Objektivlinse Fettbeschichtet?!?

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Felix42

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Hallo Forenmitglieder!
Da ich mich erst vor kurzem angemeldt habe,möchte ich mich kurz vorstellen.Mein Name ist Felix,ich wohne in Wuppertal
und habe letzten Sommer/Herbst die Sternenguckerei als Hobby entdeckt.
Nun zu meinem Anliegen:anfang des Jahres habe ich hier im Bieteforum ein 8"f6 Spiegelset erstanden,das mittlerweile in einem Eigenbautubus steckt und zu meiner vollsten Zufriedenheit seinen Dienst tut.Um das ganze etwas zu vervollständigen,wollte ich ein altes Zielfernrohr (3-12x52)als Sucher verwenden.Neugierig (oder blöd) habe ich um mal reinzuschauen das Objektiv herausgeschraubt.Dabei habe ich mit einem Finger die Linseninnenseite leicht berührt,was zwar vermieden werden sollte wie mir auch klar ist,aber meistens keine Katastrophe ist.
Zu meiner nicht geringen Verwunderung mußte ich feststellen,daß die Abdichtung der Objektivfassung zum Tubus mit einer hauchdünnen Fettschicht vom Hersteller erfolgt.Diese Fettschicht oder was auch immer das für ein Zeug ist,bildet auch auf der Innenseite der Linse einen dünnen,nicht sichtbaren Film in dem ich mich mit einem unübersehbaren Fingerabdruck verewigt habe.Meine Frage:kann man oder irgendwer diese Schicht "regenrieren",hat diese Schicht einen und wenn ja welchen optischen Effekt oder ist das komplette entfernen eine Alternative????
Habe den Mist erstmal wieder zugeschraubt und hoffe nun auf einen Rat.Völlig unbrauchbar ist das Glas nicht,man sieht halt eine leicht Trübe Stelle.Im Voraus danke für jede Antwort,im Netz konnte ich leider nichts finden ,bin daher auf Hilfe von Leuten mit Optikerfahrung angewiesen....


Gruß+CS Felix
 
Hallo Felix,
kann es sein, daß du jetzt einfach deinen Fingerabdruck auf der Vergütungsschicht siehst? Das ergibt einen recht deutlichen Abdruck, ist aber relativ leicht entfernbar.
Eine Fettschicht stelle ich mir jetzt als recht "streufreundlich" vor, also eher kontraproduktiv.
Gruß
Björn
 
Hallöchen Felix

2 Varianten:

Best case:
Ich vermute auch, dass deine "Ölschicht" in Wirklichkeit die Vergütung der Linse ist (je nach Vergütungsart leicht bläulich, grünlich oder sogar orange schimmernd). Allzu rubust ist die zwar nicht, aber eine sauber durchgeführte Reinigung übersteht die ohne Probleme.

Worst case:
Du hast ein ölgefügtes Objektiv auseinandergenommen. Dann hättest du ein echtes Problem, weil der Brechungsindex des Öls beim optischen Aufbau berücksichtigt ist. Allerdings sind solch ölgefügte Objektive relativ selten, so dass ich eher nicht daran glaube. Wenn doch, war das Öl im Zwischenraum zweier hauchdünn voneinander getrennten Linsen.

Gruß
Andy
 
Hallo Björn,hallo Andy!
Danke für eure Resonanz,aber die Sache ist wirklich merkwürdig:die dem Tubus zugewannte Seite des Objektivs wird scheinbar bei der Produktion nach der Montage des Objektivs im Tubus von innen mit Fett(?)versiegelt,ich vermute jedenfalls dasß das klebrige Zeug zur Abdichtung dient.
Es handelt sich auch definitiv nicht um Fett das sich ausgebreitet hat,dafür ist die Schicht viel zu perfekt(gewesen).Es handelt sich wie gesagt um ein ca. 10-15 Jahre altes Zielfernrohr,das als Feuchtigkeits/Wasserdicht verkauft wurde.Da ein Vorbesitzer es schon zerlegt hatte,ist die ursprüngliche Stickstofffüllung eh dahin.Also:es handelt sich um eine Herstellerseitig auf die Linse aufgebrachte Schicht.
Eine Vergütung kann sogar ich als Laie ausschließen,die zieht keine Fäden wenn man draufpackt(soll jetzt keine Besserwisserei sein).
Auch der von Andy angedachte worse case trifft Gott sei dank nicht zu...
Werde auf jeden fall weiter versuchen etwas herauszubekommen,wenn noch jemand etwas weiß,immer her mit Ideen!

Gruß+CS Felix
 
ich denke, daß dann jetzt eh nur noch eine Reinigung und Entfernung des "klebrigen Zeugs" bleibt. Versuch es doch mal mit mildem Spüli und viel Wasser zu entfernen.

Gruß
Björn
 
Zitat von Felix42:
[...]die dem Tubus zugewannte Seite des Objektivs wird scheinbar bei der Produktion nach der Montage des Objektivs im Tubus von innen mit Fett(?)versiegelt,ich vermute jedenfalls dasß das klebrige Zeug zur Abdichtung dient.
Es handelt sich auch definitiv nicht um Fett das sich ausgebreitet hat,dafür ist die Schicht viel zu perfekt(gewesen).Es handelt sich wie gesagt um ein ca. 10-15 Jahre altes Zielfernrohr,das als Feuchtigkeits/Wasserdicht verkauft wurde.[...]

Hallo Felix,

von einer Fettvergütung habe ich noch nie etwas gehört.
Du unterschätzt meines Erachtens, dass sich Öl und Fett auch über verdampfen auf optischen Flächen gleichmäßig niederschlagen kann. Wenn das Zielvernrohr tagsüber längere Zeit der direkten Sonne ausgesetzt ist, kann es sich dadurch stark erwärmen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass der Hersteller es mit Absicht aufgedampft hat.

