Pendelrollenlager

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FrankZ

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Hallo,
mal ne Frage an die Maschinenbauprofis. Kann ich als Lager für eine Deklinationsachse auch zwei Pendelrollenlager nutzen? Konkret geht es hier um eine 60mm-Achse und zwei Pendelrollenlager 22212E. Ein Vorteil ist, dass ich die Lager rumliegen habe. Ausserdem muss ich bei Pendelrollenlagern nicht darauf achten, dass diese fluchten (da hatte ich bei Kegelrollenlagern schon Probleme, die sind gegen Verkippungen sehr empfindlich). Natürlich würde ich die Lager auch verspannen, damit das Lagerspiel keinen Ärger macht. Pendelrollenlager können sicher axial nicht so belastet werden wie Kegelrollenlager. Könnte dadurch ein schwingungsfähiges System entstehen? Wenn ich mir die Schnittzeichnung eines solchen Lagers anschaue, dann dürfte das eigentlich nicht passieren (die Auflageflächen der Walzen sind ähnlich groß wie beim Kegelrollenlager, nur die Winkel in denen die Käfte wirken sind anders). Mache ich da einen Denkfehler oder habe ich was übersehen?

Frank
 
Hallo Frank,

Diese Pendellager sind für Teleskopmontierungen nicht nutzbar!
Da das Achsenkreuz damit nicht im rechten Winkel zueinander gehalten werden kann. Das angepeilte Objekt würde bei jeder Schwerpunktverlagerung aus dem Bildfeld pendeln, dadurch würde auch ein nachführen oder ausrichten auf ein Sucherfernrohr unmöglich.

Gruß Günter
 
Hallo Frank,

Ich gehe davon aus, daß Du je Welle 2 Pendelrollenlager verbauen willst.

Radial funktioniert es schon, da pendelt dir nichts aus der Flucht.
Problem ist die axiale Last, da sind die Pendelrollenlager sehr "weich".
Radial ist das Problem, daß diese Bauart nicht Spielfrei ist oder spielfrei eingestellt werden kann.

Du würdest deshalb VIEL Stabilität und Präzision beim Einsatz der Pendelrollenlager verlieren.
 
Hi bin nicht der Lager Profi aber,

Kannst dir mal das Übersichtsblatt anschauen, auch um einen Eindruck über die Anforderungen die ein Wälzlager erfüllen muss zu bekommen. Für kombinierte ax-rad Belastung scheint das Pendellrollenlager doch geeignet.

http://www.skf.com/images/cat/images/1/1_0/de__bearingselection.jpg

Vieleicht auch mal bei SKF anrufen die helfen dir sicher.




<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />roeor
 
Hallo Frank,

entgegen zu theoretischen Überlegungen, die i.a. gegen die Verwendung von Pendelrollenlagern angeführt werden, habe ich mir vor einiger Zeit eine dt. Montierung mit 6omm Achsen gebaut. Hier mal ein link zu einem Foto:

Link zur Grafik: http://www.astrotreff.de/upload/Clavius/20040730/Montierungnahklein.jpg

Wer das Bild nicht sehen kann, bitte die Verknüpfung kopieren und browsen.

Sonst hier: Link zur Grafik: http://www.ds-src.de/4images/data/media/6/Bild_016.jpg

Hier gibt´s einen Thread: Montierungsprojekt Wotan III

Diese Montierung ist für die Astrofotografie vorgesehen. Zwischenzeitlich konnte ich mit einem ebenfalls selbstgebauten 12"er erste Testaufnahmen machen. Die 1620mmf werden visuell am OAG nachgeführt. Was soll ich sagen? Die (analogen) Aufnahmen wiesen absolut punktförmige Sternbilder auf. Die anfänglichen Probleme, die ich bei der Nachführung auch hatte, bezogen sich auf einen etwas zu schwachen Schrittmotor und ein nicht ausreichend gespannten Zahnriemen. Das war alles. Ist mittlerweile erledigt.

Deswegen kann ich dir die Verwendung von derartigen Lagern bedenkenlos empfehlen.

Einschränkunngen würden sich jedoch wahrscheinlich ergeben, wenn du eine Montierung für Positionieraufgaben bauen möchtest. Also für GoTo. Die Reproduzierbarkeit der Einstellungen dürfte da möglicherweise eingeschränkt sein, muß aber nicht. Darüber habe ich keine definitiven Erfahrungen.

