Objekte finden mit R.A. und DEC

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mrmartin

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Hallo!

Kann mir bitte jemand sagen, wo ich eine Beschreibung finde, wie ich Objekte anhand der Skalen auf der Montierung finden und "direkt anfahren" kann? Das ist doch R.A. und DEC oder?

PS: Bin Einsteiger mit Newton auf parallaktischer Montierung (EQ-3) und würde gerne manche "schwer auffindbaren Objekte" mit Hilfe von Koordinaten oder was auch immer anfahren.

Vielen Dank mal!

Martin


ICH GLAUB ICH FANG HIER MAL AN: Anderer Beitrag dazu im A.de-Forum



Also:
Hier wird das mit den Teilkreisen eigentlich gut erklärt. Mann ist das kompliziert.

Gibts denn nicht ein Programm fürs Handy was einem das alles ausrechnet, auch die Ortssternzeit?

Hier gibts nen Online Sternzeitrechner
 
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Hallo Martin, bin auch gerade dabei meine neue EQ-3 zu studieren, da bin ich schonmal dankbar, dass mich Krüppel der Blinde über die Strasse geführt hat....Deine Links waren mir eine große Hilfe, hab mir mal die 5 Seiten ausgedruckt.
Nun bin ich mal gespannt,welche Erfahrungen du so machen wirst, schreibe doch mal drüber....das Gleiche mache ich auch...Grüssle von Anette
 
Hallo!

Danke für den Link und den Hinweis!

Aber eine wesentliche Frage stellt sich mir immernoch:
Was hat es mit der Sternzeit (oder besser Ortssternzeit) im Zusammenhang mit dem Auffinden von Objekten anhand der R.A. Koordinate auf sich???

In dem anderen Beitrag wird das nicht genau unterschieden, bzw. der eine nimmt Rücksicht darauf, der andere nicht.

Ich dachte man muss die R.A.-Koordinate immer um die Sternzeit "bereinigen" damit man den richtigen Wert in Abhängigkeit vom aktuellen Beobachtungsstandort erhält.

Oder fällt diser Teil weg sobald man den R.A. Teilkreis anhand eines bekannten Objekts immer direkt vor einer neuen Objektsuche auf die "Buch-R.A.-Koordinaten" eicht?

Ich hoffe ich hab die Frage einigermaßen verständlich formuliert...

Martin


Also, wenn ich das richtig verstehe gibt es zwei Möglichkeiten, einmal mit Ortssternzeit-Einbezug, einmal ohne:

Wenn man die Ortssternzeit einbezieht reicht es, wenn man das Teleskop bzw. den R.A.-Teilkreis nur einmal am Beobachtungsabend auf einen bekannten Stern eicht und immer die Objekt-R.A.-Koordinaten von der Ortssternzeit abzieht. Das ergibt dann den tatsächlichen für die Suche zu verwendenden Stundenwinkel.

Wenn man die Ortssternzeit nicht einbezieht, kann man immer die "niedergeschriebenen" Objekt-R.A.-Koordinaten verwenden, muss dafür immer wieder direkt vor jeder neuen Objekt-Suche den R.A.-Teilkreis am Teleskop anhand eines bekannten Objekts neu eichen. Nach dem Eichen sollet dann aber auch das zu suchende Objekt schnell anvisiert werden, da es sich ja weiterbewegt und man die Variable "Zeit" nicht in den R.A.-Koordinaten mit einbezogen hat.

So, jetzt muss ich das ganze nur mal ausprobieren *auf klaren Himmel wart...*

Gruß,

Martin

Übrigens kann ich Handynutzern die Software (Freeware, Java) MobileStarChart nur wärmstens empfehlen (Sternenkarte/Planetarium mit M-Objekten, Nachtmodus (rot) und RA-Dec-Koordinaten)
 
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Hi Martin,

Was hat es mit der Sternzeit (oder besser Ortssternzeit) im Zusammenhang mit dem Auffinden von Objekten anhand der R.A. Koordinate auf sich???

Das ist so, du stellst n i c h t Rektaszension sondern den Stundenwinkel (Stw) des Objektes ein und der lässt sich durch die Formel Stw = lokale Sternzeit - Rektaszension berechnen.

Mal sehen, ob ich noch ein Beispiel so ad hoc hin bekomme, meine Refraktorzeit + Parallaktische Montierungszeit liegt nämlich schon ein paar Jahre zurück.

