Obstruktion gängiger Teleskope

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aths

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Wo lässt sich nachlesen, wieviel Prozent Obstruktion gängige Teleskope bzw. Teleskop-Systeme haben? (Insbesondere interessiert mich die übliche Obstruktion beim Newton und bei SC-Teleskopen.)
 
Hi,

schau Dir doch einfach die technischen Daten vom jeweiligen Hersteller an. Die Obstruktion wird zwar nicht immer direkt angegeben, aber meist der Durchmesser des Fangspiegels:
Hauptspiegel 200mm
Fangspiegel 50mm
--> Obstruktion 25%

Ich würde aber der Obstruktion nicht soooo viel Bedeutung zukommen lassen, siehe hier:

Obstruktion

Grüsse,
Jochen
 
Hauptspiegel 200mm
Fangspiegel 50mm
--> Obstruktion 25%


Auf die Fläche bezogen wäre das eine Obstuktion von 6,25%. Was ist denn da die übliche Angabe?

Ich finde auf den Shop-Sites in der Regel keine Angabe zur Größe des Fangspiegels.
 
Für die Wahrnehmung ist die Obstruktion im Anteil vom Durchmesser entscheidend. Daher schaut man sich diesen Wert an. Für die Lichtausbeute wäre die flächige Verschattung interessant. Da aber selbst bei den voll zugenagelten SC's (nicht schlagen...) nur so um 30% D obstruiert wird, was dann < 1/9 F entspricht, sieht man, dass da unterhalb des 10%-Bereiches nachgedacht wird, weswegen die flächenmäßige Obstruktion nicht so spannend ist.

Es gibt theoretische Überlegungen (suche nach "Zmek" und "Obstruction"), die bei obstruierten Systemen pi mal Daumen sagen, dass ein ideales obstruiertes System VISUELL fast dasselbe an Kontrast zeigt, wie ein um die Obstruktion kleineres unobstruiertes System. Der Korrekturterm zu dieser Faustregel ist minimal. Fotografisch ist Obstruktion ohnehin egal.

Vermutlich sollte man diese Überlegungen ausserhalb freakiger (und teurer) Grenzbereiche nicht überschätzen, da in der Praxis (bei mir jedenfalls) die Probleme eher in der Reihenfolge Seeing - Justage - Müdigkeit - Spiegelqualität - Obstruktion auftauchen.

Wenn Du im anderen Forum nach 114er Newton vs. 90er Refraktor fragst, wäre zu bemerken, dass bei ca. 30mm Abschattung durch einen 1" Fangspiegel der Kontrast des Reflektors hinter dem des Refraktors zurückbleibt.

Gruß vom
 
Das Vixen VMC hat satte 40% Obstruktion, diesen Wert würde ich gerne mit gängigen Newton und SC-Teleskopen vergleichen.
 
Hallo,

ich hab die Obstruktion der gängigen Celestron SC-Systeme
bei mir im Büro in einer Tabelle - werde sie gerne nächste Woche hier posten.

Die Überraschung ist für viele das C9 1/4, welches die größte Obstruktion der ganzen Serie hat, aber viele Besitzer schwören auf dessen Abbildungsqualität im Vergleich zu anderen Geräten.

Viele Grüsse:
Michael Risch
Baader Planetarium
 
Hallöchen,
ich kann Dir was zum Meade 8" sagen. Der hat eine Öffnung von 203 mm und eine Obstruktion von 76mm, also etwa 37,4% des Durchmessers <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> . Das C8 hat meines wissen die gleiche Öffnung mit 70mm Obstruktion <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" /> .
Gruß Burkhard
 
Zuviel der Theorie

Hi aths,

ohne Dir zu nahe treten zu wollen: Du gehst das alles zu theoretisch an.

Ein schneller Spiegel mit 40% Obstruktion ist konstruktionsbedingt halt etwas zum fotografieren und das wird meiner Erinnerung nach auch von Vixen so positioniert. Über das VMC haben schon Viele Gutes gesagt.

