Perseiden: Feuerkugel

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Erik

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Hallo Mitbeobachter,

gestern Abend hingen wir doch noch den Kopf gegen 22:15 Uhr aus dem Küchenfenster in der Innenstadt von Karlsruhe, um trotz Mondschein und Schleierwolken wenigstens EINEN Perseiden zu erwischen. Prompt wurden ich und meine Mitbeobachterin belohnt. Eine sehr helle Feuerkugel von grob geschätzt -8 mag flog von eta Persei unterhalb der Hauptsterne der Cassiopeia vorbei. Sie war sehr schnell, kaum eine Sekunde sichtbar, aber ganz deutlich tieforange gefärbt. Eigentlich ein Widerspruch zur hohen Geschwindigkeit. Sollte sich da etwas Weltraumschrott unter die Perseiden gemischt haben. Aber dafür war das Teil wiederrum zu schnell. Was meint Ihr ?
Einige Minuten später flog noch ein Perseide mit etwa -4 mag in südlicher Richtung vom Perseus davon, reinweiß diesmal und ebenfalls sehr schnell. Danach war trotz intensiver Beobachtung nichts mehr zu sehen, zu frühmorgendlichen Beobachtungen kann man sich nach derartig heißen Tagen (39°C jeden Tag in Karlsruhe) nicht mehr aufraffen.

Gruß

Erik Frank
 
Hallo Erik,
den zweiten habe ich zwischen 2220 und 2230 ebenfalls gesehen. Ich bin dann um 0425 noch für 10 Minuten auf die Wiese , da habe ich noch einen gesehen. Für einen Schwarm dürfte die Definition doch anders sein als 2 Perseiden im Abstand von 6 Stunden...
Gruß Dietmar aus Trebur, 50N 8 30E
 
Hi Erik,

meine Frau und ich haben gestern immerhin 10 Perseiden erhaschen können. Darunter 2 orange rote mit gut -1m Helligkeit und eine war sogar mit Leuchtspur dabei mit gut doppelter Marshellihgkeit. Die Perseiden waren allesamt sehr schnell. Sogar ein nicht Perseid aus dem Schwan konnte ich sehen. Um 2 Uhr den Wecker gestellt umd das Maximun zu sehen. Aber der Mond war schon zu hell. Außer dem Sommerdfeieck kaum Sterne sichtbar. Habe in 15 Minuten nur noch 2 Perseiden sehen können. Insgesamt war es aber ein tolles Erlebnis.

Gruß

Lots
 
in der Nacht zum Dienstag war ich rausgefahren um endlich mal richtig Zeit für Mars zu haben. Der war nach so einem heißen Sommertag zuerst furchtbar unruhig. Gegen Morgen wurde es wesentlich besser. So nebenbei habe ich Uranus aufgefunden- der fehlte mir bisher noch.
Vorsorglich hatte ich einen Liegestuhl mitgenommen und dies macht auf-Perseiden-warten in einer lauen Sommernacht zum entspannten Vergnügen. Schön waren trotz Mondschein die helleren Exemplare der Perseiden zu sehen. Es waren so ab 2.00 mehr als ich erwartet hatte. Auch zwei fette mit Spurbildung waren dabei. Was ich mir nicht so recht erklären kann ist die manchmal abweichende Bewegungsrichtung. Der verschiedene Farbeindruck ensteht vielleicht nur wegen der unterschiedlichen Helligkeit der Brocken. Ein größerer Körper könnte ja zwar kräftiger leuchten aber erreicht keine so hohe Glühtemperatur wie einer mit weniger Masse der dann weiß strahlt.

Gute Nacht. Steffen
 
Hallo zusammen!

Ich muss sagen das ich ganz eurer Meinung bin!
Unter einem Schwarm versteh ich auch etwas ganz anderes als ide paar perseiden die ich in den letzten Tagen beobachten konnte!
Aber ich "denke", dass hängt entweder mit dem Vollmond oder mit einem grotten schlechten Seeing zusammen(was ich weniger bestätigen kann!).

