Pegasus Motorfokuser an Skymax127

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_Jürgen_K

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Hallo,
da ich immer versuche, mein Equipment zu optimieren, habe ich vor einigen Monaten an mein Skymax127 einen Motorfokuser mit einem DC-Motor und einer kleinen Funkfernbedienung angebaut, was auch gut funktionierte. Allerdings haben meine anderen Teleskope alle einen Pegasus Motorfokus , zusammen mit dem Controller DMFC.
Dieser hat gegenüber dem DC-Motor-Antrieb mehrere Vorteile
- USB-Schnittstelle, so daß man alles über ASCOM steuern kann.
- Präzises anfahren gespeicherter Positionen.
- Definieren von Limits.
- Autofocus-Funktion in NINA kann z.B. genutzt werden.
Der Nachteil : Das ganze ist ca 4 x so teuer wie die Lösung mit dem DC-Motor.

Nun ist es leider mit der Anschaffung der beiden Pegasus-Teile nicht getan, denn der Motor muss ja auch noch angebaut werden.
Und dafür möchte ich meine Lösung kurz vorstellen.

Ich habe einen Halter aus 1,5mm ALU-Blech angefertigt. (Aus optischen Gründen noch mit Hammerschlaglack lackiert.)
Der Halter erfordert zur Befestigung den 2" Adapter für das Skymax127 . Diesen .
Außerdem benötigt man ein zwei Zahnräder für 6mm Zahnriemen und einen Zahnriemen und ein bisschen Kleinkram aus der Bastelkiste.
Zahnrad Teleskopseitig : 40 Zähne 12mm Loch , gibt es z.B. hier
Zahnrad Teleskopseitig : 60 Zähne 5 mm Loch , gibt es z.B. hier
Zahnriemen : 194 mm 97 Zahn geschlossen , gibt es z.B. hier

Den Halter aus ALU kann man sich selbst anfertigen, man benötigt allerdings schon etwas Werkzeug. Insbesondere für das große Loch benötigt man einen Kreisschneider und für die abgewinkelten Seiten eine Abkantbank. Die 30mm Löcher gehen recht problemlos mit einem Schraublocher. z.B. so einer .

Wem das alles zu schwierig ist, dem kann ich mein Zweitexemplar anbieten, habe den Halter nämlich gleich zweimal gebaut.
Falls jemand Interesse hat, bitte melden.
Ich lege dann gleich noch die erforderlichen Abstandshalter für den Motor dazu, damit die Zahnräder auf einer Ebene liegen sowie eine solche M3-Stange, die man idealerweise gegen die kleine Schraube austauscht, die in der Knopfachse sitzt und verhindert, daß man den Knopf zu weit links drehen kann, weil dann irgendwann der Spiegel innen von der Gewindeachse abfallen würde.
Die M3-Stange hat dann den Vorteil, daß sie hinten aus dem Zahnrad heraussteht und anzeigt, in welcher Position sich der Speigel befindet (siehe Fotos). Man kann auf der Stange mit einem dünnen Edding Markierungen aufbringen oder eine Skala aufkleben, als Anhalt für die Position des Spiegels.
Das ganze Set sieht man auf dem 3. Foto.

Auch hier wieder der wichtige Hinweis für die Montage (alles ohne Gewähr und ohne Haftung !) :
Wenn man den Fokus-Knopf abgebaut hat, darf man das Teleskop in keinem Fall nach vorn kippen, es muss unbedingt waagerecht liegen !!
würde man es nach vorn kippen, dann würde der Spiegel im Teleskop nach vorn rutschen und (falls er dabei keinen Schaden nimmt) nur mit großem Aufwand wieder in seine Position gebracht werden können ! Also das Teleskop darf erst wieder nach vorn gekippt werden, wenn das Zahnrad auf der 12mm-Achse fest verschraubt ist !
Bevor man die kleine Schraube in der Achse herausdreht um sie durch die Positions-Anzeige-Stange zu ersetzen, sollte man den Spiegel ganz nach hinten fahren (Zahnrad manuell im Uhrzeigersinn drehen, bis es am Anschlag ist).
Nun die kleine Schraube rausschrauben (Kreuzschlitzschraube) und die M3-Positions-Anzeige-Stange reinschrauben und festziehen.
Nun das Zahnrad mit der Hand soweit links herum drehen, bis es am Anschlag ankommt. Das sollten etwa 30 Umdrehungen sein.
Am Anschlag sollte die M3-Stange dann ca 20-25mm in das Zahnrad eingetaucht sein.
Jetzt das Zahnrad wieder 2 Umdrehungen rechts herum drehen und auf der Achse eine Markierung machen.
Dies sollte für später die Begrenzung sein, auf die man den Motorfokus Limit setzt.