Theoretische Überlegungen zur Obstruktion im Allgemeinen und zur Zahl 40 im Besonderen bringen Dich überhaupt nicht weiter, bzw. wir können Dir nix brauchbares sagen, wenn Du dir nicht vorher überlegst, was Du mit dem anstehenden Teleskop machen willst.

Wenn Du das weisst, kann man eine Aussage machen, ob dieses oder jenes sich bauartbedingt eignet oder ob das spezielle Modell irgendwelche besonderen Vor- oder Nachteile für Deine Anwendung hat.

Grüße vom
 
Re: Zuviel der Theorie

Hallo Mainzelmann,

ich suche ein Teleskop zum visuellen Beobachten. Als Anfänger bin ich in erster Linie auf Planeten-Oberflächendetails scharf. Wenn das Gerät auch für Deep Sky geeignet ist, umso besser. Ließen sich mit der Optik später auch Bilder machen, umso noch besser. Vorrangig denke ich aber an das "selbst durchgucken". Da Platz- und Geldgründe gegen den Besitz mehrerer Optiken sprechen sehe ich mich nach einer transportablen Allround-Teleskop um. Wenn die 40% Obstruktion bei 200 mm Öffnung den Planeten zuviele Details rauben, wäre das ein Ausschlussgrund.

In meiner Gegend gibts leider kein VMC zum selbstdurchgucken, zumal man ja auch den Vergleich mit anderen System bräuchte. Deshalb löchere ich die arme Netzgemeinde, um mehr über die Eigenschaften vom VMC zu erfahren.
 
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Re: Zuviel der Theorie

Hallo,

Warum willst du für die Visuelle Beobachtung ein SC oder VCM? Würde ich dir nicht empfehlen. Der Gerätetyp hat seine
Vorteile, aber nicht für die Visuelle Planetenbeobachtung. Bei 40% Obstruktion bekommst du weniger
Details auf dem Planeten zu sehen als mit 20%-25% Obstruktion. Wenn du auf die kurze Bauart und auf das etwas bessere "handling" eines SC verzichten kannst, kauf dir einen klassischen Newton. Bei einem Newton
Teleskop bekommt man die beste Abbildungsqualität pro Euro. Ein Typischer Newton hat so um die 25% Obstruktion und bring ungefähr die gleiche Kontrastleistung, wie ein um die Obstruktion kleinerer Refraktor und das zu einem Bruchteil des Geldes.

Achte beim kauf eines Newton auf folgende Punkte:
Eine Gute Spiegelqualität (min. 90-95% Strehl und Glatte Oberfläche), die du vorher mit dem Händler vereinbarst und evt. durch ein unabhängiges Interferogramm bestätigen lässt.
Die Fangspiegel Obstruktion sollte möglichst kein sein, so um die 20%-25% sind super. Das heißt eine möglichst lange Brennweite (bei 8" f/6, bei 10" f/5).Tubus soll innen Lichtabsorbierend sein, so das kein Streulicht entsteht und evt. Lüfter gegen Tubusseeing und schnelles auskühlen einbauen. Mit so einem Newton wirst du perfekte Planetenbilder sehen!
Meine Empfehlung: z.B ein ICS oder AOK Newton.........oder etwas Preiswerter aber auch sehr gut GOS oder TS-Newton.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiter helfen!

CS

Arno Imig
 
Re: Zuviel der Theorie

Hallo,

Newtons haben bei dieser Öffnung und f/6 relativ größe Längen, und brauchen wegen der kurzen Brennweite entweder kürzerbrennweitige Okulare oder eine Barlow-Linse. Beim VMC hats mir vor allem die lange Brennweite bei kompakter Bauweise angetan. Je mehr ich über den Effekt von hoher Obstruktion erfahre, desto mehr bin ich allerdings verunsichert. Die Besitzer sprechen von durchweg gutem Kontrast, theoretische Bildvergleiche zeigen anderes.