Zumindest war ich am 7.8.03 noch im Urlaub an der Ostsee.Dort konnte ich in der Stunde mit ein paar Mitbeobachtern ca.20 Perseiden in allen möglichen Helligkeitsstufen sehen!
Das Seeing war HAMMER! Noch nie die Milchstraße so gut gesehen!
Find ich schon komisch das man vor der vorhergesagten Zeit mehr zu sehen sind als während.


MFG

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> Newbie <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
 
Hallo Steffen!

Was ich mir nicht so recht erklären kann ist die manchmal abweichende Bewegungsrichtung.
Das ist eigentlich ganz einfach, denn im August sind ja nicht nur die Perseiden aktiv. Es gibt da zusätzlich verschiedene Aquariden Komplexe, bei denen die Meteore quasi vom Südhorizont nach oben zu fliegen scheinen. Außerdem gibt es noch die Cygniden, die als "Geisterfahren" praktisch auf Kollisionskurs zu den Perseiden stehen.
Der verschiedene Farbeindruck ensteht vielleicht nur wegen der unterschiedlichen Helligkeit der Brocken. Ein größerer Körper könnte ja zwar kräftiger leuchten aber erreicht keine so hohe Glühtemperatur wie einer mit weniger Masse der dann weiß strahlt.
Wenn ich den Vortrag eines Meteor-Astronomen aus Tschechien beim letzten AKM Seminar noch richtig in Erinnerung habe, ist die thermische Strahlung gerade bei den Perseiden relativ nebensächlich. Dort leuchtet vor allem der Ionisationskanal aus Sauerstoff, der beim Durchflug des Meteoroiden durch die Atmosphäre angeregt wird.
Je nachdem wie tief der Perseid in die Atmosphäre eindringt, ändert sich die Farbe. In hohen Schichten überwiegt ein verbotener Übergang des Sauerstoffatoms bei 630nm (rot). In tieferen Regionen zerfällt der rote Übergang durch Stöße und kann daher nicht mehr durch Lichtemission abgeregt werden. Hier überwiegt dann ein etwas unempfindlicherer Übergang bei 557.7nm (grün-gelb).
Im Prinzip sind dies die gleichen Leuchterscheinungen, wie sie auch beim Polarlicht auftreten. Nur ist dort der Auslöser oder Anreger ein Strom aus Elektronen und nicht aus interplanetarer Materie.
Bei anderen Meteorströmen, also quasi alles außer Perseiden und Leoniden (die sind eben besonders schnell), sieht man auch das Leuchten des Mutterkörpers bzw. wohl auch des abschmelzenden Materials. Aber wenn ich dran denke, schaue ich nochmal in die Aufzeichnungen des Vortrags rein.
Schöne Grüße

Ulrich
 
hallo Ulrich,
danke für die Erklärungen. Klingt plausibel das mit den verschiedenen Meteorströmen. Man geht eben jetzt blindlings erstmal davon aus, alles den Perseiden zuzuordnen. Der Hauptanteil des Leuchtens entstammt in diesem Fall also garnicht dem eigentlichen Körper (der selbst sicher meistens daür viel zu klein wäre) sondern der Atmosphäre.
War eben nochmal ein paar km draußen und hab mich ne Stunde neben das Motorrad gelegt. Ausbeute heute nur 6 Stück aber trotzdem nicht umsonst. Ist übrigens erstaunlich was mittlerweile so an Satelliten da oben unterwegs ist!

Gruß Steffen
 
Hallo Steffen!
Ich war eben auch nochmal mit einem Vereinskollegen in der Sternwarte.
Dort habe ich mit ihm zusammen (und seinem Notebook plus Webcam) zum ersten Mal eine kleine Webcam Session veranstaltet.
Zwischendurch kamen immer ein paar Sternschnuppen gefallen, aber je früher der Morgen, desto höher die Rate. Aber das ist zur Zeit auch so zu erwarten. Morgens liegt sie wohl bei runden 20 und abends nur bei 5 pro Stunde, wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe.
Das Seeing heute Abend war übrigens exzellent und die Marsaufnahmen werden sicher recht schön werden.
Gruß

Ulrich
 
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