Viel Spass beim Basteln.
Jürgen

PS: Den Halter mit der Abstands-Anzeige-Stange und den Schrauben und Unterlegschrauben würde ich 25,- Euro zzgl. Versand abgeben.
(Stecken über 2 Stunden Arbeit drin !)
 

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Hallo Jürgen,

Ich muss einfach mal loswerden, dass so ein Beitrag in der Art und Weise wie hier von Dir, genau das ist warum ich so begeistert im Astronomie-Forum lese und teilnehme. Viele Eintagsfliegen und nie wieder da "Bis gestern hatte ich keine Ahnung, macht mich glücklich und erzählt mir was ich nie brauchen werde!" und die "astronomischen Überlebensprobleme und Nahtot-Erfahrungen" die gefühlt 105 % bis 125 % der Nutzer hier kundtun .... _affeaugen:

Ganz anders und wertvoll hingegen Beiträge wie von Dir! Klasse gemacht! Tolle Anleitung und Dokumentation! Mir fällt jetzt dazu ein, ein vielleicht "alt-backener" Ausdruck: "Kameradschaftlich" oder vielleicht "neudeutsch" und genderrichtig "Team-orientiert" ist es deine Konstruktion so ausführlich zu beschreiben, dass man sie sofort nachbauen könnte. Wenn wir unserem "Mäxchen" nicht ein absolutes Elektronik Verbot erteilt hätte, würde ich sofort mit dieser Anleitung in den Bastelkeller gehen. Neben unseren beiden hochgerüsteten EAA Setups ist Mäxchen (Skymay 127) unser schnell mal schauen Teleskop. Er steht auf einer mechanischen Skywatcher AZ5 auf dem Balkon für den schnellen Einsatz bereit. Daher kommt für mich und meine Frau der Aufwand mit Akku, USB-Stromversorgung im "visuellen Einsatzfall" zu Werke zu gehen nicht in Frage. Allerdings hätte die "nur" Batterie im Steuergerät Deiner ersten motorischen Fokuslösung für unsere Elektronik-freie Anwendung durchaus eine Attraktivität! :unsure:

Jedes Mal, wenn wir in den zurückliegenden Nächten mit Mäxchen mühsam den Fokus hingezittert hatten, ist mir sofort wieder Dein ursprünglicher Beitrag zum Motorfokus eingefallen! Und jetzt auch DAS noch! :mad: Danke Schön dafür! :mad: Wie kriege ich den Gedanken bloß wieder los! ;)

Eine Frage aber habe ich noch. Die Anzeige über die Fokus-Position bedingt doch eigentlich, dass dort die beschriebene M3-Schraube sich irgend wie rein und rausdreht. So wie es auf Deinen Bildern ausschaut insgesamt +/- gut 20 mm. o_O Wenn ich den "serienmäßigen" Knopf drehe habe ich nie den Eindruck bekommen, dass dieser Knopf sich beim drehen irgendwie weiter vom Gehäuse in der einen Richtung entfernt und andersherum gedreht sich wieder der Rückwand annähert. Irrt mich da mein Gefühl?