Die Planetenbilder, die ich bislang vom VMC gesehen habe (http://www.astronomie.de/galerie/fgshow_foto.php3?frmint_FOTO_ID=1508.0000# und http://www.astronomie.de/galerie/fgshow_foto.php3?frmint_FOTO_ID=1457.0000) rissen mich allerdings wahrlich nicht vom Hocker gerissen, da gibt es ja bessere Aufnahmen durch einen 90-er Refraktor. Vermutlich war das Seeing schlecht oder es gab andere Probleme bei der Aufnahme. Insofern kann ich die Planetenqualität schlecht beurteilen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Zuviel der Theorie

Hallo aths,

1.Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass mein Meade 10" SC mit 38% Obstruktion unschönere und weniger Details am Planeten gezeigt hat, als mein 8" Skywacher Newton mit nur noch 25% Obstruktion und der auch nur 1/10 gekostet hat!!! Ich war wirklich extrem überrasch von so scharfen Planetenbildern!
Die Obstruktion ist aber wahrscheinlich nicht der einzige Grund, warum ich mit dem Newton mehr sehe. Vielleicht war das SC eine "Gurke"!? Ich bin vom einfachen und zugleich genialen Prinzip eines Newton überzeug.

2. Um bei einem f/5 Newton auf hohe Vergrösserung ( 0,7mm AP) zu kommen spricht meiner Meinung
nichts gegen eine hochwertige Barlow oder kurzbrennweitige Okulare wie z.B die LV- Okulare oder Televue Okulare mit 20mm Augenabstand.Die haben ein super Einblickverhalten.

3.Man muss halt einen Kompromiß finden zwischen kurzer Bauform (VCM , SC) oder kleiner Obstruktion
(Newton).Viel wichtiger ist aber natürlich eine gute Spiegelqualität.

Viel Spass noch bei der Entscheidung des Teleskop-Typs.

P.S: Ein SC oder VCM? mit Taukappe ist auch nicht viel kürzer als ein Newton.


CS

Arno Imig
 
Na dann...

Hi,

meine bescheidene Meinung zu diese Aufgabenstellung:

Zum Anfang wird man sich zweckmäßigerweise ein gewisses preisliches Limit setzen. Ausserdem soll beobachtet werden. Daher ist es zweckmäßig, sich von kompliziertem Zeugs zunächst mal fernzuhalten. Die a-priori-Begrenzung auf ein Teleskop wirst du sowieso nicht durchhalten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Wegen der Koplexität (und aus Preisgründen) würde ich mich zuerst mal von parallaktisch montierten Geräten fernhalten, da Du nicht fotografieren willst. Für visuelle Beobachtung von Planeten und Mond eignen sich dann zunächst mal lange Refraktoren, vielleich 4" f/10 oder so. So ein Gerät hat den Vorteil, nahezu keine Auskühlzeit zu haben und Du kannst etwa so hoch vergrößern wie das Seeing in der Regel mitspielt. Dazu eine schöne azimuntale Montierung (mir steckt eine Giro II in der Nase) und fertig ist. Um 1000 Euro mit ein, zwei guten Planetenokularen.

Andererseits bekommst Du um einen deutlich geringeren Preis auch einen brauchbaren 8-zölligen Dobson mit Pyrex-Spiegel und zu den beiden Planetenokularen noch ein schönes Widefield dazu. Nachteil: a) Du musst justieren (ist aber sehr einfach) und b) Du hast eine gewisse Auskühlzeit, die sich auch durch den Pyrex nicht ganz wegkriegen lässt. Wenn Du aus dem eigenen Garten beobachtest ist das kein Problem. Vorteil: Die Offenheit für alle möglichen Objekte.

So würd ich drangehen.

Mittagessen ruft..

Grüße vom
 
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