Viel Erfolg bei deinem Vorhaben! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
 
Hallo Leute,
vielen Dank für Eure Antworten. Ekkehard, an Dich habe ich nochmal eine Frage zum Verständnis. Ich wollte die Lager mit Vorschraubringen, die gegen die Innenringe drücken, verspannen. Dadurch müssten die Innenringe die innere Walzenreihe gegen den Aussenring drücken. Die andere Walzenreihe bekommt dadurch zwar mehr Spiel, die gedrückte Lagerreihe dürfte dann aber kein Spiel mehr haben. Diese Reihe müsste doch dann fast so etwas wie ein Kegelrollenlager mit ganz flachen Winkel bilden. Verformen könnten sich dann die Walzen (kann sicher vernachlässigt werden), und die Auflageflächen (dies ist sicher auch nicht so kritisch, da diese relativ groß sind). Weiterhin könnten axial Schwingungen entstehen, wenn die Ringe gegen die Walzen axial verrutschen. Dies könnte eventuell aufgrund der flachen Winkel möglich sein, ich halte das aber bei entsprechenden Anpressdruck für eher unwahrscheinlich.
Wo mache ich hier einen Denkfehler?

Frank
 
Hallo Günter,

entgegen zum Namen der Lager pendeln sie nicht hin und her... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Diese Lager zeichnen sich lediglich dadurch aus, das sie sich einzeln justieren lassen; paarweise benutzt, "pendelt" nichts mehr, sondern Lager und Achse fluchten gewissermaßen automatisch!
 
Hallo Ralf,
Superteil, ein schönes Beispiel, wie man mit industriell vorgefertigten Teilen eine schöne Montierung bauen kann. Wenn die Montierung bei einem 12-zoll Monstrum nicht schwingt, wenn du am Teleskop manipulierst, dann dürfte die Monti auch ausreichend steif sein. Wenn die Lagerböcke so aufgebaut sind wie die, welche ich bisher gesehen habe, dann sind das vom Aufbau her ja eigentlich gewöhnliche Rillenkugellager, deren Aussenring kugelförmig geschliffen ist. Dieser ist dann in ein Gussgehäuse mit gleicher Form eingepasst. Damit verdreht sich das ganze Lager und nicht nur der Innenring wie bei "echten Pendellagern" (ich nenne das mal laienhaft so, die Profis mögen mir verzeihen). Im Handbuch für Sternfreunde wird behauptet, dass gewöhnliche Rillenlager für Astromontierungen steif genug sind. Untermauert wird dies durch eine Formel, mit der die radiale Auslenkung des Achszentrums bei Belastung berechnet werden kann. Wenn diese Formel stimmt, dann sind Radiallager bei radialer Belastung tasächlich wesentlich steifer als die Achsen. Fraglich ist, ob dies auch bei axialer Belastung gilt. Mit den mir bekannten Methoden zur Messung der Steifigkeit (z.B. das von Nirosta eingeführte Verfahren) wird ja eigentlich auch nur die Achskippung, und damit die radiale Belastung gemessen. Man müsste vielleicht einmal die Verschiebung der Achse bei axialer Belastung messen (z.B. könnte man die Stundenachse von oben belasten und die axsiale Verschiebung mit der Messuhr messen). Ich habe meine Monties bisher immer mit Kegelrollenlagern gebaut, deshalb kann ich so eine Messung nicht selbst durchführen, das Ergebnis würde mich aber schon mal interessieren.

Viele Grüße und endlich mal besseres Wetter
Frank
 
Hallo Frank,

Dieser ist dann in ein Gussgehäuse mit gleicher Form eingepasst. Damit verdreht sich das ganze Lager und nicht nur der Innenring wie bei "echten Pendellagern

Genau richtig. Deswegen besitzt das Lagergehäuse auch Schmiernippel. Zusätzlich ist der Innenring als sog. "Spannhülse" ausgelegt. Es ist sozusagen ein weiter nach außen geführter Innenring, der mittels M8 Stiftschrauben die Achse fixieren kann und damit vor Herausrutschen schützt.