Du nimmst dir das Himmelsjahr und ermittelst für z.B. Venus zum Zeitpunkt x die Rekatszension und Deklination, soweit so einfach.
Dann berechnest du die lokale Sternzeit zu diesem Zeitpunkt an deinem Ort, das müsste auch iregendwo im Himmelsjahr stehen. Danach geht das rechnen los: Stw = SZ - RA und schon hast du den Stw, den du an deinem Teilkreis an deinem gut eingenordeten und ausgerichteten Teleskop einstellst. Dann noch die Deklination an den Deklinationsteilkreis einstellen und schwubs sollte Venus (am Tage) in deinem Aufsuchokular drinnen sein.

So habe ich das Ganze mal vor ca. 25 Jahren mit dem Wachter Refraktor auf parallaktischer Monti gemacht.

Ich hoffe nun sind alle Klarheiten beseitigt!

hier noch ein Link zur Berechnung der lokalen Sternzeit

Gruß

Lots
 
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Also, noch ein Versuch:

1. Montierung (Tubus) auf den Himmelsnordpol (Polaris +/-) einstellen ( = DEC Achse auf 90°)

2. RA-TK auf die aktuelle Sternzeit voreinstellen/eichen (Montierung/Tubus zeigt noch auf Himmelsnordpol/Polaris)

3. Stundenwinkel des zu suchenden Objekts = Sternzeit - RA-Wert

4. Teleskop auf den ermittelten Wert (Stundenwinkelskala) und den Dec-Wert ausrichten

STIMMT PUNKT 2???

Dankeschön!

Martin
 
Ich rate zu einem anderen Vorgehen (einfacher): Du peilst einen Stern mit bekannten Koordinaten an und verstellst dein Instrument um die Differenz in Rektaszension und Deklination. In der Regel sind dabei weniger als 10° zu überwinden, und es ist auch bei nicht ganz exakter Aufstellung kein Problem, das Ziel deiner Wünsche in ein 1°-Gesichtsfeld zu bekommen.
 
Hi Uwe!

Danke für den Hinweis, das klingt wirklich plausibel, und wäre auch völlig unabhängig von der Sternzeit...


Trotzdem würde mich interessieren, wie ich den RA-TK anhand der Sternzeitmethode richtig "eiche".


Martin
 
Hi,
Ich benutze auch für kleinere Differenzen als 1° noch einen kleinen Trick - ich habe einmal ausgemessen, um wieviele Umdrehungen ich meine RA- und DEC- Wellen drehen muss, um 10° zu überwinden. Danach habe ich mit alle 30° mit weißem Lackstift einen Strich in die Zähne der Knöpfe gemacht.
Mit Hilfe dieser Konstruktion ist es dann recht einfach auch nur ein paar Bogenminuten Differenz abzufahren (z.B. RA um 15° drehen und DEC 3 Umdrehungen und 20°)
Das benutze ich z.B bei planetarischen Nebeln, die ich im Übersichtsokular noch nicht als Nebel erkenne, aber bei größeren Vergrößerungen nicht mit Starhopping anfahren kann.

CS
Holger
 
Hallöchen

Zitat von mrmartin:
Also, wenn ich das richtig verstehe gibt es zwei Möglichkeiten, einmal mit Ortssternzeit-Einbezug, einmal ohne
Auf die Gefahr hin, jetzt mehr zu verwirren als zu helfen, es gibt tatsächlich zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Und zwar hängt das von der Art der Teilkreise ab.
- "Normale" Teilkreise müssen mit dem Stundenwinkel (also unter Einbezug der Sternzeit) eingestellt werden. Sie bewegen sich immer mit dem Teleskop weiter (da die Ortszeit ja ständig weiterwandert ändert sich eigentlich permanent der Stundenwinkel, was durch die Nachführung der Montierung ausgeglichen wird).
- Manche Montierungen haben aber auch Teilkreise, die sich nur weiterbewegen wenn das Teleskop geschwenkt wird, aber stehen bleiben wenn es geklemmt wird. Das hat den Vorteil, dass man etwas fauler beobachten kann (man braucht jetzt nur noch einmal die Rektaszension zu eichen und stellt dann immer direkt die Rektaszension ein), aber auch den Nachteil, dass diese Methode deutlich ungenauer ist (während die Klemmen geöffnet sind driftet die Sternzeit weg, wenn geklemmt und manuell verfahren wird, handelt man sich Fehler ein ...)