Viel Freude an Deiner Konstruktion und immer eine klare Nacht mit perfekten und Zitter-frei erreichten Fokus! Beste Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
 
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Hallo Ewald,
vielen Dank für die netten Worte. Das geht ja runter wie Sahne.... :) .
Ich habe in meinem Leben bisher das Glück gehabt, viele Leute kennengelernt zu haben, die genauso "gestrickt" waren und ohne deren uneigennütziges Engagement ich heute nicht da wäre, wo ich mit 70Jahren auf der Uhr bin.
Und deshalb lasse halt gern Leute daran teilhaben, wenn ich irgendwas Nützliches herausgefunden habe.
Wie viel profitiert man von Leuten, die da noch mehr Aufwand treiben und ihr Wissen über Youtube mit anderen teilen.
Möchte da insbesondere Frank erwähnen, der da sehr viele tolle Videos gemacht hat, aber auch andere, wie z.B. Cuiv.
Jedenfalls tut einem so ein Lob gut und motiviert einen sehr, weiterhin etwas zum Inhalt (wenigstens) hier im Forum beizutragen.
Wobei ich immer noch behaupten kann, dass ich dem Forum bisher weit mehr "entnommen" habe als eingebracht.
Aber ich arbeite daran, da besser zu werden. Oft fühlt man sich ja unsicher, da man ja nichts verbreiten möchte, was nicht "sattelfest" ist.

Stimmt schon, daß es hier wirklich sehr oft "Beiträge" gibt, von der Sorte
"Bis gestern hatte ich keine Ahnung, macht mich glücklich und erzählt mir was ich nie brauchen werde!"
Ganz irre finde ich dann immer, wenn darauf massenweise Antworten kommen und der Threadersteller niemals wieder erscheint.
Sind aber teilweise ja Threadersteller, die erst wenige Tage vorher im Forum aufgetaucht sind. Schade um die da "verpulverte" Energie der ganzen Helfer.

Als Letztes noch eine kurze Antwort zu der Frage mit der Schraube.
Das funktioniert ja so, daß im Originalzustand dort ein drehbares ca 3cm langes Messingrohr mit 12mm Aussendurchmesser ist auf dem der Kopf steckt.
Dieses Messingrohr hat nach vorn am Ende zu mit einem Loch mit einem Innengewinde, in das die Gewindestange eintaucht, die den Spiegel verschiebt.
Damit diese Gewindestange nicht nach vorn herausgedreht werden kann, sitzt auf dem Ende der Gewindestange halt eine M3-Schraube.
Dreht man das Messingrohr (auf dem der Gummiknopf steckt) links herum, wird die Gewindestange nach vorn geschoben, bis die
Schraube das Weiterdrehen verhindert. Dreht man die 12mm Messinghülse rechts herum, wird die Gewindestange in das Messingrohr hineingezogen,
bis die kleine Schraube letztlich ganz am hinteren Ende der Messinghülse ankommt. An dieser Stelle ist der Spiegel dann am hinteren Anschlag.
Dazwischen liegen etwa 30 Umdrehungen.
Schraubt man nun die kleine M3 Schraube herraus und dafür meine ca 30mm lange Anzeige-Stange (eigentlich auch eine M3-Schraube mit 30mm langem Kopf) hinein, so schaut diese Stange halt entweder knapp 30mm heraus oder ist (Spiegel ganz nach vorn) ca 25mm in der Messinghülse eingetaucht.
Nun kann man auf der Stange gut ablesen, wo der Spiegel steht.

Viele Grüße
Jürgen
 
Hallo zusammen,
ich habe gerade gesehen, daß meine Zeichnung mit den Maßen an einer Stelle nicht ganz stimmt, nämlich die Position des 30mm Loches am Motor ist 4mm falsch.
Ich habe dieses Maß vom ersten Versuch geringfügig angepasst. Der im Foto gezeigte Halter hat diese neuen Maße auch schon, aber in der Skizze habe ich leider noch einen Wert aus dem ersten Prototypen drin. Das funktioniert zwar auch, allerdings ist die Achse des Motors im letzten Loch dann nicht ganz mittig.
Will man den Halter selbst bauen, sollte man besser die Maße verwenden, die in hier angehängter Skitze sind, dann sitzt die Motor-Achse bei Verwendung des 194mm langen Zahnriemen in dem 30mm-Loch schön mittig.

Jürgen
 

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