Oberwerk oder Celestron Grossfernglas?

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StefanBorn

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Hallo zusammen,

nachdem ich nun 10 Tage mit meinem 10x50 im den Alpen unterwegs war, erwäge ich, vielleicht ein Grossfernglas zuzulegen. Ich habe schon ein 10" SC Teleskop, aber das grosse Sichtfeld hat schon überzeugt und ich denke, ein schönes Fernglas ist eine klasse Ergänzung.

In einer Zeitschrift (Astronomy) habe ich nun vom Celestron Skymaster 20x100 gelesen und auf www.bigbinoculars.com habe ich in der selben Preisklasse Oberwerk 22x100 entdeckt. Beide so zwischen € 300 und 400.

Was ist von den beiden zu halten? Wenn man sich für ein Fernglas aus den USA (Import) entscheidet, wie anfällig sind solche Geräte, sollte man besser in Deutschland, sprich Celstron kaufen? Etwa wegen Garantie und damit verbundenen Transportkosten etc. Wie sind da die Erfahrungen?

Schön wäre auch, falls jmd. ein anderes Grossglas in diesem Preissegment kennt, das 45 Grad Einsicht hat. Zwar habe ich entsprechende Mounts im Internet gefunden, aber irgendwie sieht das alles nach Nackenschmerzen aus, wenn die Okulare nicht gekippt sind...


Fragen über Fragen, über Antwort würde ich mich freuen.

Lieben Gruß

Steve
 
Hallo Steve,

ist es richtig, wenn ich denke, das 300-400,-- das Budget sind ?.
Klar 90 und 45° ist bequemer aber leider in diesem Preisrahmen noch nicht mal gebraucht zu realisieren.
Hatte auch mal 45° Gläser. Abgekommen bin ich davon wieder, als ich merkte, wieviel Licht ein Schräger Einblick kostet. Das war mehr als ich gedacht habe.
Jetzt bin ich nach vielen Großferngläsern zum 25x100 von TS gekommen, was ich mit einer Binomaunt betreibe, was die Nachenschmerzen mildert. Allerdings ist ein sehen in den Zenith über eine lange Zeit nicht entspannend. Aber da hat jeder andere Zeiten, was die Dauer der eobachtungen angeht.
Schau doch mal bei teleskop-service.de vorbei
Wenn nur der Lichtverlust nicht wäre, dann hätte ich bestimmt wieder ein 45 oder 90° Glas.

Schönen Gruß
Stephan
 
Hi Stephan,

ja sind den die 45 und 90 Grad nicht wie ein Zenitprisma realisiert? Da hat man doch auch keinen großen Verlust an Helligkeit oder doch? So gut kenn ich mich damit noch nicht aus, aber ein qualitativ guter Spiegel im Prisma (die japanischen Grosgläser etwa kosten ja ab € 1.300) darf doch nicht merklich Licht schlucken?!?!?

Vielen Dank für die Info auf jeden Fall.
lg

stefan
 
Hallo Steve,
ich habe ebenfalls ein 10"-SCT und dachte genau dasselbe wie Du. Ich habe mir ein TS-22x100 gekauft, ich glaube, das ist baugleich mit dem Oberwerk,damals noch 400€; es war die schlimmste Fehlinvestition in Sachen Astronomie! Das Glas ist nicht richtig scharf, ein Klotz aus Alu und Glas, schlecht verarbeitet, denn die Aluschraube, die den Steg zwichen den beiden Gläsern zusammen hält, ist schon beim ersten Anziehen abgerissen. Außerdem lässt sich das Glas nicht richtig fest auf einem Stativ befestigen, ohne dass es seitlich kippt. Ich habe jetzt stattdessen einen Skywatcher 150/750-Refraktor, teilweise auch zusammen mit dem SCT zusammen auf einer Giro, das ist auch optisch im Vergleich zum Feldstecher wesentlich besser, erlaubt mit Zenitprisma bequeme Beobachtungen im Sitzen, vorhandene Okulare ermöglichen diverse Vergrößerungen inkl. Benutzung von Nebelfiltern. Ich rate Dir also zu solider monokularer Beobachtung, insbesondere mit 2"-Okularen, statt Dir diesen Schrott anzutun. Solltest Du tatsächlich trotzdem solch ein Teil haben wollen, meins ginge für 150€ weg.
Gruß
Achim
 
Hallo Achim,

habe das 20x80 von Oberwerk, was ja äußerlich gleich ist mit dem 22 x 100. Deine Erfahrungen sind in etwa gleich wie Deine.
Es ist nicht so das gelbe vom Ei.
 