Der Unterschied ist im wesentlichen der, dass im ersten Fall die Koordinate absolut eingestellt wird, im zweiten Fall nur relativ zu einem anderen Objekt mit bekannten Koordinaten.

Gruß
Andy
 
Danke mal für die Info! Aber ich komme solangsam tatsächlich richtig durcheinander :help:

Mal konkret für die EQ3:
Den RA-TK kann ich per Schraube festklemmen, d.h. er bewegt sich mit dem Teleskop (und ändert seine Position also gegenüber dem Datumsring).
Wenn ich ihn nicht festklemme bleibt er stehen wenn ich die RA-Achse bewege oder wenn der Motor weiterführt.

Frage:

Wie eiche ich die Montierung/RA-TK konkret (mit oder ohne Sternzeit, nur einmal am Beobachtungsabend oder vor jeder Objektsuche neu?)?

Wie stelle ich das zu findende Objekt darauf dann ein (RA-Wert oder Stundenwinkel)?

Sorry, vielleicht bin ich irgendwie schwer von egriff in diesem Thema.... :krank:

Martin
 
Hallo zusammen,

warum so umständlich wenn es doch ganz einfach geht. DE-Teilkreis wird nur einmal geeicht und fertig. Am Anfang der Beobachtung stelle ich ein bekanntes Objekt ein und stelle dessen RA-Wert an der RA-Skala ein. Nun beobachte ich das Objekt eine gewisse Zeit, RA-Ring dreht weiter. Bevor ich jetzt das nächste Objekt anfahre, stelle ich erst den RA-Wert des gerade beobachteten Objektes wieder auf die Markierung zurück und fahre dann unmittelbar das neue Objekt mit dem dazugehörigen RA-Wert an, fertig.

Gruß
Gerhard
 
Hallo Martin,

na siehst du, geht doch auch einfach. Hab da noch was einfacheres auf Lager, wem das ganze Getöns mit Sternzeit, Stundenwinkel und RA-Wert zu nervig ist, stellt nur den DE-Wert des Objektes ein und schwenkt dann das Teleskop einfach von Ost nach West durch, irgendwann springt einen dann das Objekt im Okular an. Voraussetzung ist aber das man den DE-Ring einmal an einem bekannten Objekt geeicht hat.

Gruß
Gerhard
 
Du nimmst mir das Wort aus'm Mund - wollte ich auch gerade posten. ;) Auf die Weise habe ich mal vor Jahren mit dem Lidl-Refraktor die Kugelsternhaufen im Schlangenträger gefunden. Gerade, wenn man noch nicht so vertraut mit den Bewegungen um die verschiedenen Achsen ist.

Thomas

P.S. Wegen der DE-Eichung: Wenn man das Gerät nur grob eingenordet hat, dann sollte man die Eichung in der Himmelsregion, in der man herumsurft, wiederholen. Ist aber leicht: Im Karkoschka stehen die DE- (und RA-) Angaben für die hellen Sterne drin. Muss man also nur einen hellen Stern in der Nähe einstellen und an der DE-Skala drehen.
 
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Liebe Astrofäns,
den Text des Talianers kenne ich schon. Plausibel, leicht zu verstehen, nur hat der für mich einen Haken:

Ich suche das Objekt NGC 2362 CMA und schaue in den Sternatlas nach seinen Koordinaten:

REK 07:18h
Dek -24.93

Dann ermittle ich die Sternzeit für Stuttgart am 29.02.08 um 20:00h mit + 3min Zeitkorrektur und komme auf

Sternzeit: 06:18h

OK, nun muß ich von der Sternzeit die Rektaszension abziehen, da ich aber einen kleineren Sternzeitwert habe kommt folgende Formel in Anwendung:

(24+a)-b=Stundenwinkel

24:00 + 06:18 = 30:18

30:18 - 07:18 = 23:00h Stundenwinkel für NGC 2362

Den Stelle ich also auf der Rektaszensionsachse ein, alles klar soweit, kein Problem. Das Teleskop ist exakt genordet, auch das ist ok.

So, nun kommt mein Problem. Ich muß ja auch noch die Deklinationsachse einstellen, oder zumindest an dieser einen realistischen Wert ablesen können.