Man müsste vielleicht einmal die Verschiebung der Achse bei axialer Belastung messen

Das will ich gerne mal machen. Eine Meßuhr mit 1/100stel mm Auflösung besitze ich.

Wenn die Montierung bei einem 12-zoll Monstrum nicht schwingt, wenn du am Teleskop manipulierst, dann dürfte die Monti auch ausreichend steif sein

Ein Schwingen kann ich seitens der Lagerung nicht feststellen. Seitens des Spiels Schnecke/-nrad aber schon. Ich mußte Spiel lassen, da da Rad von Kremp einen Höhenschlag aufweist. Das kann ich noch ändern, in dem ich den Lagerstuhl der Schnecke mit Druck- oder Spannfedern neu konstruiere oder abändere. Da aber durch die Massenträgkeit des gesamten Aufbaus und die bewußte Nicht-Austarierung des Teleskops bisher diesbezüglich keine Schwierigkeiten aufkamen, lasse ich es so.

Denn ich bin froh, fertig zu sein und mich nun endlich auf die Fotografie konzentrieren zu können... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Der eigentliche Knackpunkt bei dem Selbstbaufernrohr ist die Verwendung eines Leichtbau-Gitterrohrtubus aus Alu. Wenn man da am Okularende manipuliert, merkt man ein Zittern, keine Frage. Hier mal ein Bild vom recht aktuellen Zustand:
Link zur Grafik: http://www.directupload.net/images/050621/QFrpziUX.jpg

Der Alurahmen ist hartgelötet und stabil. Noch stabiler wäre allerdings ein Volltubus gewesen oder (bei stationärer Aufstellung) die Anfertigung eines Rahmens aus Stahlprofilen.

Allerdings wollte ich nicht noch ein Jahr Krafttraining machen, da ich das Instrument ja mobil verwenden möchte. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Ich wollte die Lager mit Vorschraubringen, die gegen die Innenringe drücken, verspannen. Dadurch müssten die Innenringe die innere Walzenreihe gegen den Aussenring drücken. Die andere Walzenreihe bekommt dadurch zwar mehr Spiel, die gedrückte Lagerreihe dürfte dann aber kein Spiel mehr haben. Diese Reihe müsste doch dann fast so etwas wie ein Kegelrollenlager mit ganz flachen Winkel bilden. Verformen könnten sich dann die Walzen (kann sicher vernachlässigt werden), und die Auflageflächen (dies ist sicher auch nicht so kritisch, da diese relativ groß sind). Weiterhin könnten axial Schwingungen entstehen, wenn die Ringe gegen die Walzen axial verrutschen. Dies könnte eventuell aufgrund der flachen Winkel möglich sein, ich halte das aber bei entsprechenden Anpressdruck für eher unwahrscheinlich.
Wo mache ich hier einen Denkfehler?

Frank

Hi Frank,

Du hast keinen Denkfehler - ist schon richtig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Die der Druckrichtung abgewandten Lagerrollen werden dabei nicht beansprucht.
Bei diesen extrem geringen Drehzahlen geht man allgemein eh von statischer Last aus, so daß die vorgeschriebenen MINDESTlasten hier nicht eingehalten werden müssen.

Ich hatte in meiner ersten Mail wohl nicht ausführlich genug geschrieben, deshalb hier mehr Infos.

Pendelrollenlager sind selbstverständlich auch axial belastbar.
Die weiter oben verlinkte Tabelle ist aber nur eine ALLGEMEINE Anwendungstabelle, ohne auf unsere speziellen Wünsche an Steifigkeit und Genauigkeit einzugehen.
Eben unter diesen vorgaben sind Pendelrollenlager weniger geeignet.

Das mit Abstand beste und steifste ist hier die sogenannte O-Anordnung von 2 gegeneinander gestellten Kegelrollenlagern in Präzisionsausführung.

Damit könntest Du m. E. fotografisch bei 60er Wellen gut 60-80kg in höchster Präzision führen - wenn das Lagergehäuse und die Steuerung dementsprechend sind.

Das Ganze wird mit deinen Pendelrollenlagern - mit Einschränkungen - funktionieren.
Es ist halt nur so, daß Du das Potential von 60mm Wellen bei weitem nicht damit ausreizen kannst.
Klar werden die locker ohne Murren 20kg tragen.
Die Lager tragen auch locker 200kg...nur werden sie dabei axial walken und axial auch relativ nachgiebig sein.

