Cereso
Aktives Mitglied
Im Moment ist die folgende Idee gerade in der Umsetzung, wenn das auf Interesse stößt, dann gibt es später Fotos und Erfahrungsberichte.
Als alter Geizkragen, was Obstruktion am Newton betrifft, wurmt mich natürlich jeder Zentimeter benötigter Lichtweg. Nun ist allerdings auch bei mir unausweichlich das passiert, was viele andere schon leidvoll erfahren haben: Die Leit(d)rohrtechnik stößt an Ihre Grenzen, langbelichtete Aufnahmen sind trotz Autoguiding oft nicht mehr exakt nachgeführt. Es muss etwas passieren!
Off-axis Guider am Newton sind zwar machbar und erhältlich, aber runde 30mm Lichtweg muss man schon spendieren, also höher mit dem Hauptspiegel und den Fangspiegel um runde 6mm vergrößern. Und der Koma-Korrektor weiß dann immer noch nicht, wo er denn nun genau bleiben soll. Also entstand die Idee, den off-axis Guider in den Okularauszug zu integrieren – ohne Lichtwegverlust. Voraussetzung ist allerdings ein Okularauszug mit stabilem Innenrohr, und er darf nicht auch noch kurzbauend sein.
Warum gibt es das nicht schon? Klarerweise muss man, um die Hauptkamera zu fokussieren, den Okularauszug dafür benutzen, wofür er gemacht ist. Das Innenrohr muss also gegenüber dem Außenrohr verschiebbar bleiben, ohne den off-axis Guider abzuscheren. Das kann man aber erreichen, indem man das Innenrohr mit einem Langloch versieht. Das über ein Prisma ausgekoppelte Licht wird durch ein Rohr herausgeführt, eine adaptierte 1,25“-Hülse dient als Aufnahme für Nachführkamera oder Okular. Der Fokus sollte ungefähr passen, exakt kann man über die Klemmung in der 1,25“-Hülse fokussieren (oder etwas aufwändigeres machen, da gibt es sicher verschiedene Möglichkeiten). Befestigt wird das Rohr über Gewinde und Kontermutter am Außenrohr des Okularauszuges. Je nach Länge des Langloches im Innenrohr kann ein Teil des Fokussierweges weiter genutzt werden (Fokus stimmt in etwa für die Fotografie), dann muss für die visuelle Beobachtung der Guider abgenommen werden, oder man macht es so lang, dass der komplette Fokusweg erhalten bleibt (dann sollte das Innenrohr aber sehr stabil sein).
Vorteile:
- kein Lichtwegverlust
- Koma-Korrektor wird wie vorher an der Kamera montiert
- Einfach umzusetzen, geringe Kosten
Nachteile:
- der Guider ist nicht drehbar, die Suche von Leitsternen wird schwieriger
- die Auskopplung des Lichtes erfolgt vor dem Koma-Korrektor, die Sternabbildung im Randbereich ist nicht mehr optimal.
- Man braucht jemanden (oder sich selbst), der das baut.
- Der liebgewonnene Okularauszug muss zerlegt und zerlöchert werden.
Nun denn, für Kommentare und Tipps bin ich dankbar. Und wenn es nicht klappt, dann präsentiere ich hier jedenfalls den zerschroteten Okularauszug, als Warnung an andere. Noch bin ich aber guten Mutes!
feif:
Klare Nächte,
Carsten
Als alter Geizkragen, was Obstruktion am Newton betrifft, wurmt mich natürlich jeder Zentimeter benötigter Lichtweg. Nun ist allerdings auch bei mir unausweichlich das passiert, was viele andere schon leidvoll erfahren haben: Die Leit(d)rohrtechnik stößt an Ihre Grenzen, langbelichtete Aufnahmen sind trotz Autoguiding oft nicht mehr exakt nachgeführt. Es muss etwas passieren!
Off-axis Guider am Newton sind zwar machbar und erhältlich, aber runde 30mm Lichtweg muss man schon spendieren, also höher mit dem Hauptspiegel und den Fangspiegel um runde 6mm vergrößern. Und der Koma-Korrektor weiß dann immer noch nicht, wo er denn nun genau bleiben soll. Also entstand die Idee, den off-axis Guider in den Okularauszug zu integrieren – ohne Lichtwegverlust. Voraussetzung ist allerdings ein Okularauszug mit stabilem Innenrohr, und er darf nicht auch noch kurzbauend sein.
Warum gibt es das nicht schon? Klarerweise muss man, um die Hauptkamera zu fokussieren, den Okularauszug dafür benutzen, wofür er gemacht ist. Das Innenrohr muss also gegenüber dem Außenrohr verschiebbar bleiben, ohne den off-axis Guider abzuscheren. Das kann man aber erreichen, indem man das Innenrohr mit einem Langloch versieht. Das über ein Prisma ausgekoppelte Licht wird durch ein Rohr herausgeführt, eine adaptierte 1,25“-Hülse dient als Aufnahme für Nachführkamera oder Okular. Der Fokus sollte ungefähr passen, exakt kann man über die Klemmung in der 1,25“-Hülse fokussieren (oder etwas aufwändigeres machen, da gibt es sicher verschiedene Möglichkeiten). Befestigt wird das Rohr über Gewinde und Kontermutter am Außenrohr des Okularauszuges. Je nach Länge des Langloches im Innenrohr kann ein Teil des Fokussierweges weiter genutzt werden (Fokus stimmt in etwa für die Fotografie), dann muss für die visuelle Beobachtung der Guider abgenommen werden, oder man macht es so lang, dass der komplette Fokusweg erhalten bleibt (dann sollte das Innenrohr aber sehr stabil sein).
Vorteile:
- kein Lichtwegverlust
- Koma-Korrektor wird wie vorher an der Kamera montiert
- Einfach umzusetzen, geringe Kosten
Nachteile:
- der Guider ist nicht drehbar, die Suche von Leitsternen wird schwieriger
- die Auskopplung des Lichtes erfolgt vor dem Koma-Korrektor, die Sternabbildung im Randbereich ist nicht mehr optimal.
- Man braucht jemanden (oder sich selbst), der das baut.
- Der liebgewonnene Okularauszug muss zerlegt und zerlöchert werden.
Nun denn, für Kommentare und Tipps bin ich dankbar. Und wenn es nicht klappt, dann präsentiere ich hier jedenfalls den zerschroteten Okularauszug, als Warnung an andere. Noch bin ich aber guten Mutes!
Klare Nächte,
Carsten