Ursus corpulentus
Aktives Mitglied
Monemvasia, Griechenland, 20. April 2026, 5.30 Uhr loc., Seeing II, mild und trocken.
KOWA 6.5x32, f/5 mit 10°
Nur gaaanz kurz mal gucken!
Ich bin für einen orthodoxen Gottesdienst* früh aufgestanden und kann es mir nicht verkneifen, einen kurzen Blick durchs KOWA zu schicken.
Und tatsächlich, er ist da, der Skorpion (– logisch, Dummi, wo soll er denn sonst sein?!). Zum ersten Mal seit Namibia vor zwei Jahren sehe ich ihn wieder in seiner ganzen Länge und Pracht.
Der Skorpion ist ein schönes Sternbild, dessen Assoziation mit seinem natürlichen Vorbild noch immer völlig logisch erscheint. Mir zumindest. Es ist ein sehr altes Sternbild, das schon bei den Sumerern und Griechen unter seinem heutigen Namen firmierte.
In Verlängerung vom rötlichen Antares sehe ich zwei wunderschöne offene Sternhaufen – M6 und M7 – artig nebeneinander im 10°-Ausschnitt des kleinen KOWA. Sie stehen nur ungefähr fünf Grad voneinander entfernt und erinnern mich an h und chi persii, wenn auch nicht so ausgeprägt.
Mist, ich muss los … aber es wird jetzt sowieso gleich hell.
Morgen mehr!
Schöne Grüße,
Urs
* Au Backe – wenn ich das gewusst hätte …
Egal, wo auf der Welt ich unterwegs bin, besuche ich ganz gerne einen lokalen Gottesdienst. Neben der fraglos spirituellen Komponente ist das auch meinem Interesse an der jeweiligen Kultur geschuldet. Meine Mutter hat immer gesagt: „Wenn du wissen willst, wie die Leute ticken, dann sieh‘ dir ihre Möbelhäuser und ihre Friedhöfe an!“
Ich habe das für mich um die Kirchen erweitert und dadurch in Kanada, Japan, Nepal, Alaska, Frankreich, Schottland, Italien und noch ein paar weiteren Ländern viele schöne Begegnungen erleben dürfen, die mir sonst verwehrt geblieben wären.
Aber eine orthodoxe Feier war auch für mich neu.
Der Bischof von Monemvasia war zu Besuch und hat das Ganze gerockt. Es sah aus wie eine Mischung aus Ajatollah Chamenei und Salman Rushdi. (Nur hatte er kein Glasauge). Im Gegensatz zu uns feiern die Orthodoxen ihr Abendmahl hinter verschlossener Tür im Chor der Kirche, der durch Mauern und verschiebbare, mit ikonischen Motiven bemalten Wände von Rest des Gebäudes abgetrennt ist. Die Zuschauer kriegen faktisch nur ein bisschen etwas davon mit, was ein ganzer Haufen alter weißer Männer im Chor aufzieht. Dazu tiefer, einstimmiger Männergesang – über Stunden (!). Viel Prunk, geschnitzte Throne und viel Gold. Da weiß jeder sofort, wer die Mitra aufhat.
Ich war sehr früh dort und habe mich zu einigen älteren Frauen auf einen der wenigen Stühle dazugesetzt. Nach einigen Minuten wurde mir bedeutet, dass ich auf dieser Seite des Ganges nicht zu suchen hätte und mich doch bitte auf die Seite der Männer (insgesamt vier Stühle) setzen sollte. Okay …
Nach knapp drei Stunden habe ich aufgegeben, ein Ende war weiterhin nicht in Sicht. Und verstanden habe ich rein Garnichts. Aber eine interessante Erfahrung in der kulturellen Friktionszone zwischen Okzident und Orient war es trotzdem.
KOWA 6.5x32, f/5 mit 10°
Nur gaaanz kurz mal gucken!
Ich bin für einen orthodoxen Gottesdienst* früh aufgestanden und kann es mir nicht verkneifen, einen kurzen Blick durchs KOWA zu schicken.
Und tatsächlich, er ist da, der Skorpion (– logisch, Dummi, wo soll er denn sonst sein?!). Zum ersten Mal seit Namibia vor zwei Jahren sehe ich ihn wieder in seiner ganzen Länge und Pracht.
Der Skorpion ist ein schönes Sternbild, dessen Assoziation mit seinem natürlichen Vorbild noch immer völlig logisch erscheint. Mir zumindest. Es ist ein sehr altes Sternbild, das schon bei den Sumerern und Griechen unter seinem heutigen Namen firmierte.
In Verlängerung vom rötlichen Antares sehe ich zwei wunderschöne offene Sternhaufen – M6 und M7 – artig nebeneinander im 10°-Ausschnitt des kleinen KOWA. Sie stehen nur ungefähr fünf Grad voneinander entfernt und erinnern mich an h und chi persii, wenn auch nicht so ausgeprägt.
Mist, ich muss los … aber es wird jetzt sowieso gleich hell.
Morgen mehr!
Schöne Grüße,
Urs
* Au Backe – wenn ich das gewusst hätte …
Egal, wo auf der Welt ich unterwegs bin, besuche ich ganz gerne einen lokalen Gottesdienst. Neben der fraglos spirituellen Komponente ist das auch meinem Interesse an der jeweiligen Kultur geschuldet. Meine Mutter hat immer gesagt: „Wenn du wissen willst, wie die Leute ticken, dann sieh‘ dir ihre Möbelhäuser und ihre Friedhöfe an!“
Ich habe das für mich um die Kirchen erweitert und dadurch in Kanada, Japan, Nepal, Alaska, Frankreich, Schottland, Italien und noch ein paar weiteren Ländern viele schöne Begegnungen erleben dürfen, die mir sonst verwehrt geblieben wären.
Aber eine orthodoxe Feier war auch für mich neu.
Der Bischof von Monemvasia war zu Besuch und hat das Ganze gerockt. Es sah aus wie eine Mischung aus Ajatollah Chamenei und Salman Rushdi. (Nur hatte er kein Glasauge). Im Gegensatz zu uns feiern die Orthodoxen ihr Abendmahl hinter verschlossener Tür im Chor der Kirche, der durch Mauern und verschiebbare, mit ikonischen Motiven bemalten Wände von Rest des Gebäudes abgetrennt ist. Die Zuschauer kriegen faktisch nur ein bisschen etwas davon mit, was ein ganzer Haufen alter weißer Männer im Chor aufzieht. Dazu tiefer, einstimmiger Männergesang – über Stunden (!). Viel Prunk, geschnitzte Throne und viel Gold. Da weiß jeder sofort, wer die Mitra aufhat.
Ich war sehr früh dort und habe mich zu einigen älteren Frauen auf einen der wenigen Stühle dazugesetzt. Nach einigen Minuten wurde mir bedeutet, dass ich auf dieser Seite des Ganges nicht zu suchen hätte und mich doch bitte auf die Seite der Männer (insgesamt vier Stühle) setzen sollte. Okay …
Nach knapp drei Stunden habe ich aufgegeben, ein Ende war weiterhin nicht in Sicht. Und verstanden habe ich rein Garnichts. Aber eine interessante Erfahrung in der kulturellen Friktionszone zwischen Okzident und Orient war es trotzdem.