Also: Alles ist relativ!
Du setzt hier Lager ein, die für sehr sehr hohe Lasten konzipiert sind und belastest sie nur mit lächerlichen paar Kilos.
Wenn Du also eine Monti bauen willst, die nicht ganz dem Qualitätslevel von professionellen Montis entspricht, kannst Du die Pendelrollenlager nehmen.
Wenn Du aber was "endgültiges" bauen willst, was höchsten Ansprüchen genügt - nimm Kegelrollenlager, ein steifes Gehäuse und schnall dein C14, den 7" APO, die Kamara und den Frauenhofer zum Nachführen gleichzeitig drauf und gut iss........ <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Hallo Ekkehard,
vielen Dank, dass Du auf mein sicher etwas nerviges Nachfragen nochmal geantwortet hast. Sicher ist es besser Kegelrollenlager zu nehmen, wenn ich es mir genau überlege ist es auch irgendwie blödsinnig bei den Lagern sparen zu wollen. Eine professionelle Montierung in dieser Größenordnung bekomme ich allerdings sowieso nicht hin, dazu fehlt mir einfach der entsprechende Maschinenpark und wenn ich die Teile mit der entsprechenden Präzision anfertigen lasse, dann kann ich mir gleich eine Montierung und ein C14 und einen Apo und... kaufen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />. Ich muss also irgendwie basteln, nur will ich nicht zuviel Mist bauen. Bei Kegelrollenlagern hatte ich schon mal das Problem die Lagersitze richtig fluchtend hinzubekommen. Ich habe mir dann geholfen, indem ich den Sitz für das untere Lager zwei zehntel größer ausgedreht habe. Dann habe ich das Lager verklebt und alles während der Trockenzeit des Klebers mit dem Vorschraubring verspannt. Glücklicherweise hat das auch geklappt und das Lager hat sich wie gewünscht ausgerichtet. Wenn das aber nicht funktioniert hätte, dann hätte ich wahrscheinlich alles wegschmeißen müssen, denn den Lagerring hätte ich aus dem Gehäuse nicht wieder rausgekriegt. Sowas wollte ich jetzt vermeiden. Wahrscheinlich entscheide ich mich für einen Kompromiss und nehme als oberes Lager ein Kegelrollenlager und verspanne dieses mit einem Pendelrollenlager. Das Pendelrollenlager muss dann axial nur die Kraft aufnehmen, die durch die schräge Fläche des Kegelrollenlagers entsteht. Die eigentliche axiale Last nimmt dann das Kegelrollenlager auf.
Das ist zwar sicher auch nicht optimal, aber mit den Montierungen ist das sicher ähnlich wie mit der Optik - einen großen Apo kann man sich nicht leisten (ich spiele aber Lotto <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />), deshalb nimmt man ein größeres (und wesentlich billigeres) System mit Obstruktion und lebt damit dann auch sehr gut. Die Monti baut man dann ebend auch etwas größer und erreicht dabei die bei der Montierungsgröße mögliche Steifigkeit (und die erforderliche Präzision) ebend nicht, aber man kann sich das alles leisten.

Viele Grüße
Frank
 
Hi Frank,

Du nervst überhaupt nicht!

Der Kompromiss - oben Kegelrolle und unten Pendelrolle hört sich gut an.
Ich denke damit und mit deinen 60er Wellen wirst Du einiges erreichen können!

Der Brocken wird doch stationär oder willst Du den auch schleppen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />

Lass mal was von dir hören, wenn das Teil steht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Viel Spass beim bauen!
 