Hallo Steve,

kenne die japanischen Großbinos nicht aus eigener Erfahrung. Vielleicht ist es bei denen besser ?!? Beim Zenitspiegel ist es mir bisher auch noch nicht aufgefallen. Aber vielleicht gehöre ich auch zu den Leuten, die hier eine andere Gewichtung vornehmen. Manch einer wird bestimmt sagen " das bisschen ".

Gruß
Stephan
 
Hallo Steve,

wenn ich Du wäre, was ich nicht bin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />, würde ich meinem Hals einen Gefallen tun und ein Fernglas mit Winkeleinblick kaufen. Alles andere ist schade ums schöne Geld. Geradsichtferngläser sind unbequem, erfordern spezielle Montierungen und in der Summe ist es nicht mehr so billig, wie man auf den ersten Blick denkt. Dazu kommt der erhöhte Aufwand beim Transport, so eine spezielle Binomontierung ist sperrig und wiegt auch einiges.

Für 400 Euro wirst Du kein neues Bino mit Winkeleinblick bekommen, das ist klar. Entweder wartest Du, bis der Kontostand ein passendes Modell hergibt, oder Du legst Dich im Gebrauchtmarkt auf die Lauer nach einer günstigen Gelegenheit. Manchmal kann weniger mehr sein. Ich würde nicht zuerst auf große Öffnung schielen, ein kleines Winkelbino (z.B. das Miyauchi 77) wäre eine prima Ergänzung für Dein Teleskop. Auch das 60mm Miyauchi ist eine Überlegung wert. Unter einem richtig klaren Himmel kann man eine Menge damit anfangen und super transportabel ist es auch. Mein kleines Miyauchi würde ich bestimmt nicht gegen ein großes Geradsichtfernglas eintauschen, dafür macht das bequeme Spechteln einfach zu viel Spaß.

Stöbere mal hier im Forum, in den letzten Wochen wurde das Thema Fernglas mit Winkeleinblick mehrmals angesprochen. Oder Du folgst dem Rat von Achim und besorgst Dir einen günstigen, bunten Refraktor für Deep-Sky bei niedrigen und mittleren Vergrößerungen. Allerdings wird es dann nichts mit Binogucken, was für den einen oder anderen ein Nachteil ist.

Frank.
 
Ich möchte Euch allen für die guten und mir wertvollen Hinweise danken. Ich werde dann wohl meinen Geldhahn noch etwas mehr mästen und ihn erst schlachten, wenn er fett genug ist, um etwas vernüntiges zu ergattern, sprich, ich nicht mir, sondern ihm den Hals mit 90 Grad brechen kann ;-)

Die anderen Threats sind teilweise sehr polarisierend, sowas bringt einem soviel wie die alte C64/Amstrad-, Amiga/AtariST- oder Playstation/XBOX- Debatte, nämlich nicht viel außer einem erwärmten Gemüt.

Vielen Dank nochmal für die hilfreichen Antworten.

Lieben Gruß

Steve
 
Hallo Steve,

alles Gute sind immer Kompromisse:

1) ein Fernglas ohne Stativ (also eines zum Mitschleppen) sollte entweder maximal 10fache Vergrößerung haben
oder einen Stabi. Da das besonders schöne in der Landschaft gegenüber zu Hause der dunklere Himmel
ist, solltest Du aus meiner Sicht aber eher in Richtung einer größeren Austrittspupille gehen (also z.B. Richtung
10x70 Fujinon) und bei geringer Vergrößerung bleiben. Eine Alternative wären die "großen" Canon IS, aber die
haben halt bloß AP3 und sind damit für die schwachen Objekte wie Nebel usw. vermutlich schlechter. Das "alte"
Dachkant 12x36 gibts noch z.B. bei www.foto-koch.de für 500€ (wäre so Deine Preisgruppe).

2) hast Du mit einem 10x50 eigentlich schon einen sehr schönen Kompromiß (wenn es was taugt)-
"was hast Du damit gesehen, das Du nicht gesehen hast"?

3) ist für höhere Vergrößerungen/mehr Licht ein Newton sicher das noch am besten schleppbare Gerät
(evtl als Dobson mit leichter Eigenbau-Rockerbox) - da kannst Du für das Gewicht eines 22x100 Bino + Stativ schon
einen 150er mitnehmen und wenn der so f5 bis f6 ist zeigt er sicher wesentlich mehr auch bei deep sky.
Und Du sparst Dir den Zenitspiegel oder Schrägeinblick.

Gruß
 
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