Versandkosten, Zoll, MwSt. und Gebühren
Je nach Spedition (z.B. über US Postal Service als „Air Mail” oder „Global Express” oder über UPS oder über Fedex) muß mit ca. 30 bis maximal 70 $ Versandkosten und sog. „packaging & handling” (das sich manche Firmen fürstlich honorieren lassen, auch wenn man später dem Karton ansieht, daß er schon zigmal verwendet wurde) gerechnet werden. Dann kommen hier in Deutschland auf den Gesamtbetrag aus Gegenstandswert und Versandkosten noch 4,2% Zoll und auf die damit errechnete neue Summe 16% MwSt. hinzu. Je nach dem deutschen Speditionsunternehmen berechnet auch dieses noch eine Bearbeitungsgebühr für die Zollabfertigung. Wenn die Sendung über den US Postal Service verschickt wird (meistens der kostengünstigste Versand) und per Luftfracht über Frankfurt nach Deutschland kommt, wird die Weiterleitung über den GLS (General Logistic Service) abgewickelt, der mit US Postal Service einen Exklusivvertrag hat. GLS berechnet 11,52 Euro Zollabfertigungsgebühr.
Beispiel: Wenn ein Produkt in den USA 400$ kostet und die Versandkosten 39 $ wären, kommen 4,2% Zoll auf die in Euro umgerechnete Summe. Bei einem Umrechnungskurs von z.B. 1 Euro = 1,20 $ wäre der Gesamtwert von 439 $ umgerechnet 365,83 Euro. Davon 4,2% Zoll sind 15,36 Euro, was als neue Summe 381,19 Euro ergibt. Dazu kommen 16% MwSt., also 60,99 Euro, was zusammen 442,18 Euro ergibt. Schließlich fallen bei Lieferung über GLS noch 11,52 Euro Gebühren an, so daß der Gegenstand am Ende 453,70 Euro gekostet hat.
Der Wechselkurs unterliegt Schwankungen, und es gilt der Kurs, den die Zoll-Finanzbehörde am Tag des Eingangs in Deutschland festlegt. Der ist in der Regel ungefähr 3% unter dem offiziellen Kurs, den man z.B. im Internet abrufen oder im Radio oder Fernsehen erfahren kann (Banken gehen ja auch von einem schlechteren Kurs aus, genauer sogar von zwei verschiedenen, je nachdem ob man von $ in Euro oder umgekehrt tauscht!).
Der Einkauf in den USA ist also bei weitem nicht so günstig, wie man auf den ersten Blick angesichts des momentan für uns beim Import (nicht aber Export!) günstigen Wechselkurses meint, aber in manchen Fällen kann es sich doch lohnen, wenn z.B. Garantie- und Kundendienstprobleme ausgeklammert werden (können).
Walter E. Schön