Hallo Ekkehard,
da die Lager für den Umbau einer bestehenden Montierung gedacht sind, kann ich Dir die Monti schon jetzt zeigen, gugst Du hier: www.stern-freund.de , da siehst Du die Monti im Hintergrund. Die Monti konnte ich mal sehr günstig erwerben. Sie ist sehr massiv, die Gehäuse sind z.B. aus Grauguss und damit sehr steif (das halte ich für ziemlich wichtig, bei manchen Konstruktionen, die man so sieht, hat man den Eindruck, dass die Wellen eine ganze Elefantenherde tragen könnten, während die Gehäuse so aussehen, als ob sie zusammenbrechen wenn da mal eine Mücke draufkackt). Während die 80mm Stundenachse sehr ordentliche Lager besitzt (verspannte Kegelrollenlager 32216), ist die Lagerung der Deklinationsachse ziemlicher Murks. Die Lager sind eingepreßt, ein Lager ist ein Rillenkugellager, das andere ist ein Pendelkugellager 1212. Zu allem Überfluß ist das Pendellager auch noch das obere Lager <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />. Obwohl die Monti den montierten 10-zoll-Newton klaglos trägt, will ich das ändern (wer weiß, was ich da mal noch draufpacken werde - wie gesagt, ich spiele Lotto). Da ich befürchte, dass ich die Lagersitze, nachdem ich die alten Lager entfernt habe (glücklicherweise kenne ich jemand, der eine entsprechende Presse hat), für zwei Kegelrollenlager nicht mehr genau genug hinbekomme, möchte ich die Variante mit einem Kegelrollenlager und einem Pendelrollenlager versuchen.
Die Monti ist übrigens nicht zum rumschleppen, ich habe das Achsenkreuz zwar noch nicht gewogen, es dürfte aber wesentlich mehr als 50kg wiegen.
Was ich so rumschleppe ist viel bescheidener, das kannst Du sehen, wenn Du auf der oben genannten Homepage auf Selbsbau klickst.

Viele Grüße
Frank
 
Hallo Frank,

das ist ja ein ganz schöner Brocken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Mit Montierungsbau bist Du ja vertraut wie ich sehe.
Wäre interessant zu erfahren, was Du für Veränderungen nach Einbau der neuen Lagerung an der Monti bemerkst.

Mit deinem Mak hast Du ja auch was feines!

Na...dann mal los <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />


P.S. Ein paar interessante Artikel habt ihr auf eurer Seite!
 
Hallo Ekkehard,
die Mak's werden eigentlich immer etwas überbewertet. Ich habe mir das Gerät damals gekauft um ein leicht zu transportierendes Gerät zu besitzen, für diesen Verwendungszweck ist es auch Spitze <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />. Sonst gibt es schon ein paar kritische Punkte zu bemerken. Die Justierung ist sehr fummelig. Ausserdem wird den Dingern immer nachgesagt, dass es Planetenspezialisten sind, genau das sind sie aber aufgrund der recht großen Obstruktion nicht wirklich. Im Vergleich mit einem 102/1200 Refraktor zeigt der Mak am Jupiter (der Mak war richtig justiert und zeigte lehrbuchmäßige Beugungsscheibchen, wurde mit einer Taukappe versehen, ist mit Velur ausgekleidet, wurde in eine Isomatte eingehüllt) etwas weniger Details. Bei den anderen Planeten zeigen beide Teleskope eigentlich gleich viel, die größere Austrittspupille des Mak's bei gleicher Vergrößerung ist hier aber von Vorteil. Im Vorteil ist der Mak bei der Bewertung von Farben auf den Planeten (der Refraktor ist schon ein leichter Buntfernseher, allerdings ist die Öffnung zum sicheren Erkennen von Farbnuancen bei beiden etwas zu klein, da ziehe ich den 10-zoll-Newton vor), am Mond (hier sieht man mit dem Mak zwar deutlich mehr Details, das Refraktorbild ist aber subjektiv bewertet schärfer und irgendwie schöner - über diese Bewertung werden jetzt einige die Nase rümpfen - ich bin aber Sternfreund und bei mir steht beim Beobachten der Spaß im Vordergrund) und natürlich an Doppelsternen und bei Deep-Sky. Wenn nicht die Kompaktheit im Vordergrund steht, man mit einer etwas größere Montierung leben kann und zum Fotografieren das Feld nicht benötigt, ist man sicher mit einem leichten 6-zoll-Newton mit f/8 und geringerer Obstruktion besser bedient.

Frank
 
Moin Frank,

kann ich so nicht bestätigen!
Ich habe selbst einen sehr guten, ausgesuchten, vermessenen und perfekt kollimierten 127/1200 Achromaten.
Auf der anderen Seite einen Intes Micro Alter M715.

