Rohres setzt, sondern ca. 15-20mm unterhalb, damit die Steckhülse mittig geklemmt wird.


Das Bohrfutter-Verfahren ist schön, aber (außer am Bino) meines Erachtens übertrieben. Gerade beim Newton hat man eigentlich axial keinen Platz für die Spannzange, weil man den OAZ ja so flach wie möglich bauen will.


cs
Martin
 
Zitat von Martin_Raabe:
Die Sicherungsnut gehört m.M.n. sowieso generell verboten, oder die Hersteller sollen sich endlich mal einigen wer an welcher Stelle wie viel Nut wie tief reindreht.
Hi!

Ich bin für letzteres. Am Refraktor hängt doch mal schnell einiges an Gewicht senkreecht nach unten, da ist die Nut schon beruhigend - die konische Form von Williams finde ich ganz nett, auch wenn ich nicht sagen kann, ob die von der Stabilität besser oder schlechter als eine Nut ist.

Bei der Gelegenheit sollte auch genormt werden, wie lang die 2"-Hülsen der Okulare sein sollen, damit sie nicht an der Anti-Reflex-Riffelung im Inneren des Okularauszugs anstoßen. Ist mir auch schon ein paar mal passiert.

Gruß,
Alex
 
Hallo,

Ich halte die radiale Verschiebung des Okulars beim Klemmen und auch die dabei ggf. eintretende Verkippung für visuelle Zwecke für relativ unkritisch. Sehr kritisch ist diese jedoch beim Einsetzen eines Justierlasers

Weshalb ??, die Verkippung und damit der Winkelfehler ist doch der gleiche... wenn dich das Verkippen visuell nicht stört, dann ist das doch auch beim verkippten justieren egal. Ich denke auch, daß du da eine völlig falsche Einschätzung triffst - zumindest was das Verkippen bei langen Barlovs angeht ggf. bei Verwendung an einem F/4 Gerät und Maximalvergrößerung am Planeten.

Johann
 
Hallo Johann,

Weshalb ??, die Verkippung und damit der Winkelfehler ist doch der gleiche... wenn dich das Verkippen visuell nicht stört, dann ist das doch auch beim verkippten justieren egal. Ich denke auch, daß du da eine völlig falsche Einschätzung triffst - zumindest was das Verkippen bei langen Barlovs angeht ggf. bei Verwendung an einem F/4 Gerät und Maximalvergrößerung am Planeten.

Da der Drehpunkt der Verkippung bei direkt eingestecktem Okular etwa in der Bildebene liegt, sollte sich durch Nachfokussieren in der Bildmitte kein negativer Einfluss ergeben. Zum Bildfeldrand entsteht eine Unschärfe die sich asymmetrisch der Bildfeldwölbung des Okulars überlagert. Ich denke beides ist bei den zu erwartenden Verkippungswinkeln visuell kein Problem.

Wie es zusammen mit einer "langen Barlow" aussieht kann ich nicht sagen.


Wenn der Justierlaser verkippt ist, ergibt sich aufgrund der Zeigerwirkung eine um den Faktor Brennweite/50,8mm vergrößerte Verschiebung des Leuchtpunkts auf dem HS, was dazu führt dass man den FS entsprechend falsch im Winkel justiert um das zu kompensieren. So ist jedenfalls meine Erfahrung, deshalb drücke ich den Justierlaser nur axial mit einem Gummi an und klemme ihn nicht. Seitlicher Versatz ist unkritisch, da keine Zeigerwirkung.


cs
Martin
 
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