Ich habe also eine Deklination von - 24:93

auf der Deklinationsachse meiner EQ-3 stehen einstellige Zahlenwerte die verlaufen genauso so, aber kreisrund auf einem Ring (klaro): 987654321 0 123456789 . Wie bitte verstehe ich denn das? Wie kann ich an diesen Zahlenwerten bitte - 24.93 einstellen? Müsste ich das irgendwo zwischen 2 und 3 einstellen auf der anderen Seite der Null, die nach Westen geneigt ist?
Also, daran bin ich schier verzweifelt und der Talianer, auf den Ihr verweist (siehe Stichwort Teilkreise) stellt auf dieser einstelligen Zahlenskala sogar die Rektaszension ein und auf der 24h Skala stellt er die Deklination ein, wie auf den Fotos zu sehen ist. Da blicke nun mal einer durch??????????
Wer kann mir verzweifelten Frau da weiterhelfen?
Vielen DAnk im Voraus, das wäre mir so wichtig....Grüssle von Anette

Bearbeitet von Anette_Aslan (02/27/08 10:35 PM)
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ich glaube, dass der erste Blick durch´s Teleskop soetwas wie echtes Beten sein muß. Das Herz wird groß und Worte können´s nicht ausdrücken....
 
Mh, kann es sein dass Du die Achsen verwechselst? An der EQ3 ist die oberste Skala für die Dec-Achse zuständig, und die müsste in Grad eingeteilt sein; wenn Du auf den Polarstern einnordest steht diese Skala ungeführ auf 90 Grad.

Die andere "dritte" Skala (dünne Scheibe zum Drehen) direkt bei der RA-Skala(auf der du den Stundenwinkel einstellst ist) ist der Datumsring (wird aber nur für Einstellung des Polsuchers benötigt wenn ich das richtig verstanden habe).

Zudem muss man ja zu Beginn bei der Sternzeitmethode einmal die RA-Skala "eichen", z.B. an einem bekannten Objekt, damit Du danach den Stundenwinkel für das zu findende Objekt einstellen kannst.

Die Dec-Skala muss im Prinzip nur einmal geeicht werden, und ist dann bei korrekter Einnordung immer schon "geeicht" und direkt verwendbar (oder irre ich mich hier???). Wenn Du die Dec-Achse vom Himmelsnordpol wegbewegst wandert sie immer gegen Null Grad, egal in welche Richtung du die Achse bewegst. Wenn Du Null Grad erreicht hast (=Himmelsäquator) und weiterdrehst, dann werden die Werte kleiner Null und gehen gegen -90 Grad (=Himmelssüdpol). Ob das Minuszeichen auf der Dec-Skala drauf ist weiss ich nicht, ist aber dann auch egal denk ich.

Aber einfacher ist es wirklich, die RA-Dec-Koordinaten eines bekannten Objekts aus dem Buch/PC-Programm (wie ein/zwei beiträge weiter oben beschrieben wurde) einzustellen und dann direkt mit den RA-Dec-Koordinaten das zu findende Objekt anzufahren.

Grüße,

Martin.
 
Hi Martin,

mein Vorschlag lass es dir mal von einen erfahrenen Sternfreund zeige. :)

Gruß

Lots
 
Lieben Dank, ich werd das mal auch auf diese Weise versuchen. Grüssle von Anette
 
Hallöchen Anette

Leider scheint das Wetter gerade nicht mitzuspielen, ansonsten hätte ich vorgeschlagen - pack heute Abend deine Montierung ein und komm hoch auf die Sternwarte (Uhlandshöhe). Da kann ich dir dann alles zeigen.

Da das Wetter heute wie gesagt nicht mitspielt:
Ich bin (bei schönem Wetter) fast jeden Donnerstag oben. Wenn also mal wieder klare Nächte vorhergesagt sind, kannst du ja einfach per PN kurz anfragen, ob wir uns treffen können.

Gruß
Andy

P.S.: An dich, Martin, gilt natürlich das gleiche Angebot - aber ich denke du findest bei dir auch andere Sternfreunde, die näher bei dir dran sind.
 
Hallo Andy, hab doch koi Audo.......aber lieben Dank, ich komm so langsam dahinter. Grüssle von Anette
 
Hallöchen Anette

Im Herzen des Schwabenländle wohnen und kein Auto haben ... :D
Selber Experimentieren ist aber auch nie schlecht. Man braucht vielleicht etwas länger, bis man das ein oder andere verstanden hat, dafür sitzt es hinterher um so besser.

Gruß
Andy
 
Hallöle Andy,
dafür gehört der ganze Himmel mir........willste nen Stern? Nein, nicht den........Grüssle von Anette
 
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