Langzeiterfahrung hab ich mit dem M715 nicht, aber bei der Mondbeobachtung ist er dem Achromaten um Längen vorraus.
Sowohl beim Kontrast als auch bei der Schärfe ist das ein ganz anderes Kaliber.
Gerade bei Jup ist der Mak - zumindest meiner - dem Achromaten sowas von überlegen, daß ich glaube Du sprichst bei dem 102/1200 von einem Vollapo.

Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn sich der fehlende "Farbschleier" des Mak nicht irgendwie positiv bemerkbar macht.

Hmmm....deinen Mak würde ich gerne mal testen, da kann was nicht stimmen oder eben das ist der Unterschied zwischen Intes und Intes-Micro.

Auch zur Justierung meines Maks muß ich sagen, daß es bis jetzt das einfachste war was ich Justagemäßig in Händen hatte.

Zur Obstruktion von bei mir 25% kann ich insofern auch nichts negatives sagen.
Ich bezweifle, daß ein klassischer Newton nur wegen etwas geringerer Obstruktion (ca. 20%) erheblich kontrastreicher ist.
M. E. wird in diesen Bereichen die Obstruktion überbewertet.

Daß ein klassischer, auf Planeten ausgerichteter Newton mit guten und vor allem glatten Spiegeln dem Mak gegenüber einige Vorteile hat ist auch meine Meinung.
Ein selbst geschliffener, superglatter 7"-8" f8 wäre mein Traum für Planeten.
Der Aufwand ist mir aber derzeit noch zu hoch.
 
Hi Ekkehard,
wir sprechen ja hier auch von unterschiedlichen Geräten. Mein MAK hat eine Obstruktion von 35%. Da hast Du bei mittleren Ortsfrequenzen schon einen deutlicheren Kontrastverlust als bei 25%. Das Justieren ist bei meinem Mak tasächlich sehr fummelig, ich muss den Hauptspiegel über Zug-und Druckschrauben kippen (der Fangspiegel ist am Meniskus festgeklebt), die Schrauben werden teilweise vom Okularauszug verdeckt. Kann sein, dass das jetzt besser gelöst ist (mein MAK ist noch ein altes f/10 - System und dürfte noch zu den ersten gehören, die M.L. damals verkauft hat).
Unsere Refraktoren unterscheiden sich deutlich im sekundären Spektrum. Bei meinem 102/1200 ist der Durchmesser der Punktbilder für blaues und rotes Licht im Fokus von grünem Licht etwa drei mal größer als das Punktbild für grünes Licht, bei Deinem Refraktor sind die roten und blauen Punktbilder schon ca. vier mal größer (Aberrationsfreiheit vorausgesetzt).
Auf Deiner Seite habe ich gelesen, dass Dein Refraktor eine Plastefassung hat. Ich will Dir gerne glauben, dass die Abbildung top ist. Aber, eine exakte Linsenfassung aus Plaste, das dürfte aufgrund der unterschiedlichen Ausdehnung von Glas und Kunststoffen eigentlich nicht funktionieren. Schon Alufassungen sind da sehr grenzwertig. Die Refraktoren, die ich bisher mit Plastefassungen gesehen habe waren jedenfalls alle nicht so tolle.

Frank
 
Hi Ekkehard,
wir sprechen ja hier auch von unterschiedlichen Geräten. Mein MAK hat eine Obstruktion von 35%. Da hast Du bei mittleren Ortsfrequenzen schon einen deutlicheren Kontrastverlust als bei 25%.

Hi Frank,

richtig, wir sprechen von unterschiedlichen Systemen, Du hattest aber Verallgemeinert:

..die Mak's werden eigentlich immer etwas überbewertet

Und eben da musste ich widersprechen.

Auch wenn sich unsere Refraktoren unterscheiden, wird ein 5" Achromat nie und nimmer an den 7" f15 herankommen.
Auch ein Vollapo nicht.
Ich bin da sehr gerne zu jedem Vergleichstest bereit!
(Nicht an dich gerichtet Frank: BITTE NUN KEINE APO/NEWTON/MAK-DRAUFHAU DISKUSSION!!)

Aber wie Du oben ja beschrieben hattest, vergleichst Du ja mit deinem Mak.