Viele Grüße
Stephan
 
Hallo Stephan!
Das klingt nachvollziehbar,ein schwarz lackierter Alutubus sollte sich schneller/mehr erwärmen als die Linsen,so daß ein deutliches Temperaturgefälle entsteht.
Hi Björn!
Ich werde mit einer Reinigungsaktion warten bis ich Gelegenheit hatte das Glas nochmal am Himmal zu testen,wie gesagt ist die Beeinträchtigung der Optik minimal(bei Tageslicht),denke im dunkeln ist es nicht schlimmer.
Vielleicht gelingt es mir doch noch Infos über das Glas zu bekommen,scheint echt kein alltägliches Problem zu sein.

Gruß an alle und freie Sicht!!! Felix
 
Hallo Felix,
Stephan hat Dir richtig geantwortet.
Die Verstellgewinde in den Optiken werden gefettet.
Es werden Fette je nach Einsatzgebiet Kälte oder Wärme
verwendet. Diese Fette sind in der Regel säurefrei.
Für Wärme gefettet verflüssigen sich bei Wärne nicht
machen die Optik bei Kälte schwergängig.
Für Kälte gefettet kann sich das Fett bei zu starker
Erwärmung verflüssigen und läuft so in die Optik.

Habe früher in einer Optikfirma gearbeitet.
Dort mussten wir für Kunden die Fotoobjektive
je nach Expedition in kalte oder warme Regionen
entsprechend das Fett wechseln. Heute wird dieser
Aufwand nicht mehr betrieben.

Ich würde mit der Reinigung nicht zu lange warten.
Im Handschweiss ist Säure enthalten und die frisst
die Beschichtung Vergütung der Optik an.

Gruß

wspeer
 
Hallo Wspeer!
Ein Verstellgewinde hat das Glas an dieser Stelle nicht,aber auch ich hatte mir schon Gedanken gemacht,wie sich der Fingerabdruck langfristig auswirkt,werde also um eine Reinigung nicht herumkommen.Habe schon versucht mit Spüli und Wasser etwas zu erreichen(etwas von dem Fett von der Objektivfassung mit einem Holzspatel abgekratzt und dann den Spatel zu reinigen versucht),Resultat:riesen Geschmiere!
Könnte man guten Gewissens Bremsenreiniger aus der KFZ-Branche nehmen???Das sollte mehr oder weniger reines Toluol(Methylbenzol) sein,verdampft Rückstandsfrei und löst jedes Fett.Ist außerdem in Sprühdosen zu haben so daß man das Fett abspülen kann ohne zu wischen.
Weißt Du etwas über die Verträglichkeit von Vergütungen gegenüber solchen Lösemitteln??


Vielen Dank für eure Mühe Gruß Felix

 
Mensch Felix,

hör blos auf mit Bremsenreiniger oder sowas an der Linse rumzuspielen.
Wen Spüli oder Isopropylalkohol schon nicht hilft dann investiere die paar Euro in ein Fläschen "Optical Wonder" von Baader. Oder hol dir das Set mit der gleichen Flüssigkeit von TS.

Beim Benutzen solcher Reinigungsmittel wie Bremsenreiniger aus Sprüdosen kann es zudem durch die Verdampfung auf der Linse zu einem Kälteschock kommen. Im Extremfall hast Du dann eine Scherbe, wenn auch eine saubere.

Gruß
Hans
 
Hallo Hans!
Danke für die Warnung!!!!Werde mir mal etwas Isopropylalkohol besorgen,Bremsenreiniger habe ich nicht getestet nur drüber nachgedacht.Wenn das nicht hilft werde ich mir Optical Wonder bestellen,möchte mit der eigentlich recht guten Optik keine weiteren Experimente machen.
Muß ich jetzt mal loswerden:hier wird einem wirklich prima geholfen!!!

Gruß+CS Felix
 
Hallo Felix,

solche brutalen Lösungsmittel wie Toluol solltest du auf gar keinen Fall zur Optikreinigung einsetzen.

Früher wurden Linsen manchmal mit Kanadabalsam verkittet und das löst sich leicht in Benzol, Xylol, Toluol, etc.

Bei Mikroskopikern gilt für solche Fälle Wasch- oder Wundbenzin (analysenrein, möglichst niedriger Siedepunkt < 44° C) als das Reinigungsmittel der Wahl. Es ist sehr gut fettlöslich und verdunstet ansonsten rückstandsfrei. Zum Auftragen wird meist auf ein langes Hölzchen (idealerweise aus Bambus) gewickelte medizinische Augenwatte empfohlen. Diese ist chemisch unbehandelt und langfaserig.

Sofern nicht gerade Staub oder Sand auf der Linse kleben ist dabei ein klein wenig Wischen ohne Druck gar nicht so schädlich, wie es manchmal darstellt wird. Um das Fett runter zu bekommen musst du allerdings die Watte nach jedem Arbeitsschritt wechseln und immer wieder frische verwenden.

Wer es ganz genau wissen möchte, kann sich ja selbst auch mal die offizellen Reinungsempfehlungen "Das saubere Mikroskop (PDF, 13 Seiten)" der Firma Zeiss anschauen.

Viele Grüße
Stephan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Felix,

was Stephan Dir empfohlen hat ist ok.

Früher wurde bei uns für die Linsenreinigung
Tri,Spiritus und dest. Wasser verwendet.
Für Metallteile wurde gereinigtes Spezialbenzin verwendet.

Gruß

wspeer
 
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