Nutzung Teleobjektiv als Spektiv oder Teleskop

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gambler

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Hallo zusammen,

Ich wollte mal eine Idee teilen, wie man relativ einfach sein Teleobjektiv in ein Spektiv oder Teleskop umbauen kann.

Zutaten:
1x Canon EF 100-400 L IS USM II
1x Baader Amici Prisma 45° 1.25" mit 24 mm freier Öffnung (oder 1.25" Zenitspiegel)
1x Abgeschraubtes Barlowelement von der Standard 2x Barlow von TS
1x Standardadapter 2" auf 1.25" Okularanschluss mit M48 Innengewinde (opt. Weg ca 3 cm)
1x kurzbauender Adapter von TS (EF Bajonett weiblich, M48 Gewinde männlich)

Das Barlowelement schraubt man vorn an das Amici-Prisma und die Abstände stimmen auf Anhieb, so dass man bei 200-400 mm in den Fokus kommt (nutze 32 mm, 25 mm und 15 mm Plösslokulare von Televue). Das Barlowelement wird benötigt, um den Fokus entsprechend nach außen zu legen.

Der optische Weg zwischen Barlowelement und Okular ist etwas größer als normal, daher erhält man eine etwas stärkere Vergrößerung. Ich habe mal die Austrittspupille gemessen und komme auf ca. 2 mm mit dem 32er Plössl. Man hat also eine 17-35 fache Vergrößerung damit. Mit dem 15er Plössl kann man dann entsprechend bis ca. 70 fach gehen.

Terrestrisch sieht das alles schon mal ganz gut aus. Die Fokussierung hat recht wenig Weg, ist aber machbar. Ein Test am Stern oder Mond (dann aber mit Zenitspiegel) steht noch aus. Auf jeden Fall eine Alternative, wenn man stark begrenzt ist im Gepäck und eher auf Fotos aus ist. So hat man mit minimalem Mehraufwand ein handliches Spektiv für die Beobachtung von Wildlife o.ä. gleich mit dabei, das von normalen Fotostativen gut getragen wird. :)

Über die Leistung am Stern oder am Mond werde ich berichten, bin gespannt, was das Canon da drauf hat.

VG
Hermann
 
Hallo!

Das geht schon irgendwie. Adapter, um Okulare an Teleobjektiven anzuschliessen gibt es schon so lange, wie es Teleobjektive und Okulare gibt... Ist halt kein Lichtwunder (das Objektiv müsste 1:4,5 - 5,6 sein, mit Deiner 2x Barlow bist Du dann bei 1:9 bis 1:11).
Und Glas, Glas und nochmal Glas im Lichtweg - das Objektiv alleine hat 21 Linsen! Mit der Barlow, dem Prisma und dem Okular hast Du fast 30 Glasteile zwischen Stern und Auge.

Ich habe selber ein süßes kleines Schmidt-Cassegrain von Bausch&Lomb aus den 80er oder 90er Jahren, das ziemlich genau die Öffnung und Brennweite hat wie Deine Kombination. Das wurde als Set mit Fotoadapter, Zenitspiegel und zwei Okularen verkauft, so dass man es sowohl als Teleobjektiv, als auch als Fernrohr benutzen kann. Ist irgendwie OK, aber ich verwende dann doch lieber ein richtiges Fernrohr bzw. Fernglas. Ich behalte es nur als kurioses Sammelobjekt.

Grüße
Maximilian
 
Hauptanwendung bei mir ist als Spektiv, wenn ich mit Fotoequipment im Rucksack unterwegs bin, um Wildlife/Natur zu fotografieren und zusätzlich ein wenig beobachten möchte. Da setzt das bodennahe Seeing normalerweise die Grenze, bevor das Licht ausgeht. Schwächstes Glied der Kette ist das Amiciprisma, wobei das von Baader schon ganz gut ist.

VG
 
Foto-Objektive sind auf eine zufriedenstellende Abbildung im Feld, und nicht auf maximale Schärfe auf der optischen Achse getrimmt. Sie sind deshalb nicht gut als Teleskope geeignet. Man kann sie ls eine Art Fernglas-Ersatz benutzen, für Übersichtsanblicke z.B. der Milchstraße. Spätestens bei mittleren Vergrößerungen wird alles unscharf und kontrastarm.
 
Hallo,

mit einem halbwegs guten Okularansatz, wie es sie z.B. für das EF-Bajonett gibt kann man am Tag ganz gut damit beobachten, z.B. - wie schon erwähnt, als Fernglasersatz. Für den Nachthimmel kann ich mir ein klassisches Teleobjektiv mit 4 oder 5 Linsen zur Übersicht noch vorstellen, ein Zoom mit seinem immensen Lichtverlust - eher nicht.

CS
Jörg
 
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