Zur Plastefassung:
Hier ist es Fakt, daß eine einfache Plastefassung erheblich unkritischer ist, als eine nicht 100%ig passende Aluminiumfassung...und ich meine WIRKLICH 100% passend ala TMB u. ä.
Warum?...weil sie sooo viel Spiel zur Linse hat, daß ein Druck oder Verdrücken des Ganzen unter Temperaturänderungen einfach nicht vorkommen kann.
Die hat im Warmen massig Luft zur Linse und im Kalten immer noch!
Das soll aber hier nicht heissen, daß die Plastikfassung justagestabil ist, wenn der Refraktor transportiert wird, leider ganz im Gegenteil.
Ich habe bei meinem 127/1200 mit dem GMK die Kollimation unter ca. 25°C warmer Umgebungstemperatur sehr genau vorgenommen.
Das Ganze hab ich dann draußen mehrfach bei nahe 0°C nachgeprüft, mit dem Ergebnis daß die Justage noch 100% passte - und der GMK ist da wirklich extrem feinfühlig.

Ist hier eben Theorie und Praxis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Ja Ekkehard, hier haste mich erwischt, ich habe unzulässig verallgemeinert. Einen MAK mit 25% Obstruktion hatte ich einfach nicht im Radar. Mich ärgert es bloß immer, wenn manche Händler versuchen MAK's (ich meine hier die mit über 30% Obstruktion) oder kurzbrennweitige Fraunhofer als Planetenspezialisten zu verschlitzen. Das sind gute Kompromissfernrohre, die manche Vorzüge und auch ihren Himmel haben. Das könnte man von Händlerseite sicher auch so rüberbringen, viele Kunden wären dann vielleicht auch zufriedener. Dann würden eventuell ich auch die verbissenen und albernen "klopp Dein Fernrohr in die Tonne Diskussionen", die es hier manchmal gibt (und die ich hier vielleicht auch fast losgetreten hätte) so nicht entstehen. Mein MAK ist z.B. sehr kompakt und sehr leicht, so dass er bisher immer im Urlaubsgepäck seinen Platz hatte und mir trotz seiner Schwächen schon viel Freude bereitet hat.
Zu den Plastefassungen - is halt Ansichtssache. Ich würde jedenfalls versuchen die Plastefassung durch eine Alufassung zu ersetzen, obwohl es ziemlicher Stress ist, die ordentlich hinzubekommen. Noch besser wäre natürlich eine Stahlfassung mit entsprechender Passung, das würde aber meine Möglichkeiten überschreiten.

Übrigens, wenn das Wetter weiter so mies bleibt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />, dann sind unsere edlen Optikteile bald sowieso nur noch was zum Anschauen.

Frank
 
Hi Frank,

Mich ärgert es bloß immer, wenn manche Händler versuchen MAK's (ich meine hier die mit über 30% Obstruktion) oder kurzbrennweitige Fraunhofer als Planetenspezialisten zu verschlitzen. Das sind gute Kompromissfernrohre, die manche Vorzüge und auch ihren Himmel haben. Das könnte man von Händlerseite sicher auch so rüberbringen, viele Kunden wären dann vielleicht auch zufriedener.
Volle Zustimmung Frank!







Zu den Plastefassungen - is halt Ansichtssache. Ich würde jedenfalls versuchen die Plastefassung durch eine Alufassung zu ersetzen.........
Ich denke, da habe ich mich vielleicht nicht präzise ausgedrückt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />
Ich favoritisiere keineswegs die Plastefassung, nur ist MEINE soweit OK, daß sie - ohne längeren Transport - die Kollimation hält.
Mehr aber auch nicht...ist noch nicht einmal vernünftig einstellbar.
Würde ich den Refraktor öfter transportieren, hätte ich schon eine Metallfassung, ich schaue aber mit meinem Achro nur direkt vom Balkon mittels Herschelkeil im Weisslicht auf die Sonne - dafür reichts.







Übrigens, wenn das Wetter weiter so mies bleibt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />, dann sind unsere edlen Optikteile bald sowieso nur noch was zum Anschauen.
Jo...ist wohl ein astronomisches Katastrophenjahr <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />
Ich hoffe, daß Anfang Sept. bei Neumond die Alpen Wettermäßig stabil sind...da werde ich dann hoffentlich ein paar Nächte auf 2000m - 2500m Höhe stehen und mir aufgrund der 7mag die Kinnlade nach oben binden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Ich denk dann an dich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />
 
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